Aus der aktuellen Ausgabe

Webbasierte Refraktionsbestimmung und Sehschärfentests

Eine Alternative für die postoperative klinische Kontrolle nach Kataraktoperation?
Aufgrund des sich verschärfenden Facharztmangels und der bereits jetzigen mangelhaften Versorgungssituation im ländlichen Raum stellen telemedizinische Ansätze, die immer stärker online basiert sind, interessante Möglichkeiten dar, um die Versorgungssituation der Patienten zu verbessern. Prof. Kai Januschowski, Prof. Robert Wisse, Prof. Martin Wenzel und Lukas Bisorca-Gassendorf beschreiben mit der webbasierten Plattform von „Easee“ein neues Konzept der Refraktionsbestimmung und geben eine Einschätzung zu dem Realisierungspotential von Online-Sehschärfetests als Alternative für die postoperative klinische Kontrolle nach Kataraktoperation.

Künstliche Intelligenz in der klinischen Routine bei der nAMD-Therapie

An der Medizinischen Universität Wien haben KI-Systeme bereits in den klinischen Alltag Einzug gefunden: Der Vienna Fluid Monitor (RetInSight GmbH, Wien), der 2022 offiziell zugelassen wurde, beruht auf der automatischen Auswertung von OCT-Bildern und dient als ärztliche Entscheidungshilfe bei der Therapie der neovaskulären AMD (nAMD). Über Künstliche Intelligenz (KI) in der klinischen Routine an der Universitäts-Augenklinik Wien berichten Prof. Ursula Schmidt-Erfurth, S. Frank, K. Kostolna und Dr. Gregor S. Reiter.

Softwaregestützte Bilddarstellung von Monovision und optisch-simultan wirkenden Systemen

Moderne Intraokularlinsen bieten ein breites Spektrum an refraktiven Optionen und mit den Möglichkeiten hat der Wunsch der Patienten nach vollständiger Brillenfreiheit ebenso zugenommen wie die hohe Erwartung an das Ergebnis nach refraktiver Chirurgie. Für die Patientenzufriedenheit ausschlaggebend ist eine realistische Einschätzung, welches Ziel erreichbar ist und wie der Seheindruck nach der refraktiven Korrektur ausfällt. Hierbei muss für jeden einzelnen Patienten eine adäquate Lösung gefunden werden. Klaus Nowak (Berlin) erläutert die Simulation von Seheindrücken bei Monovision oder Simultansystemen anhand softwaregestützter Bilddarstellung.

Rätselhaft: Wenn Weihnachten ins Auge geht…

Die Augenheilkunde lebt von Bildern und gerade diese sind es, die das alltägliche Leben des Augenarztes ­interessant und spannend machen. Doch ein weihnachtlicher Bezug wurde bislang vermutlich nicht hergestellt. Mit dem folgenden bild- und „rätselhaften“ Text zeigt Dr. Simon Held (Ulm) dem Lesenden neue Zusammenhänge auf und wird all diejenigen überraschen, die zwischen dem Weihnachtsfest und der Augenheilkunde bislang keine ­Assoziationen herstellen konnten! Wer die weihnachtliche Entdeckungsreise durch das Auge mitmacht, wird am Ende des Textes zu jedem der aufgeführten Punkte (1 bis 17) das zugehörige Krankheitsbild im Kreuzworträtsel eintragen können und ein weihnachtliches Lösungswort finden.

Der Glasaugenkasten

Serie zur Sammlung Roth (Folge 133)
Ab und zu tauchen in Ausstellungen über Kriegschirurgie Sets mit Glasaugen auf. Sie gehörten seit dem ersten Weltkrieg zu den medizinischen Grundausstattungen auf einem Verbandsplatz. Schwere Verletzungen, in einem Krieg als Verwundung bezeichnet, erforderten rasches Handeln. Nach Einführung der Triage am Verbandsplatz wurde dort oft schon über das Leben, genau gesagt, über das Überleben des Soldaten entschieden. Für den Augenarzt war die Versorgung des Verletzten mit einem Glasauge die ultimative Instanz, schließlich auch die letzte Konsequenz, wenn das Auge auf Grund der Schwere der Verwundung nicht mehr zu retten war.

