Aus der aktuellen Ausgabe

Das Verätzungstrauma am Auge

Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie
Zu den gefährlichsten Unfallereignissen in der Ophthalmologie gehören nach wie vor Augenverätzungen. Abhängig von der chemischen Konfiguration des schädigenden Agens und seiner Einwirkdauer hängt der Behandlungserfolg beziehungsweise das Ausmaß der oft irreversiblen Schäden im Wesentlichen von der Soforttherapie ab. Diese muss konsequent und ohne zeitliche Verzögerung noch am Unfallort erfolgen. Dr. Hans-Walter Roth und Darius Madjidi (Ulm) geben einen Überblick zu Ätiologie, Sofortmaßnahmen und Therapie von Augenverätzungen.

Transplantation kultivierter Limbusepithelzellen

Testung einer biologisch aktiven Trägermatrix zum Stammzellerhalt
Bei totaler Limbusstammzellinsuffizienz können Epithelzellen vom Limbus entnommen, in Kultur vermehrt und anschließend transplantiert werden. Da die im Biopsat vermuteten Stammzellen durch Umweltsignale reguliert werden, kommen zunehmend biofunktionale Trägermatrizes zur Bereitstellung dieser Signale zum Einsatz. So sollen Stammzelleigenschaften erhalten und Therapieergebnisse verbessert werden. Dr. Johannes Menzel-Severing (Erlangen) berichtet über ein neu entwickeltes Hydrogel als biofunktionaler Stammzellträger und die Vorarbeiten in den Labors der Universitäts-Augenklinik Erlangen.

4. Homburger Glaukom-Symposium (HGS 2013)

„Hinterm Horizont geht’s weiter“
Unter dem Leitsatz „Hinterm Horizont geht’s weiter“ hatte Prof. Dr. Berthold Seitz zum 4. Homburger Glaukom-Symposium (HGS 2013) nach Homburg/Saar eingeladen. Das wissenschaftliche Programm der Tagung auf dem Schlossberg umfasste in diesem Jahr zwölf Vorträge, zwei Keynote Lectures sowie ein Round Table zur Glaukomdiagnostik und ein parallel veranstaltetes, eineinhalbstündiges Patienten-Arzt-Seminar, das die Erkenntnisse zum Glaukom aus der Wissenschaft für die Patienten in Theorie und Praxis vermittelte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

Steuerliche Vorteile der Ehegatten-Beschäftigung in der eigenen Praxis

Neue Mini- und Midijobgrenzen seit Jahresbeginn 2013
Um Missbräuchen vorzubeugen, sind strenge Voraussetzungen an die Anerkennung des Arbeitsverhältnisses zwischen Ehegatten geknüpft (Abschn. R 4.8 Abs.1 und H 4.8 EStR). Als Grundvoraussetzung für die steuerliche Anerkennung gilt, dass der Arbeitsvertrag ernsthaft vereinbart und tatsächlich durchgeführt worden ist. Rückwirkend abgeschlossene Verträge werden steuerlich nicht anerkannt. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Vorteile der Ehegatten-Beschäftigung in der eigenen Praxis.

Femtolaserassistierte Kapsulotomie

Morphologische Aspekte der vorderen Linsenkapsel
Eine neue Generation von Femtosekundenlasern bietet die Möglichkeit, einzelne Schritte der Kataraktoperation – wie Kapsulotomie, Linsenfragmentation und korneale Inzisionen – zu übernehmen und sowohl präziser als auch reproduzierbarer durchzuführen als dies manuell möglich ist. Eine aktuelle Diskussion gilt der Fragestellung, welchen Einfluss die verabreichte Laserpulsenergie auf die Schnittkante der Linsenkapsel hat. Prof. Dr. Thomas Kohnen, Dr. Wolfgang J. Mayer, Priv.-Doz. Dr. Fritz Hengerer und Dipl. Ing. (FH) Oliver K. Klaproth zeigen Ergebnisse morphologischer Untersuchungen an der Linsenkapsel auf.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie mit dem Excimerlaser

