Aus der aktuellen Ausgabe

Das Auge des Gesetzes

Serie zur Sammlung Roth (Folge 136)
Was heute die unauffällig angebrachte Kamera an jeder Hauswand schafft oder eine Bild- und Tonübertragung per Handy weltweit übernimmt, war einst allein die Leistung des menschlichen Auges und des Ohrs: Kritisch beobachten, überwachen, hören, registrieren und den Vorgang weitermelden. Dieses Porträt eines Wachtmeisters in Uniform trägt zweifellos eher die Züge einer preußischen Hierarche als die des Mannes auf der Straße. Dennoch, auf der Rückseite der Holztafel wird er als „Der Stadtpolizist“ bezeichnet, sein Name und seine Herkunft sind unbekannt. Als Maler wird Carl Kronberger angegeben, ein österreichischer Genremaler dessen Gemälde aus dem 19. Jahrhundert die Zeiten überdauert haben, vor allem seine Porträts bekannter Männer und Frauen dieser Zeit.

Interview mit BVA-Vorsitzendem Dr. Peter Heinz anlässlich der AAD 2023

„Eine vernünftige Weiterbildung kann nur gemeinsam erfolgen
Vom 15. bis 18. März laden der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zur 23. Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) ein. Der Fortbildungskongress wird als reine Präsenzveranstaltung in Düsseldorf durchgeführt, es wird keinen hybriden Teil geben. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) über die diesjährige Tagung sowie die berufspolitischen Herausforderungen des Faches.

185. Versammlung der RWA tagte in Essen

Dialog zu Digitalisierung und Ambulantisierung des Faches
Zur 185. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hatte in diesem Jahr Tagungs­präsident Prof. ­Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen, Ende Januar ins Ruhrgebiet eingeladen. Die Hauptsitzung stand unter dem Motto „Augenheilkunde im Dialog“ und beleuchtete Aspekte der digitalen Transformation als auch der zunehmenden ambulanten Versorgung in der Augenheilkunde mit Impulsvorträgen und Podiumsdiskussionen. Von Katica Djaković.

Januskinase-Inhibitoren als neue Therapieoption bei entzündlichen Augenerkrankungen

Eine Übersicht mit aktuellen Fallbeispielen
Entzündliche Augenerkrankungen bedürfen häufig einer langfristigen antientzündlichen Therapie. Häufig angewandt werden konventionelle oder biologische DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs) wie Metho­trexat oder Adalimumab, ein primäres oder sekundäres Wirkversagen dieser Präparate ist jedoch nicht selten. Eine neue Therapieoption mit ganz anderem Wirkansatz stellen die Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) dar, die in Zukunft vermehrt in der Augenheilkunde zum Einsatz kommen werden. Priv.-Doz. Dr. Karoline Baquet-­Walscheid (Münster) gibt eine Übersicht über die aktuelle Datenlage zu JAK-Inhibitoren in der Uveitis- und ­Skleritistherapie und fasst zwei aktuell publizierte Fälle zusammen.

Retinale Vaskulitis – Ätiologie und Differenzialdiagnostik

Eine retinale Vaskulitis kann zu visusbedrohenden Komplikationen führen und erfordert eine zeitnahe Beurteilung des retinalen Gefäßsystems mit geeigneten Techniken. Bislang existiert keine allgemein anerkannte Klassifikation, Ansätze zur Einteilung unterscheiden die Entzündung nach der Ätiologie (infektiös oder nicht-infektiös), dem Fokus der Gefäßentzündung (arteriell oder venös) und dem klinischen Erscheinungsbild (okklusiv oder nicht-okklusiv). Dr. Lynn zur Bonsen, Priv.-Doz. Dr. Dominika Pohlmann, Dr. Anne Rübsam und Prof. Uwe Pleyer ­(Berlin) geben eine Übersicht zu nicht-infektiösen Ursachen der retinalen Vaskulitis unter Betonung einiger häufiger, bedrohlicher Krankheitsbilder.

Ophthalmologische Rehabilitation nach Aderhautmelanom

Erstmals Anspruch auf ophthalmologische Anschlussheilbehandlung (AHB)
Seit Mitte vergangenen Jahres haben Patienten mit einem Aderhautmelanom im Rahmen der ersten ophthalmologischen Anschlussheilbehandlung (AHB) in Deutschland den rechtlich verbrieften Anspruch auf eine medizinische Rehabilitation. Der ophthalmologische Fachbereich der REGIOMED Rehaklinik Masserberg ist zu einem Zentrum für die Nachsorge und Rehabilitation für betroffene Patienten nach operativer oder radiologischer Behandlung geworden. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Möglichkeiten und die Besonderheiten dieser ophthalmologischen Fachabteilung.

Fallbericht: Ripasudil zur konservativen Behandlung einer Hornhautdekompensation nach Endothelitis

Ein 77-jähriger Patient stellte sich mit vor drei Tagen begonnenem Fremdkörpergefühl und einer Sehverschlechterung auf bestkorrigiert 0,4 am rechten Auge in der ambulanten Sprechstunde vor. Beidseits bestanden eine Pseudophakie seit über vier Jahren und keine weiteren Augenerkrankungen. Trotz Therapie verschlechterte sich kontinuierlich der Hornhautbefund. Dr. Burkhard von Jagow, FEBO, Thin Le Dr. Erik Chankiewitz und Dr. Filip Filev berichten über einen Patienten mit Endothelitis und Hornhautdekompensation und den individuellen Heilungsversuch mit einem ROCK-Inhibitor.

Interview mit Prof. Marcus Blum anlässlich der DGII 2023

„Klassische Augenheilkunde“
Der 37. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) mit Wet-Labs, Kursveranstaltungen und Programm für das Pflegepersonal findet vom 2. bis 4. März in Weimar statt. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Tagungspräsident Prof. Marcus Blum (Erfurt) über die Präsenzveranstaltung, die unter dem diesjährigen Motto „Klassische Augenheilkunde“ steht.