Aus der aktuellen Ausgabe

Neues Bildgebungsverfahren zur Diagnose von Uveitis posterior

Farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende Diagnosemethode
Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Erblindungen weltweit sind auf die seltene entzündliche Augenerkrankung Uveitis zurückzuführen. Vor allem die Uveitis posterior ist oft mit einem schweren Krankheitsverlauf und der Notwendigkeit einer immunsuppressiven Therapie verbunden. Bei der Uveitis posterior kommt es zu Entzündungsherden in der Netzhaut und in der sie versorgenden, darunterliegenden Aderhaut. In einer Studie der Universitäts-Augenklinik Bonn wurde die farbkodierte Fundusautofluoreszenz als unterstützende neuartige Diagnosemethode getestet. Sie soll Aufschluss über den Uveitis-Subtyp geben, eine wesentliche Voraussetzung für die zielgenaue Diagnose und Behandlung der Erkrankung. Priv.-Doz. Dr. Maximilian W. M. Wintergerst (Bonn) fasst die Studienergebnisse zusammen.

Die Farbfehlsichtigkeit in der augenärztlichen Diagnostik

In zahlreichen Berufen wird das uneingeschränkte Farbsehen als Grundbedingung vorausgesetzt. Bei Neueinstellung oder zweifelhaften Befunden erfolgt eine gutachterliche Beurteilung in der Augenfacharztpraxis mit Signierung von ärztlichem Fachpersonal. Die diagnostische Abklärung einer Farbsinnstörung gehört daher zum Basis-Repertoire jedes Augenarztes. In diesem Report werden die wichtigsten Tests kurz vorgestellt, zudem wird auf Kniffligkeiten zur korrekten Durchführung hingewiesen, um stets eine sichere Diagnose stellen zu können. Von Dr. Simon Held (Ulm).

„Herausforderung fortgeschrittenes Basalzellkarzinom“

Eine interdisziplinäre Fortbildung
Eine interdisziplinäre Online-Fortbildung zu den therapeutischen Möglichkeiten nach der Diagnose eines fortgeschrittenen Basalzellkarzinoms im Gesichtsbereich fand am 28. Juni statt: Veranstaltet wurde die Fortbildung mit Referenten aus Dermatologie, Ophthalmologie, HNO und dem MKG-Bereich durch die MedKOM-Akademie (München) unter Leitung von Prof. Matthias Volkenandt. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) erläutert ausgewählte Beiträge des Seminars und stellt die Augenheilkunde auch als Mitglied des „dermatoonkologischen Teams Basalzellkarzinom“ vor.

71. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte

Zu ihrer 71. Tagung hatte die Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA) am 10. und 11. Juni nach Bremen eingeladen. Ein Programmhighlight der Hybridveranstaltung war der Gastvortrag von Prof. Günter K. Krieglstein zum Thema „Quo vadis medicina?“. In weiteren Beiträgen wurden sowohl aktuelle Entwicklungen in der Augenheilkunde berücksichtigt als auch Kontroversen aufgegriffen und debattiert. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagungsinhalte zusammen.

Distaler Abflusswiderstand als neuer Faktor beim Glaukom

Ansätze zum prä- und postoperativen Management
Kanalbasierte Glaukomchirurgie führt nicht immer zum vom MIGS-Chirurgen gewünschten Erfolg. Neue Ergebnisse weisen auf einen distalen Abflusswiderstand bei einigen Patienten hin, der ein bis vor kurzem unbekannter Faktor bei der Pathogenese des Glaukoms zu sein scheint. Translationale Forschung zeigt, dass dieser Abflusswiderstand präoperativ identifiziert und auch postoperativ modifiziert werden kann. Lukas Schulze Mönking und Prof. Nils A. Loewen (Frankfurt) erörtern die Studienerkenntnisse.

