Aus der aktuellen Ausgabe

Antigenpräsentation bei Trockenem Auge und okulärer Allergie

Trotz prinzipiell unterschiedlicher immunologischer Genesen von Trockenem Auge und okulärer Allergie ist der Mechanismus der Antigenpräsentation ein gemeinsamer Schlüsselmechanismus in der Frühphase beider Erkrankungen, da er die jeweilige Immunantwort und damit auch den Entzündungsprozess initiiert. Sebastian Schwab, Dr. Uta Gehlsen und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) stellen ein Forschungsprojekt vor, das die Rolle der antigenpräsentierenden Zellen beim Trockenen Auge und der okulären Allergie, mit besonderer Berücksichtigung des konjunktivaassoziierten lymphatischen Gewebes, untersucht und zu einem besseren Verständnis der Immunpathogenesen führen soll.

Einfluss von RLN2 und INSL3 auf korneale Wundheilung

Untersuchungen zum therapeutischen Einsatz von Relaxin 2 und Insulin-like Faktor 3
Die Hormone Relaxin 2 (RLN2) und Insulin-like Faktor 3 (INSL3) sind strukturell Insulin sehr ähnlich und konnten im Tränenfilm nachgewiesen werden. Über ihre Rezeptoren RXFP1 und RXFP2, die in Geweben der Augenoberfläche und der ableitenden Tränenwege exprimiert werden, können beide Hormone Einfluss auf die Augenoberfläche nehmen. In Experimenten an humanen Kornea- und Konjunktivaepithelzelllinien induzieren RLN2 und INSL3 eine Steigerung der Proliferation und Migration sowie die Expression von Matrixmetalloproteinasen und deren Inhibitoren. Durch Regulation dieser Prozesse können RLN2 und INSL3 die Wundheilung der Augenoberfläche beschleunigen. Dr. Ulrike Hampel (Erlangen) erläutert Untersuchungsergebnisse, die auf einen möglichen therapeutischen Einsatz von RLN2 und INSL3 an der Augenoberfläche verweisen.

Ophthalmorosazea

Pathogenese, Differenzialdiagnose und neue Therapieoption
Ophthalmorosazea ist eine interdisziplinäre Erkrankung, die die Zusammenarbeit mit den Dermatologen erfordert. Sie wird oftmals unterdiagnostiziert, da die Augensymptome in der Regel unspezifisch sind. Die vom Patienten beschriebenen Beschwerden sind häufig die des Trockenen Auges. Der Augenbefund kann unabhängig vom Hautbefall sein und diese Befunde korrelieren nicht unbedingt miteinander. Typisch ist der Befund der Blepharokonjunktivitis. Die Diagnose wird entsprechend klinischer Zeichen wie Lidrandrötung und -verdickung, Teleangiektasien, obliterierte Meibomausführungsgänge und pathologisches Meibomsekret gestellt. Zugrunde liegt eine chronische Entzündungsreaktion multifaktorieller Genese. Kristina Prause und Prof. Dr. Elisabeth M. Messmer (München) erläutern Pathogenese und Therapie der Ophthalmorosazea.

28. Kongress der DGII in Bochum

Refraktive und Kataraktchirurgie bei Komorbidität
Vorträge zur medikamentösen und refraktiven Intervention, neue Medizinprodukte und Implantate, aktuelle Aspekte der Lasertechnologie sowie berufspolitische Ausblicke standen im Mittelpunkt des 28. Kongresses der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII), zu dem Prof. Dr. H. Burkhard Dick Anfang März nach Bochum eingeladen hatte. Ein thematischer Schwerpunkt der Tagung galt der Refraktiven und Kataraktchirurgie bei vorbestehender Erkrankung. Von Katica Djakovic.

Kontaktlinsen beim Kleinkind

Beratung von Eltern und Erziehern
Kontaktlinsen sind eine wertvolle Sehhilfe bei hohen Brechungsfehlern des Auges und ein unersetzbares Therapeutikum in der Behandlung chronischer Augenerkrankungen. Die Anpassung einer Kontaktlinse vor allem beim Kind ist besonders anspruchsvoll und ihre Anwendung beim Neugeborenen, Säugling oder Kleinkind nicht ohne Risiko. Die Linsenabgabe an Kinder sollte erst dann erfolgen, wenn Vor- und Nachteile besprochen, alle Risiken eliminiert und mögliche Anpasshindernisse ausgeschlossen wurden. Die Besonderheiten der Kontaktlinsenanwendung beim Kind erläutern Karin Späth und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm).

