Aus der aktuellen Ausgabe

Biochemische Stressoren in der Makula

Die Retina und insbesondere die Makula befinden sich in einem sehr stark oxidativen Milieu. Als Schutz vor oxidativen Veränderungen verfügt das retinale Pigmentepithel über verschiedene Mechanismen, deren Effizienz mit dem Alter abnimmt und zu einem akkumulierenden Gewebsschaden im retinalem Pigmentepithel und einer verschlechterten Versorgungslage in den Photorezeptoren führen kann. Die Schädigung der Zellfunktion sowie eine Unterversorgung mit Sauerstoff sind wiederum wichtige Induktoren für eine verstärkte Ausschüttung des Wachstumsfaktors VEGF. Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel) erläutert im Folgenden die biochemischen Stressoren in der Makula.

Serie Auge und Sehen: Der Zwicker

Serie zur Sammlung Roth
Die Entdeckung, dass sphärisch geschliffene Gläser die Altersweitsichtigkeit ausgleichen konnten, war das Schlüsselereignis zur Erfindung der Brille im späten 13. Jahrhundert. Ungelöst blieb jedoch die Frage, wie diese Gläser nun am besten am Kopf zu befestigen waren. Die Hände sollten frei bleiben, die Entfernung zwischen Glas und Auge sollte konstant sein. Der Abstand der Gläsermitte zueinander musste entsprechend der Pupillendistanz veränderlich sein. Das Ganze sollte bequem zu tragen sein, bei heftigen Kopfbewegungen durfte die Konstruktion ihre Lage am Kopf nicht verändern. Es ist erstaunlich, dass es nahezu fünf Jahrhunderte dauerte, um das Problem befriedigend zu lösen. Die Revolution war der Zwicker, seine Erfindung fällt in die Zeit des kulturellen und politischen Umbruchs.

Interview mit DOG-Präsident Prof. Dr. Johann Roider zum DOG-Kongress 2014

„Blick über den Tellerrand“
Nach Leipzig lädt in diesem Jahr unter dem Motto „Qualifikation verpflichtet“ der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Kongressteilnehmer erwartet vom 25. bis 28. September im Congress Center Leipzig ein umfangreiches wissenschaftliches Fortbildungsangebot, das auch in diesem Jahr einige neue Formate präsentiert. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem Kongress-Präsidenten Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) über den Stellenwert guter Lehre, die Neuerungen und Highlights des Fortbildungsprogramms.

9. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen
Zum neunten internationalen Pro Retina-Forschungskolloquium trafen sich in Potsdam Anfang April rund 125 Wissenschaftler und Mediziner aus Europa und den USA. Vor der Kulisse des Templiner Sees stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Berichte von aktuellen klinischen Studien und neuen Ergebnissen aus der experimentellen Forschung lieferten einen Überblick über neue Erkenntnisse zu den Ursachen von degenerativen Netzhauterkrankungen sowie gegenwärtige Behandlungsansätze. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und erfahrenen Professoren. Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Susannah Spieker (M. Sc.), Dr. Moritz Lindner, Priv.-Doz. Dr. Tim Krohne, Prof. Dr. Peter Charbel Issa und Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Ethische Herausforderungen für die Augenheilkunde

Zwischen Profession und Markt
Auch in der Augenheilkunde stellen sich im Behandlungsalltag Aspekte und Fragen, die durchaus in ethischer Hinsicht von Bedeutung sind und auf die es keine einhelligen oder direkt konsensfähigen Antworten gibt. Dr. phil. Tobias Eichinger (Freiburg) erörtert das Spannungsfeld zwischen medizinischen Möglichkeiten und finanziellen Beschränkungen als ethische Herausforderung in der täglichen Praxis der Augenheilkunde.

DMEK: Einfluss von Spendermerkmalen

Aktuelle Aspekte zur Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK)
An der Universitäts-Augenklinik Freiburg wurde eine Studie mit dem Ziel durchgeführt, den Einfluss bestimmter Spendermerkmale auf die technische Schwierigkeit der DMEK zu klären. Dr. Sonja Heinzelmann, Priv.-Doz. Dr. Philip Maier, Prof. Dr. Daniel Böhringer und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) fassen die Ergebnisse zusammen.

