Aus der aktuellen Ausgabe

Hydrophiler Glaskörperersatz

Bisherige Glaskörpertamponaden nach Vitrektomie, die ihre tamponierenden Eigenschaften vornehmlich durch die Kombination aus Oberflächenspannung und Auftriebsvektor erzielen (wie Gase, Silikonöle, semifluorierte Alkane), sind in ihrer Wirkung limitiert, da weder eine vollständige noch gleichmäßige Tamponade aller Netzhautanteile erreicht wird und eine proliferative Vitreoretinopathie nicht sicher zu verhindern ist. Ein alternativer Ansatz ist die Verwendung von Hydrogelen als Glaskörperersatz. Prof. Dr. Martin S. Spitzer (Tübingen) erläutert den möglichen Einsatz und berichtet über Untersuchungen der Tübinger Arbeitsgruppe mit UV-quervernetzter Hyaluronsäure.

Primäre 23-Gauge-Vitrektomie bei Pseudophakieamotio

Die rhegmatogene Netzhautablösung nach Kataraktoperation ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation, die häufig zu einer erheblichen Reduktion der Sehschärfe der Patienten führt. Heute stehen für das Management der Pseudophakieamotio verschiedene Verfahren zur Verfügung. In einer klinischen Studie wurden die Daten von 55 Patienten mit Pseudophakieamotio analysiert, die mittels 23-Gauge-Vitrektomie und Gastamponade an der Wiener Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in den Jahren 2008 bis 2011 therapiert worden sind. Dr. Sandra Rezar, Prof. Dr. Stefan Sacu, Dr. Katharina Eibenberger, Prof. Dr. Wolf Bühl, Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth und Prof. Dr. Michael Georgopoulos (Wien) fassen ihre Studienergebnisse zusammen.

Trachom: Ist SAFE wirklich safe?

Status quo der SAFE-Strategie zur Bekämpfung des Trachoms
Die so genannte SAFE-Strategie der WHO ist als Maßnahmenpaket eine weltweite Kampagne zur Bekämpfung des Trachoms, einer von Auge zu Auge übertragenen, vor allem in den Tropen endemischen Infektionskrankheit. Der WHO zufolge leben weltweit 1,2 Milliarden Menschen in trachomendemischen Ländern und 1,3 Millionen Menschen sind am Trachom erblindet. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) geht der Frage nach, ob sich die in SAFE gesetzten Erwartungen erfüllen und sich über die verschiedenen Maßnahmen und Projekte das Trachom ausrotten lässt oder wo mögliche Schwachstellen in der Umsetzung liegen.

Internationale Symposien zur Orbita in Mainz

Zu Diagnostik und Therapie der Erkrankungen der Orbita fanden im September zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Universitäts-Augenklinik Mainz statt: Das internationale Orbita-Symposium „Management of orbital disease: What is the present gold standard?“ tagte vom 27. bis 28. September unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz, Prof. George J. Kahaly und und Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und unter Mitwirkung des BVA. In direktem zeitlichen Anschluss folgte der zweitägige „Graves‘ Orbitopathy Teaching Course der EUGOGO“ (European Group of Graves‘ Orbitopathy), ebenfalls unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Susanne Pitz und Prof. George J. Kahaly. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Tagungen.

Konfliktmanagement in Klinik und Praxis

Konflikte wirken sich negativ auf den Arbeitsprozess aus, sie belasten auch die Zusammenarbeit in Krankenhaus und Arztpraxis. Jede vierte medizinische Fachangestellte beispielsweise hat innerlich gekündigt. Als Grund werden oftmals Konflikte am Arbeitsplatz genannt. Ein Klinikchef oder niedergelassener Arzt ist als Vorgesetzter auch Konfliktmanager und sollte bestehende Konflikte erkennen, steuern und lösen können. Ein Beitrag von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Steuerliche Abzugsfähigkeit berufsbedingter Umzugskosten

Flexibilität im Berufsleben ist heute eine Notwendigkeit, für den Inhaber einer Augenarztpraxis wie für seine Arbeitnehmer. Niemand kann in Zukunft mehr damit rechnen, den Ort seines beruflichen Mittelpunktes ein Leben lang behalten zu können. Jeder muss sich auf wechselnde Orte seiner Berufstätigkeit einstellen. Das bringt natürlich auch häufigere Wohnortwechsel mit sich. Umzüge aber kosten Geld. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, welche Umzugskosten der Privatwohnung sich steuerlich absetzen lassen.

110. DOG-Kongress in Berlin

„Mit einer Stimme sprechen“
Unter dem Motto „Eine Augenheilkunde“ fand vom 20. bis 23. September der 110. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) statt, zu dem Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) als diesjähriger Kongresspräsident ins Estrel Convention Center nach Berlin eingeladen hatte. Neben dem wissenschaftlichen Programm, das sich mit diagnostischen und therapeutischen Aspekten des Faches wie auch den aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitspolitik befasste, stand auch die Ansprache von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr als prominentem Gast im Mittelpunkt. Von Katica Djakovic.

Internet und Arztpraxis

eMarketing als patientenorientierte Kommunikation
Im zunehmenden Wettbewerb unter den Leistungsanbietern bietet sich das Internet als patientenorientiertes Kommunikationsmedium und Marketinginstrument an. Bereits 85 Prozent der Internet-User recherchieren medizinische Themen im Internet und nutzen es immer häufiger für die Arztsuche. Mit einer eigenen Praxiswebseite lassen sich neue Patienten akquirieren und der bestehende Patientenstamm binden. Gleichzeitig kann das Image der Praxis oder eines OP-Zentrums gepflegt werden. Patienten werden mit besonderen Leistungen beworben und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen. Leicht zugängliche und patientengerechte Fachinformationen bieten sich beispielsweise als zusätzlicher Service. Von Dr. Christiane Schumacher.

Prozessoptimierung in der ophthalmologischen Bildgebung

Implementierung eines Picture Archiving and Communication Systems (PACS)
Neue, hochauflösende ophthalmologische Bildgebungsverfahren ermöglichen eine immer differenziertere, präzise Diagnostik und haben in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert erhalten – sowohl an den Kliniken wie auch in den Praxen niedergelassener Ärzte. Die digitale Befundung birgt bei allen Vorteilen allerdings auch den Nachteil, dass der Verwaltungsaufwand für die wachsende Datenmenge zunimmt. So genannte PACS sind zentrale Server und fungieren als eine Art Drehscheibe zwischen den Diagnostikgeräten und den Betrachtungs-PCs der Ärzte. Sie stellen das Kernstück moderner Bilddatenverwaltung dar. Dr. Karsten Kortüm, Dr. Wolfgang J. Mayer und Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt (München) erläutern ein Modellprojekt an der Augenklinik der LMU München, das sich seit einigen Jahren intensiv mit der Einführung eines spezifisch an die Bedürfnisse der Ophthalmologie angepassten PACS in die klinischen Abläufe einer deutschen Universitätsklinik befasst.