Aus der aktuellen Ausgabe

Die Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen

Gliazellen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, der Unterstützung der Nervenzellen sowohl beim Überleben als auch der Übermittlung von Nervensignalen. Mikroglia bilden neben -Astrozyten und Oligodendrozyten die dritte wichtige Klasse von Gliazellen. Werden retinale Nervenzellen geschädigt, -werden sie in vielen Fällen durch die Mikroglia phagozytiert. Dies führt zu einem irreparablen Verlust der Nervenfunktion im betroffenen Bereich. In experimentellen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass eine Inhibierung der Mikroglia positive Auswirkungen auf das Überleben der retinalen Neurone haben kann. Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka (Münster) erläutert das Verhalten von Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 1)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Das Verätzungstrauma am Auge

Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie
Zu den gefährlichsten Unfallereignissen in der Ophthalmologie gehören nach wie vor Augenverätzungen. Abhängig von der chemischen Konfiguration des schädigenden Agens und seiner Einwirkdauer hängt der Behandlungserfolg beziehungsweise das Ausmaß der oft irreversiblen Schäden im Wesentlichen von der Soforttherapie ab. Diese muss konsequent und ohne zeitliche Verzögerung noch am Unfallort erfolgen. Dr. Hans-Walter Roth und Darius Madjidi (Ulm) geben einen Überblick zu Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie von Augenverätzungen.

Transplantation kultivierter Limbusepithelzellen

Testung einer biologisch aktiven Trägermatrix zum Stammzellerhalt
Bei totaler Limbusstammzellinsuffizienz können Epithelzellen vom Limbus entnommen, in Kultur vermehrt und anschließend transplantiert werden. Da die im Biopsat vermuteten Stammzellen durch Umweltsignale reguliert werden, kommen zunehmend biofunktionale Trägermatrizes zur Bereitstellung dieser Signale zum Einsatz. So sollen Stammzelleigenschaften erhalten und Therapieergebnisse verbessert werden. Dr. Johannes Menzel-Severing (Erlangen) berichtet über ein neu entwickeltes Hydrogel als biofunktionaler Stammzellträger und die Vorarbeiten in den Labors der Universitäts-Augenklinik Erlangen.

Serie Auge und Sehen: Frau und Brille

Serie zur Sammlung Roth
Die ersten Abbildungen in kirchlichen Wandgemälden, auf Altarbildern oder Kirchenfenstern zeigen die Nietbrille ausschließlich in der männlichen Hand: Meist ist es Petrus, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters mit Brille dargestellt wird. Für die Frau findet sich keine entsprechende Darstellung und man darf durchaus rätseln, warum dies bis in die Neuzeit nicht der Fall ist. Frauen sind schließlich genauso häufig wie der Mann kurz- oder weitsichtig, sie erreichen sogar ein höheres Lebensalter. Heute endlich dürfen Frauen in allen Altersgruppen problemlos ihre Brille tragen.

4. Homburger Glaukom-Symposium (HGS 2013)

„Hinterm Horizont geht’s weiter“
Unter dem Leitsatz „Hinterm Horizont geht’s weiter“ hatte Prof. Dr. Berthold Seitz zum 4. Homburger Glaukom-Symposium (HGS 2013) nach Homburg/Saar eingeladen. Das wissenschaftliche Programm der Tagung auf dem Schlossberg umfasste in diesem Jahr zwölf Vorträge, zwei Keynote Lectures sowie ein Round Table zur Glaukomdiagnostik und ein parallel veranstaltetes, eineinhalbstündiges Patienten-Arzt-Seminar, das die Erkenntnisse zum Glaukom aus der Wissenschaft für die Patienten in Theorie und Praxis vermittelte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

Steuerliche Vorteile der Ehegatten-Beschäftigung in der eigenen Praxis

Neue Mini- und Midijobgrenzen seit Jahresbeginn 2013
Um Missbräuchen vorzubeugen, sind strenge Voraussetzungen an die Anerkennung des Arbeitsverhältnisses zwischen Ehegatten geknüpft (Abschn. R 4.8 Abs.1 und H 4.8 EStR). Als Grundvoraussetzung für die steuerliche Anerkennung gilt, dass der Arbeitsvertrag ernsthaft vereinbart und tatsächlich durchgeführt worden ist. Rückwirkend abgeschlossene Verträge werden steuerlich nicht anerkannt. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Vorteile der Ehegatten-Beschäftigung in der eigenen Praxis.

Femtolaserassistierte Kapsulotomie

Morphologische Aspekte der vorderen Linsenkapsel
Eine neue Generation von Femtosekundenlasern bietet die Möglichkeit, einzelne Schritte der Kataraktoperation – wie Kapsulotomie, Linsenfragmentation und korneale Inzisionen – zu übernehmen und sowohl präziser als auch reproduzierbarer durchzuführen als dies manuell möglich ist. Eine aktuelle Diskussion gilt der Fragestellung, welchen Einfluss die verabreichte Laserpulsenergie auf die Schnittkante der Linsenkapsel hat. Prof. Dr. Thomas Kohnen, Dr. Wolfgang J. Mayer, Priv.-Doz. Dr. Fritz Hengerer und Dipl. Ing. (FH) Oliver K. Klaproth zeigen Ergebnisse morphologischer Untersuchungen an der Linsenkapsel auf.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie mit dem Excimerlaser

Mit den bisherigen Lasermethoden zur Senkung des Augeninnendruckes, der Argonlaser Trabekuloplastik (ALT) und der Selektiven Laser Trabekuloplastik (SLT), wird das Trabekelwerk thermisch modifiziert. Bei Anlegen einer Iridektomie mit der NdYAG-Methode wird das Irisgewebe durch Schockwellen zerrissen. Dr. Ulrich Giers, Lea Kleineberg und Prof. Dr. Richard Stodtmeister erläutern Anwendung und Nachbeobachtungsdaten einer Lasermethode, bei der ein Excimerlaser zum Einsatz kommt, wie er auch bei der photorefraktiven Keratektomie und bei der LASIK verwendet wird.

BVA-Delegiertenversammlung 2013 in Berlin

„Klar positionieren und gemeinsam gestalten“
Anfang November tagte in Berlin die Delegiertenversammlung des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). In diesem Jahr wurden unter anderem die Honorarsituation und die Strukturen in der Augenheilkunde, der Versorgungsalltag durch IVOM und OCT, aber auch das Ansehen der Augenärzte in der Öffentlichkeit diskutiert. Von Katica Djakovic.