Aus der aktuellen Ausgabe

Femtosekundenlaserassistierte Eingriffe bei kindlicher Katarakt

Eine kongenitale Katarakt stellt stets eine Herausforderung für den Chirurgen dar, da die Elastizität des kindlichen Kapselsackes erheblich größer ist als beim Erwachsenen und damit die Schwierigkeit einer in Bezug auf Größe und Form präzisen Kapsulorhexis zunimmt. An der Universitäts-Augenklinik Bochum, an der bereits mehr als 3.200 erwachsene Kataraktpatienten mit dem Femtosekundenlaser operiert wurden, kam diese Technologie inzwischen auch bei 37 kindlichen Augen zum Einsatz. Prof. Dr. H. Burkhard Dick und Tim Schultz (Bochum) erörtern ihre Erfahrungen mit femtosekundenlaserassistierten Eingriffen bei kindlicher Katarakt und die daraus abgeleitete „Bochumer Korrekturformel“.

Photokoagulation – Eine überholte Therapie?

Die Therapieempfehlungen zur Photokoagulation der Retina leiten sich noch immer aus den ETDRS-Studien ab, werden jedoch in der klinischen Praxis weitgehend modifiziert, so dass aktuell in der klinischen Praxis kein einheitliches Behandlungsschema angewendet wird. Allerdings haben Studien mit modifizierten zentralen Laserbehandlungsprotokollen gezeigt, dass allein eine gute Standardisierung des Verfahrens und eine Anpassung des Protokolls beispielsweise durch erhöhte Dichte sanfterer Läsionen das klinische Outcome des Lasers deutlich optimieren kann. An der Universitäts-Augenklinik Kiel wurden Photokoagulationsläsionen sowohl im unterschwelligen als auch im üblichen therapeutischen Bereich hinsichtlich ihrer Schadensintensität untersucht. Dr. Stefan Koinzer, Carola Hesse, Dipl. Phys. Alexander Baade, Dr. rer. nat. Ralf Brinkmann und Prof. Dr. Johann Roider (Kiel) erläutern die Forschungsergebnisse

Hydrophobe Acryl- versus Silikon-IOL

Studie zum Materialeffekt auf die Nachstarbildung
In einer Studie an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Wien wurde der Materialeffekt von hydrophobem Acryl beziehungsweise Silikon bei dreistückigen Kunstlinsen auf die Nachstarbildung verglichen. Dr. Sabine Schriefl, Prof. Dr. Christina Leydolt, Prof. Dr. Eva Stifter und Prof. Dr. Rupert Menapace (Wien) stellen die Zweijahresergebnisse vor.

Mobilitätsverbesserung mit einem Blindenführhund

Es besteht ein großer Bedarf an Hilfsmitteln, die eine geeignete Mobilitätsversorgung blinder Menschen gewährleisten. Zu den Hilfsmitteln im Sinne des Sozialgesetzbuches gehören auch Blindenführhunde. Die Entwicklung des Blindenführhundewesens bis hin zu Aspekten aktueller Verordnungsmöglichkeit wurde im Rahmen des DOG-Kongresses 2014 mit einem wissenschaftlichen Poster vorgestellt und diskutiert. Dr. Sibylle Scholtz (Heidelberg) und Andreas Schmelt (Hamburg) stellen die Arbeit vor.

Serie Auge und Sehen: Chinesische Brillendose

Serie zur Sammlung Roth
Brillen waren einst wertvoll. Nur wenige Fehl- oder Alterssichtige konnten sich diese teure Importware aus Murano leisten. Wo auch immer sie als Lesehilfe Verwendung fanden, es galt, sie mit Sorgfalt zu behandeln und aufzubewahren. Dazu gab es sicherlich schon Etuis, Behälter oder Dosen. Es fällt auf, dass in frühen Abbildungen von Brillen immer nur die Sehhilfe, nicht aber ihr Aufbewahrungsbehälter dargestellt wird. So bleibt es für den Historiker offen, wo und wie im ausgehenden Mittelalter das unersetzliche Stück sicher verwahrt wurde. Dass man die wertvollen Gläser durchaus zu schützen wusste, zeigt dieser fernöstliche Brillenbehälter aus Holz. Er stammt aus China und kann ins späte 17. Jahrhundert datiert werden.

