Aus der aktuellen Ausgabe

Uveitis bei Kindern

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im Kindesalter können Uveitiden verschiedenen Schweregrades und unterschiedlicher Ausprägung und Lokalisation hervorrufen. Da die Uveitiserkrankung bei Kindern aufgrund von Rezidiven häufig schwerwiegender verläuft, ist eine frühe Diagnose und Therapie wichtig sowie die regelmäßigen augenärztlichen Untersuchungen, um visuslimitierende Komplikationen wie Katarakt, Makulaödem oder Glaukom zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln. Priv.-Doz. Dr. Juliane Matlach erläutert Einteilung, Diagnostik und Therapie der Uveitis bei rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter.

Verbesserte Diagnostik durch den Einsatz virtueller Techniken

Erste Forschungsergebnisse zu VR-Anwendungen
Virtuelle Techniken werden in der Augenheilkunde bereits eingesetzt und sollen die Diagnostik von Augenerkrankungen verbessern und vereinfachen. Eine Arbeitsgruppe der Universitäten Erlangen-Nürnberg und LMU München hat mehrere Softwarepakete für Virtual Reality (VR)-Headsets entwickelt und getestet, die telemedizinische visuelle Tests durchführen können. Von Prof. Georg Michelson, Dr. rer. biol. hum. Dipl. Ing. Folkert Horn, Priv.-Doz. Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Bettina Hohberger, Matthias Ring, Elisabeth Grau, Stefan Andrae, David Kara, Sabine Erbes, Benedikt Kutzner, ­Wolfgang Mehringer, M.Sc., Prof. Björn Eskofier und Prof. Albrecht Schmidt.

Das Auge des Zyklopen

Serie zur Sammlung Roth (Folge 125)
Missbildungen des menschlichen Körpers beruhen meist auf Entwicklungsstörungen in der Schwangerschaft und zeigen sich bei Geburt als Fehler. In allen Bereichen des menschlichen Körpers sind Defekte möglich, nur wenige ermöglichen ein unbeschwertes Leben. Blindheit, Taubheit, Ausfall von Nervenbahnen oder Fehler beim Knochenbau sind dann Ursachen einer Behinderung. Zahlreiche Fehlbildungen sind auch am Auge beschrieben und treten häufig als Syndrome auf. Sie tragen zumeist den Namen ihres Erstbeschreibers oder Entdeckers.

Kongress AAD 2022 hybrid

Interview mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz
Nach der Absage 2020 und einem rein digitalen Format 2021 planen BVA und DOG die diesjährige Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) wieder als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Der Kongress findet vom 16. bis 19. März in Düsseldorf mit einigen Online-Kursen als „AAD 2022 Hybrid“ statt. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem 1. BVA-Vorsitzenden Dr. Peter Heinz (Schlüsselfeld) über die Herausforderungen bei der Planung der diesjährigen Fortbildung, die Situation der augenärztlichen Praxen im dritten Jahr der Corona-Pandemie sowie seine Erwartungen an den neuen Gesundheitsminister.

4. Retina-Update in Münster

Corona-bedingt um ein Jahr verschoben fand das 4. Retina-Update 2021 als Hybridveranstaltung statt. Prof. Albrecht Lommatzsch und sein Team vom Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster konnten rund 120 Gäste (mit 3G-Nachweis) persönlich begrüßen, weitere 450 Teilnehmer hatten sich digital zugeschaltet. Hochkarätige Referenten gaben Einblicke in neueste Entwicklungen im Bereich der Retinologie. Das Themenspektrum reichte von der Anti-VEGF-Therapie, über die Behandlung von diabetischen Krankheitsbildern bis hin zu Handlungsoptionen bei Venenverschlüssen oder Makulaforamina. Dr. Udo Hennighausen (Hamburg) fasst die Tagung zusammen.

