Aus der aktuellen Ausgabe

Veränderungen der Hornhautdicke und des IOD während einer aktiven Uveitis

Bei Vorliegen einer akuten anterioren Uveitis ist die Messung des Augeninnendruckes (IOD) auch während der aktiven Entzündung wichtig, um eine eventuelle okuläre Hypertension adäquat behandeln zu können. Priv.-Doz. Dr. Carsten Heinz, FEBO, Dr. Suphi Taneri, Dr. Martin Rösel, FEBO, und Prof. Dr. Arnd Heiligenhaus, FEBO, stellen die Ergebnisse einer Studie an der Augenabteilung am St. Franziskus Hospital in Münster vor, die Veränderungen der Hornhautdicke und des Augeninnendruckes während einer aktiven Uveitis untersuchte.

Okuläre Hypertension und Primär-chronisches Offenwinkelglaukom

Faktoren zur Grenzbestimmung
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitsbild des Primär-chronischen Offenwinkelglaukoms (POWG) im Bewusstsein der Augenärzte mehr und mehr aus dem Fokus der allein druckbedingten Erkrankungen herausgelöst. Die meisten der Glaukomerkrankungen werden sicher aber auch heute noch am erhöhten Augendruck und an den morphologisch als typisch beschriebenen Papillenveränderungen diagnostiziert. Dr. Christian Foja (Leipzig) erörtert anhand gültiger Leitlinien und Literaturergebnisse die Abgrenzung des POWG von einer okulären Hypertension (OHT).

Die aktuelle Hilfsmittel-Richtlinie

Ein kritischer Kommentar zur Verordnungsfähigkeit von Sehhilfen
Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Hilfsmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung soll die angemessene Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln, wie beispielsweise Sehhilfen, sicherstellen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) kommentiert die Problematik und Schwächen der Richtlinie.

Kinder im Einkommensteuerrecht

Neuregelungen durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011
Kinder kosten Geld. Wie weit der Staat diese Ausgaben in Form von Steuervergünstigungen anerkennt, ist vielen Eltern nicht bekannt. Da kindabhängige Vergünstigungen vielfach nur auf Antrag gewährt werden, kann diese Unkenntnis gegebenenfalls den Verzicht auf erhebliche Steuerersparnisse zur Folge haben. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen einige Änderungen, die sowohl den Familienlastenausgleich als auch die Kinderbetreuungskosten und den Ausbildungsfreibetrag betreffen.

Therapie des Trockenen Auges mit topischem Ciclosporin A

Das Konzept der antiinflammatorischen, immunmodulatorischen Therapie der Keratokonjunktivitis sicca steht nach wie vor im Zentrum der kausalen Therapieansätze. Bisher standen hauptsächlich topische und systemische Steroide zur Verfügung, die jedoch das Risiko von schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen beinhalten. Die Suche nach Substanzen mit geringeren Nebenwirkungen und kausalen Wirkmechanismen führte zur Lokaltherapie mit Ciclosporin A. Dr. Christina Jacobi und Prof. Dr. Friedrich E. Kruse (Erlangen) stellen unter anderem eigene Studienergebnisse vor, die Rückschlüsse auf eine Reduktion inflammatorischer Prozesse auf der Augenoberfläche zulassen.

Trockenes Auge und Feinstaub

Die Ursachen für das Trockene Auge sind mannigfaltig. Als mitverantwortlich für die Zunahme des Sicca-Syndroms in den letzten Jahren werden auch belastende Umweltfaktoren gesehen. In Studien der Universitäts-Augenklinik Graz (Österreich) wurde untersucht, ob der als gesundheitsschädigend bewertete Feinstaub ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der menschlichen Tränenflüssigkeit und auf die Aktivität der Bindehautzellen hat und somit für die Entstehung des umweltinduzierten Trockenen Auges mitverantwortlich sein kann. Dr. Dieter F. Rabensteiner, Priv.-Doz. Dr. Jutta Horwath-Winter und Prof. Dr. Otto Schmut erörtern die Studienergebnisse.

Lipidmediatoren angiogener Retinaerkrankungen

Sowohl für die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) als auch die Frühgeborenenretinopathie und diabetische Retinopathie wurde eine Assoziation mit Dysregulationen im Lipidstoffwechsel nachgewiesen. Dennoch ist über die genaue Rolle von Lipidmediatoren bei der Entstehung und vor allem die der potentiellen Behandlung angiogener Retinaerkrankungen derzeit noch wenig bekannt. Dr. Andreas Stahl (Freiburg) erläutert vorliegende grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse sowie Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten zu Lipidmediatoren.

Das Susac-Syndrom aus ophthalmologischer Sicht

Das Susac-Syndrom manifestiert sich symptomatisch im Zentralnervensystem (ZNS), im Innenohr und an der Retina. Charakteristisch ist die Trias aus Enzephalopathie, Innenohrschwerhörigkeit und Sehstörungen. Diese Symptome treten selten gemeinsam auf, teilweise sind Jahre zwischen den einzelnen Manifestationsformen. In der Universitäts-Augenklinik Münster stellte sich ein Großteil der in Deutschland bekannten Fälle vor. Dr. Julia Promesberger, Dr. Ilka Kleffner, Dr. Jan Dörr und Prof. Dr. Nicole Eter erläutert das Susac-Syndrom aus ophthalmologischer Sicht.

Retinopathia praematurorum – Inzidenz, Verlauf und Therapie

Eine prospektive Untersuchung zum Auftreten der ROP im Helios Klinikum Berlin-Buch (Teil 2)
Die Retinopathia praematurorum ist eine multifaktorielle Gefäßerkrankung der Netzhaut, bei der infolge Frühgeburtlichkeit die normale Entwicklung und Ausbildung der Netzhautgefäße gestört ist. Die postnatale Entwicklung der Netzhautgefäße kann regelrecht voranschreiten oder aber über Blutungen, Proliferationen und Ablatio retinae bis zum Verlust der Sehkraft führen. Nach Vorstellung eigener Daten einer prospektiven Untersuchung im Helios Klinikum Berlin-Buch diskutieren Dr. Helge Breuß und Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker in diesem zweiten Teil die Ergebnisse vor dem Hintergrund der aktuellen ROP-Leitlinie.

Serie Auge und Sehen: Die Brille in der Fotografie

Serie zur Sammlung Roth
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es große Mode, sich fotografisch ablichten zu lassen. Eine Flut von Porträtaufnahmen ist uns aus diesen Jahren erhalten. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis endlich auch die ersten Brillen auf den Bildern auftauchen. Will man etwas über das Aussehen und die Funktionsweise historischer Brillen erfahren, bleiben hierfür nur ihre wenigen Abbildungen. Noch seltener sind uns Originale der Zeit erhalten. Die ersten Darstellungen von Sehhilfen finden sich in Fresken, man sieht sie in Kirchenfenstern oder als Frühdrucke im Holzschnitt. Doch auch diese Abbildungen sind seltene Raritäten, es war früher nicht üblich, seinen Sehfehler im Bild zu dokumentieren.