Aus der aktuellen Ausgabe

Strategien zur Versorgung der komplizierten Netzhautablösung

In komplexen Fällen von Netzhautablösung erleichtert die Verbesserung der Visualisierung durch Weitwinkelsysteme, Endoillumination und Chromo-Vitrektomie die möglichst vollständige Entfernung des Glaskörpers sowie das bimanuelle Arbeiten im Rahmen der Entfernung epiretinaler Membranen. Der Befund kann durch schwere Flüssigkeiten intraoperativ stabilisiert werden. Lässt sich die epiretinale Traktion nicht vollständig durch ein Peeling der Membranen entfernen, kann eine entlastende Retinektomie erforderlich werden. Prof. Friederike Schaub, FEBO (Rostock) stellt die jeweils an die vorliegenden Gegebenheiten angepassten chirurgischen Strategien dar.

Podcast als Wissenstransfer

Zum Potenzial von Audio-/Video-Sendungen als Marketingtool
Mit dem Podcast hat ein neues Medium eine rasante Verbreitung erzielt: geboten wird damit eine Serie von Audio- und/oder Video-Sendungen im Internet, die der Nutzer über eine App abonnieren und zeitlich unabhängig („on demand“) abrufen kann. Sie können praktisch von jedermann für die unterschiedlichsten Zielgrupen angeboten werden. Tobias Kesting (Marketingagentur Carekom GmbH) erklärt das Potenzial der Podcasts als Werbeträger und beschreibt die Einsatzmöglichkeiten am Beispiel eines Podcasts für die Ophthalmologie.

Die Brille des Narren

Serie zur Sammlung Roth (Folge 130)
Die ersten Brillenträger gehörten einer Gesellschaftsschicht an, die es sich leisten konnte, eine Lesehilfe anzuschaffen. Die ältesten Abbildungen stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und immer mit ihrem Besitzer dargestellt – in der Regel waren diese aus der Oberschicht des Klerus, alle im hohen Alter und gebildet, belesen wie die Brille belegt. Später findet man in den Abbildungen der Zeit die Brille auf dem Nasenrücken des Narren. Wieder soll sie den Träger kennzeichnen: In der bekanntesten Schrift der Zeit, dem Narrensschiff, trägt sie der Dumme. Auch im Karneval ist die Brille ein historisch fixiertes Motiv.

Augenheilkunde im Ausnahmezustand

Aus- und Fortbildung unter Kriegsbedingungen in der Ukraine
Nicht nur national, sondern auch vor allem international muss der Augenheilkunde und den Ophthalmologen in der Ukraine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: In den letzten Jahren entwickelte sich in der Ukraine eine exzellente, hochmoderne augenärztliche Ausbildungskultur auf höchstem Niveau, die sich an internationalen Ausbildungsaktivitäten messen kann. Trotz COVID und Krieg wurden und werden weiterhin regelmäßige und zeitgemäße Fortbildung organisiert. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) berichtet über die gegenwärtige Situation augenheilkundlicher Aus- und Fortbildung in der Ukraine.

Die Augensalbe

Serie zur Sammlung Roth (Folge 129)
Über eine augenärztliche Therapie in der Antike ist nur wenig bekannt – und erst nach der allmählichen Entwicklung von Schriften geben erste Aufzeichnungen über medizinisches Wissen Einblick in den Umgang mit Verletzungen oder Erkrankungen des Auges in den frühen Kulturen. Als Therapeutika, so die Überlieferungen, kamen meist mild adstringierende Pflanzenextrakte zur Anwendung. Anders verhält es sich mit den Salben, hier fehlten Angaben zu deren Zusammensetzung und Anwendungsvorschriften. Mit der Bergung eines vor 2500 Jahren untergegangenen Schiffes aus der Ägäis, ist hierüber jetzt erstmals mehr bekannt.

34. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC)

Nach zweijähriger Corona-Pause fand vom 23. bis 25. Juni der 34. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) als Präsenzveranstaltung in Nürnberg statt. Rund 5.400 Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich vor Ort und in persönlicher Begegnung über die wichtigsten Themen des Fachgebietes auszutauschen. Die Hauptvorträge wurden zusätzlich per Live-Stream übertragen. 500 Referenten stellten Innovationen und Weiterentwicklungen vor und diskutierten die Goldstandards der Augenchirurgie mit dem Auditorium. Von Katica Djaković.

Neue monofokale IOL mit erweitertem Fokusbereich

Erste klinische Ergebnisse und postoperative Sehqualität
Eine neue monofokale EDOF-Intraokularlinse soll eine Verbesserung der Sehqualität in den Entfernungen zwischen Fern- und Mittelbereich erzielen. Bei der Lentis Quantum handelt sich um eine einstückige IOL mit einem aberrationsneutralen Optikdesign und Plattenhaptiken für eine zuverlässige Zentrierung und verkippungsfreie sowie rotationsstabile Ergebnisse. Implantiert wurde die Linse in 14 Augen und die gemessenen Daten wurden hinsichtlich der postoperativen visuellen Qualität ausgewertet. Dr. Detlev R. H. Breyer, David Lücht und Dr. Lena Beckers (Düsseldorf) stellen die Ergebnisse ihrer Untersuchung vor.

Intraoperative Adjustierung torischer Intraokularlinsen

Höhere Präzision durch Einsatz von Vorderabschnittsfotografien
Der wohl häufig kritischste Faktor bei der Implantation torischer Intraokularlinsen blieb bis in jüngster Zeit die präzise Positionierung der Linsenachse. Seit einigen Jahren stehen für die Ausrichtung torischer Linsen hochtechnisierte komplexe bildgeführte Systeme zur Verfügung, die den traditionellen manuellen Verfahren deutlich überlegen sind. Die neueingeführten bildgeleiteten Systeme erfordern allerdings auch höhere Investitionen. Prof. Dr. Heinrich Gerding, FEBO, FARVO (Olten/Schweiz) stellt ein bildgeführtes Verfahren der präzisen Ausrichtung torischer Linsen vor, das eine einfache Ausführbarkeit, keine zusätzlichen Investitionen und eine hohe Präzision bietet.

Update zur Internet-Datenbank IOLCon

Roadmap zur zuverlässigen IOL-Berechnung („Lens Power Calculation Module“)
Mit einer Intraokularlinsen-Übersicht sowie Hilfestellungen zur präoperativen Biometrie hat sich die 2017 gegründete Internet-Datenbank IOLCon inzwischen als weltweit verfügbare, zuverlässige Quelle für optimierte IOL-Konstanten und -Spezifikationen etabliert. Die Datenbank wurde von Prof. Achim Langenbucher vom Universitätsklinikum Homburg/Saar in Kooperation mit Kataraktchirurgen, IOL-Herstellern, Biometer-Herstellern und Wissenschaftlern entwickelt. Basierend auf zeitgemäßen Optimierungsstrategien stellt die Datenbank dem Ophthalmochirurgen auch individuell optimierte IOL-Konstanten kostenfrei zur Verfügung. Seit kurzem unterstützt IOLCon mit dem ebenfalls kostenfreien neuen „Lens Power Calculation Module“ auch bei der Auswahl der individuellen IOL. Von Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) und Prof. Achim Langenbucher (Homburg/Saar).

Virtueller Kongress zu Parkinson und Bewegungsstörungen

Ophthalmologische Aspekte des Parkinson-Erkrankungsspektrums
Zum „Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen“ hatten die Tagungspräsidenten Prof. Günter U. Höglinger (Hannover) und Prof. Frank Erbguth (Nürnberg) ursprünglich als Hybrid-Veranstaltung im März nach Hannover eingeladen, jedoch konnte coronabedingt die Fortbildung leider nur online und somit nur mit reduziertem Programm stattfinden. Die Referatsthemen zu den Parkinson-Syndromen, speziell zu ophthalmologischen Aspekten des Erkrankungsspektrums, fasst Dr. Udo Hennighausen (Hamburg), ergänzt durch zusätzliche Informationen zum aktuellen Stand des Wissens, in seinem Bericht zusammen.