Aus der aktuellen Ausgabe

Begehungen augenärztlicher Praxen

Optimale Vorbereitung auf eine mögliche Inspektion durch Behörden
Die Anforderungen an die Qualität in der ambulanten Medizin haben sich in den letzten Jahren zunehmend gewandelt: War früher die Qualität medizinischer Leistungen nur bei Schadens- und Komplikationsfällen rechtlich relevant, bestehen heute Qualitätsanforderungen, die normativ geregelt und nachzuweisen sind. Arztpraxen werden in diesem Zusammenhang immer häufiger mit Überwachungen und Inspektionen durch staatliche Behörden konfrontiert, deren Rechte und Pflichten auf unterschiedlichen Gesetzen und Verordnungen beruhen, beispielsweise dem Infektionsschutzgesetz, dem Medizinproduktegesetz und dem Arbeitsschutzgesetz. Hinzu kommen länderspezifische Gesetze, berufsgenossenschaftliche Vorschriften und auch Bestimmungen zur Qualitätssicherung entsprechend SGB V-Verträgen. Inspektionen von Arztpraxen werden mit oder auch ohne Ankündigung durchgeführt und können sowohl wirtschaftliche Konsequenzen haben als auch haftungsrechtliche Risiken bergen. Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) erläutert das erforderliche Praxismanagement als optimale Vorbereitung für eine mögliche Inspektion.

IOL-Berechnung bei extremer Achsenmyopie

Berechnungsmethoden und mögliche Fehlerquellen
Die präoperative Auswahl einer geeigneten Intraokularlinse (IOL) ist für die Ergebnisse der Refraktiven und Kataraktchirurgie von großer Bedeutung. In der Regel sind die meisten Patientenaugen in optischer Biometrie und IOL-Berechnung mit den gegenwärtig verfügbaren Messtechniken und Rechenverfahren gut zu behandeln und gewährleisten überzeugende postoperative Ergebnisse. Manche Augen weichen jedoch erheblich in Form oder Dimension vom Standard ab und stellen damit eine besondere Herausforderung dar. Hierzu gehören auch Augen mit extremen Achsenlängen. Alexandra Kotouza, Dr. Peter Hoffmann und Dipl. Ing. Melanie Abraham (Castrop-Rauxel) erläutern anhand eigener Daten Fehlerquellen bei der IOL-Berechnung hochmyoper Augen.

Neues künstliches Akkommodationssystem entwickelt

Mechatronisches System zur Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit
Die nachlassende Akkommodationsfähigkeit des menschlichen Auges stellt nach wie vor eine der großen Herausforderungen in der Augenheilkunde dar. Es gibt einige Ansätze, die Kompromisslösungen darstellen, aber bislang gibt es noch keine befriedigende akkommodationsfähige Kunstlinse. Seit 2004 wird am Institut für Angewandte Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in enger Zusammenarbeit mit der Augenklinik der Universität Rostock und mit Unterstützung des BMBF ein neues System entwickelt. Erste Dummy-Implantate wurden von der Universitäts-Augenklinik Rostock im Tierversuch erfolgreich getestet und ihre Lage im Kapselsack postoperativ mit Erfolg verifiziert.- Ein faltbares künstliches Akkommodationssystem soll in den nächsten fünf Jahren entwickelt werden. Prof. Dr. Georg Bretthauer, Dr. Ulrich Gengenbach, Dr. Jörg Nagel, Prof. Dr. Oliver Stachs und Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff erläutern das Funktionsprinzip. 

Der operationsunwillige Glaukompatient

Mit einer konsequenten Therapie und regelmäßigen Kontrollen lässt sich der Krankheitsverlauf beim Glaukom verzögern oder sogar zum Stillstand bringen. Je nach Form und Stadium der Erkrankung wird das Glaukom zunächst mit Augentropfen behandelt, in bestimmten Fällen kann eine Laserbehandlung oder ein operativer Eingriff notwendig werden. Wichtig für den Therapieerfolg ist die Compliance des Patienten, für die eine sorgfältige und umfassende Patientenaufklärung wesentlich ist. Prof. Dr. Christoph Faschinger (Graz) erläutert mögliche Gründe für eine zurückhaltende oder ablehnende Haltung von Glaukompatienten hinsichtlich eines operativen Eingriffs.

86. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte in Gießen

Fortbildungstagung und Jubiläumsfeier Rhein-Mainischer Augenärzte
1913 wurde in der alten Universitätsstadt Gießen, in der Provinz Oberhessen des damaligen Großherzogtums Hessen und bei Rhein, die Vereinigung Hessischer und Hessisch-Nassauer Augenärzte gegründet. Einige Jahre später schlossen sich auch Rheinland-Pfalz und das Saarland an, Rhein-Mainische Augenärzte wurde als neuer Name gewählt. Deren 86. Versammlung, die im November 2013 zum Thema „Ein Jahrhundert Fortschritte in der Ophthalmologie“ in Gießen tagte, erinnerte zugleich an das hundertjährige Bestehen dieser ophthalmologischen Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen berichtet über die Jubiläumstagung.

