Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Der Augenarzt in der Musik

Serie zur Sammlung Roth
In zahllosen Liedern und Arien besingt man die Liebe, musikalische Variationen über Herz und Schmerz sind meist mit eingeschlossen. Sehr viel seltener wird das Auge zum Motiv für eine Komposition und noch seltener ist es dann der Augenarzt, der sich in der Partitur wiederfindet. Warum sollte ihm die Musik auch nur eine Note widmen? Allerdings findet sich der Augenarzt und sein Berufsbild erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als eigenes Fach, grenzte sich doch die Ophthalmologie erst um 1850 mit der Erfindung des Augenspiegels von den anderen Fachgebieten ab. Bis zum Ende des Biedermeiers kennt man also den Ophthalmologen noch nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass da bereits 1811 in Wien ein bemerkenswertes Singspiel in Form einer Oper aufgeführt wird, sie nennt sich „Der Augenarzt“.

Augensymptome bei Ebola

Kaum ein Krankheitsbild der letzten Wochen hat die Medizin so aufgerüttelt wie das der Ebola. Eine Viruserkrankung, über Jahre in einigen Gebieten Afrikas endemisch, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem weltweiten Problem. Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) erläutert die Augensymptomatik bei einer Ebola-Infektion. 

112. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

„Bewusstsein schärfen“
Zum dritten Mal in der langen Geschichte der DOG lud die Gesellschaft zum Jahreskongress nach Leipzig ein: 1991, nach der Wiedervereinigung zeigte sie damit ihre Verbundenheit mit den ostdeutschen Ophthalmologen, 2009 wurde ein weiteres Mal nach Leipzig, einen der ältesten Messestandorte der Welt, geladen und 2014 habe „die hervorragende Infrastruktur der Kongresshallen ermutigt, erneut nach Leipzig zu gehen“, begründete der Kongresspräsident Prof. Dr. Johann Roider die diesjährige Entscheidung gegen den üblichen Tagungsort Berlin und für das Congress Center Leipzig. Auch das wissenschaftliche Programm hatte einige Neuerungen zu bieten: so wurde mit „DOG-Kontrovers“ ein Sitzungsformat aufgenommen, um strittige Fachfragen auszudiskutieren, und mit dem neu eingeführten Geriatrie-Symposium soll zukünftig den Aspekten des gesellschaftlichen Wandels Rechnung getragen werden. Aktuell bewegte vor allem das Thema der IVOM-Abrechnung in den ambulanten Klinikzentren. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Retropupillar fixierte Irisklauenlinsen

Studie zu morphologischen Veränderungen nach traumatischer Deenklavation
Die Implantation von Intraokularlinsen bei Patienten mit Aphakie oder fehlender Kapselapparataufhängung stellt noch immer eine besondere Herausforderung dar. Eine der vielversprechendsten Implantationsverfahren ist die retropupillare (posteriore) Fixierung von Irisklauenlinsen. Ziel einer Studie war es, morphologische Veränderungen an retropupillar fixierten Irisklauenlinsen nach Dislokation aufgrund traumatischer Deenklavation zu analysieren. Dr. Tobias Brockmann, Dr. Johannes Gonnermann und Priv.-Doz. Dr. Eckart Bertelmann (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Serie Auge und Sehen: Der Bildbetrachter

Serie zur Sammlung Roth
Hübsche Dinge anzuschauen, schöne Bilder zu betrachten, das war schon immer ein Teil der Lebensqualität: Es diente der Unterhaltung und Bildung zugleich. Mit dem Beginn der Fotografie wurde statt des mühsamen Malens das Ablichten von Motiven zum Hobby vieler. Die Entwicklung der Kleinbildkamera revolutionierte die Aufnahmetechnik. Farbige Papierabzüge oder gar Poster waren in den Vorkriegsjahren allerdings noch unerschwinglich. Also griff man auf das preisgünstige Farbdiapositiv, wie man früher das Dia nannte, zurück und suchte nach einfachen Wegen die Bilder möglichst wirklichkeitsgetreu anschauen zu können. Hierzu bedurfte es entweder eines Projektors oder noch einfacher eines Bildbetrachters. Beides gehörte früher neben der Kamera zur Standardausrüstung des Fotografen.