BVA-Delegiertenversammlung 2022 tagte in Berlin

„Zukunft der augenärztlichen Versorgung“
Nach den in den letzten beiden Jahren als Videokonferenz abgehaltenen Zusammenkünften tagte die Delegiertenversammlung des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) in diesem Jahr wieder in Präsenz. Auf der Tagesordnung am 5. und 6. November in Berlin standen die gegenwärtigen Herausforderungen des Faches, aber auch die zukünftige augenärztliche Versorgung wurde unter dem Thema „Augenheilkunde 2030“ beleuchtet und diskutiert. Von Katica Djaković.

„Ökologische Nachhaltigkeit in der Augenheilkunde“

Zum 120. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)
Nach zwei pandemiebedingten Online-Kongressen hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Ende September zur Präsenzveranstaltung nach Berlin eingeladen. „Regenerative Medizin“ und „Ökologische Nachhaltigkeit in der Augenheilkunde“ waren die Hauptthemen, die der diesjährige DOG-Präsident Prof. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf für die 120. Jahrestagung in den Mittelpunkt stellte. Weitere Höhepunkte des Kongresses waren neben den drei Keynote Lectures zu den Themen Gentherapie, Klimawandel und Stammzellen unter anderem der Gastvortrag des Ökonomen und Klimafolgenforschers Prof. Ottmar Edenhofer. Von Katica Djaković.

Faktor Zeit für die Lysetherapie bei Zentralarterienverschlüssen

Die OCT als rasches und sicheres Diagnostiktool
Bei Zentralarterienverschlüssen (ZAV) kommt es auf die rechtzeitige und vor allem auch richtige Diagnose an. Die typische Symptomatik besteht aus einem einseitigen plötzlichen und schmerzlosen Visusverlust. Funduskopisch lassen sich vor allem in der sehr frühen Phase kaum sichere Zeichen erkennen. Ein Zirkulationsstop in den arteriellen­ Gefäßen, ein sichtbarer Embolus oder sehr enge arterielle Gefäße mit gegebenenfalls sichtbarer langsamer Bewegung der gestauten Erythrozyten können funduskopische Hinweise auf einen ZAV in der Frühphase sein, die der geübte Untersucher einordnen kann. Dr. Carsten Grohmann, Dr. Daniel A. Wenzel, Priv.-Doz. Dr. Sven Poli, Dr. Maria Casagrande, Vasyl Druchkiv, Prof. Martin S. Spitzer, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt und ­Prof. Maximilian Schultheiss erläutern die Bedeutung der frühen Diagnose mittels OCT zur rechtzeitigen Therapie.

Neues Bildgebungsverfahren zur Diagnose von Uveitis posterior

Farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende Diagnosemethode
Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Erblindungen weltweit sind auf die seltene entzündliche Augenerkrankung Uveitis zurückzuführen. Vor allem die Uveitis posterior ist oft mit einem schweren Krankheitsverlauf und der Notwendigkeit einer immunsuppressiven Therapie verbunden. Bei der Uveitis posterior kommt es zu Entzündungsherden in der Netzhaut und in der sie versorgenden, darunterliegenden Aderhaut. In einer Studie der Universitäts-Augenklinik Bonn wurde die farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende neuartige Diagnosemethode getestet. Sie soll Aufschluss über den Uveitis-Subtyp geben, eine wesentliche Voraussetzung für die zielgenaue Diagnose und Behandlung der Erkrankung. Priv.-Doz. Dr. Maximilian W. M. Wintergerst (Bonn) fasst die Studienergebnisse zusammen.

Die Farbfehlsichtigkeit in der augenärztlichen Diagnostik

In zahlreichen Berufen wird das uneingeschränkte Farbsehen als Grundbedingung vorausgesetzt. Bei Neueinstellung oder zweifelhaften Befunden erfolgt eine gutachterliche Beurteilung in der Augenfacharztpraxis mit Signierung von ärztlichem Fachpersonal. Die diagnostische Abklärung einer Farbsinnstörung gehört daher zum Basis-Repertoire jedes Augenarztes. In diesem Report werden die wichtigsten Tests kurz vorgestellt, zudem wird auf Kniffligkeiten zur korrekten Durchführung hingewiesen, um stets eine sichere Diagnose stellen zu können. Von Dr. Simon Held (Ulm).