Aus der aktuellen Ausgabe

XXXVI. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft

Zurück nach Franken: JHG tagte in Würzburg (Teil 1)
Bereits 2005 tagte die Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) im fränkischen Würzburg. In die Stadt am Main, bekannt für ihre zahlreichen Gebäude im Barock- sowie Rokoko-Stil und besonders für die Würzburger Residenz aus dem 18. Jahrhundert, hatte die JHG in diesem Jahr erneut eingeladen: Vom 7. bis 9. Oktober fand unter der Leitung des Geschäftsführers Frank Krogmann und des diesjährigen Obmanns Dr. Andreas Mettenleiter die Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft ausschließlich wieder in Präsenz statt. Dr. Sibylle Scholtz gibt eine Übersicht über die diesjährigen Referatsthemen.

Screening auf Diabetische Retinopathie mittels Künstlicher Intelligenz

Innerhalb der Augenheilkunde werden immer mehr Anwendungsgebiete für künstliche Intelligenz (KI) erschlossen, wobei insbesondere die Analyse der Netzhaut aufgrund von standardisierten Aufnahmemethoden für den Einsatz von KI geeignet ist. 2018 wurde der erste KI-Algorithmus zur Erkennung der Diabetischen Retinopathie ­von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) in den USA zugelassen. Broder Poschkamp und ­Prof. ­Andreas Stahl (Greifswald) erläutern das Potential von KI-basierten Screeninginstrumenten und die klinischen Erfahrungen mit dem Einsatz von KI beim Screening auf Diabetische Retinopathie.

Webbasierte Refraktionsbestimmung und Sehschärfentests

Eine Alternative für die postoperative klinische Kontrolle nach Kataraktoperation?
Aufgrund des sich verschärfenden Facharztmangels und der bereits jetzigen mangelhaften Versorgungssituation im ländlichen Raum stellen telemedizinische Ansätze, die immer stärker online basiert sind, interessante Möglichkeiten dar, um die Versorgungssituation der Patienten zu verbessern. Prof. Kai Januschowski, Prof. Robert Wisse, Prof. Martin Wenzel und Lukas Bisorca-Gassendorf beschreiben mit der webbasierten Plattform von „Easee“ein neues Konzept der Refraktionsbestimmung und geben eine Einschätzung zu dem Realisierungspotential von Online-Sehschärfetests als Alternative für die postoperative klinische Kontrolle nach Kataraktoperation.

Künstliche Intelligenz in der klinischen Routine bei der nAMD-Therapie

An der Medizinischen Universität Wien haben KI-Systeme bereits in den klinischen Alltag Einzug gefunden: Der Vienna Fluid Monitor (RetInSight GmbH, Wien), der 2022 offiziell zugelassen wurde, beruht auf der automatischen Auswertung von OCT-Bildern und dient als ärztliche Entscheidungshilfe bei der Therapie der neovaskulären AMD (nAMD). Über Künstliche Intelligenz (KI) in der klinischen Routine an der Universitäts-Augenklinik Wien berichten Prof. Ursula Schmidt-Erfurth, S. Frank, K. Kostolna und Dr. Gregor S. Reiter.

„Ökologische Nachhaltigkeit in der Augenheilkunde“

Zum 120. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)
Nach zwei pandemiebedingten Online-Kongressen hatte die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) Ende September zur Präsenzveranstaltung nach Berlin eingeladen. „Regenerative Medizin“ und „Ökologische Nachhaltigkeit in der Augenheilkunde“ waren die Hauptthemen, die der diesjährige DOG-Präsident Prof. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf für die 120. Jahrestagung in den Mittelpunkt stellte. Weitere Höhepunkte des Kongresses waren neben den drei Keynote Lectures zu den Themen Gentherapie, Klimawandel und Stammzellen unter anderem der Gastvortrag des Ökonomen und Klimafolgenforschers Prof. Ottmar Edenhofer. Von Katica Djaković.

