Aus der aktuellen Ausgabe

7. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Netzhautdegeneration – ein interdisziplinärer Austausch
Zum siebten Mal in Folge kamen in Potsdam am 8. und 9. April rund 140 Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa, den USA und Kanada im Rahmen des Pro Retina-Forschungskolloquiums zusammen. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Templiner Sees – ehemals beliebte Jagdstätte des „Alten Fritz“ – stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen jungen Wissenschaftlern und erfahrenen Professoren .Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Dr. Alexander Cunea, Dr. Arno Göbel, Dipl.-Biol. Carolina Brandstetter, Priv.-Doz. Dr. Peter Charbel Issa und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Makula-Update 2011

Verleihung der Junius-Kuhnt-Medaille an Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber
Rund 650 Retinologen nahmen an dem diesjährigen Makula-Update der Novartis Pharma teil, das unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Antonia M. Joussen (Berlin) und Prof. Dr. Gabriele E. Lang (Ulm) am 15. und 16. April in Berlin stattfand. Für seine Verdienste um die Erforschung der genetischen und molekularen Ursachen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) wurde der Humangenetiker Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber (Regensburg) mit der fünften Junius-Kuhnt-Medaille ausgezeichnet. Von Katica Djakovic.

Triggerfish – eine neue Methode der kontinuierlichen IOD-Aufzeichnung

Ein erhöhter Augeninnendruck (IOD) gilt als ein wichtiger Risikofaktor beim Glaukom. Aufgrund von tageszeitlichen Schwankungen und dem Wissen, dass bei Glaukompatienten die normale zirkadiane Rhythmik aufgehoben sein kann, besteht der Wunsch nach einer kontinuierlichen IOD-Messung, die weitestgehend untersucherunabhängig erfolgen kann.Katja Göbel, Tina Klose und Prof. Dr. Carl Erb (Berlin) stellen mit dem Triggerfish genannten System eine neue Methode der kontinuierlichen Augeninnendruckmessung vor. Hierbei handelt es sich um eine weiche Kontaktlinse, in die ein Telemetriechip, eine Mikroantenne sowie ein Sensor eingebaut sind.

Antikörperinduzierter Untergang retinaler Ganglienzellen beim Glaukom

Entwicklung eines experimentellen autoimmunen Tiermodells
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Hinweise auf die Beteiligung von immunologischen Mechanismen an der Glaukomerkrankung gefunden. Um den möglichen Einfluss von Antikörpern auf das Absterben retinaler Ganglienzellen beim Glaukom zu erforschen, hat die Arbeitsgruppe um Dr. Stephanie Joachim (Bochum) ein experimentelles autoimmunes Tiermodell entwickelt. In diesem Modell werden Versuchstiere mit einem okulären Antigen immunisiert (RGA) und der mögliche Untergang retinaler Ganglienzellen im Anschluss mittels retinaler Flatmounts analysiert.

Einsatz von Anti-VEGF bei der akuten Frühgeborenenretinopathie

Bei aggressiven posterioren Formen der akuten Frühgeborenenretinopathie (RPM) könnte die Anti-VEGF-Therapie eine Alternative sein. Im Rahmen von multizentrischen Studien und in individuellen Therapieversuchen wird derzeit sowohl die alleinige Injektion von Bevacizumab als Monotherapie als auch die Kombination mit konventioneller Lasertherapie untersucht. Der folgende Beitrag stellt die kürzlich publizierten Ergebnisse der randomisierten multizentrischen Studie BEAT-ROP vor und berichtet über die Anwendungsbeobachtungen an der Gießener Universitäts-Augenklinik durch die Arbeitsgruppe Prof. Dr. Birgit Lorenz, Ramona Neutzner, Dr. Monika Andrassi-Darida, Dr. Yaroslava Wenner, Dr. Mechthild Hubert, Prof. Dr. Reinald Reppund Dr. Melanie Jäger.

Serie Auge und Sehen: Das Lacrimarium

Um kaum einen Gegenstand aus der Geschichte der Augenheilkunde ranken sich mehr Geheimnisse als um die so genannten Tränenfläschchen. Dabei handelt es sich um kleine Fläschchen aus Glas, die sich in der Antike im Mittelmeerraum oft als Grabbeigaben finden. Die Archäologen bezeichnen diese kleinen bauchwandigen Glasgefäße als Lacrimé, Tränengläschen, Tränenfläschchen oder Tränenflakon. Die lateinische Bezeichnung war treffend das Lacrimarium. Auch das Wort Ophtiole, es ist griechischen Ursprungs, war dafür in Gebrauch. Die ältesten dieser Flakons dürften wohl vor 3.500 Jahren entstanden sein, die schönsten finden sich in römischer Zeit, sie wurden in Kleinasien ausgegraben.

Fall: Zahnfleischschwellung und Visusreduktion

Die Häufigkeit von Netzhautgefäßverschlüssen korreliert mit zunehmendem Alter, aber nur etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten mit venösem Gefäßverschluss sind jünger als 50 Jahre. Besonders bei diesen jungen Patienten ist es wichtig, neben den bekannten Risikofaktoren auch nach weiteren Begleitsymptomen zu suchen, wie zum Beispiel der Anämie, der hämorrhagischen Diathese, einem Hyperviskositätssyndrom oder einer Gingivahyperplasie. Ist eine kardiovaskuläre Genese eher unwahrscheinlich, muss auch an sekundäre Veränderungen im Rahmen einer Leukämie gedacht werden. Dr. Michael Haustein, Dr. Jana Babatz, Dr. Falk Sommer, Conrad Hoffmann, Prof. Lutz E. Pillunat und Dr. Dirk Sandner schildern den Fall einer Patientin, die sich in der Universitäts-Augenklinik Dresden vorstellte.

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2011

„Gleiches Geld für gleiche Leistung“
Vom 19. bis 22. Mai findet, in diesem Jahr wieder in Nürnberg, der 24. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) statt. DER AUGENSPIEGEL sprach anlässlich der Jahrestagung mit Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmo Chirurgen e.V. (BDOC) über die diesjährige Jahrestagung und die aktuellen Herausforderungen in der Ophthalmochirurgie.

Jahrestagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) 2011

Entscheidungswege in der Augenheilkunde
Nach einem Gastspiel in Berlin ist die Jahrestagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) in diesem Jahr wieder an den Rhein zurückgekehrt: Mit rund 4.500 fortbildungswilligen Teilnehmern und einschließlich Industrie rund 5.600 Gesamtbesuchern wurden fast annähernd die zuletzt in Düsseldorf verzeichneten Zahlen erreicht. Zum Hauptthema „Differentialdiagnostische Entscheidungswege in der Augenheilkunde“ boten die Referenten in einem umfangreichen Vorlesungsreigen diagnostische und therapeutische Entscheidungen auf der Basis aktuellen Wissens dar. Diskutiert wurde aber auch das Dilemma in der augenärztlichen Grundversorgung durch die innovativen Möglichkeiten einerseits und die Finanzierungsbegrenzung in der Versorgung andererseits. Berufspolitisch interessierte vor allem die anstehende Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.