Aus der aktuellen Ausgabe

Glaskörpertrübungen: Laservitreolyse, Vitrektomie oder abwarten?

Glaskörpertrübungen, auch Floater genannt, sind meist harmlos, können aber in Einzelfällen extrem störend sein. Bisher war die einzige Therapiemöglichkeit die Vitrektomie, die nur in besonders schweren Fällen durchgeführt wird. Eine neue Technik, die Laservitreolyse, erlaubt erstmals eine nichtinvasive Behandlung von Glaskörpertrübungen. Roxana Fulga und Dr. Hakan Kaymak (Düsseldorf) stellen das Laserverfahren vor und erläutern, in welchen Fällen Laservitreolyse, eine Vitrektomie oder Abwarten in Betracht gezogen werden sollte.

Auge und Maske

Serie zur Sammlung Roth
Wer eine Maske trägt, täuscht ein anderes Individuum vor. Einfache Kulturen verbergen hinter ihren Masken beim Tanzritual Geheimnisse, die uns meist fremd sind. Die abschreckende Teufelsmaske zieht sich durch nahezu alle Kulturen, die Schnabelmaske des Pestarztes aus Venedig flößte Respekt und Furcht vor der Seuche ein. Die Totenmaske soll eine Erinnerung an einen Lebenden sein. In der Bühnenkunst identifiziert sich der Schauspieler mit seiner Rolle, mit seiner Figur, er kopiert sie mit der Maske. Dabei spielt das Auge immer eine Schüsselrolle, es ist ein tragendes Element für Mimik und Charakter.

AAD 2016: Zur gemeinsamen Fortbildungstagung von BVA und DOG

Kompromisse gefordert
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ prägte als Leitthema der diesjährigen Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) die Hauptvorlesungen, in denen Referenten zu ausgewählten fachlichen Fragestellungen Studiendaten und klinische Erfahrungen in ihrer jeweiligen Relevanz für die Praxis diskutierten. Ein Spannungsfeld, das zudem aber auch eine gesundheitspolitische Dimension umfasste, wie zum Auftakt der Fortbildungstagung in der Kritik des BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram an der G-BA-Methodenbewertung deutlich wurde. Und schließlich zeigte sich auch berufspolitisch die Konfrontation von Theorie und Alltagswirklichkeit: Dr. Bernhard Rochell, einer der Verhandlungsführer der Bundesärztekammer (BÄK) für die GOÄ-Reform und AAD-Gastreferent beim Berufspolitischen Symposium, warnte vor zu hohen Erwartung an die neue Gebührenordnung und warb für eine kompromissbereite, realpolitische Einstellung. Von Ulrike Lüdtke.

Steuerliche Anerkennung von ­Ehegatten-Unterhaltsleistungen

Grundsätzlich gehören Aufwendungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten zu den der privaten Lebensführung zurechenbaren, steuerlich nicht abzugsfähigen Ausgaben (§ 12 Nr. 2 EStG). Der Gesetzgeber hat jedoch zwei Ausnahmen zugelassen, die dennoch eine begrenzte Abzugsfähigkeit dieser Kosten ermöglichen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Von Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin).

Intraoperative indirekte Kanalographie­ bei Glaukomstent-Implantation

Zur operativen Drucksenkung beim primären Offenwinkelglaukom (POWG) sind inzwischen verschiedene Glaukomstents entwickelt worden. In einer prospektiven klinischen Untersuchung an der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde die intraoperative indirekte Kanalographie als Entscheidungskriterium für die Stent-Implantation überprüft. Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer und Dr. Charlotte N. Mertens (Berlin) erläutern die Methode und stellen die Ergebnisse vor

Rolle der Fadenspannung bei ­Kanaloplastik

Der Wirkmechanismus der Kanaloplastik als neueres, nichtpenetrierendes Verfahren zur Augendrucksenkung bei primär chronischem Offenwinkelglaukom ist nicht vollständig geklärt, so auch nicht der Einfluss des Fadens oder der Fadenspannung auf den Operationserfolg. Ziel einer Studie am Klinikum Ernst von Bergmann war es, die Rolle der Fadenspannung im Schlemm’schen Kanal und ihre Auswirkungen auf die Augendrucksenkung sowie deren Einfluss auf postoperative Komplikationen zu untersuchen. Dr. Silvia Zarmas-Röhl und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld (Potsdam) stellen die Ergebnisse dar.

Modifizierte Goniotomie

Bei der modifizierten Goniotomie wird über fünf Uhrzeiten das Trabekelmaschenwerk ab interno eröffnet und mit einer Zyklodialyse über eine Uhrzeit kombiniert. Prospektiv wurden 68 Patienten mit einem primären Offenwinkelglaukom (POWG) und 22 Patienten mit einem Pseudoexfoliationsglaukom (PEXG) eingeschlossen und über zwölf Monate klinisch beobachtet. Prof. Carl Erb, Dr. Nicole Zimmermann, Marie-Luise Pahlitzsch und Dr. Milena Pahlitzsch stellen erste Ergebnisse zur modifizierten Goniotomie ab interno bei Erwachsenen vor.

30. DGII-Kongress tagte in Mannheim

„Perfektes Sehen durch Laser und Linse“
Unter dem Leitthema „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ tagte vom 11. bis 13. Februar der 30. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz hatte zur Jubiläumstagung in den Mannheimer Rosengarten eingeladen, der mit seinen modern renovierten Räumlichkeiten und zentraler Lage direkt am ikonischen Wasserturm einen angemessenen und schönen Rahmen bot. Die Schwerpunkte der Tagung lagen unter anderem im Bereich der intrastromalen Hornhautchirurgie (SMILE), der Laser-Linsenchirurgie (Femto-Katarakt-OP) sowie neuartiger Intraokularlinsen für die Presbyopiekorrektur. Weitere Fragestellungen galten der kornealen Presbyopiekorrektur, den verschiedenen Hornhaut-Inlays, aktuellen Verfahren zur minimal-invasiven Glaukomchirurgie sowie retinologischen Themen, die ausführlich und auch kontrovers diskutiert wurden. Bert Constantin Giers (Heidelberg) fasst die Inhalte der diesjährigen DGII-Tagung zusammen.

Einfluss von PLUNC auf Tränenfilm

Neues Surfactant-Protein am Auge nachgewiesen
Mit Hilfe umfassender molekularbiologischer und immunhistologischer Methoden konnte kürzlich das multifunktionale Surfactant-Protein PLUNC (palate lung nasal epithelial clone) auch am Auge nachgewiesen werden. Aufgrund seiner bereits bekannten Eigenschaften wird angenommen, dass es eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Tränenfilms und damit beim Trockenen Auge spielen könnte. Henrik Schröder und Dr. rer. nat. Martin Schicht (Erlangen) erörtern die Bedeutung von PLUNC auf das okuläre System beim Trockenen Auge.

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.