Aus der aktuellen Ausgabe

EUNOS 2013 tagte in Oxford (Teil 1)

Zum 11th European Neuro-Ophthalmological Society Meeting hatte in diesem Jahr Professor Christopher Kennard nach Oxford eingeladen. In den historischen Hallen der zwischen 1876 und 1881 erbauten Oxford Examination Schools fanden sich vom 10. bis 13. April mehr als 300 internationale Teilnehmer zum „EUNOS Meeting 2013“ ein. Im nachfolgenden zweiteiligen Bericht zur europäischen Tagung der Neuroophthalmologen hebt Dr. Udo Hennighausen (Heide) vor allem praxisbezogene Merkpunkte („Red Flags“), aktuelle Behandlungskonzepte und sich noch in Entwicklung befindliche Ansätze hervor.

Arzneimittelverordnung: Wirtschaftlichkeit und Budgetierung

Welche Aspekte bei Arzneimittelverordnungen im Hinblick auf mögliche Regresse zu beachten sind, diese Frage stand im Mittelpunkt eines Referates von Dr. Stephan Schneider, Augenarzt in Bayreuth und BVA-Vorstandsmitglied, zur diesjährigen AAD. Die juristische Seite des Themenkomplexes erläuterte Prof. Dr. jur. Günther Schneider, Marienberg.
Dr. Christiane Schumacher fasst die für den niedergelassenen Augenarzt relevanten Besonderheiten zusammen.

Aktueller Stand der hinteren lamellären Keratoplastik

Vergleichende Bewertung von DMEK und DSAEK
In den vergangenen Jahren wurden neue Techniken der Hornhauttransplantation entwickelt, die es ermöglichen, nicht mehr die ganze Hornhaut, sondern nur die einzelnen erkrankten Teile der Hornhaut zu ersetzen. Bei der DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) wird am Empfänger kein Hornhautstroma mehr entfernt, sondern ausschließlich die Descemetmembran samt erkranktem Endothel. Bei der DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) enthält nun auch das Transplantat kein Stroma mehr, sondern besteht nur noch aus der Descemetmembran und dem Endothel des Spenders. Priv.-Doz. Dr. Philip Maier und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) stellen den aktuellen Stand der hinteren lamellären Keratoplastik dar und erläutern anhand eigener klinischer Daten die Vor- und Nachteile von DMEK und DSAEK im Vergleich.

Inauguration der „Oskar Fehr lecture“

Oskar Fehr war ein international renommierter Augenarzt, der unter anderem erstmals die Differentialdiagnose der makulären Hornhautdystrophie gegenüber der knötchenförmigen (granulären) und gittrigen Hornhautdystrophie beschrieb. Fehrs deutsch-jüdische Abstammung führte in den 1930er Jahren zum Berufsverbot in Deutschland und seiner Emigration. Anlässlich der 111. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin findet am 20. September das erste „gemeinsame internationale Symposium der Sektion Kornea der DOG und der amerikanischen Cornea Society“ statt. Im Rahmen des Symposiums inauguriert Prof. Dr. Walter Lisch (Hanau/Mainz) die „Oskar Fehr lecture“ unter dem Titel: „Prof. Dr. med. Oskar Fehr: The depressing fate of an extraordinary German-Jewish ophthalmologist”, dessen Bedeutung für die Augenheilkunde er im Folgenden darstellt.

Intrakorneale Ringsegmente (INTACS) bei Keratokonus

Intrakorneale Ringsegmente stellen eine zusätzliche verlässliche Methode im Spektrum der stadiengerechten Therapie des Keratokonus und anderer kornealer Ektasien dar. Inzwischen führt der Einsatz des Femtosekundenlasers zu einer weiteren Optimierung der Ergebnisse. Dr. Moatasem El-Husseiny, Dr. Themistoklis Tsintarakis und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) stellen aktuelle klinische Daten aus der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar dar.