Femtolaserassistierte Kataraktoperation nach DMEK

Bei Patienten, die bereits mit einer Hornhauttransplantation versorgt wurden und dann eine Katarakt entwickeln, sollte ein weiterer Endothelzellverlust vermieden werden. Erste Studien deuten darauf hin, dass eine femtolaserassistierte Phakoemulsifikation für die Hornhaut möglicherweise schonender ausfallen kann als eine manuelle Phakoemulsifikation. Dr. Georg Gerten, Dr. Elham Farvili, Dipl.-Phys. Karl Schmied und Dr. Omid Kermani (Köln) erläutern am Beispiel eines DMEK-Patienten die Vorgehensweise der Femto-Phako nach Hornhauttransplantation.

Fallbericht: Bitemporale Hemianopsie bei Hypophysenadenom

Zehn bis 15 Prozent der Schädeltumore sind Hypophysenadenome, die aufgrund ihres schleichenden Verlaufs oft spät erkannt werden und unerkannt eine erhöhte Morbidität und Mortalität haben. Dr. Janine Lenk, Dr. Egbert Matthé, Dr. Friederike Sorgenfrei, Dr. Anja Theuring und Prof. Dr. Lutz E. Pillunat (Dresden) stellen den Fall eines 34-jährigen Patienten vor, der im Notdienst der Universitäts-Augenklinik Dresden mit seit Tagen progredientem Kopfschmerz und subjektiv empfundenen binokularen Gesichtsfelddefekten vorstellig wurde.

Serie Auge und Sehen: Erste weiche Kontaktlinsen

Serie zur Sammlung Roth
Vor 50 Jahren wurde in einer naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift über ein neu synthetisiertes weiches Hydrogel berichtet. Zur Diskussion stand die Frage, ob und vor allem wo sich der Kunststoff in der Medizin einsetzen ließe. Der Versuch, das Material auch für optische Zwecke zu nutzen, gelang, die ersten weichen Kontaktlinsen entstanden. Trotz anfänglicher optischer Probleme und physiologischer Schwierigkeiten lieferten diese Experimente die Grundlage zur modernen Kontaktoptik. Die wenigen noch erhaltenen Linsen aus dieser Frühphase der weichen Kontaktlinse befinden sich heute in den Tresoren medizinhistorischer Museen.

86. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte in Gießen

Fortbildungstagung und Jubiläumsfeier Rhein-Mainischer Augenärzte
1913 wurde in der alten Universitätsstadt Gießen, in der Provinz Oberhessen des damaligen Großherzogtums Hessen und bei Rhein, die Vereinigung Hessischer und Hessisch-Nassauer Augenärzte gegründet. Einige Jahre später schlossen sich auch Rheinland-Pfalz und das Saarland an, Rhein-Mainische Augenärzte wurde als neuer Name gewählt. Deren 86. Versammlung, die im November 2013 zum Thema „Ein Jahrhundert Fortschritte in der Ophthalmologie“ in Gießen tagte, erinnerte zugleich an das hundertjährige Bestehen dieser ophthalmologischen Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen berichtet über die Jubiläumstagung.

Fallbericht: Uveitis als Manifestation einer Polychondritis

Die Polychondritis ist eine chronisch rezidivierende Entzündung des Knorpelgewebes, die dem Formenkreis seltener Autoimmunerkrankungen zugerechnet wird. Die Erkrankung unklarer Genese führt zum Verlust der Festigkeit des Knorpels und schließlich zur Deformation des Gewebes. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung liegt kein einheitliches Therapieschema vor. Bianca Schmeiß, Prof. Dr. Stephan Knipping, Dr. Jürgen Knolle und Priv.-Doz. Dr. Lothar Krause beschreiben den Fall einer Patientin mit Uveitis als Symptom der Polychondritis.