Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Das Spektiv

Serie zur Sammlung Roth
Nachdem das terrestrische Fernrohr erfunden war, gab es kaum ein Gebiet, auf dem es nicht rasch seine Verwendung fand. In der Nautik und vor allem auf der Jagd schätzte man das aufrecht stehende, seitenrichtige Bild. Darüberhinaus schien das Teleskop der betuchten Oberschicht in Florenz oder Venedig auch dazu geeignet, die Nachbarn auszuspionieren. Nur schlecht, wenn man mit dem Instrument vor dem Auge selbst erwischt wurde. Deswegen kam Ende des 17. Jahrhunderts das Spektiv als Minifernrohr auf den Markt: Sein Werbeslogan „klein und unauffällig anzuwenden“ machte es zum Verkaufsschlager. Es war ein nur wenige Zentimeter langes Teleskop, das in seiner optischen Leistung kaum an die großen Geräte heranreichte, aber gerade noch im Ausschnitt das erkennen ließ, was man vielleicht nicht sehen sollte. Die Abbildung zeigt ein solches Minifernrohr aus der Zeit um 1750.

8. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Translationsforschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
Zum 8. internationalen Pro Retina-Forschungskolloquium trafen sich in Potsdam Ende März rund 140 Wissenschaftler, Mediziner und Patienten aus Europa und den USA. Vor der Kulisse des Templiner Sees stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen jungen Wissenschaftlern und erfahrenen Professoren. Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Dipl.-Biol. Carolina Brandstetter, Lena Mohr, Priv.-Doz. Dr. Tim Krohne, Prof. Dr. Peter Charbel Issa und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Chancen und Risiken von Social Media

Internet-Marketing für Augenärzte
Als Social Media werden laut internetworld.de Plattformen bezeichnet, die ihren Nutzern den Austausch, die Diskussion und Bewertung von Nachrichten, Videos oder Mitteilungen allgemeiner Art erlauben. Social Media gelten als Cha-rakteristikum des Web 2.0, da Internetnutzer in immer stärkerem Maße soziale Netzwerke ansteuern. YouTube, Facebook und MySpace zählen dabei zu den bekanntesten Netzwerken, in denen sich die Mitglieder austauschen und damit so genannten User Generated Content generieren. Vor allem für Unternehmer ist es wichtig geworden, nicht nur im Internet auffindbar zu sein, sondern auch im Rahmen von Bewertungsplattformen und sozialen Netzwerken vertreten zu sein, möglichst mit einer Social Media Strategie. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Bedeutung der Hornhautrückfläche für die Berechnung torischer IOL

Die Rückfläche der Hornhaut wirkt als negativ brechende Linse und trägt zur Gesamtbrechkraft der Hornhaut bei. Bei der Berechnung torischer Linsen wird zumeist nur die Hornhautvorderfläche vermessen und aus lokalen Radien eine Gesamtbrechkraft der Hornhaut im jeweiligen Meridian berechnet. Dr. Peter Hoffmann (Castrop-Rauxel) und Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Paul-Rolf Preußner (Mainz) erläutern die Bedeutung der Hornhautrückfläche bei der Berechnung torischer Linsen.

Messung des Pupillendurchmessers

Vergleich dreier Pupillenmessgeräte bei verschiedenen Lichtintensitäten
Die Pupillendiagnostik ist nicht nur eine Voraussetzung für die Refraktive Chirurgie, sondern auch Grundpfeiler in der neuroophthalmologischen Diagnostik. Seit Kurzem steht ein neues Pupillenmessgerät zur Verfügung, das am Dortmunder St.-Johannes-Hospital einem Vergleich mit zwei weiteren Geräten unterzogen wurde. Dr. Thomas Schilde, Prof. Dr. Thomas Bende, Michael Matallana und Prof. Dr. Markus Kohlhaas stellen die Daten der Vergleichsmessungen vor.

Presbyopiekorrektur mittels kornealer Inlays

Ähnlich der Laserchirurgie kann die Form der Hornhaut auch mittels kornealer Inlays so geändert werden, dass eine erhöhte Schärfentiefe erzeugt und somit die Lesefähigkeit verbessert wird. Die drei derzeit verfügbaren Inlays werden in Kombination mit einer LASIK in der Regel am nichtdominanten Auge eingesetzt und nutzen alle als Grundlage die Monovision, da nur ein Auge zum Lesen verwendet wird. Prof. Dr. Michael C. Knorz (Mannheim) erläutert Möglichkeiten und Grenzen von intrakornealen Inlays zur Korrektur der Presbyopie.

Strabologie und Neuroophthalmologie

Gemeinsame Tagung von Bielschowsky-Gesellschaft und BOD
Rund 380 Besucher nahmen an der gemeinsamen Tagung der Bielschowsky-Gesellschaft für Schielforschung und Neuroophthalmologie und des Berufsverbandes der Orthoptistinnen Deutschlands (BOD) teil, zu der Dr. Christian Kandzia, Oberarzt und Leiter der Sehschule der Universitäts-Augenklinik Kiel, in die Fördestadt eingeladen hatte. Im Mittelpunkt dieser praxisorientierten Zusammenkunft standen Amblyopiebehandlung, operative Therapie und neuro-ophthalmologische Fragestellungen. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

Berufsbedingte Haltungsschäden bei Augenärzten

Spezifische augenärztliche Tätigkeiten zwingen Augenärzte oft zu unphysiologischen Körperhaltungen mit Überbelastungen an Gelenken und Wirbelsäule – chronische Probleme sind eine häufige Folge. Dieser Umstand, aber auch eigene Erfahrungen führten zu dem AAD-Kursangebot „Die richtige Haltung als Augenarzt – Prophylaxe von Wirbelsäulenschäden“, zu dem Prof. Dr. Hans Hoerauf, Göttingen, und Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp, Bremen, gemeinsam mit der Physiotherapeutin (B.Sc.) Lise-Lott Sagebiel, Lübeck, eingeladen hatten. Dr. Christiane Schumacher fasst den Kurs zusammen.

FDT-Perimetrie in der -Glaukomfrüherkennung

Studie zum Stellenwert von Matrix und HEP
Die Weiß-auf-Weiß-Perimetrie ist und bleibt der Goldstandard für die Diagnosestellung und Verlaufskontrolle beim manifesten Glaukom. Jedoch werden Veränderungen erst manifest, wenn mehr als 50 Prozent der Nervenfasern bereits betroffen sind. Ein neueres Testverfahren stellt die Frequency-Doubling-Technologie (FDT) dar, mit der selektiv die M-Typ-Ganglienzellen stimuliert werden, die aufgrund ihrer dickeren Axone vermutlich anfälliger für einen glaukomatösen Schaden sind. Dr. Verena Prokosch-Willing (Münster) erläutert das FDT-Verfahren und stellt Ergebnisse einer an der Universitäts-Augenklinik Münster durchgeführten Studie zum Stellenwert der HEP- und Matrix-Perimetrie in der Glaukomfrüherkennungsdiagnostik vor.