Mit den bisherigen Lasermethoden zur Senkung des Augeninnendruckes, der Argonlaser Trabekuloplastik (ALT) und der Selektiven Laser Trabekuloplastik (SLT), wird das Trabekelwerk thermisch modifiziert. Bei Anlegen einer Iridektomie mit der NdYAG-Methode wird das Irisgewebe durch Schockwellen zerrissen. Dr. Ulrich Giers, Lea Kleineberg und Prof. Dr. Richard Stodtmeister erläutern Anwendung und Nachbeobachtungsdaten einer Lasermethode, bei der ein Excimerlaser zum Einsatz kommt, wie er auch bei der photorefraktiven Keratektomie und bei der LASIK verwendet wird.

BVA-Delegiertenversammlung 2013 in Berlin

„Klar positionieren und gemeinsam gestalten“
Anfang November tagte in Berlin die Delegiertenversammlung des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). In diesem Jahr wurden unter anderem die Honorarsituation und die Strukturen in der Augenheilkunde, der Versorgungsalltag durch IVOM und OCT, aber auch das Ansehen der Augenärzte in der Öffentlichkeit diskutiert. Von Katica Djakovic.

Transpositionsoperation nach Hummelsheim

Operative Durchführung und Kasuistiken
Die Chirurgie der Augenmuskelparesen gehört zu den anspruchsvolleren Operationen in der Strabologie. Die Patienten haben häufig bereits eine Leidensgeschichte hinter sich, die zum Beispiel von der Erstdiagnose eines Hirntumors über die neurochirurgische Operation und Rehabilitation zum Residualzustand mit Doppelbildern geführt hat. Eines der wichtigen Verfahren aus diesem Bereich ist die Transpositionsoperation nach Hummelsheim, die zahlreiche Modifikationen erfahren hat. Dr. Christian Kandzia (Kiel) zeigt Wirkungsweise, operative Durchführung und Kasuistiken zu diesem Operationsverfahren.

Serie Auge und Sehen: Schutzbrille aus Leder

Serie zur Sammlung Roth
Schutzbrillen aus feinem Eisengeflecht gibt es schon im 17. Jahrhundert: der Bildhauer oder Schlosser schützte damit sein Auge vor Splittern oder Funkenflug. Wobei die Bezeichnung dafür eigentlich irreführend ist, denn sie hatten keine Gläser und schützten entsprechend ungenügend. Erst einhundert Jahre später gab es dann die ersten echten Schutzbrillen: Sie bestanden aus zwei einfachen großen Glasscheiben, die in einem primitiven Eisengestell gefasst waren. Der Durchbruch kam mit dem Zeitalter der Industrialisierung, als der Einsatz von Maschinen zu höheren Verletzungsraten am Arbeitsplatz führte. Vor allem aber die Motorisierung verlangte mit zunehmender Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge oder Lokomotiven einen ausreichenden Schutz des Auges vor Flugasche, aufgewirbelten Staub und Insekten.

111. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin

„Normalität auf hohem Niveau“
Nachwuchswettbewerb, Führungskompetenz, Mitarbeitermotivation und intensive Ausbildungsunterstützung – waren die wesentlichen Aspekte, mit denen der DOG-Präsident Prof. Dr. Berthold Seitz das wissenschaftliche Programm der diesjährigen Tagung akzentuierte. Großen Zuspruch fand das neu eingeführte Sitzungsformat „DOG-Update – State of the Art 2013“, eine interaktive Fortbildung, die auf der Basis internationaler Publikationen des letzten Jahres die wichtigsten Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Teilbereichen des Faches komprimiert und praxisnah vermittelte. Ein Kurs, der sich insbesondere auch an niedergelassene Augenärzte richtete und damit die im letzten Jahr bereits eingeschlagene neue Ausrichtung der DOG hin zu einer gemeinsamen Gesellschaft für -Kliniker und Niedergelassene erneut bekräftigte. Von Ulrike Lüdtke.