Aus der aktuellen Ausgabe

XXVIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Bonn (Teil 2)

Ophthalmogeschichte(n) in der ­ehemaligen Hauptstadt
Im Oktober tagte im traditionsreichen Bonner Hotel Dreesen zum 28. Mal die ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) und bot mit 26 angemeldeten Vorträgen und Postern ein höchst vielseitiges und interessantes wissenschaftliches Programm. Im zweiten Teil des Tagungsberichtes fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) Inhalte aus der dritten und vierten wissenschaftlichen Sitzung sowie die Posterausstellung zusammen.

Entwicklung der Hornhautendothelzelldichte nach Katarakt-OP

Vergleichsstudie zu intraoperativ verwendetem Viskoelastikum versus BSS-Plus-Infusion
Durch eine Kataraktoperation kommt es traumatisch bedingt zu einem höheren Abfall der Hornhautendothelzelldichte (ECD) als es der physiologischen Verlustrate durch Alterung entspricht. In welchem Maße es zu einem ECD-Verlust kommt, ist von vielen intra- und perioperativen Faktoren abhängig. Im Rahmen einer prospektiven Studie an der Universitäts-Augenklinik Marburg wurde die Entwicklung der Endothelzelldichte in der frühen postoperativen Phase nach Kataraktchirurgie in Abhängigkeit von der Verwendung einer viskoelastischen Substanz gegenüber einer BSS-Plus-Infusion untersucht. Dr. Irena Manojlovic (Achim) und Prof. Walter Sekundo (Marburg) stellen die Ergebnisse vor.

Jahrestagung der Vereinigung Deutschsprachiger Ophthalmopathologen (DOP) in Kiel

„Fruchtbare Kooperation“
Die Ophthalmopathologie, insbesondere die Histologie des Auges, ist seit gut 150 Jahren fester Bestandteil der universitären Augenheilkunde. Die Weiterentwicklung der allgemeinen Pathologie, sei es im Bereich der Färbetechniken oder dem neuen Feld der Molekularpathologie, sowie neue Krankheitsentitäten, die nicht nur das Auge betreffen, erfordern auch in diesem Bereich eine Intensivierung und Kultivierung des interdisziplinären Austausches. Die Verbesserung des Informationsaustausches gehört auch zu den Zielen der DOP, die zur 42. Jahrestagung nach Kiel geladen hatte. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über das Treffen.

Förderung der privaten Altersvorsorge

Seit dreizehn Jahren gibt es die vom Staat mit Zulagen geförderte Altersvorsorge. Rund 15 Millionen Bürger haben bereits solche Verträge abgeschlossen, denn es hat sich herumgesprochen, dass das so genannte Rentenniveau in den kommenden Jahrzehnten weiter sinken wird, wenn die Beiträge der Versicherten auch in Zukunft bezahlbar bleiben sollen. Um diese Einbußen bei der gesetzlichen Altersversorgung auszugleichen, fördert der Staat seit 2002 den Aufbau einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert, welche Voraussetzungen für die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge erforderlich sind.

OCT als Kassenleistung aufgrund eines Systemversagens?

Aktuelles Urteil verpflichtet Krankenkasse zu Kostenübernahme
Die Optische Kohärenztomographie kam 1996 erstmals in der Augenheilkunde zum Einsatz und hat seither eine rasante Entwicklung verzeichnet. Sie ist ein wichtiges Verfahren zur frühen Diagnostik von Netzhauterkrankungen und laut Leitlinien der augenärztlichen Fachgesellschaften unverzichtbar bei der Verlaufskontrolle im Rahmen der IVOM-Therapie bei chronischen Netzhauterkrankungen. Dennoch ist die OCT nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen abgebildet und bislang für den Patienten eine IGeL-Leistung. Ein Urteil des Sozialgerichts Rostock hat nun erstmals eine Krankenkasse zur Kostenübernahme verpflichtet. Karl-Heinz Ackermann, Geschäftsführer der Augenärztegenossenschaft Mecklenburg-Vorpommern (Neubrandenburg) und Rentenberater, berichtet über das Urteil.

Prophylaxe der Post-IVOM-Endophthalmitis

Geänderte Empfehlungen zur topischen Antibiose nach IVOM
Die bakterielle Endophthalmitis ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation nach intravitrealer operativer Medikamentenapplikation (IVOM). Ihre Besonderheit – im Unterschied zur Endophthalmitis nach Eingriffen am vorderen Augenabschnitt – besteht darin, dass sich der Keim initial näher an der Netzhaut befindet und dort schneller zu irreversiblen strukturellen Schäden führen kann. Auch treten die Schmerzen etwas verzögert auf, da der Ziliarkörper später als nach einer Kataraktoperation beeinträchtigt wird. Prof. Nicolas Feltgen und Prof. Hans Hoerauf (Göttingen) stellen neuere Daten zur bisher empfohlenen perioperativen Antibiotikagabe dar und fassen die aktuelle Stellungnahme der Fachgesellschaften zur Endophthalmitis-Prophylaxe bei intravitrealer operativer Medikamenteneingabe zusammen.

AMD-Therapie mit niederenergetischer Röntgenstrahlung

Die Anti-VEGF-Injektionen haben sich als Standard in der Behandlung der neovaskulären AMD etabliert. Eine mögliche Reduktion der erforderlichen Injektionen bei gleichzeitigem Visuserhalt ist eine neue Option, die sich mit der singulären Anwendung einer stereotaktischen Radiotherapie mit niederenergetischer Röntgenstrahlung bietet. Prof. Dr. Norbert Bornfeld (Essen) erläutert den Ansatz sowie die aktuellen Studienergebnisse des Verfahrens, das derzeit bereits in einigen deutschen Kliniken Anwendung findet.

XXVIII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Bonn (Teil 1)

Ophthalmogeschichte(n) in der ehemaligen Hauptstadt
Im Oktober tagte zum 28. Mal die ophthalmohistorische Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) und bot mit 26 angemeldeten Vorträgen und Postern im traditionsreichen Bonner Hotel Dreesen ein höchst vielseitiges und interessantes wissenschaftliches Programm. Besondere Höhepunkte waren die neu eingeführte Julius-Hirschberg-Vorlesung sowie der erstmalig verliehene JHG-Promotionspreis. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) fasst die Inhalte zusammen.

Kontaktlinsen in der Forensik

Kriminaltechnische Spurensuche im Rahmen der Obduktion
Die Frage, ob eine Kontaktlinse relevante Daten über einen ungeklärten Todesfall liefern könnte, galt lange als strittig. Doch inzwischen hat sie einen besonderen Stellenwert in der Forensik erhalten: Auch Ermittlungsbehörden haben mittlerweile erkannt, dass eine Untersuchung der Kontaktlinsen bei rechtsmedizinischen Fragestellungen weiterhelfen kann. Dabei erfordert die Beurteilung von Ablagerungen oder Defekten, vor allem bei Gewalttaten oder ungeklärten Todesfällen, den erfahrenen Kontaktologen. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) zeigt einige Fälle aus dem forensischen Erfahrungsgut des Instituts für wissenschaftliche Kontaktoptik in Ulm auf.