Aus der aktuellen Ausgabe

28. Jahresversammlung der European Society of Ophthalmic Plastic and Reconstructive Surgery (ESOPRS)

Austausch und Fortbildung zur plastischen Ophthalmochirurgie
Vom 9. bis 11. September fand in München die 28. Tagung der Europäischen Gesellschaft für ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie (ESOPRS) statt. Gastgeber der diesjährigen Versammlung, zu der sich rund 450 Teilnehmer einfanden, war Prof. Dr. Christoph Hintschich von der Augenklinik der Ludwig-Maximilians Universität (LMU). Zu Tagung reisten die Teilnehmer aus 52 Ländern an: So wurde die englischsprachige Tagung nicht nur erneut von Kollegen aus den USA, Kanada, Türkei, Libanon und Ägypten besucht, sondern erweiterte in diesem Jahr ihr internationales Teilnehmerspektrum um Gäste aus Israel, Iran, Usbekistan, Singapur, Japan und Australien. Priv.-Doz. Dr. Ulrich Schaller fasst die Tagung zusammen.

Aktuelle Trends in der ambulanten Intraokularchirurgie

Ergebnisse der Umfrage 2009 von BDOC, BVA und DGII
Jedes Jahr werden von der DGII in Zusammenarbeit mit dem BVA und BDOC Fragebögen an alle deutschsprachigen Ophthalmochirurgen zum Operationsverhalten versandt. Ausgewertet wurde der Rücklauf in diesem Jahr von Prof. Dr. Martin Wenzel, Prof. Dr. Thomas Kohnen, Dr. Armin Scharrer, Dr. Kaweh Schayan und Dr. Johannes Klasen. Einige Ergebnisse werden hier vorgestellt.

Therapieprognosen bei Amblyopie

Ergebnisse später Therapie von exzentrischer Fixation bei verschiedenen Amblyopieformen
Die Etablierung der Amblyopietherapie in den letzten Dekaden stellte die Situation der exzentrischen Fixation numerisch in den Hintergrund: Sie sind in großen Schielambulanzen etwa zwei bis drei Mal pro Jahr zu sehen, jedoch ist das Problem ihrer Behandlung immer noch präsent. Die Pathogenese der exzentrischen Fixation ist bis heute nicht genau geklärt. An der Universitäts-Augenklinik Erlangen wurden über 17 Jahre Patientendaten mit dem Ziel gesammelt, die Therapierbarkeit bei exzentrischer Fixation bei verschiedenen klinischen Entitäten darzustellen. Prof. Dr. Gabriele-Charlotte Gusek-Schneider stellt die Ergebnisse vor.

Der Fisher’s Spinning Lens Test

Test zur Simulation der Akkommodation
Das so genannte Lens Refilling stellt eine potentielle Methode zur Wiederherstellung der Akkommodation dar, bei der ein flexibles Polymer in den Kapselsack der Linse injiziert wird, um die verhärtete Linsenmasse zu ersetzen und eine erneute Brechkrafteinstellung zu ermöglichen. Dipl.-Ing. (BA) Philipp Martius, Dr. rer. nat. Oliver Stachs und Prof. Dr. Rudolf. F. Guthoff stellen den Fisher’s Spinning Lens Test vor, der es erlaubt, die Akkommodation von Linsen ex vivo zu simulieren sowie geometrische Änderungen zu quantifizieren.

Ophthalmologie in Nigeria

Mit 148 Millionen Einwohnern ist Nigeria, flächenmäßig zweieinhalb mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, das am dichtesten besiedelte Gebiet Afrikas. Das Land zählt immer noch zu den 20 ärmsten Ländern der Erde und ist zu einem wichtigen Entwicklungshilfeempfänger geworden. In Nigeria praktizieren derzeit 250 Augenärzte, ein Augenarzt kommt damit auf 600.000 Einwohner. Mit 160 Betten gehört das ECWA-Augenhospital in Kano zu den größten und am besten ausgestatteten Augenkliniken Westafrikas. Der Tropenophthalmologe Dr. Ulrich-Peter Best hat im vergangenen Jahr vier Wochen für die Christoffel-Blindenmission im ECWA gearbeitet und gibt einen Einblick in die ophthalmologische Situation in Nigeria vor dem Hintergrund der gespannten Gesamtsituation im Lande.

Zerebrale Befunde bei Glaukomen – ein neuer Biomarker?

Als Ursache für den Glaukomschaden der kompletten Sehbahn könnte ein erhöhter Augendruck (intraokulär wirksam) und Ischämien mit einer generalisierten Neurodegeneration (intrazerebral wirksam) angesehen werden. Dafür spricht, dass die Autoregulation der zerebralen Durchblutung bei Glaukompatienten signifikant beeinträchtigt ist. Prof. Dr. Georg Michelson, Dr. Simone Wärntges, Dr. Tobias Engelhorn, M. Sc. Ahmed El Rafei, Dr.-Ing. Joachim Hornegger und Prof. Dr. Arnd Dörfler erörtern die zerebralen Befunde bei Glaukomen als neuen Biomarker.

Quadriga-Preis 2010 für das Ehepaar Kristina und Albrecht Hennig

Das Ehepaar Kristina Dr. Albrecht und Hennig wurde am 3. Oktober im Konzertsaal des Berliner Gendarmenmarktes mit dem Quadriga-Preis ausgezeichnet, einem Einheits- und Friedenspreis für Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die durch ihr Engagement ein Zeichen für Aufbruch, Erneuerung und Pioniergeist gesetzt haben. Damit wurde die vorbildliche bürgerschaftliche Haltung des Ehepaares, das sich seit 28 Jahren um eine augenheilkundliche Versorgung in Nepal bemüht, gewürdigt. Im März 2010 bereits war das Ehepaar Hennig mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Ein Bericht von Dr. Hannsjürgen Trojan.

Verbesserte wellenfrontgeführte Ablation

Klinische Ergebnisse nach LASIK zur Korrektur von Myopie und myopem Astigmatismus
Durch eine Excimerlaserbehandlung wird die natürliche Hornhautgeometrie gezielt so verändert, dass Refraktionsfehler ausgeglichen werden. Eine konventionelle Ablation kann ebenso wenig wie eine Brille Abbildungsfehler höherer Ordnung beseitigen. Beim menschlichen Auge machen sich starke Aberrationen höherer Ordnung insbesondere bei durch mesopische Bedingungen dilatierter Pupille negativ bemerkbar. Die Patienten klagen dann über die störende Wahrnehmung von Lichthöfen und einen Brillanzverlust. Dr. Suphi Taneri, Dipl.-Ing. Saskia Oehler und Dr. Jörg M. Koch berichten über eigene klinische Ergebnisse nach LASIK zur Korrektur von Myopie und myopem Astigmatismus.

DMEK-Keratoplastik

Isolierte Transplantation der Descemet-Membran mit Endothelzellen
Erkrankungen der Endothelzellschicht der Hornhaut stellen eine häufige Indikation zur Durchführung einer perforierenden Keratoplastik dar. Diese galt lange Zeit als Goldstandard zur Therapie isolierter endothelialer Hornhauterkrankungen. In den letzten Jahren erlebten posteriore lamelläre Keratoplastiktechniken eine Renaissance. Die letzte Weiterentwicklung ist die isolierte Transplantation der Descemet-Membran mit Endothelzellen, kurz als DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) bezeichnet. Priv.-Doz. Dr. Efdal Yörük (Tübingen) und Prof. Dr. Peter Szurman (Tübingen/Sulzbach) stellen ihre Erfahrungen mit dieser neuen Operationsmethode vor.