Weitere Verbesserungen der ­lichtadjustierbaren Intraokularlinse (LAL)

Mit der lichtadjustierbaren Intraokularlinse (LAL) steht ein Verfahren zur Verfügung, nach Kataraktchirurgie verbleibende sphärische und astigmatische Refraktionsfehler nicht-invasiv korrigieren zu können. Die LAL enthält ein photosensitives Polymer, das – und mit ihm die Brechkraft – etwa zwei Wochen nach der Implantation mit einer UV-Bestrahlung verändert werden kann, was eine Modifikation der IOL-Stärke um gut zwei Dioptrien Sphäre und drei Dioptrien Zylinder ermöglicht. Prof. Burkhard Dick (Bochum) gehörte vor rund zwölf Jahren weltweit zu den ersten Ophthalmochirurgen, die diese Technologie angewendet haben. Er berichtet über seine langjährigen Erfahrungen mit der LAL und stellt vielversprechende Verbesserungen vor.

IOL-Kategorisierung anhand ­physikalischer Eigenschaften

Immer mehr Intraokularlinsen (IOLs) werden auf den Markt gebracht mit dem Versprechen, die Presbyopie teil oder voll zu kompensieren. Die physikalischen Möglichkeiten, Licht entlang der optischen Achse zu verteilen, um bestimmte Tiefenschärfenbereiche zu generieren, sind jedoch limitiert. IOLs werden aktuell meist durch Marketingnamen klassifiziert und nicht nach den physikalischen Gegebenheiten, die die verschiedenen Brennpunkte generieren. Dr. Matthias Kriegel, FEBO und Dr. Florian Kretz, FEBO (Rheine) empfehlen in ihrem Beitrag eine Einteilung der verschiedenen IOLs anhand ihrer physikalischen Eigenschaften und Kompensationsmöglichkeiten und erörtern ihre Vor- und Nachteile.

Astigmatismuskorrektur mit dem Femtosekundenlaser

Zum Zeitpunkt der Kataraktoperation haben etwa 38 Prozent der Patienten einen Astigmatismus von 1 dpt und 19 Prozent einen Astigmatismus von >1.5 dpt. Die Korrekturmöglichkeiten des kornealen Astigmatismus umfassen torische IOLs auf Linsenebene, sowie limbale relaxierende Inzisionen und manuelle arkuate Keratotomien auf Hornhautebene. Dr. Luca Schwarzenbacher und Prof. Rupert Menapace (Wien) stellen die Langzeitevaluierung, Präzision und Effizienz der Femtosekundenlaser-assistierten arkuaten Keratotomie, insbesondere mit einem Niedrigpuls-Energie-Femtosekundenlaser, dar. Sie zeigen auf, worauf es zu achten gilt bei der richtigen Patientenauswahl und bei der Planung der geeigneten Inzisionen zur Korrektur regulärer Astigmatismen zum Zeitpunkt der Kataraktoperation.

35. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 2)

Als Hybrid-Veranstaltung in Regensburg
Nach dem rein virtuellen Kongress 2020 wurde die 35. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft in Form eines Hybrid-Kongress mit internationaler Beteiligung ausgerichtet. Die Präsenzveranstaltung fand vom 8. bis 10. Oktober 2021 in Regensburg statt, das wissenschaftliche Programm am Samstag als Hybrid-­Veranstaltung. Im zweiten Teil berichtet Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) über die dritte und vierte wissenschaft­liche Sitzung sowie die Generalversammlung.

Pupillographie in der Entwicklung von ophthalmologischen Gentherapien

Die Gentherapie gibt in den letzten Jahren die bahnbrechende Möglichkeit, seltene erbliche Netzhauterkrankungen behandeln zu können. In der klinischen Entwicklung solcher Therapien, zu denen aufwändige klinische Studien gehören, geht es sowohl um die Erfassung der Sicherheit der Therapie als um die durch sie erzielte Wirksamkeit. Prof. Barbara Wilhelm (Tübingen) berichtet über die Chromatische Pupillen-Campimetrie (CPC), die ein vielversprechendes Potential als eine leicht durchführbare Methode zur objektiven Erfassung der Wirksamkeit einer lokalen Gentherapie bei erblichen Netzhautdegenerationen zeigt. Die Untersuchung dauert nur einige Minuten, sie ist für die Patienten weder anstrengend noch belastend. Dies zeigen die bisherigen Erfahrungen bei Patienten mit Achromatopsie, Retinitis pigmentosa sowie RPE65-Mutation.