26. Kongress der DOC in Nürnberg

Das gewohnt umfangreiche und vielfältige Fortbildungsprogramm des diesjährigen Kongresses der DOC wartete auch in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf: So wurde erstmals ein Symposium zu Stammzelltherapien angeboten, das über die Entwicklung therapeutischer Ansätze bei trockener Makuladegeneration informierte, zu der derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Lebhafte Diskussion und konträre Bewertung provozierten unter anderem die neuen Methoden zur refraktivchirurgischen Presbyopiekorrektur und das Augenmerk des berufspolitischen Symposiums galt dem Wettbewerb um die ambulante Versorgung sowie dem neuen dritten Versorgungsbereich – um nur einige der vielen Aspekte aus dem Programm des 26. DOC-Kongresses zu nennen, zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer Mitte Juni wie gewohnt nach Nürnberg eingeladen hatte. Von Katica Djakovic.

„Möglichst viele eigenständige Praxen in der Region erhalten“

Interview zur Kooperation niedergelassener Augenärzte mit der Freiburger Universitäts-Augenklinik im „AugenNetz Südbaden“
Die vom Gesetzgeber gewollte Überwindung sektoraler Grenzen war als Qualitätswettbewerb angelegt an der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Aber auch die demografischen Veränderungen verlangen eine Überwindung der sektoralen Abschottung. Bislang zeigen die neuen Versorgungsformen eher ein einseitiges Ausdehnen des Leistungsangebotes: so besteht ein deutlicher Trend in der Bewegung von stationär zu ambulant. Das „AugenNetz Südbaden“ als gemeinsame Kooperation der Freiburger Universitäts-Augenklinik mit niedergelassenen Augenärzten aus der Region besteht nun seit fünf Jahren mit dem Ziel einer gleichberechtigten Zusammenarbeit, von der sowohl Leistungserbringer als auch Patienten profitieren. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Klinikdirektor Prof. Dr. Thomas Reinhard, der das Projekt initiierte und dem derzeitigen Sprecher und Mitbegründer des AugenNetz Südbaden, Dr. Martin Wuermeling, Vertragsaugenarzt in Titisee-Neustadt, über die Zwischenbilanz und die Stimmung in der Region.

Fehlpositionierung torischer IOL

Ursachen von IOL-Rotation sowie Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur
Eine axiale Fehlpositionierung einer torischen Intraokularlinse in Bezug auf den steilen Hornhautmeridian hat erheb-liche Auswirkungen auf den resultierenden refraktiven Astigmatismus, bereits eine Abweichung von nur zehn Grad verringert die korrigierende Wirkung um ein Drittel. Prof. Dr. Rupert M. Menapace (Wien) erläutert Ursachen für Fehlpositionierungen torischer Intraokularlinsen und zeigt Maßnahmen zur Vermeidung und Korrektur auf.

IOL-Berechnung nach hornhautablativen Eingriffen

Retrospektive Studie zur True Net Power (TNP)-Methode
Die Berechnung der IOL-Stärke nach hornhautablativen Eingriffen stellt eine große Herausforderung in der Kataraktchirurgie dar: Die Stärke der Intraokularlinse ist nach einer Laserkorrektur schwerer zu bestimmen, weil die Hornhaut verändert wurde und die postoperativ gemessenen Brechkraftwerte meist nicht die wahre Hornhautbrechkraft widerspiegeln. Der Goldstandard zur Berechnung der IOL-Stärke nach refraktivchirurgischen Eingriffen ist die Clinical History Method (CHM), aber hierfür sind die prä- und postoperativen Daten des Patienten notwendig. Im Rahmen einer retrospektiven Studie an der Universität Graz wurde die Aussagekraft der True Net Power (TNP) der Pentacam zur Berechnung der IOL-Stärke bei Patienten nach hornhautablativen Eingriffen untersucht. Dr. Andreas Frings (Hamburg, Graz), Dr. Navid Ardjomand und Veronika Hold (Graz) stellen die Ergebnisse vor