Aus der aktuellen Ausgabe

36. Jahrestagung der DGII tagte als Hybrid-Veranstaltung

„Innovation aus Tradition“
Die diesjährige Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) fand unter dem Hauptthema „Innovation aus Tradition“ statt. In der Augenheilkunde werden kontinuierlich innovative Technologien entwickelt, die sowohl die diagnostischen als auch die chirurgischen Möglichkeiten optimieren. Auch auf der diesjährigen Tagung wurden wieder zahlreiche neue Technologien, unter anderem in den Bereichen Intraokularlinsen, Glaukomchirurgie und Kornea vorgestellt. Von Dr. Isabella Baur (Heidelberg).

Rolle der Meibomdrüsen für Therapieoptionen beim Trockenen Auge

Experimentelle Modelle zur Untersuchung der (Patho-)Physiologie
Da die Prävalenz der Meibomdrüsendysfunktion und der damit einhergehenden evaporativen Form des Trockenen Auges sehr hoch ist, ist es von großem klinischen Interesse, tiefere Einblicke in die Pathogenese zu gewinnen. Experimentelle Modelle der Meibomdrüsen sind hierbei essentielle Voraussetzungen, um pathologische Veränderungen und Prozesse auf molekularer Ebene zu identifizieren. Außerdem können experimentelle Modelle dazu dienen, neuartige Therapieoptionen zu entwickeln und zu evaluieren. Dr. rer. nat. Jana Dietrich (Erlangen) stellt eine aktuell in Laboren intensiv verwendete Zelllinie der Meibomdrüse sowie eine vor kurzem etablierte lebende Organschnittkultur humaner Meibomdrüsen vor.

Perspiratio insensibilis der Hornhaut

Trockenes Auge, ein Bilanzproblem? Wo bleiben unsere Tränen?
Im Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT) kann eine Hornhaut unter vitalen Bedingungen mit verschiedenen chemischen und physikalischen Reizen belastet und währenddessen die Reaktion der Hornhaut mittels OCT und Thermo-graphie verfolgt werden. So lässt sich an einer stabilen in Kultur genommenen Ex-vivo-Hornhaut die Perspiratio insensibilis als physikalisches Phänomen des Wasserverlustes an einer Grenzfläche quantifizieren. Da der Mechanismus ohne Lidschlag und Benetzung beobachtet werden kann, lässt sich so eine isolierte Betrachtung dieses Effektes herstellen. Thomas Schrage, Claudia Panfil, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Norbert Schrage und Marc Urbach vom Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO e.V.) erläutern das EVEIT-Verfahren.

Virtuelle Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung

„Digitalisierung in der Augenheilkunde“
Am 5. März fand die 106. Tagung der Baden-Württembergischen Augenärztlichen Vereinigung (B-W AV) von Tübingen aus als rein virtuelle Veranstaltung ohne Parallelsitzungen mit dem Hauptthema „Digitalisierung in der Augenheilkunde“ statt. Es gab mehr als 30 Beiträge, die sich auf sechs Sitzungen verteilten. In seiner Begrüßung gedachte der Ärztliche Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen, Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt, der Ukraine. Prof. Jens Martin Rohrbach (Tübingen) fasst die Tagung zusammen.

Die Digitalen Gesundheits­anwendungen (DiGA)

Schon heute nutzen viele Patienten Apps, die sie etwa dabei unterstützten, ihre Arzneimittel regelmäßig einzunehmen oder ihre Blutzuckerwerte zu dokumentieren. Im Gegensatz zu Gesundheits-Apps, die man ohne Rezept bekommt, gelten Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) jedoch als Medizinprodukte zur Behandlung von Erkrankungen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich Patienten solche DiGA von ihrem Arzt verschreiben lassen können. Dr. Friederike Kortüm, MSc (Tübingen) erläutert Voraussetzungen für die Verordnungsfähigkeit einer digitalen Gesundheitsanwendung und deren Erstattung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Fallbericht: Der Nachstar

Die Cataracta secundaria gilt als häufigste Komplikation nach Kataraktoperation. Für den Patienten nimmt die postoperativ zunächst gute Sehschärfe nach einiger Zeit wieder ab. Dr. Simon Trick und Dr. Hans-Walter Roth (Ulm) berichten über den Fall eines 76-jährigen Patienten, der in der augenärztlichen Ambulanz wegen Visusminderung auf dem linken Auge vorstellig wurde. Der Patient gibt an, die Sicht sei seit einigen Wochen links wie durch ein beschlagenes Brillenglas. Er könne kaum noch lesen, seine Blendungsempfindlichkeit sei vor allem bei Gegenlicht deutlich erhöht.

Der Erfinder der Lichtkoagulation

Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Gerhard Meyer-Schwickerath
Die geniale Entwicklung der Lichtkoagulation durch Prof. Gerhard Meyer-Schwickerath hat für die Prophylaxe der Netzhautablösung und viele andere Netzhauterkrankungen eine immense Bedeutung und hat gänzlich neue Wege der Therapie von Augenerkrankungen eröffnet. Die Erstbeschreibung dieser neuen Methode fand sich im 33. Heft 1959 der Beihefte der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde. Dr. Norbert Bomholt (Recklinghausen) würdigt seinen wissenschaftlichen Lehrer mit einem Ereignis aus dem Jahr 1965.

Der Aderlass

Serie zur Sammlung Roth (Folge 126)
Seit Menschengdenken gilt das Blut als eine besondere Flüssigkeit. Als wichtigstes Medium im Körper spielte es eine lebensnotwendige Rolle für die Gesundheit, ging es verloren war für Mensch und Tier das Leben zu Ende. Auch in der frühen Krankheitslehre spielte es eine Schüsselrolle, es galt als rein oder unrein, als Träger von Giften, es formte, so glaubte man, sogar den Charakter. Zorn und Wut waren im Blut konzentriert. Blut war zugleich die höchste Opfergabe, die den Göttern dargebracht werden konnte. Allein seine intensiv rote Farbe machte es geheimnisvoll.

Hybrid-Tagung der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA)

„Beste Weiterbildung – beste Versorgung“
Als diesjähriger Gastgeber und Tagungsleiter der Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) lud Prof. Reinhard O. W. Burk Ende Januar zur Hybrid-Tagung nach Bielefeld ein. In der Hauptsitzung, die unter dem Leitthema „Beste Weiterbildung – beste Versorgung“ stand, wurden Aspekte der Weiterbildung, Konzepte der Patientenversorgung sowie Marketing im Gesundheitswesen diskutiert. Von Katica Djaković.

Schwere Oberflächenstörungen bei Keratokonjunktivitis vernalis

Die Keratokonjunktivitis vernalis (VKC) ist eine chronisch verlaufende, immunvermittelte Bindehauterkrankung des Kindes- und Jugendalters. Nicht selten werden VKC und atopische Keratokonjunktivitis (AKC) unterschätzt und können bereits im Kindesalter zu schwerwiegenden, persistierenden Problemen führen. Eine frühe korrekte Diagnose und das Einleiten einer adäquaten Therapie können die Prognose deutlich günstig beeinflussen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, Dr. Dominika Pohlmann, FEBO und Prof. Dr. Dr. med. vet. Jozsef Toth erläutern die Krankheitsbilder und stellen aktuelle Therapiemöglichkeiten dar.