Aus der aktuellen Ausgabe

Veranstaltung der Augen-Praxisklinik Lübeck zu internationalen Kooperationen

Augenärztliche Versorgung in Kenia
Unter dem Thema „Die augenärztliche Versorgung in Deutschland und Kenia“ lud die Augen-Praxisklinik Lübeck zu ihrer jährlich am ersten Adventswochenende stattfindenden Fortbildung „Ophthalmologischer Weihnachtsmarkt“ ein. Durch die Veranstaltung, auf der sich die rund 80 Teilnehmer über moderne Formen der internationalen Zusammenarbeit in der Augenheilkunde und der Entwicklungshilfe informieren konnten, führten Dr. Mary Asiyo-Vogel und Dr. Helmut Machemer (Lübeck). Zu den Vortragenden gehörten unter anderem Prof. Dr. Volker Klauß (München), der über seine Erfahrungen im Aufbau internationaler Kooperationen in der Augenheilkunde am Beispiel München/Nairobi referierte, sowie Martin Aufmuth (Erlangen), der sein Projekt „Die Ein-Dollar-Brille“ vorstellte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

„Retinologie 2013“

Geburtstags-Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Michael H. Foerster und Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessin
Ein historisch und architektonisch eindrucksvolles Gebäude, das Kaiserin Friedrich-Haus in Berlin-Mitte, bot am 14. Dezember den feierlichen Rahmen für ein Symposium, mit dem zwei renommierte Hochschullehrer und Kapazitäten aus der retinologischen Klinik und Forschung anlässlich ihrer runden Geburtstage geehrt wurden: Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessing (Essen) feierte seinen 80. und Prof. Dr. Michael H. Foerster (Berlin) den 70. Geburtstag. Jens-Peter Hinz (Heide) fasst einige der Vorträge zusammen.

Serie Auge und Sehen: Frau und Brille

Serie zur Sammlung Roth
Die ersten Abbildungen in kirchlichen Wandgemälden, auf Altarbildern oder Kirchenfenstern zeigen die Nietbrille ausschließlich in der männlichen Hand: Meist ist es Petrus, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters mit Brille dargestellt wird. Für die Frau findet sich keine entsprechende Darstellung und man darf durchaus rätseln, warum dies bis in die Neuzeit nicht der Fall ist. Frauen sind schließlich genauso häufig wie der Mann kurz- oder weitsichtig, sie erreichen sogar ein höheres Lebensalter. Heute endlich dürfen Frauen in allen Altersgruppen problemlos ihre Brille tragen.

21. SATh-Tagung in Dessau

Jahrestagung der Gesellschaft der Augenärzte Sachsen-Anhalts und Thüringens
Zur 21. Jahrestagung der Gesellschaft der Augenärzte Sachsen-Anhalts und Thüringens (SATh) hatte Priv.-Doz. Dr. Lothar Krause, Chefarzt der Augenklinik des Klinikums Dessau, eingeladen. Das Hauptthema der Tagung mit rund 340 Teilnehmern im Anhaltisches Theater in Dessau war dem „Tumorerkrankungen des Auges, der Orbita und der Periorbita“ gewidmet und entsprach damit auch dem onkologischen Schwerpunkt der Klinik in Dessau. Ein Bericht von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

ROP-Register: Aktueller Stand und neue Perspektiven

2012 wurde vom Retina.net-Forschungsverbund der Retinologischen Gesellschaft das ROP-Register geschaffen, in dem alle Frühgeborenen mit einem behandlungsbedürftigen ROP-Stadium erfasst werden können. Ziel ist es, möglichst umfangreiche Daten über Behandlungsmuster, Verläufe und Komplikationen zu sammeln und auszuwerten, insbesondere seit die intravitreale Anti-VEGF-Therapie als Behandlungsalternative zur konventionellen Lasertherapie diskutiert und in klinischen Studien untersucht wird. Priv.-Doz. Dr. Andreas Stahl (Freiburg) stellt den aktuellen Stand und neue Perspektiven des Retina.net-ROP-Registers dar.

Zelluläre Grundlagenforschung zur AMD

Experimentelle Retinologie als Brückenglied zwischen Labor und Klinik
Um die Pathogenese der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) besser zu verstehen und so Therapieansätze entwickeln zu können, müssen die Veränderungen auf zellulärer Ebene betrachtet werden. Dabei ist zunächst ein Verständnis der physiologischen Grundlagen wichtig, um die pathologischen Prozesse abzugrenzen und, im besten Fall, verhindern zu können. Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel) gibt im Folgenden einen Einblick in die Arbeiten der experimentellen Retinologie der Universitäts-Augenklinik Kiel, die sich vornehmlich mit den zellulären Grundlagen der Pathogenese und Therapie der AMD befasst.

Die Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen

Gliazellen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, der Unterstützung der Nervenzellen sowohl beim Überleben als auch der Übermittlung von Nervensignalen. Mikroglia bilden neben -Astrozyten und Oligodendrozyten die dritte wichtige Klasse von Gliazellen. Werden retinale Nervenzellen geschädigt, -werden sie in vielen Fällen durch die Mikroglia phagozytiert. Dies führt zu einem irreparablen Verlust der Nervenfunktion im betroffenen Bereich. In experimentellen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass eine Inhibierung der Mikroglia positive Auswirkungen auf das Überleben der retinalen Neurone haben kann. Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Heiduschka (Münster) erläutert das Verhalten von Mikroglia in Tiermodellen von Augenerkrankungen.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 1)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Das Verätzungstrauma am Auge

Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie
Zu den gefährlichsten Unfallereignissen in der Ophthalmologie gehören nach wie vor Augenverätzungen. Abhängig von der chemischen Konfiguration des schädigenden Agens und seiner Einwirkdauer hängt der Behandlungserfolg beziehungsweise das Ausmaß der oft irreversiblen Schäden im Wesentlichen von der Soforttherapie ab. Diese muss konsequent und ohne zeitliche Verzögerung noch am Unfallort erfolgen. Dr. Hans-Walter Roth und Darius Madjidi (Ulm) geben einen Überblick zu Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie von Augenverätzungen.

Transplantation kultivierter Limbusepithelzellen

Testung einer biologisch aktiven Trägermatrix zum Stammzellerhalt
Bei totaler Limbusstammzellinsuffizienz können Epithelzellen vom Limbus entnommen, in Kultur vermehrt und anschließend transplantiert werden. Da die im Biopsat vermuteten Stammzellen durch Umweltsignale reguliert werden, kommen zunehmend biofunktionale Trägermatrizes zur Bereitstellung dieser Signale zum Einsatz. So sollen Stammzelleigenschaften erhalten und Therapieergebnisse verbessert werden. Dr. Johannes Menzel-Severing (Erlangen) berichtet über ein neu entwickeltes Hydrogel als biofunktionaler Stammzellträger und die Vorarbeiten in den Labors der Universitäts-Augenklinik Erlangen.