Aus der aktuellen Ausgabe

Prävention des Post-Enukleations-Socket-Syndroms

Das Post-Enukleations-Socket-Syndrom (PESS) ist klinisch durch Enophthalmus und tiefen Oberlidsulcus, gegebenenfalls sekundäre Ptosis sowie später Verkippen der Prothese nach hinten mit zunehmender Luxationstendenz über das Unterlid gekennzeichnet. Es tritt im variablen zeitlichen Intervall nach Augapfelentfernung auf. Prof. Dr. Michael P. Schittkowski (Göttingen) gibt einen Überklick über die typischen Symptome des PESS-Syndroms und erläutert Vermeidungsstrategien sowie Therapieoptionen.

Fallbericht: Multiple Läsionen mit PE-Abhebung am hinteren Pol

Eine Borrelienchorioretinopathie kann in vielgestaltiger Form auftreten. Das Erscheinungsbild einer bilateralen Chorioiditis kann dabei mit exsudativen Netzhautabhebungen einhergehen. Dr. Ute Just und Dr. Jens Schrecker (Glauchau) stellen den Fall einer 36-jährigen Patientin vor, die sich mit einer seit 14 Tagen subjektiv zunehmenden Sehminderung beider Augen in der Augenklinik des Rudolf Virchow Klinikums Glauchau vorstellte. Nebenbefundlich litt die Patientin zu diesem Zeitpunkt unter einem akuten Herpes labialis. Andere Allgemeinerkrankungen waren nicht eruierbar.

Serie Auge und Sehen: Das Amblyoskop

Serie zur Sammlung Roth
Amblyoskope sind heute kaum noch bekannte optische Geräte zur Schieldiagnostik, sie stammen meist aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Fast alle kommen aus England, wo sich vor allem Worth in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg schwerpunktmäßig mit den Störungen des beidäugigen Sehens beschäftigte. Grund hierfür waren damals die immer höheren Anforderungen an die Sehfunktion des Lokführers, Autofahrers oder Fliegers. Das Amblyoskop ist heute in seiner klassischen Form nahezu vergessen. Abbildungen und Literatur finden sich nur spärlich. Nur wenige der kleinen Geräte sind noch erhalten – dieses hier wurde im Antiquitätenhandel erworben. Die dazu gehörigen Bildchen stammen aus einer Praxisauflösung.

26. Kongress der DOC in Nürnberg

Das gewohnt umfangreiche und vielfältige Fortbildungsprogramm des diesjährigen Kongresses der DOC wartete auch in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf: So wurde erstmals ein Symposium zu Stammzelltherapien angeboten, das über die Entwicklung therapeutischer Ansätze bei trockener Makuladegeneration informierte, zu der derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Lebhafte Diskussion und konträre Bewertung provozierten unter anderem die neuen Methoden zur refraktivchirurgischen Presbyopiekorrektur und das Augenmerk des berufspolitischen Symposiums galt dem Wettbewerb um die ambulante Versorgung sowie dem neuen dritten Versorgungsbereich – um nur einige der vielen Aspekte aus dem Programm des 26. DOC-Kongresses zu nennen, zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer Mitte Juni wie gewohnt nach Nürnberg eingeladen hatte. Von Katica Djakovic.

„Möglichst viele eigenständige Praxen in der Region erhalten“

Interview zur Kooperation niedergelassener Augenärzte mit der Freiburger Universitäts-Augenklinik im „AugenNetz Südbaden“
Die vom Gesetzgeber gewollte Überwindung sektoraler Grenzen war als Qualitätswettbewerb angelegt an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Aber auch die demografischen Veränderungen verlangen eine Überwindung der sektoralen Abschottung. Bislang zeigen die neuen Versorgungsformen eher ein einseitiges Ausdehnen des Leistungsangebotes: so besteht ein deutlicher Trend in der Bewegung von stationär zu ambulant. Das „AugenNetz Südbaden“ als gemeinsame Kooperation der Freiburger Universitäts-Augenklinik mit niedergelassenen Augenärzten aus der Region besteht nun seit fünf Jahren mit dem Ziel einer gleichberechtigten Zusammenarbeit, von der sowohl Leistungserbringer als auch Patienten profitieren. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Klinikdirektor Prof. Dr. Thomas Reinhard, der das Projekt initiierte und dem derzeitigen Sprecher und Mitbegründer des AugenNetz Südbaden, Dr. Martin Wuermeling, Vertragsaugenarzt in Titisee-Neustadt, über die Zwischenbilanz und die Stimmung in der Region.

Fehlpositionierung torischer IOL

Ursachen von IOL-Rotation sowie Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur
Eine axiale Fehlpositionierung einer torischen Intraokularlinse in Bezug auf den steilen Hornhautmeridian hat erheb-liche Auswirkungen auf den resultierenden refraktiven Astigmatismus, bereits eine Abweichung von nur zehn Grad verringert die korrigierende Wirkung um ein Drittel. Prof. Dr. Rupert M. Menapace (Wien) erläutert Ursachen für Fehlpositionierungen torischer Intraokularlinsen und zeigt Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur auf.

Fallbericht: Therapieresistente Oberlidschwellung im Kindesalter

Oberlidschwellungen sind ein sehr unspezifisches Symptom und können mit vielen verschiedenen Erkrankungen vergesellschaftet sein. Falls die Beschwerden längere Zeit therapieresistent sind, rezidivieren oder andere Symptome hinzutreten (wie zum Beispiel eine Ptosis), muss an einen intraorbitalen Tumor gedacht werden. Dr. Michael -Haustein, Dr. Naim Terai N, Dr. Falk Sommer und Prof. Dr. Lutz E. Pillunat (Dresden) stellen den Fall eines vierjährigen Mädchens vor, das mit einer schmerzlosen, seit drei Wochen intermittierenden Oberlidschwellung am rechten Auge an der Universitäts-Augenklinik Dresden vorgestellt wurde.

Serie Auge und Sehen: Das Spektiv

Serie zur Sammlung Roth
Nachdem das terrestrische Fernrohr erfunden war, gab es kaum ein Gebiet, auf dem es nicht rasch seine Verwendung fand. In der Nautik und vor allem auf der Jagd schätzte man das aufrecht stehende, seitenrichtige Bild. Darüberhinaus schien das Teleskop der betuchten Oberschicht in Florenz oder Venedig auch dazu geeignet, die Nachbarn auszuspionieren. Nur schlecht, wenn man mit dem Instrument vor dem Auge selbst erwischt wurde. Deswegen kam Ende des 17. Jahrhunderts das Spektiv als Minifernrohr auf den Markt: Sein Werbeslogan „klein und unauffällig anzuwenden“ machte es zum Verkaufsschlager. Es war ein nur wenige Zentimeter langes Teleskop, das in seiner optischen Leistung kaum an die großen Geräte heranreichte, aber gerade noch im Ausschnitt das erkennen ließ, was man vielleicht nicht sehen sollte. Die Abbildung zeigt ein solches Minifernrohr aus der Zeit um 1750.