Antigenpräsentation bei Trockenem Auge und okulärer Allergie

Trotz prinzipiell unterschiedlicher immunologischer Genesen von Trockenem Auge und okulärer Allergie ist der Mechanismus der Antigenpräsentation ein gemeinsamer Schlüsselmechanismus in der Frühphase beider Erkrankungen, da er die jeweilige Immunantwort und damit auch den Entzündungsprozess initiiert. Sebastian Schwab, Dr. Uta Gehlsen und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) stellen ein Forschungsprojekt vor, das die Rolle der antigenpräsentierenden Zellen beim Trockenen Auge und der okulären Allergie, mit besonderer Berücksichtigung des konjunktivaassoziierten lymphatischen Gewebes, untersucht und zu einem besseren Verständnis der Immunpathogenesen führen soll.

Einfluss von RLN2 und INSL3 auf korneale Wundheilung

Untersuchungen zum therapeutischen Einsatz von Relaxin 2 und Insulin-like Faktor 3
Die Hormone Relaxin 2 (RLN2) und Insulin-like Faktor 3 (INSL3) sind strukturell Insulin sehr ähnlich und konnten im Tränenfilm nachgewiesen werden. Über ihre Rezeptoren RXFP1 und RXFP2, die in Geweben der Augenoberfläche und der ableitenden Tränenwege exprimiert werden, können beide Hormone Einfluss auf die Augenoberfläche nehmen. In Experimenten an humanen Kornea- und Konjunktivaepithelzelllinien induzieren RLN2 und INSL3 eine Steigerung der Proliferation und Migration sowie die Expression von Matrixmetalloproteinasen und deren Inhibitoren. Durch Regulation dieser Prozesse können RLN2 und INSL3 die Wundheilung der Augenoberfläche beschleunigen. Dr. Ulrike Hampel (Erlangen) erläutert Untersuchungsergebnisse, die auf einen möglichen therapeutischen Einsatz von RLN2 und INSL3 an der Augenoberfläche verweisen.

Ophthalmorosazea

Pathogenese, Differenzialdiagnose und neue Therapieoption
Ophthalmorosazea ist eine interdisziplinäre Erkrankung, die die Zusammenarbeit mit den Dermatologen erfordert. Sie wird oftmals unterdiagnostiziert, da die Augensymptome in der Regel unspezifisch sind. Die vom Patienten beschriebenen Beschwerden sind häufig die des Trockenen Auges. Der Augenbefund kann unabhängig vom Hautbefall sein und diese Befunde korrelieren nicht unbedingt miteinander. Typisch ist der Befund der Blepharokonjunktivitis. Die Diagnose wird entsprechend klinischer Zeichen wie Lidrandrötung und -verdickung, Teleangiektasien, obliterierte Meibomausführungsgänge und pathologisches Meibomsekret gestellt. Zugrunde liegt eine chronische Entzündungsreaktion multifaktorieller Genese. Kristina Prause und Prof. Dr. Elisabeth M. Messmer (München) erläutern Pathogenese und Therapie der Ophthalmorosazea.

28. Kongress der DGII in Bochum

Refraktive und Kataraktchirurgie bei Komorbidität
Vorträge zur medikamentösen und refraktiven Intervention, neue Medizinprodukte und Implantate, aktuelle Aspekte der Lasertechnologie sowie berufspolitische Ausblicke standen im Mittelpunkt des 28. Kongresses der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII), zu dem Prof. Dr. H. Burkhard Dick Anfang März nach Bochum eingeladen hatte. Ein thematischer Schwerpunkt der Tagung galt der Refraktiven und Kataraktchirurgie bei vorbestehender Erkrankung. Von Katica Djakovic.

Kontaktlinsen beim Kleinkind

Beratung von Eltern und Erziehern
Kontaktlinsen sind eine wertvolle Sehhilfe bei hohen Brechungsfehlern des Auges und ein unersetzbares Therapeutikum in der Behandlung chronischer Augenerkrankungen. Die Anpassung einer Kontaktlinse vor allem beim Kind ist besonders anspruchsvoll und ihre Anwendung beim Neugeborenen, Säugling oder Kleinkind nicht ohne Risiko. Die Linsenabgabe an Kinder sollte erst dann erfolgen, wenn Vor- und Nachteile besprochen, alle Risiken eliminiert und mögliche Anpasshindernisse ausgeschlossen wurden. Die Besonderheiten der Kontaktlinsenanwendung beim Kind erläutern Karin Späth und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm).