Aus der aktuellen Ausgabe

Okulare Sarkoidose

Die Sarkoidose ist eine Multisystemerkrankung unklarer Genese, die sich histopathologisch durch das Vorliegen nicht verkäsender Granulomen auszeichnet. In Deutschland liegt die Prävalenz der Sarkoidose bei ungefähr 40 Fällen auf 100.000 Einwohner, damit ist sie, obwohl sie zu den seltenen Erkrankungen gerechnet wird, die häufigste Erkrankung des Lungengerüsts unklarer Genese. Es kann zu einer Vielfalt an Symptomen kommen, so auch zur Augenbeteiligung, die bis zu 80 Prozent aller Sarkoidose-Patienten aufweisen. Die Sarkoidose kann ein sehr variables Bild der Entzündung in allen Abschnitten des Auges verursachen, was die Diagnose erschwert. Dr. Enken Gundlach und Prof. Dr. Uwe Pleyer (Uveitiszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin) stellen die wesentlichen Aspekte der okularen Sarkoidose dar.

Digitalradio mit Sprachausgabe

Technische Bewertung und Tauglichkeit für Sehbehinderte
Bei dem neuen Konzept des Noxon dRadio 110 wird die neuartige Digitalradiotechnik (DAB+) mit einer sinnvollen und innovativen Bedienungshilfe für Blinde und Sehbehinderte verbunden: Das Radio verfügt über eine Sprachausgabe, die sowohl Sender als auch die Bedienschritte und Menüpositionen mit einer natürlichen Stimme ansagt. Dr. Georg Niepel und Klaus Spielvogel stellen das Gerät vor und bewerten den möglichen Nutzen für Sehbehinderte.

Posttraumatische Aniridie und Aphakie

Neue Behandlungsstrategie mittels IOL-Haptikfixierung an Irisprothese
Die Behandlung der posttraumatischen Aniridie bei Aphakie stellt oftmals eine Herausforderung dar. Die Patienten kla­gen neben einem Verlust an Sehschärfe über Blendung und Photophobie, wobei vor allem die beiden letzteren Symp­tome häufig als besonders störend empfunden werden. Prof. Dr. Martin S. Spitzer und Prof. Dr. Karl U. Bartz-Schmidt (Tübingen) stellen im Folgenden eine neue Behandlungsstrategie vor, bei der die Haptik einer faltbaren IOL an eine maßangefertigte und faltbare Irisprothese (Artificial Iris) fixiert wird.

2. Düsseldorfer Hornhaut-Tag

Unter Leitung von Prof. Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf, tagte im Oktober bereits zum zweiten Mal der „Düsseldorfer Hornhaut-Tag“. Dabei wurde das bewährte Konzept aus interaktiven Workshops am Vormittag sowie Vorlesungen international ausgewiesener Experten am Nachmittag auch in diesem Jahr fortgesetzt, wobei der Schwerpunkt diesmal auf dem Zusammenspiel von Hornhauterkrankungen und Glaukom lag. Einen Höhepunkt bildete die Meibom-Mooren-Ehrenvorlesung, gehalten von Professor Christophe Baudouin, Paris. Ein Bericht von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Aus- und Fortbildungskosten

Erhöhter Sonderausgabenabzug seit Jahresbeginn 2012
Der Einstieg in das Berufsleben stellt stetig wachsende Anforderungen an die Ausbildung von Berufsanfängern. Auch im Berufsalltag ist eine laufende Fortbildung erforderlich – und zwar für den Augenarzt wie für seine Arbeitnehmer. Die dafür notwendigen Kosten sind in bestimmtem Umfang steuerlich abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Aus- und Fortbildungskosten steuerlich absetzbar sind und informiert über aktuelle Änderungen.

Transkorneale Elektrostimulation als Therapie bei RP?

Aktueller Stand neuer Studien zu Wirksamkeit und Sicherheit
Die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Netzhautdegeneration konnte in verschiedenen Tiermodellen gut untersucht und belegt werden. Im Gegensatz hierzu mussten die Untersuchungen beim Menschen bisher als eher schwach evident eingestuft werden. Im Rahmen einer Pilotstudie wurde die Wirksamkeit der Elektrostimulation bei Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP) an der Universitäts-Augenklinik Tübingen untersucht, zwei weitere größere Studien sind angelaufen. Prof. Dr. Florian Gekeler und Dr. Tobias Peters (Tübingen) stellen die aktuellen Ergebnisse vor.

Antikoagulation und gerinnungswirksame Medikamente bei IVOM

Intravitreale Injektionstherapie und Thromboembolierisiko – was ist zu beachten?
Vor intravitrealen Injektionen müssen – wie auch bei anderen invasiven Eingriffen – Thromboembolierisiko nach Absetzen von Antithrombotika und Blutungsrisiko bei Fortführung einer antithrombotischen Therapie abgewogen werden. Bei den meisten invasiven Eingriffen wird das Blutungsrisiko über- und das Thromboembolierisiko unterschätzt. Vorliegende Studien zeigen, dass orale Antikoagulantien, Aspirin, Clopidogrel oder die duale Plättchenhemmung mit Aspirin und Clopidogrel nicht abgesetzt werden muss, um schwere Blutungen zu verhindern. Mit einer erhöhten Rate an subkonjunktivalen Blutungen ist jedoch zu rechnen. Prof. Dr. Peter Hellstern vom Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, Klinikum der Stadt Ludwigshafen, erläutert die Studienergebnisse.

Das vitreomakuläre Traktionssyndrom

Pharmakologische Vitreolyse als zukünftige Therapieoption?
Das vitreomakuläre Traktionssyndrom (VMTS) ist gekennzeichnet durch eine anomale hintere Glaskörperabhebung mit per-sistierender Glaskörperadhäsion an der Makula und wird bis heute chirurgisch behandelt. Moderne bildgebende Verfahren wie das hochauflösende Spectral-Domain-OCT (SD-OCT) ermöglichen mittlerweile einen immer detaillierteren Einblick in die retinale Mikrostruktur und den vitreoretinalen Übergang. So konnte in jüngsten Studien zur pharmakologischen Vitreolyse bei Patienten mit symptomatischer vitreomakulärer Adhäsion und Traktion ein therapeutischer Effekt nachgewiesen werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer pharmakologischen Behandlung. Priv.-Doz. Dr. Mathias Maier, Dr. Nikolaus Feucht und Prof. Dr. Dr. Chris P. Lohmann (München) fassen die aktuellen Studienergebnisse zum VMTS zusammen.

XXVI. Jahrestagung der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Zürich (Teil 1)

Ophthalmo-Geschichte in der Zwingli-Stadt
Vom 12. bis 14. Oktober fand in Zürich die XXVI. Zusammenkunft der ophthalmo-historischen Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) statt, organisiert von Prof. Dr. Balder P. Gloor (Zürich) und mit Unterstützung auch in diesem Jahr durch den JHG-Geschäftsführer Frank Krogmann (Thüngersheim). Auch der 26. Kongress der Gesellschaft verzeichnete zahlreiche internationale Referenten und Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Tagungsinhalte zusammen.