Vereinigung Norddeutscher Augenärzte tagte in Warnemünde

Zur 64. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte hatte der scheidende Direktor der Universitäts-Augenklinik Rostock Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff nach Warnemünde eingeladen. Den 355 Teilnehmern wurde ein umfassendes Programm mit insgesamt 81 Präsentationen geboten, Kurse für Ärzte, Medizinische Fachangestellte und Assistenz-Fachkräfte sowie eine Weiterbildung für Orthoptistinnen flankierten die Tagung der Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen fasst die Inhalte zusammen.

Direktversicherung für mitarbeitende Ehegatten

Augenärzte, die ihren Ehepartner in der eigenen Praxis beschäftigen und für diesen eine Direktversicherung als betriebliche Altersversorgungsleistung abschließen, können erhebliche Steuerersparnisse erzielen, wenn sie die vom Gesetzgeber, von der Rechtsprechung und der Finanzverwaltung entwickelten Rahmenbedingungen beachten. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die Anerkennung von Direktversicherungsbeiträgen zugunsten des Arbeitnehmer-Ehegatten als steuerlich abzugsfähige Praxisausgaben.

Biomarker beim Glaukom

Individualisierte Therapieoptionen durch Immunmodulation
In verschiedenen Studien wurden bei Glaukompatienten im Vergleich zu Gesunden spezifische Veränderungen in den komplexen Mustern natürlicher Autoantikörper identifiziert. Zur Klärung der Frage, ob der Untergang von retinalen Ganglienzellen in vivo antigenspezifisch auf autoaggressivem Wege ausgelöst werden kann, wurde an der Universitäts-Augenklinik Mainz das Experimentelle Autoimmune Glaukom (EAG)-Tiermodell entwickelt. Ein neues Diagnoseverfahren basierend auf veränderten Autoantikörpermustern könnte die Krankheitserkennung bei Glaukom deutlich verbessern und zusätzlich Patienten, die von einer möglichen individualisierten Immunmodulation profitieren würden, direkt identifizieren. Dr. Katharina Bell, Dr. Nadine von Thun und Hohenstein-Blaul und Prof. Dr. Dr. Franz H. Grus (Mainz) stellen ihre Forschungsergebnisse vor.

Minimalinvasive Glaukomchirurgie mit dem CyPass Mikro-Stent

Die minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) gewinnt immer mehr an Bedeutung und in den letzten Jahren sind eine Reihe neuer Systeme hierfür entwickelt und optimiert worden. Solche Mikro-Stents können bei minimalem zeitlichem Mehraufwand auch im Rahmen einer Kataraktoperation implantiert werden. Priv.-Doz. Dr. Swaantje Grisanti, Susann Wegner, Joerdis Knoth (Lübeck) stellen Ergebnisse aus eigener Klinik dar.

Neuroregenerativ wirkende Strategien beim experimentellen Glaukom

Der Zelltod retinaler Ganglienzellen gilt als irreversibel. Wenn es geläng, die regenerationshemmenden Mechanismen zu überwinden und die Neurone zur Regeneration anzuregen, wäre ein eingetretener retinaler Ganglienzellen-Schaden reversibel und gegebenenfalls vielleicht sogar heilbar. Auch adulte Neurone können zur Regeneration unter bestimmten experimentellen Umständen in vivo und in vitro angeregt werden, was beweist, dass die molekulare Zellmaschinerie der Regenerationsfähigkeit lebenslang vorhanden, aber inaktiviert ist. Priv.-Doz. Dr. Verena Prokosch-Willing, Prof. Dr. Solon Thanos (Münster) erläutern potentiell neuroregenerativ wirkende Strategien, die im Tiermodel und experimentellen Glaukommodell untersucht worden sind.