Aus der aktuellen Ausgabe

Zirkulierende Tumorzellen bei uvealen Melanomen – ein neues diagnostisches Tool?

Das uveale Melanom ist der häufigste primär intraokulare Tumor des Erwachsenen, wobei es bei etwa 50 Prozent der betroffenen Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung zu einer systemischen Metastasierung kommt, für die derzeit keine effektiven Therapieformen existieren. Die Metastasierungsrate zeigt sich unverändert, so dass trotz Fortschritten in der Behandlung des primären Tumors bei uvealen Melanomen nur eine geringe Überlebenszeit besteht. Als einer der wichtigsten prognostischen Marker wird die Monosomie-3 verwendet. Priv.-Doz. Dr. Julia Lüke, Dr. Aysegül Tura, ­Priv.-Doz. Dr. Matthias Lüke und Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck) berichten über eigene Studien zu zirkulierenden malignen Zellen als neuem diagnostischen Tool bei der Identifikation und im Rahmen der Behandlung von Hochrisikopatienten, bei denen eine metastatische Absiedlung wahrscheinlich ist.

RAP-Läsionen und polypoidale ­Veränderungen bei AMD

Frühzeitige Diagnostik und abweichende Behandlungsempfehlung zur Anti-VEGF-Therapie (Teil 2)
Trotz überwiegend positiver Behandlungsergebnisse nach intravitrealer Therapie der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) mit Anti-VEGF-Präparaten kann in der Praxis ein teilweise sehr unterschiedliches Ansprechen der Patienten auf die Therapie hinsichtlich der wesentlichen Erfolgskriterien wie Visuserhalt, Injektionsfrequenz und der Eindämmung des Erkrankungsprozesses beobachtet werden. In der Gruppe mit eher enttäuschenden Ergebnissen finden sich dabei immer wieder Patienten mit besonderen Unterformen der Erkrankung. Prof. Dr. Heinrich Heimann (Royal Liverpool University Hospital) fasst die wesentlichen Merkmale dieser beiden Patientengruppen und aktuelle Behandlungsempfehlungen zusammen.

Feuerstar beim Lokomotivheizer – eine aussterbende Berufserkrankung

Grauer Star durch Infrarotstrahlung, besser ausgedrückt durch Strahlungsenergie, ist etwa seit 200 Jahren bei bestimmten Berufsgruppen bekannt. Das Problem des Feuerstars – auch Hitze-, Wärme-, Infrarot-, Ultrarot-, Glasbläser-, Strahlen- oder Berufsstar genannt – hat Augenärzte, Physiker und die Arbeitshygiene lange Zeit sogar streitbar beschäftigt. Neben Glasbläsern, Industrieschmieden und anderen Hitzearbeitern waren auch die Heizer auf den ehemaligen Dampflokomotiven gefährdet. Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne (Chemnitz) stellt im Folgenden diese seltene Form der berufsbedingten Katarakt dar.

Serie Auge und Sehen: Die Schusterkugel

Serie zur Sammlung Roth
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die so genannte Schusterkugel in den Werkstätten von Schuhmachern oder Uhrmachern ein wichtiges Hilfsmittel, um trotz schlechter Beleuchtung noch genügend sehen zu können. Nach der Erkenntnis, dass sich eine wassergefüllte Hohlkugel aus Glas dazu eignet, Lichtstrahlen zu konzentrieren, konnte schon das Licht eines Kienspans, einer Öllampe oder Kerze ausreichen, um bei Dunkelheit noch feine Arbeiten im Nahbereich durchzuführen. Später wurden die mit Wasser gefüllten Kugeln durch die weniger zerbrechlichen massiven Glaskugeln ersetzt. Das Prinzip der Lichtbündelung bleibt dabei gleich. Auf dem Markt finden sich gut erhaltene Schusterkugeln heute nur noch äußerst selten, Originale erzielen Spitzenpreise. Diese hier, ihr Durchmesser beträgt 19 cm, wurde in einem Antiquitätenladen in Rottach-Egern entdeckt und für die Sammlung erworben.

