Aus der aktuellen Ausgabe

Simulation und Dissimulation bei gutachtlichen Fragestellungen

Validitätsprüfungen zielen darauf ab, vorhandene Sehfunktionen genau zu bestimmen oder wenigstens Mindestwerte zu schätzen. Möglich ist die objektive Prüfung oftmals ohne aufwändige Geräte, bedarf aber eines gewissen Zeitaufwandes. Die verschiedenen Methoden dienen vor allem dazu, subjektive Fehleinschätzungen zu korrigieren und Anlass für eine subtilere Diagnostik zu geben. Prof. Dr. Michael Gräf (Gießen) beschreibt unterschiedliche Methoden, die eine Validitätskontrolle subjektiver Angaben erlauben sowie teilweise einen relativ genauen quantitativen Nachweis tatsächlicher Sehfunktionen.

Stimulationstherapie bei Amblyopie

Computergestütztes Stimulationsverfahren zur Unterstützung der Okklusionstherapie
Die Amblyopie als funktionelle Sehstörung ist charakterisiert durch ein neuronal bedingtes Übertragungsdefizit der optischen Signale vom Auge zum Sehzentrum. An der TU Dresden wurde unter Leitung des Neuropsychologen Dr. Uwe Kämpf ein im Ortsauflösungsbereich niedrigfrequentes, neurosensorisches Stimulationsverfahren entwickelt, das – ergänzend zur Okklusionsbehandlung – zur nachträglichen Schulung der Neuronen und damit zur Neubahnung des gestörten Informationskanals beitragen soll. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) wendet dieses Stimulationsverfahren, für das weitere Evidenzstudien noch ausstehen, seit etwa einem Jahr in seiner Praxis an und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Probierset für Farbgläser

Serie zur Sammlung Roth
Um die gewünschte Lichtabsorption zu ermitteln, wurden vom Optiker für die Kunden entsprechende Probiergläser bereitgehalten. Das Gestell des hier gezeigten Probiersets enthält drei verschieden dunkle Plangläser, die einzeln herausklappbar sind. Der Halter ist aus Büffelhorn. Er stammt aus der Zeit um 1810 und gehörte einst zum Standardwerkzeug eines jeden Okulisten. Dieses Probierset wurde auf einem Flohmarkt in Wien entdeckt und zu einem stolzen Preis für die Sammlung erworben.

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2012

Vom 14. bis 16. Juni tagt in Nürnberg der 25. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC). Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Kongresspräsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Oph-thalmochirurgen e.V. (BDOC), erläutert Entwicklungen des Faches, denen das Programm Rechnung trägt, und bezieht Stellung zu einigen berufspolitisch aktuellen Fragen.

Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung liegt immer dann vor, wenn der Inhaber einer Augenarzt-Praxis außerhalb des Ortes der Praxis seinen Familienhausstand unterhält und am Ort der Praxis eine Zweitwohnung hat. Die daraus resultierenden teils beträchtlichen Mehraufwendungen können steuerlich abgesetzt werden, wenn die doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst ist. Und das ist neuerdings eigentlich immer der Fall. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen die Voraussetzungen für eine finanzamtliche Anerkennung.

Modifizierung der intrastromalen Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser

Studie zu kornealen Veränderungen bei verschiedenen Behandlungsmustern
Die intrastromale Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser, auch INTRACOR-Verfahren genannt, ist seit 2009 für die Behandlung presbyoper Patienten mit geringer Hyperopie zugelassen. Um die Behandlung auch emmetropen oder leicht myopen Patienten zugänglich zu machen, wurde ein modifiziertes Muster entwickelt, das bisher nur im Rahmen einer Studie angewendet wurde. Ziel einer aktuellen Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg war die Evaluierung kornealer Veränderungen (korneale Aufsteilung beziehungsweise Abflachung, Pachymetrie, Endothelzellzahl) nach INTRACOR mit dem regulären sowie dem modifizierten Behandlungsmuster. Dr. Bettina C. Thomas, Dipl.-Ing. (FH) Anna Fitting, Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, FEBO, und Prof. Dr. Mike P. Holzer, FEBO, stellen die Ergebnisse vor.

Femto-Laser in der Katarakt- und IOL-Chirurgie

Welchen Vorteil und welche Optionen bietet die fs-lasergestützte Behandlung?
Die Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein hat einen Antrag auf Durchführung einer klinischen Studie (lfd. Nummer 2011339) über die Anwendung der Femtosekunden(fs)-lasergestützten Kataraktoperation mit folgender Begründung abgelehnt: „Das Studienvorhaben vermittelt keine ausreichende Begründung für die Vorteilsnahme zugunsten der geplanten lasergestützten Kataraktbehandlung gegenüber einer mit etwa 98-prozentigen Erfolgsaussicht ausgewiesenen Standardbehandlung“. Gibt es tatsächlich keinen Spielraum für Verbesserungen? Dr. Omid Kermani (Augenklinik am Neumarkt Köln) zeigt den aktuellen Stand in der Kataraktchirurgie auf und erläutert die potentiellen Vorteile einer fs-lasergestützten Behandlung in der Katarakt- und IOL-Chirurgie gegenüber der konventionellen Ultraschallphakoemulsifikation und plädiert für einen breiteren Einsatz des Verfahrens.

26. Kongress der DGII in Berlin

Vom 8. bis 10. März tagte im Estrel Convention Center in Berlin der 26. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Unter der Leitung des Tagungspräsidenten Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker (Helios Klinikum Berlin) war es nach 1994 die zweite DGII-Tagung, die in Berlin veranstaltet wurde. Mit 115 Vorträgen und Referaten, teils parallel in zwei Sitzungen, dazu vier Eröffnungs- und Begrüßungsworten, 20 Kursen und Wet-Labs sowie 12 Referaten für das Pflegepersonal wurde ein umfangreiches Programm geboten. Priv.-Doz. Dr. Dieter E. Moeller (Berlin) berichtet über die Themen und Diskussionspunkte.

GNA11- und GNAQ-Mutationsanalyse bei unklaren Melanomen

Ein neuer diagnostischer Marker für Metastasen des uvealen Melanoms?
Uveale Melanome streuen im Falle einer Metastasierung typischerweise in die Leber, seltener in Lunge und Knochen. Orbitale oder subkutane Metastasen sind insbesondere als Erstmanifestation eines metastasierten uvealen Melanoms eine absolute Rarität. Dr. Michael R. R. Böhm, Dr. Athanasios Tsianakas, Priv.-Doz. Dr. Tillmann Spieker, Dr. Ralph-Laurent Merté, Dr. Ulrike H. Grenzebach und Prof. Dr. Nicole Eter stellen neue Aspekte der Mutationsanalyse von GNA11 und GNAQ hinsichtlich Diagnosefindung unklarer Malignome und deren Assoziation zu uvealen Melanomen vor.