Aus der aktuellen Ausgabe

Presbyopiekorrektur mittels kornealer Inlays

Ähnlich der Laserchirurgie kann die Form der Hornhaut auch mittels kornealer Inlays so geändert werden, dass eine erhöhte Schärfentiefe erzeugt und somit die Lesefähigkeit verbessert wird. Die drei derzeit verfügbaren Inlays werden in Kombination mit einer LASIK in der Regel am nichtdominanten Auge eingesetzt und nutzen alle als Grundlage die Monovision, da nur ein Auge zum Lesen verwendet wird. Prof. Dr. Michael C. Knorz (Mannheim) erläutert Möglichkeiten und Grenzen von intrakornealen Inlays zur Korrektur der Presbyopie.

SMILE versus Femto-LASIK

Vergleich von optischer Abbildungsqualität sowie Effektivität und Sicherheit
Im Vergleich zur Femto-LASIK erfolgt die Refraktionskorrektur bei der so genannten Refractive Lenticule Extraction (ReLEx) durch das Erzeugen eines refraktiven Lentikels innerhalb der intakten Kornea. Je nach Verfahren wird dieser refraktive Lentikel nach Anheben des Flaps mechanisch entfernt (FLEX = Femtosecond Laser Lenticule Extraction) oder ohne Anheben eines Flaps durch einen kleinen Schnitt schonend extrahiert (SMILE = Small Incision Lenticule Extraction). Dr. Detlev Breyer (Düsseldorf) bewertet die Unterschiede zwischen Femto-LASIK und SMILE-Laserbehandlung und vergleicht die optische Abbildungsqualität sowie die Effektivität und Sicherheit der beiden Methoden nach einer retrospektiven Analyse.

27. Kongress der DGII in Heidelberg

Vom 11. bis 13. April tagte in den Räumlichkeiten der chemischen Institute der Heidelberger Universität die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) unter der Leitung des DGII-Präsidenten Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg). In 116 Vorträgen, die parallel in drei Hörsälen stattfanden, 22 Kursen und Wet-Labs, mit sieben Referaten für das Pflegepersonal sowie einer gut besuchten Industrieausstellung wurde in altbekannter Tradition in der ophthalmologisch-historischen Universitätsstadt Heidelberg ein umfangreiches Fortbildungsprogramm für alle Anwesenden geboten. Dr. Florian N. Auerbach (Heidelberg) berichtet über den Kongress.

Transplantation von ex-vivo kultiviertem autologem Limbusepithel

Studie zur Evaluierung der Methode bei limbaler Stammzellinsuffizienz
Die Ex-vivo-Expansion und Transplantation von autologem Limbusepithel des Hornhautepithels ist eine etablierte Methode zur Rekonstruktion der Hornhautoberfläche bei limbaler Stammzellinsuffizienz unterschiedlicher Ätiologie. Ziel einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Essen war es, retrospektiv diese Methode anhand des erreichten postoperativen Visus und der kornealen Oberflächenrekonstruktion zu evaluieren. Simone Scholz, Dirk Dekowski, Dipl.-Biol. Henning Thomasen, Prof. Dr. Hans-Peter Steuhl und Prof. Dr. Daniel Meller (Essen) stellen Methodik und Ergebnisse vor.

Serum-Augentropfen bei Wundheilungsstörungen der Hornhaut

Durch das Fehlen verschiedener Komponenten des Tränenfilms ist nicht nur die Benetzung, sondern auch die Ernährung und Wundheilung der Augenoberfläche gestört. Pharmazeutische Tränensubstitute ersetzen zum Großteil nur die mechanische Komponente des Tränenfilms. Seit etwa zehn Jahren wird menschliches Serum bei therapierefraktären Störungen der Augenoberfläche eingesetzt. Im Universitätsklinikum Düsseldorf kooperiert die Augenklinik mit dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika, das die Erlaubnis zur Herstellung und Abgabe von Serum-Augentropfen (Serum-AT) in verschiedenen Konzentrationen hat. Dr. Kristina Spaniol, Dipl.-Biol. Lutz Körschgen und Prof. Dr. Gerd Geerling erläutern Anwendung und Erfolg von Serum-AT bei Wundheilungsstörungen der Hornhaut.

