Aus der aktuellen Ausgabe

OCT-Forschung bei MS und Optikusneuritis

In den vergangenen Jahren hat die Untersuchung der Retina mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) auch in die Neurologie Eingang gefunden und wird nun bei einer zunehmenden Zahl neurologischer Erkrankungen angewendet. Prof. Dr. Friedemann Paul, Neurologe an der Charité Berlin, stellt die relevanten Erkenntnisse der OCT-Forschung bei Multipler Sklerose und Optikusneuritis in Verbindung mit klinischen Befunden zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsfragestellungen und klinische Anwendungen.

Zerebrale Veränderungen bei Glaukomen

Studie zur Visualisierung der Sehbahn mit magnetresonanzbasiertem DTI
Die Glaukomerkrankung führt zu einer Schädigung spezieller anatomischer Strukturen im Auge sowie im Gehirn mit konsekutiver visueller Funktionsminderung. Das Funktionsdefizit beruht somit nicht nur auf Schäden der retinalen Ganglienzellen, sondern wahrscheinlich auf Schäden der gesamten Sehbahn. Yasemin Akbaba, Simone Wärntges, Johannes Schoemann, Prof. Dr. Tobias Engelhorn, Prof. Dr.-Ing. Ahmed El-Rafei, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger Prof. Dr. Arnd Dörfler und Prof. Dr. Georg Michelson stellen die Ergebnisse einer prospektiven klinischen Studie vor, deren Ziel die Beurteilung der Radiatio optica mittels magnetresonanzbasiertem Diffusion Tensor Imaging (DTI) war.

Autofluoreszenz zur Diagnose hereditärer Netzhautdystrophien

Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) und das retinale Pigmentepithel (RPE) bilden eine funktionelle Einheit, daher kommt es im Verlauf von retinalen Erkrankungen – unabhängig davon, welches die erstbetroffene Struktur ist – immer zu einer Mitbeteiligung des RPE. Diese Mitbeteiligung zeigt sich in der Fundusautofluoreszenz entweder als teilweise charakteristisches hyperfluoreszentes Muster oder als RPE-Atrophie. Dr. Tobias Hager und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) erörtern im Folgenden die Autofluoreszenz zur Diagnose von hereditären Fundusdystrophien.

Akute makuläre Neuroretinopathie

Indirektes Trauma als mögliche Ursache?

Die akute makuläre Neuroretinopathie (AMNR) ist ein seltenes Krankheitsbild, von dem bisher nur wenige Fälle in der Literatur beschrieben worden sind. Die betroffenen Patienten beklagen initial häufig eine zumeist passagäre Visusminderung und persistierende parazentrale Skotome auf dem betroffenen Auge. Ein indirektes Trauma als mögliche Ursache einer AMNR konnte bislang nicht definitiv belegt werden. Durch eine Kooperation dreier Augenkliniken gelang es, insgesamt fünf Patienten mit AMNR-typischen retinalen Veränderungen und Symptomen, die bei allen Patienten jeweils direkt in Anschluss an einen Autounfall ohne direkte Verletzung des Kopfes oder der Augen aufgetreten waren, zusammenzustellen und mittels multimodaler Bildgebung zu untersuchen. Dr. Martin M. Nentwich, Prof. Dr. Anita Leys, Dr. Andreas Cramer und Prof. Dr. Michael W. Ulbig erläutern die Ergebnisse.

DOG-Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Seit vielen Jahren tagt das ophthalmohistorische Symposium der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) im Rahmen der DOG-Jahreskongresse udn hat sich schon fast zu einer Tradition etabliert. Unterstützt wurden die beiden Vorsitzenden der Sitzung, der JHG-Geschäftsführer Frank Krogmann (Thüngersheim) und Prof. Dr. Guido Kluxen (Wermelskirchen), in diesem Jahr durch vier weitere Referenten. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen).

Serie Auge und Sehen: Das Visolettglas

Serie zur Sammlung Roth
Auch wenn man sie zu den Lupen rechnet, Visolettgläser sind eigentlich Lesesteine. Als vergrößernde Sehhilfe werden sie direkt auf den Text aufgesetzt und erlauben dabei Vergrößerungsfaktoren bis zum 5-fachen. Aufgrund der einfachen Handhabung waren sie vor allem bei älteren Menschen beliebt. Bei Vorliegen einer Makuladegeneration waren sie vor der Einführung des Bildschirmlesegeräts die Sehhilfe der Wahl. Im Gegensatz zur klassischen Leselupe brauchten sie nämlich nicht mit der zittrigen Hand gehalten werden, sondern lagen dem Text fest auf. Als das Briefmarkensammeln zum Hobby wurde, boomte ihr Absatz weltweit. So gehörten sie auch in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg zur standardmäßigen Schreibtischausrüstung des Beamten. Ihre historische halbkugelige Form wurde – sie wäre auch kaum zu verbessern – bis heute beibehalten und findet sich in modernen Paperweights wieder.

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden

Bei Überschwemmungen wie in diesem Frühsommer in Ost- und Süddeutschland, bei Erdbeben, Hungersnöten, Vulkanausbrüchen oder anderen weltweit auftretenden Naturkatastrophen ist die Spendenbereitschaft der Menschen groß. Die Not macht nicht nur die Helfer vor Ort betroffen und ohne Spenden wäre das Elend der Opfer kaum zu lindern. Auch Kirchen, Parteien und andere soziale Organisationen, die dem Gemeinwohl dienen, könnten ihre Dienste ohne Spenden nicht in ausreichendem Maß aufrechterhalten. Deshalb fördert der Staat diese finanziellen Zuwendungen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert, worauf bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden zu achten ist.

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie

Ergebnisse der Umfrage 2012 von BDOC, BVA, DGII und DOG
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC sowie der DOG Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel (Trier), Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt), Dr. Armin Scharrer (Fürth), Dr. Kaweh Schayan-Araghi (Dillenburg), Dr. Johannes Klasen (Dillenburg) und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg). Einige Ergebnisse werden hier zusammengefasst.

Wo stehen wir heute mit der Kontaktlinse?

Zahlen und Fakten zu Linsentypen und Anwendergewohnheiten
Seit 1993 hat sich die Zahl der Kontaktlinsenträger in Deutschland von 2,7 auf 5,3 Prozent fast verdoppelt. Dr. Herbert Staber, Dr. Karoline Rippel und Dr. Gudrun Bischoff (Hamburg) stellen Zahlen und Fakten zu Kontaktlinsen unter anderem in Bezug auf Tragehäufigkeit und bevorzugte Linsentypen wie auch Ort der Erstanpassung und Bezugsquellen dar.

Kontaktlinsen beim Kind

Indikationen, Anpassung, Erfahrungen
Die Kontaktlinsenversorgung beim Kind stellt die größte Herausforderung der medizinischen Kontaktoptik dar. Dies gilt in besonderem Maße für die ersten Lebensmonate, später ergänzen refraktive Chirurgie und Linsenimplantation die Therapie. Patienten, die schon seit dem Kindesalter harte oder weiche Kontaktlinsen tragen und selbst nach Jahrzehnten noch volle Sehschärfe auf einem ursprünglich blinden Auge erreichen, sind heute keine Seltenheit. Dr. Hans-Walter- Roth, Dr. Gregor Nietgen und Dr. Alice Nietgen (Ulm) zeigen Indikationen, Anpassung und Erfahrungen bei der Kontaktlinsenversorgung von Kindern auf.