Endothelzelltracking mittels Fotoflickering

Die Endothelzelldichtemessung dient als ein zentraler Parameter für Verlaufskontrollen beispielsweise nach Hornhaut­transplantation oder nach potentiell endothelschädigenden operativen Eingriffen wie der Implantation von Vorderkammerlinsen. Um das Problem der unvermeidlichen Messschwankungen beim Vergleich von Endothelzelldichtemessungen über die Zeit zu begegnen, wurde an der Universitäts-Augenklinik Freiburg ein neues Softwareprogramm entwickelt. Dr. Laura Gasser, Moritz C. Daniel, Prof. Dr. Thomas Reinhard und Prof. Dr. Daniel Böhringer (Freiburg) erörtern das Endothelzelltracking mittels Fotoflickering als Alternative zum Zelldichtevergleich.

Künstliche Hornhaut: Entwicklung alternativer Biomaterialien

Spenderhornhäute sind knapp, zudem ist die Gewinnung und Kultivierung von Spenderhornhäuten sehr aufwändig, sodass sie nur in Hornhautbanken vorrätig gehalten beziehungsweise von diesen kurz vor Transplantation bezogen werden können. Auch bergen sie das Risiko möglicher postoperativer immunologischer Transplantatreaktionen sowie einer eventuellen Krankheitsübertragung vom Spender auf den Empfänger. Seit langem gibt es Bestrebungen, alternative Biomaterialien zu entwickeln, die für den Einsatz in der Hornhaut geeignet sind. Prof. Dr. Björn Bachmann, FEBO, und Prof. Dr. Claus Cursiefen, FEBO, (Köln) zeigen aktuelle Ansätze und zukünftige Perspektiven als möglichen Ersatz für das Hornhautstroma auf.

IVOM ab 1. Oktober im EBM

Nicht überraschend, aber doch ziemlich plötzlich erfolgte Ende Juni der Beschluss des Bewertungsausschusses zur Einführung einer EBM-Ziffer für die intravitreale Medikamenteneinbringung (IVOM). Wie zu erwarten war, wird die Honorierung der ärztlichen Leistung geringer ausfallen als bisher, die Verlaufsdiagnostik mit dem OCT ist nicht Bestandteil des neuen EBM und nur noch zugelassene Medikamente sind abrechnungsfähig. Am meisten überrascht, dass rund um den neuen EBM noch zahlreiche Detailfragen offen sind – so beispielsweise die Frage, an welche Auflagen und Bedingungen die Durchführung der IVOM gebunden ist. Neben offenen Aspekten zur Umsetzung der EBM-Ziffer lautet jedoch eine für viele Augenärzte ganz maßgebliche Frage: Bleiben die Selektivverträge mit den Krankenkassen zur Abrechnung der IVOM erhalten? DER AUGENSPIEGEL sprach mit Uta B. Webersin, Co-Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher OphthalmoChirurgen (BDOC).

27. Jahreskongress der DOC in Nürnberg

Besucherrekord, Ehrungen und Diskussionen
Mit rund 5.500 Teilnehmern konnte der 27. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), der vom 15. bis 17. Mai in Nürnberg tagte, einen Besucherrekord verzeichnen. Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms waren die Hauptvorträge, in denen der derzeitige Kenntnisstand in den verschiedenen Fachbereichen vorgestellt wurde, sowie die gemeinsame Sitzung mit der International Society of Refractive Surgery (ISRS) of the American Academy of Ophthalmology (AAO). Neu ins Leben gerufen wurde auf der diesjährigen Jahrestagung die „Hall of Fame Ophthalmologie“, eine besondere Ehrung für herausragende Persönlichkeiten, die sich um die Augenheilkunde verdient gemacht haben. Von Katica Djakovic.