Aus der aktuellen Ausgabe

Transpositionsoperation nach Hummelsheim

Operative Durchführung und Kasuistiken
Die Chirurgie der Augenmuskelparesen gehört zu den anspruchsvolleren Operationen in der Strabologie. Die Patienten haben häufig bereits eine Leidensgeschichte hinter sich, die zum Beispiel von der Erstdiagnose eines Hirntumors über die neurochirurgische Operation und Rehabilitation zum Residualzustand mit Doppelbildern geführt hat. Eines der wichtigen Verfahren aus diesem Bereich ist die Transpositionsoperation nach Hummelsheim, die zahlreiche Modifikationen erfahren hat. Dr. Christian Kandzia (Kiel) zeigt Wirkungsweise, operative Durchführung und Kasuistiken zu diesem Operationsverfahren.

Serie Auge und Sehen: Schutzbrille aus Leder

Serie zur Sammlung Roth
Schutzbrillen aus feinem Eisengeflecht gibt es schon im 17. Jahrhundert: der Bildhauer oder Schlosser schützte damit sein Auge vor Splittern oder Funkenflug. Wobei die Bezeichnung dafür eigentlich irreführend ist, denn sie hatten keine Gläser und schützten entsprechend ungenügend. Erst einhundert Jahre später gab es dann die ersten echten Schutzbrillen: Sie bestanden aus zwei einfachen großen Glasscheiben, die in einem primitiven Eisengestell gefasst waren. Der Durchbruch kam mit dem Zeitalter der Industrialisierung, als der Einsatz von Maschinen zu höheren Verletzungsraten am Arbeitsplatz führte. Vor allem aber die Motorisierung verlangte mit zunehmender Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge oder Lokomotiven einen ausreichenden Schutz des Auges vor Flugasche, aufgewirbelten Staub und Insekten.

111. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin

„Normalität auf hohem Niveau“
Nachwuchswettbewerb, Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation und intensive Ausbildungsunterstützung – waren die wesentlichen Aspekte, mit denen der DOG-Präsident Prof. Dr. Berthold Seitz das wissenschaftliche Programm der diesjährigen Tagung akzentuierte. Großen Zuspruch fand das neu eingeführte Sitzungsformat „DOG-Update – State of the Art 2013“, eine interaktive Fortbildung, die auf der Basis internationaler Publikationen des letzten Jahres die wichtigsten Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Teilbereichen des Faches komprimiert und praxisnah vermittelte. Ein Kurs, der sich insbesondere auch an niedergelassene Augenärzte richtete und damit die im letzten Jahr bereits eingeschlagene neue Ausrichtung der DOG hin zu einer gemeinsamen Gesellschaft für -Kliniker und Niedergelassene erneut bekräftigte. Von Ulrike Lüdtke.

OCT-Forschung bei MS und Optikusneuritis

In den vergangenen Jahren hat die Untersuchung der Retina mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) auch in die Neurologie Eingang gefunden und wird nun bei einer zunehmenden Zahl neurologischer Erkrankungen angewendet. Prof. Dr. Friedemann Paul, Neurologe an der Charité Berlin, stellt die relevanten Erkenntnisse der OCT-Forschung bei Multipler Sklerose und Optikusneuritis in Verbindung mit klinischen Befunden zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsfragestellungen und klinische Anwendungen.

Zerebrale Veränderungen bei Glaukomen

Studie zur Visualisierung der Sehbahn mit magnetresonanzbasiertem DTI
Die Glaukomerkrankung führt zu einer Schädigung spezieller anatomischer Strukturen im Auge sowie im Gehirn mit konsekutiver visueller Funktionsminderung. Das Funktionsdefizit beruht somit nicht nur auf Schäden der retinalen Ganglienzellen, sondern wahrscheinlich auf Schäden der gesamten Sehbahn. Yasemin Akbaba, Simone Wärntges, Johannes Schoemann, Prof. Dr. Tobias Engelhorn, Prof. Dr.-Ing. Ahmed El-Rafei, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger Prof. Dr. Arnd Dörfler und Prof. Dr. Georg Michelson stellen die Ergebnisse einer prospektiven klinischen Studie vor, deren Ziel die Beurteilung der Radiatio optica mittels magnetresonanzbasiertem Diffusion Tensor Imaging (DTI) war.

