Aus der aktuellen Ausgabe

Direktversicherung für mitarbeitende Ehegatten

Augenärzte, die ihren Ehepartner in der eigenen Praxis beschäftigen und für diesen eine Direktversicherung als betriebliche Altersversorgungsleistung abschließen, können erhebliche Steuerersparnisse erzielen, wenn sie die vom Gesetzgeber, von der Rechtsprechung und der Finanzverwaltung entwickelten Rahmenbedingungen beachten. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die Anerkennung von Direktversicherungsbeiträgen zugunsten des Arbeitnehmer-Ehegatten als steuerlich abzugsfähige Praxisausgaben.

Biomarker beim Glaukom

Individualisierte Therapieoptionen durch Immunmodulation
In verschiedenen Studien wurden bei Glaukompatienten im Vergleich zu Gesunden spezifische Veränderungen in den komplexen Mustern natürlicher Autoantikörper identifiziert. Zur Klärung der Frage, ob der Untergang von retinalen Ganglienzellen in vivo antigenspezifisch auf autoaggressivem Wege ausgelöst werden kann, wurde an der Universitäts-Augenklinik Mainz das Experimentelle Autoimmune Glaukom (EAG)-Tiermodell entwickelt. Ein neues Diagnoseverfahren basierend auf veränderten Autoantikörpermustern könnte die Krankheitserkennung bei Glaukom deutlich verbessern und zusätzlich Patienten, die von einer möglichen individualisierten Immunmodulation profitieren würden, direkt identifizieren. Dr. Katharina Bell, Dr. Nadine von Thun und Hohenstein-Blaul und Prof. Dr. Dr. Franz H. Grus (Mainz) stellen ihre Forschungsergebnisse vor.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie mit dem CyPass Mikro-Stent

Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) gewinnt immer mehr an Bedeutung und in den letzten Jahren sind eine Reihe neuer Systeme hierfür entwickelt und optimiert worden. Solche Mikro-Stents können bei minimalem zeitlichem Mehraufwand auch im Rahmen einer Kataraktoperation implantiert werden. Priv.-Doz. Dr. Swaantje Grisanti, Susann Wegner, Joerdis Knoth (Lübeck) stellen Ergebnisse aus eigener Klinik dar.

Serie Auge und Sehen: Der Zwicker

Serie zur Sammlung Roth
Die Entdeckung, dass sphärisch geschliffene Gläser die Altersweitsichtigkeit ausgleichen konnten, war das Schlüsselereignis zur Erfindung der Brille im späten 13. Jahrhundert. Ungelöst blieb jedoch die Frage, wie diese Gläser nun am besten am Kopf zu befestigen waren. Die Hände sollten frei bleiben, die Entfernung zwischen Glas und Auge sollte konstant sein. Der Abstand der Gläsermitte zueinander musste entsprechend der Pupillendistanz veränderlich sein. Das Ganze sollte bequem zu tragen sein, bei heftigen Kopfbewegungen durfte die Konstruktion ihre Lage am Kopf nicht verändern. Es ist erstaunlich, dass es nahezu fünf Jahrhunderte dauerte, um das Problem befriedigend zu lösen. Die Revolution war der Zwicker, seine Erfindung fällt in die Zeit des kulturellen und politischen Umbruchs.

Interview mit DOG-Präsident Prof. Dr. Johann Roider zum DOG-Kongress 2014

„Blick über den Tellerrand“
Nach Leipzig lädt in diesem Jahr unter dem Motto „Qualifikation verpflichtet“ der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Die Kongressteilnehmer erwartet vom 25. bis 28. September im Congress Center Leipzig ein umfangreiches wissenschaftliches Fortbildungsangebot, das auch in diesem Jahr einige neue Formate präsentiert. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem Kongress-Präsidenten Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) über den Stellenwert guter Lehre, die Neuerungen und Highlights des Fortbildungsprogramms.

