Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Erste weiche Kontaktlinsen

Serie zur Sammlung Roth
Vor 50 Jahren wurde in einer naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift über ein neu synthetisiertes weiches Hydrogel berichtet. Zur Diskussion stand die Frage, ob und vor allem wo sich der Kunststoff in der Medizin einsetzen ließe. Der Versuch, das Material auch für optische Zwecke zu nutzen, gelang, die ersten weichen Kontaktlinsen entstanden. Trotz anfänglicher optischer Probleme und physiologischer Schwierigkeiten lieferten diese Experimente die Grundlage zur modernen Kontaktoptik. Die wenigen noch erhaltenen Linsen aus dieser Frühphase der weichen Kontaktlinse befinden sich heute in den Tresoren medizinhistorischer Museen.

86. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte in Gießen

Fortbildungstagung und Jubiläumsfeier Rhein-Mainischer Augenärzte
1913 wurde in der alten Universitätsstadt Gießen, in der Provinz Oberhessen des damaligen Großherzogtums Hessen und bei Rhein, die Vereinigung Hessischer und Hessisch-Nassauer Augenärzte gegründet. Einige Jahre später schlossen sich auch Rheinland-Pfalz und das Saarland an, Rhein-Mainische Augenärzte wurde als neuer Name gewählt. Deren 86. Versammlung, die im November 2013 zum Thema „Ein Jahrhundert Fortschritte in der Ophthalmologie“ in Gießen tagte, erinnerte zugleich an das hundertjährige Bestehen dieser ophthalmologischen Fachgesellschaft. Dr. Udo Hennighausen berichtet über die Jubiläumstagung.

Antigenpräsentation bei Trockenem Auge und okulärer Allergie

Trotz prinzipiell unterschiedlicher immunologischer Genesen von Trockenem Auge und okulärer Allergie ist der Mechanismus der Antigenpräsentation ein gemeinsamer Schlüsselmechanismus in der Frühphase beider Erkrankungen, da er die jeweilige Immunantwort und damit auch den Entzündungsprozess initiiert. Sebastian Schwab, Dr. Uta Gehlsen und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) stellen ein Forschungsprojekt vor, das die Rolle der antigenpräsentierenden Zellen beim Trockenen Auge und der okulären Allergie, mit besonderer Berücksichtigung des konjunktivaassoziierten lymphatischen Gewebes, untersucht und zu einem besseren Verständnis der Immunpathogenesen führen soll.

Einfluss von RLN2 und INSL3 auf korneale Wundheilung

Untersuchungen zum therapeutischen Einsatz von Relaxin 2 und Insulin-like Faktor 3
Die Hormone Relaxin 2 (RLN2) und Insulin-like Faktor 3 (INSL3) sind strukturell Insulin sehr ähnlich und konnten im Tränenfilm nachgewiesen werden. Über ihre Rezeptoren RXFP1 und RXFP2, die in Geweben der Augenoberfläche und der ableitenden Tränenwege exprimiert werden, können beide Hormone Einfluss auf die Augenoberfläche nehmen. In Experimenten an humanen Kornea- und Konjunktivaepithelzelllinien induzieren RLN2 und INSL3 eine Steigerung der Proliferation und Migration sowie die Expression von Matrixmetalloproteinasen und deren Inhibitoren. Durch Regulation dieser Prozesse können RLN2 und INSL3 die Wundheilung der Augenoberfläche beschleunigen. Dr. Ulrike Hampel (Erlangen) erläutert Untersuchungsergebnisse, die auf einen möglichen therapeutischen Einsatz von RLN2 und INSL3 an der Augenoberfläche verweisen.

Ophthalmorosazea

Pathogenese, Differenzialdiagnose und neue Therapieoption
Ophthalmorosazea ist eine interdisziplinäre Erkrankung, die die Zusammenarbeit mit den Dermatologen erfordert. Sie wird oftmals unterdiagnostiziert, da die Augensymptome in der Regel unspezifisch sind. Die vom Patienten beschriebenen Beschwerden sind häufig die des Trockenen Auges. Der Augenbefund kann unabhängig vom Hautbefall sein und diese Befunde korrelieren nicht unbedingt miteinander. Typisch ist der Befund der Blepharokonjunktivitis. Die Diagnose wird entsprechend klinischer Zeichen wie Lidrandrötung und -verdickung, Teleangiektasien, obliterierte Meibomausführungsgänge und pathologisches Meibomsekret gestellt. Zugrunde liegt eine chronische Entzündungsreaktion multifaktorieller Genese. Kristina Prause und Prof. Dr. Elisabeth M. Messmer (München) erläutern Pathogenese und Therapie der Ophthalmorosazea.

28. Kongress der DGII in Bochum

Refraktive und Kataraktchirurgie bei Komorbidität
Vorträge zur medikamentösen und refraktiven Intervention, neue Medizinprodukte und Implantate, aktuelle Aspekte der Lasertechnologie sowie berufspolitische Ausblicke standen im Mittelpunkt des 28. Kongresses der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII), zu dem Prof. Dr. H. Burkhard Dick Anfang März nach Bochum eingeladen hatte. Ein thematischer Schwerpunkt der Tagung galt der Refraktiven und Kataraktchirurgie bei vorbestehender Erkrankung. Von Katica Djakovic.

Interview mit Prof. Dr. Bernd Bertram zum AAD-Kongress 2014

„Therapieentscheidungen in der Augenheilkunde: Jeder Patient ist einzigartig“ lautet das Hauptthema, zu der die diesjährige Tagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) vom 18. bis 22. März erneut nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Das wissenschaftliche Hauptthema der 15. gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) erläutert Prof. Dr. Bernd Bertram (Aachen), der 1. Vorsitzende des BVA, im Gespräch mit dem AUGENSPIEGEL ebenso wie die aktuellen berufspolitischen Positionen zu strukturellen Änderungen des Faches sowie zu personellen Neuerungen bei KBV und BMG.

176. RWA-Versammlung in Krefeld

„Mythen und Fakten in der Augenheilkunde“
Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Was ist gesichert in der Augenheilkunde? – Mythen und Fakten“ fand Ende Januar die 176. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) in Krefeld statt. Innovationen prägen die Augenheilkunde und es biete sich an, die Neuerungen vor dem Hintergrund gesicherter Erkenntnisse zu bewerten, begründete Tagungspräsident Prof. Dr. Marcus Knorr (Krefeld) die Wahl des Tagungsmottos. In einer gleichnamigen Sitzung stellten sechs renommierte Referenten verbreitete „Mythen“ in Form wissenschaftlicher Ungenauigkeiten zu verschiedenen Krankheitsbildern der aktuellen faktischen Beweislage gegenüber. Von Katica Djakovic.

Interview mit Prof. Dr. H. Burkhard Dick zum DGII-Kongress 2014

Die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) tagt vom 6. bis 8. März. Zum 28. Kongress der DGII lädt in diesem Jahr Prof. Dr. H. Burkhard Dick, Tagungspräsident der DGII und Direktor der Augenklinik am Bochumer Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus, ins RuhrCongress Zentrum nach Bochum ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem DGII-Tagungspräsidenten über die Schwerpunktthemen und fachlichen Kontroversen der Tagung sowie die spezielle Anziehungskraft des diesjährigen Veranstaltungsortes.