Aus der aktuellen Ausgabe

„Internationale Aktivitäten und Kooperationen“

Zwei Jahre nach der DOG-Roadmap – was wurde umgesetzt?
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) wurde 1857 in Heidelberg gegründet und ist somit die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt. Sie ist mit ihren weit über 5.900 Ärzten seit Beginn in das Netz internationaler Beziehungen eingebunden und sich ihrer humanitären Verantwortung für die globale Bekämpfung von Augenkrankheiten bewusst, heißt es in der DOG-Roadmap, die 2008 als zielführend für die kommenden Jahre formuliert wurde. Welche Aktivitäten hat es in der Zwischenzeit gegeben, was wurde neu initiiert? Dr. Hannsjürgen Trojan hat nachgefragt.

„Schöne neue Augenwelt“

Patientenbindung über ein gezieltes Praxiskonzept
Für eine erfolgreiche Positionierung der eigenen Praxis reicht längst nicht mehr nur die fachliche Kompetenz, in einem zunehmenden Maß gehört auch eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Patienten und ein gezieltes Marketing zum Management einer erfolgreichen Praxis. Patienten wünschen sich nicht nur ein angemessenes Leistungsspektrum, sondern auch stimmige Abläufe und eine patientenorientierte Kommunikation. Wer für eine Bindung des Patienten an seine Praxis sorgen möchte, muss die Patientenbedürfnisse ernst nehmen und nach neuen Konzepten suchen. Dr. Udo Hennighausen berichtet über ein ungewöhnliches Praxiskonzept.

Okuläre Gefäßverschlüsse

Spiegel einer Systemerkrankung
Retinale Gefäßverschlüsse haben meist systemische Ursachen, deren Abklärung und adäquate Therapie nicht nur den ophthalmologischen Verlauf, sondern auch die Prognose des zukünftigen Morbiditäts- und Mortalitätsgrades der Betroffenen beeinflussen wird. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dr. Matthias Lüke erläutert Risikofaktoren und Herausforderungen bei der Diagnosestellung.

Laseraktivierte Goldnanopartikel

Eine potentielle neue Behandlungsmethode der exsudativen AMD?
Ziel eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes war es, neben den offensichtlichen Anwendungsbereichen für Nanopartikel, wie beispielsweise Krebstherapien, auch neue Anwendungsfelder für andere Volkskrankheiten zu erschließen. Hierzu gehört die Behandlung der exsudativen altersbedingten Makuladegeneration (AMD) durch eine mittels Laserlicht induzierte Inaktivierung der choroidalen Neovaskularisationen. Dipl.-Biol. Ina Hahn stellt im Folgenden die aus dem Projekt gewonnen Erkenntnisse vor.

3. MedTech-Forum in Brüsse

Zuzahlungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen
Der europäische Dachverband der Medizinprodukteindustrie (Eucomed) lud Mitte Oktober zum 3. MedTech-Forum nach Brüssel ein. Als einziger Vertreter der Ärzteschaft ist Prof. Dr. Gerd Uwe Auffarth, Kommissarischer Leiter der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, seit über drei Jahren für den kritischen Dialog mit Kommissionsvertretern und Parlamentariern im Rahmen des MedTech-Forums federführend verantwortlich. Ein Beitrag von Dr. Sibylle Scholtz.

Einfluss des Flaps bei LASEK und Epi-LASIK

Brauchen wir das Epithel bei Oberflächenbehandlungen?
Im Rahmen einer prospektiven, randomisierten, kontalateralen Singlecenter-Studie am Zentrum für Refraktive Chirurgie in Münster ging es um die Frage: Welchen Einfluss hat der Flap auf Seherholung, Epithelschluss, Schmerzempfindung und Hazebildung bei Korrektion von leichten bis mittleren Fehlsichtigkeiten mit Epi-LASIK und LASEK? Dr. Suphi Taneri, Dipl.-Ing. Saskia Oehler und Dr. Jörg M. Koch stellen die Studienergebnisse vor.

5-prozentige Imiquimod-Salbe als Therapiealternative bei nodulärem Basalzellkarzinom des Lides

Ergebnisse einer prospektiven Studie
Das Basalzellkarzinom (BZK) stellt den häufigsten malignen Hauttumor in der westlichen Welt dar und tritt bevorzugt im Gesichts-Hals-Bereich auf, wobei die operative Therapie dem Standardvorgehen entspricht. Dr. Verena Prokosch und Priv.-Doz. Dr. Tobias Stupp zeigen anhand eines Patientenbeispiels den langfristigen Therapieerfolg einer Behandlung mit 5-prozentiger Imiquimod-Salbe auf.

83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

„Innovative Techniken in der Augenheilkunde“
Rund 270 Augenärzte und Teilnehmer fanden sich zur 83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte ein, die unter dem Leitthema „Innovative Techniken in der Augenheilkunde“ Anfang November in Ludwigshafen tagte. Über die diesjährige Tagung unter der Leitung des Tagungspräsidenten Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach, Direktor der Augenklinik Ludwigshafen, sowie des Schriftführers der Vereinigung, Prof. Dr. Lutz Welge-Lüßen, berichtet Dr. Werner Keßler.

Der Fisher’s Spinning Lens Test

Test zur Simulation der Akkommodation
Das so genannte Lens Refilling stellt eine potentielle Methode zur Wiederherstellung der Akkommodation dar, bei der ein flexibles Polymer in den Kapselsack der Linse injiziert wird, um die verhärtete Linsenmasse zu ersetzen und eine erneute Brechkrafteinstellung zu ermöglichen. Dipl.-Ing. (BA) Philipp Martius, Dr. rer. nat. Oliver Stachs und Prof. Dr. Rudolf. F. Guthoff stellen den Fisher’s Spinning Lens Test vor, der es erlaubt, die Akkommodation von Linsen ex vivo zu simulieren sowie geometrische Änderungen zu quantifizieren.

Ophthalmologie in Nigeria

Mit 148 Millionen Einwohnern ist Nigeria, flächenmäßig zweieinhalb mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, das am dichtesten besiedelte Gebiet Afrikas. Das Land zählt immer noch zu den 20 ärmsten Ländern der Erde und ist zu einem wichtigen Entwicklungshilfeempfänger geworden. In Nigeria praktizieren derzeit 250 Augenärzte, ein Augenarzt kommt damit auf 600.000 Einwohner. Mit 160 Betten gehört das ECWA-Augenhospital in Kano zu den größten und am besten ausgestatteten Augenkliniken Westafrikas. Der Tropenophthalmologe Dr. Ulrich-Peter Best hat im vergangenen Jahr vier Wochen für die Christoffel-Blindenmission im ECWA gearbeitet und gibt einen Einblick in die ophthalmologische Situation in Nigeria vor dem Hintergrund der gespannten Gesamtsituation im Lande.