Strabologie und Neuroophthalmologie

Gemeinsame Tagung von Bielschowsky-Gesellschaft und BOD
Rund 380 Besucher nahmen an der gemeinsamen Tagung der Bielschowsky-Gesellschaft für Schielforschung und Neuroophthalmologie und des Berufsverbandes der Orthoptistinnen Deutschlands (BOD) teil, zu der Dr. Christian Kandzia, Oberarzt und Leiter der Sehschule der Universitäts-Augenklinik Kiel, in die Fördestadt eingeladen hatte. Im Mittelpunkt dieser praxisorientierten Zusammenkunft standen Amblyopiebehandlung, operative Therapie und neuro-ophthalmologische Fragestellungen. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

Berufsbedingte Haltungsschäden bei Augenärzten

Spezifische augenärztliche Tätigkeiten zwingen Augenärzte oft zu unphysiologischen Körperhaltungen mit Überbelastungen an Gelenken und Wirbelsäule – chronische Probleme sind eine häufige Folge. Dieser Umstand, aber auch eigene Erfahrungen führten zu dem AAD-Kursangebot „Die richtige Haltung als Augenarzt – Prophylaxe von Wirbelsäulenschäden“, zu dem Prof. Dr. Hans Hoerauf, Göttingen, und Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp, Bremen, gemeinsam mit der Physiotherapeutin (B.Sc.) Lise-Lott Sagebiel, Lübeck, eingeladen hatten. Dr. Christiane Schumacher fasst den Kurs zusammen.

FDT-Perimetrie in der -Glaukomfrüherkennung

Studie zum Stellenwert von Matrix und HEP
Die Weiß-auf-Weiß-Perimetrie ist und bleibt der Goldstandard für die Diagnosestellung und Verlaufskontrolle beim manifesten Glaukom. Jedoch werden Veränderungen erst manifest, wenn mehr als 50 Prozent der Nervenfasern bereits betroffen sind. Ein neueres Testverfahren stellt die Frequency-Doubling-Technologie (FDT) dar, mit der selektiv die M-Typ-Ganglienzellen stimuliert werden, die aufgrund ihrer dickeren Axone vermutlich anfälliger für einen glaukomatösen Schaden sind. Dr. Verena Prokosch-Willing (Münster) erläutert das FDT-Verfahren und stellt Ergebnisse einer an der Universitäts-Augenklinik Münster durchgeführten Studie zum Stellenwert der HEP- und Matrix-Perimetrie in der Glaukomfrüherkennungsdiagnostik vor.

Therapie- und Verlaufskontrolle des Glaukoms

In den vergangenen 30 Jahren wurden bei der Diagnose und vor allem der Behandlung des Glaukoms erhebliche Fortschritte gemacht. Die Einführung von wirksameren und auch besser verträglichen Medikamenten bedeutet, dass Patienten mit Glaukom eine verbesserte Therapie unter Berücksichtigung von minimalen Nebenwirkungen geboten werden kann, was letztlich auch zu einer besseren Lebensqualität führt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Glaukomverdacht oder auch die Diagnose und die damit verbundene Therapieeinleitung ein Leben lang kontrolliert werden. Prof. Dr. Markus Kohlhaas (Dortmund) gibt einen Überblick zur Diagnosestellung sowie Therapie- und Verlaufskontrolle des Glaukoms.

Postoperative Glaukombehandlung

Komplikationsvermeidung durch intensive Nachbetreuung
Neben der präoperativen Vorbehandlung ist eine sorgfältige postoperative Betreuung für den Erfolg einer Glaukomchirurgie ebenso entscheidend wie der Eingriff selber. Dr. Caroline Gesser-Wendt und Prof. Dr. Maren Klemm (Hamburg) stellen im Folgenden die Behandlungsstandards der Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) vor, mit denen eine erfolgreiche und dauerhafte postoperative Augeninnendrucksenkung gewährleistet werden soll.