Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Messingbrille

Serie zur Sammlung Roth
Lesebrillen aus Messing waren im 18. und 19. Jahrhundert Massenware. Das Material war gegenüber Holz, Leder oder Kupfer zwar schwerer zu bearbeiten, das stabile Gestell hielt dafür aber über Jahrzehnte. Solche Brillen wurden über mehrere Generationen hin immer wieder weitergegeben. Die noch recht dicken Gläser hatten bereits eine Einheitsstärke von 2 bis 3 Dioptrien. Die Bügel reichten inzwischen schon bis zu den Ohren, eine Schnur sicherte das Gestell gegen das Abrutschen. Diese Brille stammt aus der Zeit um 1780, sie wurde in einem Antiquitätengeschäft in Wien erworben.

11. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie

Update zur Refraktiven Chirurgie
Am 26. November fand der 11. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie (FFRC) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Kohnen auf dem neuen Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Den rund 250 Teilnehmern wurde von den 14 Referenten aus Klinik und Wissenschaft ein umfassendes Update zur Refraktiven Chirurgie geboten – von der Excimerlaserchirurgie über die phaken Intraokularlinsen und den refraktiven Linsenaustausch bis zu den verschiedenen Möglichkeiten der chirurgischen Presbyopiekorrektur. Dipl.-Ing. (FH) Oliver Klaproth fasst die Tagungsthemen zusammen.

Häusliches Arbeitszimmer

Aufwendungen rückwirkend wieder begrenzt steuerlich abzugsfähig
Die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer führen häufig zu Streitigkeiten mit dem Finanzamt. Unzählige Urteile des obersten Finanzgerichts zu diesem Themenbereich sind ergangen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen, welche Kriterien für die steuerliche Berücksichtigung zu beachten sind.

Makulavolumen bei Multipler Sklerose

Stadienabhängige Verminderung des Makulavolumens – eine OCT-Studie
Rezente Studien haben eine Verdünnung der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) gezeigt, unabhängig einer Vorgeschichte mit Optikusneuritis. Offensichtlich kommt es zu Veränderungen der RNFL bei Multipler Sklerose auch ohne Augenbeteiligung. Hieran schließen sich Fragen an wie beispielsweise, ob das OCT als biologischer Marker für den Krankheitsverlauf bei MS oder auch das Ansprechen einer Therapie oder auch zur Einschätzung der Gesamt- oder Visusprognose geeignet ist? Priv. Doz. Dr. Andrea Hassenstein (Hamburg) berichtet über Ergebnisse eigener Untersuchungen und weiterer Fragen zum Thema, die im Rahmen einer interdisziplinären Studie an der Universitäts-Augenklinik Hamburg geklärt werden sollen.

In-vivo-Imaging von retikulären Drusen

Die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist charakterisiert durch verschiedene phänotypische Manifestationsformen, verschiedene Krankheitsstadien und unterschiedliche Progressionraten über die Zeit. Drusen sind ein Hauptmerkmal der AMD und obwohl die genauen Mechanismen der Biogenese von Drusen nicht bekannt sind, wird dem unvollständigen Abbau von Photorezeptor-Außensegmenten im Rahmen des Sehzyklus eine wichtige Rolle zugeschrieben. Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg stellt gemeinsam mit Dr. Julia S. Steinberg, Dr. Florian Alten, Dr. Monika Fleckenstein und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn) die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit zur Charakterisierung von retikulären Drusen bei AMD vor. Wesentliche methodische Bestandteile hierbei waren die Verwendung modernster hochauflösender Aufnahmesysteme der lebendigen Netzhaut, insbesondere der Spectral-Domain optischen Kohärenztomographie (SD-OCT) und der konfokalen Scanning Laser Ophthalmoskopie (cSLO).

Die kindlich-juvenile rhegmatogene Netzhautablösung

Die rhegmatogene Netzhautablösung bei Kindern und Jugendlichen stellt eine besondere Erkrankungsgruppe dar, die sich von der Ablatio bei Erwachsenen unterscheidet. Angesichts des Trends, Netzhautablösungen primär glaskörperchirurgisch und mittels Small-Gauge-Instrumentation zu behandeln, stellt sich die Frage, ob dieses Konzept auch bei der kindlich-juvenilen Netzhautablösung sinnvoll ist. Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp (Bremen) erörtert diese Frage kritisch anhand von Daten aus eigenem Patientengut.

XXV. Jahrestagung der JHG (Teil 1)

Jubiläumstagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Wien
Die 1986 gegründete ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft mit rechtlichem Sitz in Wien veranstaltete in den vergangenen Jahren insgesamt 24 jährliche wissenschaftliche Zusammenkünfte: in Wien (1987 und 1993), Ingolstadt, St. Gallen, München, Dresden, Brüssel, Potsdam, Ittingen, Mannheim, Leiden, Innsbruck (1996 und 2004), Berlin, Bern, Hamburg, Weimar, Luxemburg, Würzburg, Straßburg, Halle, Salzburg, Heiden und 2010 in Köln. Das 25. Treffen der Julius-Hirschberg-Gesellschaft fand vom 7. bis 9. Oktober 2011 zum dritten Mal wieder am Sitz der Gesellschaft in Wien statt. Dr. Sibylle Scholtz fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Migräne- und Kopfschmerzbehandlung durch Augenlaser

Augenlaserakupunktur und Cephlas-Verfahren mittels YAG-Laser
Das so genannte Cephlas-Verfahren stellt eine Möglichkeit der Behandlung von Kopfschmerzen direkt über die Augen mit Laser dar. Dr. Peter Höh (Karlsruhe) erläutert den von ihm entwickelten Ansatz einer Augenlaserakupunktur, der darauf basiert, dass bei Kopfschmerzpatienten auf der Iris Punkte mit erhöhter Empfindlichkeit existieren und bei einigen davon eine Schmerzweiterleitung, die die Kriterien eines Triggerpunktes erfüllt, so dass es zu einem ipsilateralen Schmerzrückganges während der Laserprozedur kommen kann.

Die nahtlose Amnionmembrantransplantation

Entwicklung einer neuen Transplantationsmethode mittels Amnionring
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode, die sehr effektiv bei der Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche ist. Die chirurgische Aufnähung der Amnionmembran stellt eine zusätzliche Beeinträchtigung der Augenoberfläche dar, die durch die Verwendung eines Amnionhalters beseitigt werden könnte. In Kooperation mit Polymer-Forschern wurde eine Halterung für das Einspannen von Amnionmembranen in einen Ring entwickelt, der nahtlos auf die Augenoberfläche gesetzt werden kann. Prof. Dr. Katrin Engelmann Ilya Kotomin, Dr. Andreas Knipper und Prof. Dr. Carsten Werner stellen die neue Methode vor und berichten über einen in der Augenklinik des Klinikum Chemnitz durchgeführten Heilversuch, der eine gute Verträglichkeit bestätigte.

Interview mit Prof. Dr. Daniel Mojon zum miESC-Kongress 2012

Innovativer Austausch zur minimalinvasiven Ophthalmochirurgie
Am 14. und 15. Januar tagt in St. Gallen erstmals ein Kongress zur minimalinvasiven Ophthalmochirurgie: Der miESC 2012 (minimally invasive Eye Surgery Congress) präsentiert sich mit einer neuen Kongressstruktur, die einen Austausch in innovativer Form zwischen augenärztlichen Entwicklern, Augenärzten, universitären Forschungs-gruppen und Industrie erlauben soll. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Daniel Mojon, der, gemeinsam mit Priv.-Doz. Siegfried Priglinger, Initiator des Kongresses ist.