Mögliche Pathomechanismen beim Normaldruckglaukom

Die Pathophysiologie des Normaldruckglaukoms ist nach wie vor nicht geklärt. Als Ursache für den Papillenschaden werden verschiedene Mechanismen diskutiert: eine erhöhte Druckempfindlichkeit der Ganglienzellen und der rationalen Axone, vaskuläre Dysregulation, Einflüsse der Lamina cribrosa, der translaminäre Druckgradient oder ein neurodegenerativer Prozess im Rahmen einer Liquorzirkulationsstörung im Subarachnoidalraum des Sehnervs. Prof. Hanspeter E. Killer (Departement Biomedizin, Universität Basel, und Aargauisches Augenärztezentrum, Schweiz) diskutiert die Annahmen und Fragestellungen zu den möglichen pathophysiologischen Mechanismen.

Behandlungstrategien des Glaukoms im Westen Tansanias

Einsatz der transskleralen Zyklophotokoagulation in Mikropulstechnik (CPC-M)
Die Therapie von Glaukomerkrankungen in West-Tansania ist von vielfältigen Problemen beeinträchtigt: aufgrund eines eingeschränkten Zugangs, fehlender Expertise und auch mangelnder finanzieller Möglichkeiten ist eine konservative, dauerhafte Glaukomtherapie mit Augentropfen oder eine chirurgische Therapie oft nicht ausreichend gewährleistet. Häufig mündet die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Glaukom oder vermeidbarer Erblindung. In einem Projekt wurde die Effektivität der transskleralen Zyklophotokoagulation in Mikropulstechnik (CPC-M), einer kostengünstigen und leicht zugänglichen Behandlungsmöglichkeit bei fortgeschrittenen Glaukomen untersucht. Dr. Martin Andreas Kotula, Dr. Karsten Paust, Dr. Arno Wirdemann, Sarah Berta Schmidt, Dr. Erick Msigomba und Dr. Liberator Burusu berichten über die Ergebnisse der Anwendungsbeobachtung.

Ophthalmologische Befunde bei Mukopolysaccharidosen

Okuläre Manifestationen treten bei Mukopolysaccharidosen (MPS), die zu den autosomal-rezessiv vererbten, lysosomalen Speichererkrankungen gehören, häufig auf, sind komplex und variabel und können zu einer hochgradigen Sehbehinderung bis Blindheit führen. Zu den typischen okulären Veränderungen gehören stromale Hornhauttrübungen unterschiedlichen Schweregrades (vorwiegend bei MPS I, IVA und VI), aber auch die degenerative Pigment-retinopathie, Optikusatrophie, okuläre Hypertension oder Glaukom. Priv.-Doz. Dr. Juliane Matlach (Mainz) gibt einen Überblick über die systemischen und vor allem okulären Manifestationen der verschiedenen MPS-Formen.

Projektinititative: Aufbau einer ­Hornhautbank in Kenia

Aus einer privaten Initiative entstand die Idee zum Aufbau eines nachhaltigen Programmes zur Hornhautspende in Kenia. In dem gemeinsamen Projekt unter Beteiligung des in Neu-Ulm und Nairobi tätigen Augenchirurgen ­­Dr. Harald Gäckle sowie der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist auch die Konzeptionierung einer Hornhautbank denkbar, die an die Universitäts-Augenklinik in Nairobi angebunden werden soll. RA Michael Zach (Mönchengladbach), Mit­initiator des Projektes, berichtet über die bereits erfolgten Aktivitäten.

Die Abformgläser

Serie zur Sammlung Roth (Folge 131)
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wusste man schon, dass sich optische Fehler des Auges, verursacht beispielsweise durch Unregelmäßigkeiten der Hornhautkontur, ausgleichen ließen, indem man den Kopf in eine wassergefüllte Glaskugel hielt. Technisch war dies durchaus zu bewerkstelligen, in der Praxis aber kaum länger durchzuhalten. Dennoch beruht auf dieser Grundidee, sie stammt von Leonardo da Vinci, letztlich das Prinzip der Kontaktlinse. Erst als es möglich war, kleine Glasschälchen auf einem Flüssigkeitspolster direkt auf dem Auge zu tragen, ließ sich, zum Beispiel bei Vorliegen von Hornhautnarben, ein homogenes Netzhautbild erzeugen. Auch der Keratokonus war auf diese Art optisch kompensierbar.