Gemeinsames Symposium von DGG und DOG in Halle und Leipzig

„Geriatrie in der Ophthalmologie“
Erstmalig widmete sich im Rahmen der DOG ein geriatrisches Symposium den Herausforderungen und Aufgaben der Augenheilkunde in einer älter werdenden Gesellschaft. Auf der DOG-Mitgliederversammlung 2013 angeregt, war es zu einer Kontaktaufnahme von Prof. Johann Roider (Kiel) mit dem Kongresspräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) Priv.-Doz. Dr. Werner Hofmann (Neumünster/Bad Bramstedt) gekommen. Da der gemeinsame Jahreskongress der Fachgesellschaften für Geriatrie und Gerontologie vom 24. bis 27. September zeitgleich mit der DOG im nahen Halle stattfand, wurde die Chance für ein gemeinsames Symposium ergriffen. So konnten die Vorträge zu dem Thema „Geriatrie in der Ophthalmologie – Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft“ an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zunächst in Halle, dann in Leipzig, jeweils unter dem Vorsitz von Hofmann und Roider, präsentiert und diskutiert werden. Dr. Udo Hennighausen (Heide) stellt die Themenaspekte dar.

BVA-Delegiertenversammlung 2014 in Berlin

„Schulterschluss suchen“
Die vorherrschende berufspolitische Diskussion der BVA-Delegierten galt in diesem Jahr der kürzlich erfolgten Einführung der IVOM-Ziffer in den EBM und den damit verbundenen Aspekten wie beispielsweise der Frage nach der zukünftigen Rolle der Kliniken in der augenheilkundlichen Versorgung. Auch die geplante Einführung von Terminservicestellen zur Verkürzung von Wartezeiten sorgte für regen Meinungsaustausch auf der Delegiertenversammlung des Berufsverbandes Anfang November in Berlin. Von Katica Djakovic.

Augensymptome bei Ebola

Kaum ein Krankheitsbild der letzten Wochen hat die Medizin so aufgerüttelt wie das der Ebola. Eine Viruserkrankung, über Jahre in einigen Gebieten Afrikas endemisch, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem weltweiten Problem. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) erläutert die Augensymptomatik bei einer Ebola-Infektion. 

112. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

„Bewusstsein schärfen“
Zum dritten Mal in der langen Geschichte der DOG lud die Gesellschaft zum Jahreskongress nach Leipzig ein: 1991, nach der Wiedervereinigung zeigte sie damit ihre Verbundenheit mit den ostdeutschen Ophthalmologen, 2009 wurde ein weiteres Mal nach Leipzig, einen der ältesten Messestandorte der Welt, geladen und 2014 habe „die hervorragende Infrastruktur der Kongresshallen ermutigt, erneut nach Leipzig zu gehen“, begründete der Kongresspräsident Prof. Dr. Johann Roider die diesjährige Entscheidung gegen den üblichen Tagungsort Berlin und für das Congress Center Leipzig. Auch das wissenschaftliche Programm hatte einige Neuerungen zu bieten: so wurde mit „DOG-Kontrovers“ ein Sitzungsformat aufgenommen, um strittige Fachfragen auszudiskutieren, und mit dem neu eingeführten Geriatrie-Symposium soll zukünftig den Aspekten des gesellschaftlichen Wandels Rechnung getragen werden. Aktuell bewegte vor allem das Thema der IVOM-Abrechnung in den ambulanten Klinikzentren. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Praxismanagement: Personalkostensenkung

Kostenreduzierung durch lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Zuwendungen
Deutschland gehört bei der Steuer- und Abgabenbelastung zur Spitzengruppe in Europa. Von einer gut gemeinten Gehaltserhöhung kommen deshalb nur rund 55 Prozent beim Arbeitnehmer an, der Arbeitgeber wird darüber hinaus mit zusätzlichen Lohnnebenkosten von etwa 20 Prozent belastet. Dr. Walter Schwarz (Fürth) erläutert legale Möglichkeiten, die einerseits die Lohnkosten für den Arbeitgeber senken und andererseits dazu beitragen, dass dem Arbeitnehmer von der Bruttolohnerhöhung mehr Nettolohn verbleibt.