Autofluoreszenz zur Diagnose hereditärer Netzhautdystrophien

Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) und das retinale Pigmentepithel (RPE) bilden eine funktionelle Einheit, daher kommt es im Verlauf von retinalen Erkrankungen – unabhängig davon, welches die erstbetroffene Struktur ist – immer zu einer Mitbeteiligung des RPE. Diese Mitbeteiligung zeigt sich in der Fundusautofluoreszenz entweder als teilweise charakteristisches hyperfluoreszentes Muster oder als RPE-Atrophie. Dr. Tobias Hager und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) erörtern im Folgenden die Autofluoreszenz zur Diagnose von hereditären Fundusdystrophien.

Akute makuläre Neuroretinopathie

Indirektes Trauma als mögliche Ursache?

Die akute makuläre Neuroretinopathie (AMNR) ist ein seltenes Krankheitsbild, von dem bisher nur wenige Fälle in der Literatur beschrieben worden sind. Die betroffenen Patienten beklagen initial häufig eine zumeist passagäre Visusminderung und persistierende parazentrale Skotome auf dem betroffenen Auge. Ein indirektes Trauma als mögliche Ursache einer AMNR konnte bislang nicht definitiv belegt werden. Durch eine Kooperation dreier Augenkliniken gelang es, insgesamt fünf Patienten mit AMNR-typischen retinalen Veränderungen und Symptomen, die bei allen Patienten jeweils direkt in Anschluss an einen Autounfall ohne direkte Verletzung des Kopfes oder der Augen aufgetreten waren, zusammenzustellen und mittels multimodaler Bildgebung zu untersuchen. Dr. Martin M. Nentwich, Prof. Dr. Anita Leys, Dr. Andreas Cramer und Prof. Dr. Michael W. Ulbig erläutern die Ergebnisse.

DOG-Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Seit vielen Jahren tagt das ophthalmohistorische Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) im Rahmen der DOG-Jahreskongresse udn hat sich schon fast zu einer Tradition etabliert. Unterstützt wurden die beiden Vorsitzenden der Sitzung, der JHG-Geschäftsführer Frank Krogmann (Thüngersheim) und Prof. Dr. Guido Kluxen (Wermelskirchen), in diesem Jahr durch vier weitere Referenten. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen).

Serie Auge und Sehen: Das Visolettglas

Serie zur Sammlung Roth
Auch wenn man sie zu den Lupen rechnet, Visolettgläser sind eigentlich Lesesteine. Als vergrößernde Sehhilfe werden sie direkt auf den Text aufgesetzt und erlauben dabei Vergrößerungsfaktoren bis zum 5-fachen. Aufgrund der einfachen Handhabung waren sie vor allem bei älteren Menschen beliebt. Bei Vorliegen einer Makuladegeneration waren sie vor der Einführung des Bildschirmlesegeräts die Sehhilfe der Wahl. Im Gegensatz zur klassischen Leselupe brauchten sie nämlich nicht mit der zittrigen Hand gehalten werden, sondern lagen dem Text fest auf. Als das Briefmarkensammeln zum Hobby wurde, boomte ihr Absatz weltweit. So gehörten sie auch in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg zur standardmäßigen Schreibtischausrüstung des Beamten. Ihre historische halbkugelige Form wurde – sie wäre auch kaum zu verbessern – bis heute beibehalten und findet sich in modernen Paperweights wieder.

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden

Bei Überschwemmungen wie in diesem Frühsommer in Ost- und Süddeutschland, bei Erdbeben, Hungersnöten, Vulkanausbrüchen oder anderen weltweit auftretenden Naturkatastrophen ist die Spendenbereitschaft der Menschen groß. Die Not macht nicht nur die Helfer vor Ort betroffen und ohne Spenden wäre das Elend der Opfer kaum zu lindern. Auch Kirchen, Parteien und andere soziale Organisationen, die dem Gemeinwohl dienen, könnten ihre Dienste ohne Spenden nicht in ausreichendem Maß aufrechterhalten. Deshalb fördert der Staat diese finanziellen Zuwendungen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, worauf bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden zu achten ist.