9. Internationales Pro Retina-Forschungskolloquium in Potsdam

Degenerative Netzhauterkrankungen
Zum neunten internationalen Pro Retina-Forschungskolloquium trafen sich in Potsdam Anfang April rund 125 Wissenschaftler und Mediziner aus Europa und den USA. Vor der Kulisse des Templiner Sees stand auch in diesem Jahr wieder der interdisziplinäre Austausch zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern im Mittelpunkt. Berichte von aktuellen klinischen Studien und neuen Ergebnissen aus der experimentellen Forschung lieferten einen Überblick über neue Erkenntnisse zu den Ursachen von degenerativen Netzhauterkrankungen sowie gegenwärtige Behandlungsansätze. Besonders große Bedeutung hatte einmal mehr die Diskussion zwischen den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlern und erfahrenen Professoren. Dipl.-Biol. Johanna Meyer, Susannah Spieker (M. Sc.), Dr. Moritz Lindner, Priv.-Doz. Dr. Tim Krohne, Prof. Dr. Peter Charbel Issa und Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Bonn) berichten über das diesjährige Treffen.

Ethische Herausforderungen für die Augenheilkunde

Zwischen Profession und Markt
Auch in der Augenheilkunde stellen sich im Behandlungsalltag Aspekte und Fragen, die durchaus in ethischer Hinsicht von Bedeutung sind und auf die es keine einhelligen oder direkt konsensfähigen Antworten gibt. Dr. phil. Tobias Eichinger (Freiburg) erörtert das Spannungsfeld zwischen medizinischen Möglichkeiten und finanziellen Beschränkungen als ethische Herausforderung in der täglichen Praxis der Augenheilkunde.

DMEK: Einfluss von Spendermerkmalen

Aktuelle Aspekte zur Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK)
An der Universitäts-Augenklinik Freiburg wurde eine Studie mit dem Ziel durchgeführt, den Einfluss bestimmter Spendermerkmale auf die technische Schwierigkeit der DMEK zu klären. Dr. Sonja Heinzelmann, Priv.-Doz. Dr. Philip Maier, Prof. Dr. Daniel Böhringer und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) fassen die Ergebnisse zusammen.

Endothelzelltracking mittels Fotoflickering

Die Endothelzelldichtemessung dient als ein zentraler Parameter für Verlaufskontrollen beispielsweise nach Hornhaut­transplantation oder nach potentiell endothelschädigenden operativen Eingriffen wie der Implantation von Vorderkammerlinsen. Um das Problem der unvermeidlichen Messschwankungen beim Vergleich von Endothelzelldichtemessungen über die Zeit zu begegnen, wurde an der Universitäts-Augenklinik Freiburg ein neues Softwareprogramm entwickelt. Dr. Laura Gasser, Moritz C. Daniel, Prof. Dr. Thomas Reinhard und Prof. Dr. Daniel Böhringer (Freiburg) erörtern das Endothelzelltracking mittels Fotoflickering als Alternative zum Zelldichtevergleich.

Künstliche Hornhaut: Entwicklung alternativer Biomaterialien

Spenderhornhäute sind knapp, zudem ist die Gewinnung und Kultivierung von Spenderhornhäuten sehr aufwändig, sodass sie nur in Hornhautbanken vorrätig gehalten beziehungsweise von diesen kurz vor Transplantation bezogen werden können. Auch bergen sie das Risiko möglicher postoperativer immunologischer Transplantatreaktionen sowie einer eventuellen Krankheitsübertragung vom Spender auf den Empfänger. Seit langem gibt es Bestrebungen, alternative Biomaterialien zu entwickeln, die für den Einsatz in der Hornhaut geeignet sind. Prof. Dr. Björn Bachmann, FEBO, und Prof. Dr. Claus Cursiefen, FEBO, (Köln) zeigen aktuelle Ansätze und zukünftige Perspektiven als möglichen Ersatz für das Hornhautstroma auf.