Aus der aktuellen Ausgabe

Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB)

Am 25. und 26. Februar fand in Heidelberg die 30. Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB) in Verbindung mit der Tagung der Sektion „Internationale Ophthalmologie“ der DOG statt. Ausgerichtet wurde die diesjährige Tagung vom DKVB-Vorsitzenden Dr. Raimund Balmes und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, Direktor der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Dr. Hannsjürgen Trojan fasst die Tagung zusammen.

Serie Auge und Sehen: Augenspülgläser

Die Anwendung von Medikamenten am Auge lässt sich in der Geschichte der Augenheilkunde weit bis in die Hochkulturen zurückverfolgen. In früheren Jahrtausenden wurden zumeist pflanzliche oder tierische Produkte direkt auf die Augenlider aufgetragen beziehungsweise verdünnt in den Bindehautsack eingeträufelt. Sie dienten zur Linderung bei Fremdkörperreiz, wirkten entzündungshemmend bei Infektionen oder halfen beim Auswaschen von Splittern, die bei der Produktion von Steinzeitwerkzeugen auf das ungeschützte Auge trafen. Zu versorgen waren auch Augenverletzungen nach Kampfhandlungen. Das bunte Bild der Ophthalmologie und Traumatologie reicht sicher bis zum Urbeginn der Menschheit zurück. Doch erst mit dem Beginn von schriftlichen Aufzeichnungen wissen wir mehr über die frühen Behandlungsmaßnahmen am Auge.

Infektion als Ursache eines beidseitigen akuten Winkelblockglaukoms?

Das Hantavirus verursacht zwei verschiedene Krankheitstypen: das „Hantavirus pulmonale Syndrom“ (HPS) und das „hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom“ (HFRS). Eine milde Verlaufsform des HFRS, verursacht durch den Hantavirus-Subtyp Puumala, ist die so genannte Nephropathia epidemica (NE). Dr. Antje Zimmermann, Dr. Werner Schmidt und Prof. Dr. Birgit Lorenz berichten über den Fall einer 57-jährigen Patientin, die sich mit beidseitigem akuten Winkelblockglaukom, schlechtem Allgemeinzustand mit hämorrhagischem Fieber und erhöhten Kreatininwerten an der Universitäts-Augenklinik Gießen vorstellte

173. RWA-Versammlung in Münster

„Geheimnis des Sehens“
Zur 173. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA), die in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Geheimnis des Sehens” stand, hatten die Augenärzte des St. Franziskus-Hospitals und der Universitäts-Augenklinik am 4. und 5. Februar nach Münster eingeladen. In neuer und mutiger Programmgestaltung wurden die Vorträge zum Hauptthema nicht nur aus ophthalmologischer Perspektive gehalten, sondern auch um philosophische und theologische Sichtweisen erweitert: unter großer Aufmerksamkeit und in einem fast völlig besetzten Hauptsaal spiegelten die dargebotenen Aspekte die Vielschichtigkeit des Sehens als Dilemma zwischen objektiver Funktion und subjektiver Wahrnehmung. Von Katica Djakovic.

Häufigkeit von iatrogenen Stichverletzungen bei IVOM

Studie zu rhegmatogenen Netzhautablösungen und Linsenverletzungen
Iatrogene Stichverletzungen sind bei intravitrealen Medikamenteneingaben (IVOM) extrem selten, können aber bei steigenden Injektionszahlen vereinzelt beobachtet werden. Zur Frage möglicher rhegmatogener Netzhautablösungen und Linsenverletzungen wurde in einer Pubmed-Medline-Studie die Anzahl an Injektionen erhoben sowie über drei Jahren hinweg die intravitrealen Injektionen an sechs Zentren erfasst und kürzlich erfolgte eine weitere Studie. Dr. Nina Kosanetzky (Bonn), Prof. Dr. Carsten H. Meyer (Bonn), Hans-Martin Helb (Bonn), Priv.-Doz. Dr. Stefan Mennel (Marburg), Stephan Michels (Zürich) und Prof. Dr. Jörg C. Schmidt (Duisburg) stellen die Studienergebnisse vor.

