Aus der aktuellen Ausgabe

Die pharmakologische Nachstarprophylaxe

Etablierung eines humanen Kapselsackmodells
Die pharmakologische Nachstarprophylaxe steht noch in der experimentellen Entwicklung und fand bislang keine klinische Anwendung. Zum Vergleich passender Wirkstoffe und zur Testung der Biokompatibilität eignen sich In-vitro-Modelle wie das humane Kapselsackmodell und das humane Spenderhornhautmodell. Christian Wertheimer und Priv.-Doz. Dr. Kirsten Eibl-Lindner (München) erläutern das humane Kapselsackmodell, das im zell- und molekularbiologischen Labor der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Kooperation mit der bayerischen Hornhautbank sowie der Rechtsmedizin der LMU etabliert werden konnte.

IOL-Vergleichsstudie zu postoperativen Entzündungsreaktionen

Heparinbeschichtete versus unbeschichtete IOL aus hydrophobem Akrylat
Obwohl sich die Phakoemulsifikation durch den enormen Fortschritt deutlich verbessert hat, induziert die Kataraktoperation nach wie vor ein Trauma am Auge. Dr. Eva M. Krall, Prof. Dr. Günther Grabner und Priv.-Doz. Dr. Alois K. Dexl, MSc (Salzburg) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik der PMU Salzburg vor, die die postoperative Entzündungsreaktion nach Implantation einer heparinbeschichteten, einstückigen IOL aus hydrophobem Akrylat im Vergleich zum selben Modell ohne Beschichtung untersuchte.

XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Amsterdam (Teil 2)

Auf den Spuren von Ruysch, Donders und Snellen
Die XXVII. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft tagte in Amsterdam – einem Land der „Altväter“ der Ophthalmologie, in dem beispielsweise Ruysch, Donders und Snellen lebten und wirkten, und auch Forscher wie Leeuwenhoek und Lehrer wie Boerhave arbeiteten. Die Jahrestagung wurde erneut sehr engagiert vom aktuellen Tagungspräsidenten Prof. Dr. Paulus de Jong (Amsterdam) sowie Dr. Gisela Kuntzsch-Kullin (Braunschweig) als Obfrau und Frank Krogmann (Thüngersheim) als Geschäftsführer vorbereitet. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die Tagung und stellt die Programminhalte dar.

Angioid Streaks als seltene Ursache einer CNV

Angioide Streaks sind gefäßähnliche lineare Läsionen, die irregulär und radiär von der Papille ausstrahlen. Histologisch handelt es sich um Dehiszenzen in den verdickten, verkalkten und anormal brüchigen, kollagenen und elastischen Anteilen der Bruch’schen Membran. Während die Prävalenz solcher angioiden Streaks insgesamt niedrig ist, bewirkt die hohe Komplikationsrate durch sekundäre choroidale Neovaskularisationen (CNV) und nachfolgende Vernarbung vielfach einen schweren Sehverlust. Katja de Veer (Halle/Saale) erläutert die häufigsten Ursachen für angioide Streaks, deren einzige Therapiemöglichkeit die Behandlung der aktiven CNV darstellt.

Retinale Angiomatöse Proliferationen

Retinale Angiomatöse Proliferationen (RAP) sind eine Sonderform der Neovaskularisationen, die bei exsudativer Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) auftreten können. In bisherigen Studien wurden ihnen eine schlechte Visusprognose und ein hohes Maß an Beidseitigkeit und Symmetrie nachgewiesen. Erst mit Hilfe der Anti-VEGF-Therapie steht eine Behandlung zur Verfügung, die vielversprechende Ergebnisse zeigt. Trotzdem bleiben RAP eine aggressive Form der Neovaskularisation. Dr. Egbert Matthé und Dr. Dirk Sandner (Dresden) stellen die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Augenklinik Dresden vor, die überprüfen sollte, ob mit Hilfe von intravitrealem Ranibizumab im späten Stadium III mit klinisch identifizierbarer chorioretinaler Anastomose noch eine Visusverbesserung erreichbar ist.

