Aus der aktuellen Ausgabe

Recycling von Medizinprodukten – warum es sich noch mehr lohnt

Für alle Bereiche der Gesundheitswirtschaft praxistaugliche Lösungen für mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln, ist Ziel einer inzwischen mehrjährigen Kooperation der Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) und des Instituts für Recycling, Ökologie, Design (IRED). Inwieweit Produkthersteller als auch medizinische Einrichtungen und deren Versorgungsbetriebe durch eine Reduktion der entstehenden Abfälle zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen beitragen können, diskutieren Dr.-Ing. Sven Grieger (IWKS) und Prof. Dipl.Phys. Werner Lorke (IRED) und beschreiben ein Pilotprojekt als Best-Practice-Beispiel für künftige Recyclinglösungen.

Neue Entwicklungen in der lamellären Hornhauttransplantation

Einsatz fertig vorpräparierter Precut-Lamellen aus spezialisierten Gewebebanken
Zunehmend präparieren Transplantationszentren nicht mehr selbst im OP, sondern beziehen fertig vorpräparierte Lamellen (LaMEK) aus spezialisierten Gewebebanken, um die Qualität und Sicherheit für Ihre Patienten zu erhöhen. Mit der europaweiten Zulassung der Sulzbacher Entwicklung „DMEK RAPID“ (Handelsname) erhalten externe Operateure erstmals im Reinraum hergestellte, bereits vorpräparierte und gebrauchsfertig in einem Injektor vorgeladene DMEK-Lamellen zur direkten Implantation – ähnlich einem vorgeladenen IOL-Shooter. Die DMEK-Transplantate können ohne weitere Manipulation implantiert werden. Die Knappschafts-Gewebebank Sulzbach ist derzeit die einzige Hornhautbank, die diese qualitätsgesicherten Lamellen mit Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) herstellt und deutschlandweit versendet. Prof. Peter Szurman, Dr. rer. nat. Silke Wahl und Dr. Annekatrin Rickmann, FEBO stellen die neuen Entwicklungen dar.

Korneales Crosslinking bei Kindern und Jugendlichen

Langzeitverlaufskontrollen am Sankt Johannes Hospital Dortmund
Um die Wirksamkeit der Hornhautvernetzung bei Kindern und Jugendlichen zu bewerten und die Progression des Keratokonus während der klinischen Nachsorge zu evaluieren, wurde am Sankt Johannes Hospital Dortmund eine retrospektive Studie mit Patientendaten von 101 Augen durchgeführt. Dr. Hamzeh Tamimi und Prof. Markus Kohlhaas (Dortmund) fassen die Ergebnisse zusammen.

Seltene korneale klinisch-­pathologische Korrelationen

In der klinischen Praxis ist die Unterscheidung verschiedener Augenerkrankungen aufgrund eines ähnlichen klinischen Erscheinungsbildes oft nur durch eine histologische Untersuchung möglich. Neben Diagnosestellung und gezielter Therapie liefert der histopathologische Befund auch bedeutende prognostische Erkenntnisse. Dr. Tim ­Berger, Dr. Loay Daas und Prof. Berthold Seitz, FEBO (Homburg/Saar) diskutieren einige seltene korneale klinisch-pathologische Korrelationen.

4. Baltic Sea Eye Conference

Die 4. Baltic Sea Eye Conference fand in diesem Jahr am 22. und 23. April statt, traditionell bestehend aus dem Kurs „Eye Surgery Masterclass“ mit Dry- und Wetlab, der „International Rostock Beach Academy“ und dem „Programm für ophthalmologisches Assistenzpersonal & Patienten/-innen“. Neu hinzugekommen ist das Young Investigators/Clinician-Scientist-Symposium. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) berichtet über die Fortbildung.

Strategien zur Versorgung der komplizierten Netzhautablösung

In komplexen Fällen von Netzhautablösung erleichtert die Verbesserung der Visualisierung durch Weitwinkelsysteme, Endoillumination und Chromo-Vitrektomie die möglichst vollständige Entfernung des Glaskörpers sowie das bimanuelle Arbeiten im Rahmen der Entfernung epiretinaler Membranen. Der Befund kann durch schwere Flüssigkeiten intraoperativ stabilisiert werden. Lässt sich die epiretinale Traktion nicht vollständig durch ein Peeling der Membranen entfernen, kann eine entlastende Retinektomie erforderlich werden. Prof. Friederike Schaub, FEBO (Rostock) stellt die jeweils an die vorliegenden Gegebenheiten angepassten chirurgischen Strategien dar.

Podcast als Wissenstransfer

Zum Potenzial von Audio-/Video-Sendungen als Marketingtool
Mit dem Podcast hat ein neues Medium eine rasante Verbreitung erzielt: geboten wird damit eine Serie von Audio- und/oder Video-Sendungen im Internet, die der Nutzer über eine App abonnieren und zeitlich unabhängig („on demand“) abrufen kann. Sie können praktisch von jedermann für die unterschiedlichsten Zielgrupen angeboten werden. Tobias Kesting (Marketingagentur Carekom GmbH) erklärt das Potenzial der Podcasts als Werbeträger und beschreibt die Einsatzmöglichkeiten am Beispiel eines Podcasts für die Ophthalmologie.

Die Brille des Narren

Serie zur Sammlung Roth (Folge 130)
Die ersten Brillenträger gehörten einer Gesellschaftsschicht an, die es sich leisten konnte, eine Lesehilfe anzuschaffen. Die ältesten Abbildungen stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und immer mit ihrem Besitzer dargestellt – in der Regel waren diese aus der Oberschicht des Klerus, alle im hohen Alter und gebildet, belesen wie die Brille belegt. Später findet man in den Abbildungen der Zeit die Brille auf dem Nasenrücken des Narren. Wieder soll sie den Träger kennzeichnen: In der bekanntesten Schrift der Zeit, dem Narrensschiff, trägt sie der Dumme. Auch im Karneval ist die Brille ein historisch fixiertes Motiv.

Neue monofokale IOL mit erweitertem Fokusbereich

Erste klinische Ergebnisse und postoperative Sehqualität
Eine neue monofokale EDOF-Intraokularlinse soll eine Verbesserung der Sehqualität in den Entfernungen zwischen Fern- und Mittelbereich erzielen. Bei der Lentis Quantum handelt sich um eine einstückige IOL mit einem aberrationsneutralen Optikdesign und Plattenhaptiken für eine zuverlässige Zentrierung und verkippungsfreie sowie rotationsstabile Ergebnisse. Implantiert wurde die Linse in 14 Augen und die gemessenen Daten wurden hinsichtlich der postoperativen visuellen Qualität ausgewertet. Dr. Detlev R. H. Breyer, David Lücht und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse ihrer Untersuchung vor.

Intraoperative Adjustierung torischer Intraokularlinsen

Höhere Präzision durch Einsatz von Vorderabschnittsfotografien
Der wohl häufig kritischste Faktor bei der Implantation torischer Intraokularlinsen blieb bis in jüngster Zeit die präzise Positionierung der Linsenachse. Seit einigen Jahren stehen für die Ausrichtung torischer Linsen hochtechnisierte komplexe bildgeführte Systeme zur Verfügung, die den traditionellen manuellen Verfahren deutlich überlegen sind. Die neueingeführten bildgeleiteten Systeme erfordern allerdings auch höhere Investitionen. Prof. Dr. Heinrich Gerding, FEBO, FARVO (Olten/Schweiz) stellt ein bildgeführtes Verfahren der präzisen Ausrichtung torischer Linsen vor, das eine einfache Ausführbarkeit, keine zusätzlichen Investitionen und eine hohe Präzision bietet.