Aus der aktuellen Ausgabe

Allergische Erkrankungen des Auges

Ein Update
Eine immer größer werdende Zahl von Menschen leidet an Allergien mit okulärer Beteiligung. Während die Beschwerden oft lästig, jedoch funktionell nicht schwerwiegend sind, besteht bei einigen Formen okulärer Allergien, vor allem bei Beteiligung der Kornea, auch das Risiko visusrelevanter Komplikationen. Das „Crescendo“ allergischer Augenerkrankungen sowie aktuelle und neue Aspekte hierzu stellt im Folgenden Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) dar.

Intraokuläres Fibrinolysesystem und enzymatische Vitreolyse

Ajuvante Therapieoption in Augen mit Störung der Blut-Retina-Schranke?
Der Einfluss des Anheftungsstatus der hinteren Glaskörpergrenzschicht an der Lamina limitans interna (ILM) auf die Entstehung und die Progression verschiedener vitreoretinaler Erkrankungen ist in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend in das Interesse vitreoretinaler Forschung gerückt. Die Entwicklung und Chronifizierung eines Makulaödems und von Neovaskularisationen in den verschiedenen Augenkompartimenten werden unmittelbar durch den Adhäsionsstatus des Glaskörpers beeinflusst. Dabei fördert ein anliegender oder lediglich partiell abgehobener Glaskörper die Entstehung und Chronifizierung beider Komplikationen, während ein komplett abgehobener Glaskörper als Schutzmechanismus angesehen wird. Dr. Thomas Bertelmann, FEBO, (Marburg) erläutert den potenziellen therapeutischen Stellenwert der intraokulären Fibrinolyse im Rahmen der enzymatischen Vitreolyse, die mit einer einmaligen intravitrealen Injektion eine hintere Glaskörperabhebung induzieren kann.

Symposium würdigt den barocken Wanderarzt Eisenbarth

Johann Andreas Eisenbarth (1663–1727) als Okulist
Ein Symposium zum 350. Geburtstag in seinem Geburtsort Oberviechtach im Oberpfälzer Wald/Bayern würdigte die medizinischen Leistungen des barocken Wanderarztes Doktor Johann Andreas Eisenbarth. Präsentiert wurde auch eine neu erschienene Publikation über den vielseitigen Wundarzt und Okulisten. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Manfred Jähne, FEBO, (Chemnitz).

Veranstaltung der Augen-Praxisklinik Lübeck zu internationalen Kooperationen

Augenärztliche Versorgung in Kenia
Unter dem Thema „Die augenärztliche Versorgung in Deutschland und Kenia“ lud die Augen-Praxisklinik Lübeck zu ihrer jährlich am ersten Adventswochenende stattfindenden Fortbildung „Ophthalmologischer Weihnachtsmarkt“ ein. Durch die Veranstaltung, auf der sich die rund 80 Teilnehmer über moderne Formen der internationalen Zusammenarbeit in der Augenheilkunde und der Entwicklungshilfe informieren konnten, führten Dr. Mary Asiyo-Vogel und Dr. Helmut Machemer (Lübeck). Zu den Vortragenden gehörten unter anderem Prof. Dr. Volker Klauß (München), der über seine Erfahrungen im Aufbau internationaler Kooperationen in der Augenheilkunde am Beispiel München/Nairobi referierte, sowie Martin Aufmuth (Erlangen), der sein Projekt „Die Ein-Dollar-Brille“ vorstellte. Von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

„Retinologie 2013“

Geburtstags-Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Michael H. Foerster und Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessin
Ein historisch und architektonisch eindrucksvolles Gebäude, das Kaiserin Friedrich-Haus in Berlin-Mitte, bot am 14. Dezember den feierlichen Rahmen für ein Symposium, mit dem zwei renommierte Hochschullehrer und Kapazitäten aus der retinologischen Klinik und Forschung anlässlich ihrer runden Geburtstage geehrt wurden: Prof. Dr. Dr. h.c. Achim Wessing (Essen) feierte seinen 80. und Prof. Dr. Michael H. Foerster (Berlin) den 70. Geburtstag. Jens-Peter Hinz (Heide) fasst einige der Vorträge zusammen.

Ein Leben für die Augenheilkunde in Afrika

Tropenophthalmologie-Preis der DOG für Dr. Irmela Erdmann
Ihr Einsatz für blinde und benachteiligte Menschen in Afrika wurde bereits 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – im Rahmen der letzten Jahrestagung der DOG in Berlin erhielt die Augenärztin Dr. Irmela Erdmann nun auch den Tropenophthalmologie-Preis der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) schildert einige Stationen ihres Lebens.

Die pharmakologische Nachstarprophylaxe

Etablierung eines humanen Kapselsackmodells
Die pharmakologische Nachstarprophylaxe steht noch in der experimentellen Entwicklung und fand bislang keine klinische Anwendung. Zum Vergleich passender Wirkstoffe und zur Testung der Biokompatibilität eignen sich In-vitro-Modelle wie das humane Kapselsackmodell und das humane Spenderhornhautmodell. Christian Wertheimer und Priv.-Doz. Dr. Kirsten Eibl-Lindner (München) erläutern das humane Kapselsackmodell, das im zell- und molekularbiologischen Labor der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Kooperation mit der bayerischen Hornhautbank sowie der Rechtsmedizin der LMU etabliert werden konnte.

IOL-Vergleichsstudie zu postoperativen Entzündungsreaktionen

Heparinbeschichtete versus unbeschichtete IOL aus hydrophobem Akrylat
Obwohl sich die Phakoemulsifikation durch den enormen Fortschritt deutlich verbessert hat, induziert die Kataraktoperation nach wie vor ein Trauma am Auge. Dr. Eva M. Krall, Prof. Dr. Günther Grabner und Priv.-Doz. Dr. Alois K. Dexl, MSc (Salzburg) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik der PMU Salzburg vor, die die postoperative Entzündungsreaktion nach Implantation einer heparinbeschichteten, einstückigen IOL aus hydrophobem Akrylat im Vergleich zum selben Modell ohne Beschichtung untersuchte.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 2)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Angioid Streaks als seltene Ursache einer CNV

Angioide Streaks sind gefäßähnliche lineare Läsionen, die irregulär und radiär von der Papille ausstrahlen. Histologisch handelt es sich um Dehiszenzen in den verdickten, verkalkten und anormal brüchigen, kollagenen und elastischen Anteilen der Bruch’schen Membran. Während die Prävalenz solcher angioiden Streaks insgesamt niedrig ist, bewirkt die hohe Komplikationsrate durch sekundäre choroidale Neovaskularisationen (CNV) und nachfolgende Vernarbung vielfach einen schweren Sehverlust. Katja de Veer (Halle/Saale) erläutert die häufigsten Ursachen für angioide Streaks, deren einzige Therapiemöglichkeit die Behandlung der aktiven CNV darstellt.