 

Okulare Sarkoidose

Die Sarkoidose ist eine Multisystemerkrankung unklarer Genese, die sich histopathologisch durch das Vorliegen nicht verkäsender Granulomen auszeichnet. In Deutschland liegt die Prävalenz der Sarkoidose bei ungefähr 40 Fällen auf 100.000 Einwohner, damit ist sie, obwohl sie zu den seltenen Erkrankungen gerechnet wird, die häufigste Erkrankung des Lungengerüsts unklarer Genese. Es kann zu einer Vielfalt an Symptomen kommen, so auch zur Augenbeteiligung, die bis zu 80 Prozent aller Sarkoidose-Patienten aufweisen. Die Sarkoidose kann ein sehr variables Bild der Entzündung in allen Abschnitten des Auges verursachen, was die Diagnose erschwert. Dr. Enken Gundlach und Prof. Dr. Uwe Pleyer (Uveitiszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin) stellen die wesentlichen Aspekte der okularen Sarkoidose dar.

Digitalradio mit Sprachausgabe

Technische Bewertung und Tauglichkeit für Sehbehinderte
Bei dem neuen Konzept des Noxon dRadio 110 wird die neuartige Digitalradiotechnik (DAB+) mit einer sinnvollen und innovativen Bedienungshilfe für Blinde und Sehbehinderte verbunden: Das Radio verfügt über eine Sprachausgabe, die sowohl Sender als auch die Bedienschritte und Menüpositionen mit einer natürlichen Stimme ansagt. Dr. Georg Niepel und Klaus Spielvogel stellen das Gerät vor und bewerten den möglichen Nutzen für Sehbehinderte.

Posttraumatische Aniridie und Aphakie

Neue Behandlungsstrategie mittels IOL-Haptikfixierung an Irisprothese
Die Behandlung der posttraumatischen Aniridie bei Aphakie stellt oftmals eine Herausforderung dar. Die Patienten kla­gen neben einem Verlust an Sehschärfe über Blendung und Photophobie, wobei vor allem die beiden letzteren Symp­tome häufig als besonders störend empfunden werden. Prof. Dr. Martin S. Spitzer und Prof. Dr. Karl U. Bartz-Schmidt (Tübingen) stellen im Folgenden eine neue Behandlungsstrategie vor, bei der die Haptik einer faltbaren IOL an eine maßangefertigte und faltbare Irisprothese (Artificial Iris) fixiert wird.

RAP-Läsionen und polypoidale ­Veränderungen bei AMD

Frühzeitige Diagnostik und abweichende Behandlungsempfehlung zur Anti-VEGF-Therapie (Teil 1)
Trotz überwiegend positiver Behandlungsergebnisse nach intravitrealer Therapie der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) mit Anti-VEGF-Präparaten, kann in der Praxis ein teilweise sehr unterschiedliches Ansprechen der Patienten auf die Therapie hinsichtlich der wesentlichen Erfolgskriterien wie Visuserhalt, Injektionsfrequenz und der Eindämmung des Erkrankungsprozesses beobachtet werden. In der Gruppe mit eher enttäuschenden Ergebnissen finden sich dabei immer wieder Patienten mit besonderen Unterformen der Erkrankung. Prof. Dr. Heinrich Heimann (Royal Liverpool University Hospital) fasst die wesentlichen Merkmale dieser beiden Patientengruppen und aktuelle Behandlungsempfehlungen zusammen.

Fallbericht: Atopische Keratokonjunktivitis

Weltweit leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung an allgemeinen allergischen Symptomen. Zwischen 40 und 80 Prozent der Allergiker zeigen gleichzeitig okuläre allergische Erkrankungen, zu denen unter anderem die atopische Keratokonjunktivitis zählt. Dr. Melanie Bödemann und Dr. Burkhard von Jagow (Frankfurt/Main) stellen den Fall eines 49-jährigen Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis vor, der seit etwa drei Jahren linksseitig betont an konjunktivalen Injektionen mit Riesenpapillen, mukopurulenter Sekretion und einer Keratopathie mit rezidivierenden Erosiones bis hin zu stromalen Defekten der Hornhaut leidet.