Faktor Zeit für die Lysetherapie bei Zentralarterienverschlüssen

Die OCT als rasches und sicheres Diagnostiktool
Bei Zentralarterienverschlüssen (ZAV) kommt es auf die rechtzeitige und vor allem auch richtige Diagnose an. Die typische Symptomatik besteht aus einem einseitigen plötzlichen und schmerzlosen Visusverlust. Funduskopisch lassen sich vor allem in der sehr frühen Phase kaum sichere Zeichen erkennen. Ein Zirkulationsstop in den arteriellen­ Gefäßen, ein sichtbarer Embolus oder sehr enge arterielle Gefäße mit gegebenenfalls sichtbarer langsamer Bewegung der gestauten Erythrozyten können funduskopische Hinweise auf einen ZAV in der Frühphase sein, die der geübte Untersucher einordnen kann. Dr. Carsten Grohmann, Dr. Daniel A. Wenzel, Priv.-Doz. Dr. Sven Poli, Dr. Maria Casagrande, Vasyl Druchkiv, Prof. Martin S. Spitzer, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt und ­Prof. Maximilian Schultheiss erläutern die Bedeutung der frühen Diagnose mittels OCT zur rechtzeitigen Therapie.

Neues Bildgebungsverfahren zur Diagnose von Uveitis posterior

Farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende Diagnosemethode
Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Erblindungen weltweit sind auf die seltene entzündliche Augenerkrankung Uveitis zurückzuführen. Vor allem die Uveitis posterior ist oft mit einem schweren Krankheitsverlauf und der Notwendigkeit einer immunsuppressiven Therapie verbunden. Bei der Uveitis posterior kommt es zu Entzündungsherden in der Netzhaut und in der sie versorgenden, darunterliegenden Aderhaut. In einer Studie der Universitäts-Augenklinik Bonn wurde die farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende neuartige Diagnosemethode getestet. Sie soll Aufschluss über den Uveitis-Subtyp geben, eine wesentliche Voraussetzung für die zielgenaue Diagnose und Behandlung der Erkrankung. Priv.-Doz. Dr. Maximilian W. M. Wintergerst (Bonn) fasst die Studienergebnisse zusammen.

Die Farbfehlsichtigkeit in der augenärztlichen Diagnostik

In zahlreichen Berufen wird das uneingeschränkte Farbsehen als Grundbedingung vorausgesetzt. Bei Neueinstellung oder zweifelhaften Befunden erfolgt eine gutachterliche Beurteilung in der Augenfacharztpraxis mit Signierung von ärztlichem Fachpersonal. Die diagnostische Abklärung einer Farbsinnstörung gehört daher zum Basis-Repertoire jedes Augenarztes. In diesem Report werden die wichtigsten Tests kurz vorgestellt, zudem wird auf Kniffligkeiten zur korrekten Durchführung hingewiesen, um stets eine sichere Diagnose stellen zu können. Von Dr. Simon Held (Ulm).

„Herausforderung fortgeschrittenes Basalzellkarzinom“

Eine interdisziplinäre Fortbildung
Eine interdisziplinäre Online-Fortbildung zu den therapeutischen Möglichkeiten nach der Diagnose eines fortgeschrittenen Basalzellkarzinoms im Gesichtsbereich fand am 28. Juni statt: Veranstaltet wurde die Fortbildung mit Referenten aus Dermatologie, Ophthalmologie, HNO und dem MKG-Bereich durch die MedKOM-Akademie (München) unter Leitung von Prof. Matthias Volkenandt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) erläutert ausgewählte Beiträge des Seminars und stellt die Augenheilkunde auch als Mitglied des „dermatoonkologischen Teams Basalzellkarzinom“ vor.

Wie man sehen kann, was es gar nicht gibt

Zur Physiologie und zur Philosophie von George Berkeleys Theorie über das Sehen
George Berkeley, irischer Philosoph und anglikanischer Bischof, propagierte seine Thesen von einer illusionären Welt zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Seine wichtigsten Werke verfasste er in den Jahren 1709 bis 1713, den Auftakt stellte sein „Versuch über eine neue Theorie des Sehens“, in dem er sich mit dem Verhältnis von Gesichts- und Tastwahrnehmung auseinandersetzt. Von Dr. Michael Ahlsdorf