Aus der aktuellen Ausgabe

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 2)
Im zweiten Teil des Tagungsberichtes zur XXIX. Zusammenkunft der ophthalmohistorischen Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula der Universität Heidelberg stellt Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) die Vortragsthemen der dritten und vierten wissenschaftlichen Sitzung sowie die Themen der Posterausstellung dar.

Die neue 360-Grad-Kanaloplastik

Methodenvergleich von Mikrokathetersystem zu Onalene-Fadentechnik
Bei der Kanaloplastik als nicht perforierender Glaukomoperation wird ein Mikrokatheter am Hornhautrand in den Schlemm‘schen Kanal eingeführt, der den Kanal mit einem Gel dehnt, um ihn zu erweitern. Nach Entfernen des Katheters wird im Kanal ein feiner Faden gespannt, der den Kanal offen hält. Seit kurzem steht für die Kanaloplastik ein neues, robustes und kostengünstiges Verfahren zur Verfügung, bei dem statt des Mikrokatheters ein doppelt gedrehter 6-0-Polypropylen-Faden, der Onalene-Faden, eingeführt wird. Dr. Erik Chankiewitz und Carolin Buchwald (Halle/Saale) erläutern die Technik und diskutieren Vor- und Nachteile beider Verfahren im Vergleich.

Monitoring in der ­Amblyopietherapie

Tragezeitenmessung durch Mikrosensor-System
Die Tragezeit von Brillen oder Okklusionspflastern ist für eine erfolgreiche Amblyopietherapie von besonderer Relevanz. Seit Einführung des Okklusions-Dosis-Monitors wird kontinuierlich an einer Weiterentwicklung gearbeitet, um möglichst objektive Daten zu Tragezeiten zu gewinnen. Eine Studie der Universitäts-Augenklinik Tübingen testete ein Mikrosensor-System in seiner Eignung für die Amblyopietherapie, das bereits zum Montoring der Zahnspangentragezeiten in der Kieferorthopädie Anwendung findet. Dr. Annegret Abaza, Dr. Charlotte Schramm und Priv.-Doz. Dr. Kai Januschowski (Tübingen) stellen die Ergebnisse dar und diskutieren Vor- und Nachteile im Vergleich zum Okklusions-Dosis-Monitor (ODM).

Fallbericht: Intravenöses pyogenes ­Granulom der Vena angularis

Das intravenöse pyogene Granulom ist ein gutartiger Tumor, der selten in der periokularen Region vorkommt. Das klinische Bild ist oft unspezifisch, was die Diagnose erschweren kann. Dr. Elena Torres Suárez (Köln) berichtet über einen 44-jährigen Patienten, der an die Augenklinik Köln-Merheim zur weiteren Behandlung und möglichen chirurgischen Versorgung eines Chalazios überwiesen wurde. Der Patient klagte über eine seit zwei Wochen bestehende Schwellung des medialen Oberlides.

Das Brillenetui

Serie zur Sammlung Roth
Brillen sind in unserer heutigen Zeit meist nur noch Wegwerfartikel. Für ein paar Euros erhält man beim Discounter bereits eine einfache Lesebrille, die dem Geldbeutel angemessen, für das Auge allerdings nicht immer die passende ist. Zu früheren Zeiten, als für den Erwerb einer Sehhilfe noch eine Summe von bis zu einem Jahreslohn fällig war, sorgte man sich um ihre sichere Aufbewahrung. Die ersten Brillen trug man am Gürtel befestigt in einem Beutel aus Stoff oder Leder, es folgten Dosen oder Schatullen aus Holz. Neuzeitliche Modelle waren aus Eisenblech oder dem leichteren, aber teureren Aluminium. Heute sind sie meist nur noch aus billigem Kunststoff. Immer hatten sie die Aufgabe, die Gläser vor Bruch zu bewahren oder vor Kratzern zu schützen. In besseren Kreisen waren die Etuis wertvolle Kunstwerke, oft liebevoll bemalt oder vom Juwelier kunstvoll verziert.

Fallbericht: RAM mit sekundärem ­zystoidem Makulaödem

Retinale arterielle Makroaneurysmen (RAM) sind meist unilaterale spindelförmige Aussackungen der retinalen Arteriolen. Sie treten gehäuft bei Frauen im hohen Lebensalter auf. Dr. Caroline Bormann, Dr. Ute Hammer, Dr. Anke Habermann und Priv.-Doz. Dr. Thomas Hammer (Halle/Saale) berichten über zwei Patientinnen, bei denen retinale arterielle Makroaneurysmen mit sekundärem zystoidem Makulaödem festgestellt wurden. Beide konnten erfolgreich mit einer Anti-VEGF-Therapie behandelt werden.

Blindheit im Kinderspiel

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Gesehene zugleich mit den Händen zu ergreifen – um es so im wahrsten Sinn des Wortes zu „be“-greifen – ist ein altes menschliches Bedürfnis. Nur wer wirklich blind ist, versteht diesen Zusammenhang. Kinder aber setzen sich über solche Behinderungen hinweg. Im Kinderspiel „Blinde Kuh“ wird die Blindheit simuliert, es gilt, mit verbundenen Augen einen anderen Mitspieler zu fassen und durch Abtasten zu erkennen. Hier wird eine heile Welt vorgetäuscht. Kinder kompensieren das, sie machen sich keine Gedanken über das Schicksal, blind zu sein. Auch wenn heute das Verbinden der Augen im Kinderspiel noch immer beliebt ist, die Tragik einer Erblindung blieb erhalten

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 1)
Es begann in Heidelberg im damals ehrwürdigen Hotel Schrieder und in der Alten Aula der Universität Heidelberg: Hier trafen sich vor knapp 160 Jahren – vom 3. bis 5. September 1857 – erstmals einige engagierte deutschsprachige Ophthalmologen, die sich der Augenheilkunde, ihrer Fortbildung, Forschung und Weiterentwicklung verpflichtet sahen. In diesem gemeinsamen Streben hielten sie zwölf wissenschaftliche Vorträge. Zu den zwölf Gleichgesinnten gehörten unter anderem Albrecht von Graefe, Ferdinand Arlt, Adolf Weber, Friedrich Horner, Alexander Pagenstecher und Carl Wilhelm von Zehender. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das erste Treffen in Heidelberg zum Gründungsdatum der DOG bestimmt. Die Zusammenkunft der XXIX. Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula erinnerte an das denkwürdige Datum. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) stellt die Vortragsthemen dar.

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Gentherapie zur Behandlung der nAMD: das TargetAMD-Projekt

Das TargetAMD-Projekt ist ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Entwicklung eines gentherapeutischen Ansatzes zur Behandlung der nAMD verfolgt. Das Konsortium besteht aus 13 Partnern aus acht Ländern der EU und der Schweiz. In diesem Gremium sind Experten aus verschiedenen Gebieten der Ophthalmologie und Gentherapie vereint, mit dem Ziel eine erfolgreiche klinische Studie der Phase Ib/IIa durchzuführen. Dr. rer. nat.  Martina Kropp und die Projektkoordinatorin Prof. Gabriele Thumann (Genf) stellen das Projekt vor.