Aus der aktuellen Ausgabe

Zeitmanagement und Arbeitsorganisation

Zeit ist ein knappes Gut – so heißt es im Volksmund und insbesondere der Arbeitsalltag scheint oft durch zu wenig Zeit und zu viel Arbeit geprägt zu sein. Allerdings kommen manche Menschen gut zurecht, andere leiden permanent unter Zeitnot. Ist dies ein objektives Problem oder eine Folge der Prioritätensetzung? Dr. phil. Walter Pfeifer (Ahaus) verfügt über langjährige Erfahrung zu Fragen des Managements im Gesundheitswesen und erläutert einige Aspekte zu typischen Zeitfressern und organisatorischen Hilfsmitteln, die die persönliche Arbeitssituation verbessern können.

Retinopathia praematurorum – Inzidenz, Verlauf und Therapie

Eine prospektive Untersuchung zum Auftreten der ROP im Helios Klinikum Berlin-Buch (Teil 1)
Die Retinopathia praematurorum ist eine multifaktorielle Gefäßerkrankung der Netzhaut, bei der infolge Frühgeburtlichkeit die normale Entwicklung und Ausbildung der Netzhautgefäße gestört ist. Die postnatale Entwicklung der Netzhautgefäße kann regelrecht voranschreiten oder aber über Blutungen, Proliferationen und Ablatio retinae bis zum Verlust der Sehkraft führen. Dr. Helge Breuß und Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker stellen eigene Daten einer prospektiven Untersuchung im Helios Klinikum Berlin-Buch vor und erläutern Inzidenz, Verlauf und Therapie anhand aktueller ROP-Leitlinien.

Serie Auge und Sehen: Warnung vor übertragbarer Augenentzündung

Serie zur Sammlung Roth
Es sind nicht nur Gegenstände wie Sehhilfen, Untersuchungs­geräte oder Rezepturen, die dem Medizinhistoriker einen Einblick in die Vergangenheit der Augenheilkunde geben, sondern es sind auch schriftliche Zeugnisse wie Bücher, wissenschaftliche Abhandlungen oder Dissertationen, die uns von den Krankheiten des Auges, ihren Symptomen oder ihren Behandlungsmethoden berichten. Mitteilungen über ansteckende Erkrankungen, vor allem aber über Krankheiten des Auges, fiden sich dagegen in der Laienpresse der letzten Jahrhunderte nur selten.

Vorderabschnittskomplikationen durch Glaskörperersatzmaterialien

Die Vitrektomie, als häufigste chirurgische Technik der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, wurde bezüglich Instrumentation sowie Beleuchtung und Mikroskopie für den verbesserten Einblick in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich verbessert. Auch die Entwicklung und der häufige Gebrauch von Glaskörperersatzmaterialien haben die Netzhautchirurgie sicherer gemacht und die anatomischen und funktionellen Ergebnisse verbessert. Prof. Dr. Peter Wiedemann (Leipzig) beschreibt die Eigenschaften und die klinischen Indikationen der verwendeten Stoffe sowie mögliche Komplikationen am Augenvorderabschnitt.

Fallbericht: Keratoplastik bei Morbus Bowen

Morbus Bowen, auch als Konjunktivale intraepitheliale Neoplasie (CIN) oder conjunctiva-cornea intraepitheliale Neoplasie (CCIN) bekannt, ist ein intraepitheliales Carcinoma in situ, das vorwiegend am Limbus corneae zu finden ist. Es betrifft häufiger Männer als Frauen und tritt überwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Zu den ätiologischen Faktoren zählen UV-Strahlung, chemische Stoffe (Arsen) und Viren (HPV). Vivian Jensen-Blunk, Angela Ehmer und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld berichten über den Fall einer 51-jährigen Patientin, die sich bereits 2003 mit Photophobie und Schmerzen erstmalig im Klinikum Ernst von Bergmann (Potsdam) vorstellte und zunächst mit Verdacht auf Keratitis metaherpetica behandelt wurde.

Erhöhter Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden

In der Praxis finden sich immer wieder Patienten, bei denen es trotz niedrigem Augeninnendruck und ausreichendem Perfusionsdruck zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds kommt. Arbeiten aus den letzten Jahren weisen darauf hin, dass sich zumindest bei einigen Patienten eine solche Entwicklung durch einen erhöhten Zentralvenendruck erklären lassen könnte. In einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden wurde der Perfusionsdruck am Auge bei Glaukompatienten und Gesunden mit zwei unterschiedlichen Formeln berechnet: Neben der Standardformel wurde der Druck in der zentralen Netzhautvene in mmHg zur Berechnung des Perfusionsdrucks gemessen. Dr. Michael Haustein, S. Ventzke, Prof. Dr. rer. nat. Eberhard Spörl, Prof. Dr. Lutz E. Pillunat und Prof. Dr. Richard Stodtmeister stellen die Studienergebnisse vor und erörtern den erhöhten Zentralvenendruck als Risikofaktor für Glaukomschaden.

Altbewährte und innovative Therapie der Volkskrankheit Blepharitis

Das Stufenschema für die Augenarztpraxis
Als häufigste Ursache der hinteren Blepharitis wird die Meibomdrüsendysfunktion angesehen, die gegenwärtig vor allem in Bezug mit dem (hyperevaporativen) Trockenen Auge vermehrt in den Vordergrund tritt. Aufgrund des progredienten Charakters der Erkrankung, die initial meist asymptomatisch verläuft, kann im Spätstadium eine Therapieresistenz durch eine irreversible Atrophie der Meibomdrüsen auftreten. Zur Prävention einer fortschreitenden MGD ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung empfehlenswert. Dr. Nicole Zimmermann und Prof. Dr. Carl Erb (Augenklinik am Wittenbergplatz, Berlin) fassen die Therapieoptionen, die sich anhand der MGD-Stadien in Form eines Stufenschemas orientieren, zusammen. Die Empfehlungen der nächsthöheren Stufe sind immer als zusätzliche Maßnahme zu den Therapieoptionen der vorherigen Stufe zu verstehen. Zusätzlich werden konkrete Präparate-Empfehlungen gegeben und insbesondere sinnvolle Kombinationen beschrieben.

Serie Auge und Sehen: Römische Augenperle

Serie zur Sammlung Roth
Die hier gezeigte Augenperle stammt aus einer Ausgrabung aus dem Stadtgebiet des frühchristlichen Konstantinopel, dem Zentrum des heutigen Istanbuls. Sie wird in das 4. Jahrhundert nach Christus datiert. Insgesamt drei Mal wiederholt sich auf der iridisierten, grün schimmernden Glaskugel das Augenmotiv. Wie man die kleine Kugel auch dreht, immer schaut eines der Augen auf den Betrachter.

Fall: Hyaluronsäureinjektionen in der Okuloplastik

Ein tiefer, persistierender Oberlidsulcus und Enophthalmus stellt für viele Patienten nach Enukleation ein kosmetisches und teilweise auch funktionelles Problem bei der Fixierung der Prothese dar. Dr. Natalie Minko und Priv.-Doz. Eckart Bertelmann (Berlin) berichten über zwei Patienten mit tiefem persistierendem Oberlidsulcus und Enophthalmus bei Postenukleationssyndrom, denen zur Behandlung eine quervernetzte Hyaluronsäure tief intradermal und intrakonal injiziert wurde. Das Resorptionsverhalten wurde anhand von Fotos protokolliert.