Aus der aktuellen Ausgabe

Interview mit Prof. Dr. Thomas Reinhard zum DOG-Kongress 2011

“Herausforderung, aber vor allem auch große Chance”
„Herausforderungen in der Augenheilkunde“ lautet das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Traditionell wird in Berlin getagt und nachdem der letztjährige DOG-Kongress im Rahmen des frühsommerlich tagenden WOC stattfand, kehrt er nun mit herbstlichem Termin (29. September bis 2. Oktober) wieder ins gewohnte Fahrwasser zurück. Neu hingegen ist die Programmgestaltung der diesjährigen Tagung. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem amtierenden DOG-Präsidenten Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) über die Neuerungen im Programm und Herausforderungen des Faches.

Das europäische Facharztexamen

Um europaweit die ophthalmologischen Ausbildungsprogramme zu standardisieren und jungen Ophthalmologen eine kontinuierliche medizinisch hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, wurde 1995 das vom European Board of Ophthalmology (EBO) getragene europäische Facharztexamen etabliert. Daniel M. Handzel, FEBO (Fulda), erläutert die Anforderungen an die EBO-Absolventen sowie die Akzeptanz der Prüfung auf nationaler Ebene.

Vor- und Nachteile der 23- und 25-Gauge-Vitrektomie

Die moderne Mikroinzisionschirurgie mit nahtfreien 23- und 25-Gauge-Instrumenten hat sich nach kontinuierlichen Weiterentwicklungen in den letzten Jahren mittlerweile für einen breiten Anwendungsbereich etabliert. Dennoch zeigen beide Vitrektomietechniken Vor- und Nachteile, so dass die Wahl des entsprechenden Systems von der jeweiligen Anwendung abhängt. Dr. Ullrich Weissmantel (Fürth) diskutiert die Unterschiede der beiden Systeme.

Contusio bulbi infolge explosions-bedingter Schädel-Hirn-Traumata

Prospektive Studie zu Augenverletzungen von Soldaten
Soldaten mit explosionsbedingten Schädel-Hirn-Traumata erleiden zunehmend stumpfe, nichtperforierende Augen-verletzungen, die häufig im Kontext von anderen Kriegsverletzungen und dem posttraumatischen Stresssyndrom in der Erstversorgung unbemerkt und damit unterdiagnostiziert bleiben. Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden Soldaten mit Schädel-Hirn-Traumata in einem Polytraumazentrum in Kalifornien umfangreich ophthalmologisch untersucht und hinsichtlich ihrer sehbedingten Lebensqualität befragt. Dr. Lars Zumhagen (Münster) stellt die Ergebnisse im Folgenden vor.

Serie Auge und Sehen: Das Auge der Faustina

Serie zur Sammlung Roth
Betrachtet man die Darstellungen des menschlichen Körpers in Bild und Plastik zur Zeit des alten Roms, so wird dieser meist als ein Schönheitsideal dargestellt. So wie in heutiger Zeit hatte man auch damals schon eine zeitgenössische Mode und entsprechende Models. Geschmack und Stil passten sich jeweils der Epoche an, schöne Körper waren gefragt. Abbildungen von Erkrankten oder ihren Krankheiten finden sich auch in der Antike nur äußerst selten.

24. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

Herausforderungen und Kontroversen
Zum 24. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) vom 19. bis 22. Mai konnte DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) rund 5.000 Teilnehmer und 130 Industrieaussteller im Messezentrum in Nürnberg begrüßen. Neben dem Austausch über Innovationen sowie therapeutische und diagnostische Goldstandards des Faches war die Diskussion um Lucentis und Avastin und die Auswirkungen der CATT-Studie auf die Versorgungssituation allgegenwärtig. Von Katica Djakovic.

Einigung zwischen BDOC und Novartis

Streit um Auslegung des OLG-Urteils zur Lucentis-Auseinzelung beigelegt
In einem kürzlich erfolgten Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichtes (Az.: 3 U 12/09) wurde einer Apotheke die Auseinzelung von Lucentis untersagt. Das Pharmaunternehmen Novartis, das die Klage angestrengt hatte, interpretierte in einer öffentlichen Mitteilung das Urteil und wurde in seiner Auslegung vom Bund Deutscher Ophthalmochirurgen (BDOC) kritisiert. Anlässlich des diesjährigen Kongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) verkündete BDOC-Vorstandsvorsitzender Dr. Armin Scharrer, dass eine gemeinsame Vereinbarung in der Auslegung des Urteils getroffen worden sei. Die BDOC-Geschäftsführung hat zu einigen Fragen der Redaktion Stellung genommen.

Startschuss für das AMD-Netz NRW e. V.

Vor gut zwei Jahren begann auf Anregung und in Zusammenarbeit mit namhaften Retinologen der Aufbau eines medizinisch-sozialen Netzwerkes, das die Versorgung und die Lebensqualität von Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration verbessern soll. Prof. Dr. Dr. Heribert Meffert, emeritierter Direktor des Instituts für Marketing der Universität Münster und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, initiierte und betreute den Aufbau des Netzwerkes, für das im Mai der Startschuss fiel. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Eröffnungsfeier in Münster.

Wahl des richtigen OP-Zeitpunktes bei angeborener Katarakt

Eine angeborene oder frühkindlich erworbene Katarakt muss immer dann operiert werden, wenn infolge einer ausgeprägten zentralen Linsentrübung die Gefahr besteht, dass sich eine Deprivationsamblyopie ausbildet. Der postoperative Visusgewinn hängt dabei von vielen Faktoren ab. Prof. Dr. Petra Meier (Leipzig) erläutert die Kriterien zum Operationszeitpunkt und -verfahren, die Wahl der Aphakiekorrektur und spezielle Nachsorgeaspekte, die für die jeweilige, individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung von ausschlaggebender Bedeutung sind.

IOL-Implantation bei kombinierter Katarakt- und vitreoretinaler Chirurgie

Die Katarakt wie auch viele vitreoretinale Erkrankungen treten gehäuft und meist koinzident im fortgeschrittenen Lebensalter auf. Oft bietet es sich an, Kataraktchirurgie und Vitrektomie kombiniert in einem einzeitigen Eingriff durchzuführen. Dr. Daniel Kook und Prof. Dr. Anselm Kampik (München) zeigen auf Basis der publizierten Literatur und eigener klinischer Erfahrung die Besonderheiten der Intraokularlinsenimplantation im Rahmen eines kombinierten Eingriffs auf.