Besonderheiten der Pseudophakieablatio

Zur Netzhautablösung als Spätkomplikation nach Kataraktoperation
Kataraktoperationen sind in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden, entsprechend werden sie immer häufiger und früher durchgeführt. Die Operationen führen meist zu exzellenten und für den Patienten höchst befriedigenden funktionellen Ergebnissen. Komplikationen wie zum Beispiel Netzhautablösungen Jahre nach der Kataraktoperation werden von Patient und Operateur oft nicht mehr mit der Kataraktoperation in Verbindung gebracht. Die Erfassung dieser Zusammenhänge ist dennoch wichtig. Solche Informationen sollten in die Entscheidung zur Linsenoperation mit einbezogen werden, vor allem wenn es sich um eine refraktive Linsenoperation (clear lens extraction) handelt. Prof. Dr. Horst Helbig, Priv.-Doz. Dr. Andreea Gamulescu und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Herrmann (Regensburg) fassen Besonderheiten der Pseudophakieablatio zusammen.

Serie Auge und Sehen: Ägyptisches Auge als Grabbeigabe

Die bildliche Darstellung des Auges, sei es von Mensch oder Tier, läuft parallel zur Entwicklung unserer Kultur. Frühe steinzeitliche Abbildungen zeigen das Auge entweder als Klecks, Punkt oder Kreis, in dem später ein zentraler Punkt als Hornhaut oder Pupille auftaucht. Die Lider beziehungsweise die sichtbaren Teile des Augapfels wie Bindehaut, Hornhaut oder Regenbogenhaut werden in den Höhlenmalereien meist nur abstrahiert dargestellt, bei dem über 30.000 Jahre alten Löwenmenschen von Ulm genügte dem Schnitzer hierfür eine kreisförmige Vertiefung. Den ersten schöpferischen Menschen der Jungsteinzeit reichten ein paar Striche oder Punkte, um ihre Welt im Bild wiederzugeben. Erst die moderne Malerei nimmt diese Abstraktion wieder als Kunstform auf.

Autosomal dominante Optikusatrophie

Die autosomal dominante Optikusatrophie (Typ Kjer) ist neben der Leber’schen Optikusatrophie eine der häufigsten hereditären Störungen des Sehnervs. Die Ursache ist ein Gendefekt des OPA-1- beziehungsweise des OPA-4-Gens. Andrea Bratfisch und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld schildern den Fall eines 12-jährigen Mädchens, das am Ernst-von-Bergmann Klinikum in Potsdam stationär aufgenommen wurde.

Interview mit Prof. Dr. Bernd Bertram zur AAD 2011

Vom 22. bis 26. März tagt die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) mit Schwerpunktthema „Differenzialdiagnostische Entscheidungswege in der Augenheilkunde“ im CCD in Düsseldorf. Anlässlich der Tagung für Fort- und Weiterbildung, zu der BVA und DOG gemeinsam einladen, sprach DER AUGENSPIEGEL mit dem BVA-Vorsitzenden und Mitglied der AAD-Programmkommission Prof. Dr. Bernd Bertram (Aachen) über die berufspolitischen Rahmenbedingungen des niedergelassenen Augenarztes.

23. Jahrestagung der Vereinigung europäischer Gewebebanken (EEBA) in Freiburg

Politische Fragen, organisatorische Probleme und Therapiestrategien
Am 21. und 22. Januar 2011 fand im Kollegiengebäude I der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg die 23. Jahrestagung der European Eye Bank Association statt, die von der Universitäts-Augenklinik und der Lions Hornhautbank Baden-Württemberg organisiert wurde. An dem internationalen Kongress nahmen 252 Experten auf dem Gebiet der Hornhautspende und Hornhauttransplantation aus 27 Nationen teil, die in 60 Vorträgen und 20 Posterpräsentationen verschiedenste Themen von politischen Fragen und organisatorischen Problemen bis zu modernen Behandlungsstrategien für Erkrankungen der Augenoberfläche und neu entwickelten Techniken der Hornhauttransplantation diskutierten. Dr. Philip Maier (Freiburg) fasst die Tagung zusammen.