Genetik des Albinismus

Der Albinismus ist durch eine reduzierte Pigmentierung der pigmenthaltigen Zellen des Körpers gekennzeichnet, die bis zum völligen Fehlen des Pigments entwickelt sein kann. Die reduzierte Pigmentierung kann sowohl auf eine gestörte Pigmentbildung, als auch auf eine gestörte Pigmentverteilung zurückgeführt werden. In beiden Fällen zeigen die Betroffenen eine Makulahypoplasie und eine vollständige Sehbahnkreuzung. Die Makulahypoplasie ist als Ursache einer verringerten Sehschärfe und eines Nystagmus zu sehen, die als Einstiegsdiagnose näher differenziert werden müssen. Priv.-Doz. Dr. rer. medic. Markus Preising (Gießen) stellt die genetischen Ursachen des Albinismus und ihre Wirkung dar.

Digitale Fotodokumentation an der Spaltlampe im klinischen Alltag

Im medizinischen Alltag nimmt der Bedarf an diagnostischen Bildaufnahmen und Fotodokumentation ständig zu. Vor allem in der Ophthalmologie ist die Fotografie aufgrund der vielen semitransparenten Strukturen im Auge eine durchaus anspruchsvolle Herausforderung. Anthia Papazoglou, Dr. Boris V. Stanzel und Prof. Dr. Carsten H. Meyer präsentieren neue Möglichkeiten, Apparate oder Einsatzteile zur digitalen Bildaufnahme, die sich ohne großen Zeitaufwand im täglichen Ablauf einer konventionellen Augenpraxis etablieren lassen, und bewerten deren Qualität und Anwenderfreundlichkeit.

21. SATh-Tagung in Dessau

Jahrestagung der Gesellschaft der Augenärzte Sachsen-Anhalts und Thüringens
Zur 21. Jahrestagung der Gesellschaft der Augenärzte Sachsen-Anhalts und Thüringens (SATh) hatte Priv.-Doz. Dr. Lothar Krause, Chefarzt der Augenklinik des Klinikums Dessau, eingeladen. Das Hauptthema der Tagung mit rund 340 Teilnehmern im Anhaltisches Theater in Dessau war dem „Tumorerkrankungen des Auges, der Orbita und der Periorbita“ gewidmet und entsprach damit auch dem onkologischen Schwerpunkt der Klinik in Dessau. Ein Bericht von Dr. Udo Hennighausen (Heide).

ROP-Register: Aktueller Stand und neue Perspektiven

2012 wurde vom Retina.net-Forschungsverbund der Retinologischen Gesellschaft das ROP-Register geschaffen, in dem alle Frühgeborenen mit einem behandlungsbedürftigen ROP-Stadium erfasst werden können. Ziel ist es, möglichst umfangreiche Daten über Behandlungsmuster, Verläufe und Komplikationen zu sammeln und auszuwerten, insbesondere seit die intravitreale Anti-VEGF-Therapie als Behandlungsalternative zur konventionellen Lasertherapie diskutiert und in klinischen Studien untersucht wird. Priv.-Doz. Dr. Andreas Stahl (Freiburg) stellt den aktuellen Stand und neue Perspektiven des Retina.net-ROP-Registers dar.

Zelluläre Grundlagenforschung zur AMD

Experimentelle Retinologie als Brückenglied zwischen Labor und Klinik
Um die Pathogenese der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) besser zu verstehen und so Therapieansätze entwickeln zu können, müssen die Veränderungen auf zellulärer Ebene betrachtet werden. Dabei ist zunächst ein Verständnis der physiologischen Grundlagen wichtig, um die pathologischen Prozesse abzugrenzen und, im besten Fall, verhindern zu können. Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel) gibt im Folgenden einen Einblick in die Arbeiten der experimentellen Retinologie der Universitäts-Augenklinik Kiel, die sich vornehmlich mit den zellulären Grundlagen der Pathogenese und Therapie der AMD befasst.