Aus der aktuellen Ausgabe

Adalimumab bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis

Ergebnisse einer retrospektiven Studie an drei Uveitiszentren
Das Medikament Adalimumab hat in den letzten Jahren in der Rheumatologie gute Wirksamkeit gezeigt und kommt gegenwärtig im Off-Label-Use auch bei der Therapie der Uveitis zum Einsatz. In einer retrospektiven gemeinsamen Studie der drei Uveitiszentren Heidelberg, Münster und Wien wurden insgesamt 60 Patienten identifiziert, die mit dem Biologikum Adalimumab in einem durchschnittlichen Zeitraum von 87,9 Wochen behandelt wurden. Dr. Bianca Dobner und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) stellen die Ergebnisse vor und berichten über ihre Therapieerfahrungen.

Stiftungsprofessur für Netzhautforschung

Seit Dezember 2010 unterhält die Pro Retina-Stiftung zur Verhütung von Blindheit am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg eine Stiftungsprofessur, deren Inhaber Prof. Dr. Thomas Langmann ist. Damit wurde erstmals eine Stiftungsprofessur im Bereich der Netzhautforschung durch eine Patientenselbsthilfe errichtet. Eine zweite Professur an der Universität Bonn ist in Vorbereitung. Über den Status quo der Regensburger Professur informiert Werner Lechtenfeld (Aachen) in einem Gespräch mit Professor Langmann.

Häufigkeit von iatrogenen Stichverletzungen bei IVOM

Studie zu rhegmatogenen Netzhautablösungen und Linsenverletzungen
Iatrogene Stichverletzungen sind bei intravitrealen Medikamenteneingaben (IVOM) extrem selten, können aber bei steigenden Injektionszahlen vereinzelt beobachtet werden. Zur Frage möglicher rhegmatogener Netzhautablösungen und Linsenverletzungen wurde in einer Pubmed-Medline-Studie die Anzahl an Injektionen erhoben sowie über drei Jahren hinweg die intravitrealen Injektionen an sechs Zentren erfasst und kürzlich erfolgte eine weitere Studie. Dr. Nina Kosanetzky (Bonn), Prof. Dr. Carsten H. Meyer (Bonn), Hans-Martin Helb (Bonn), Priv.-Doz. Dr. Stefan Mennel (Marburg), Stephan Michels (Zürich) und Prof. Dr. Jörg C. Schmidt (Duisburg) stellen die Studienergebnisse vor.

Besonderheiten der Pseudophakieablatio

Zur Netzhautablösung als Spätkomplikation nach Kataraktoperation
Kataraktoperationen sind in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden, entsprechend werden sie immer häufiger und früher durchgeführt. Die Operationen führen meist zu exzellenten und für den Patienten höchst befriedigenden funktionellen Ergebnissen. Komplikationen wie zum Beispiel Netzhautablösungen Jahre nach der Kataraktoperation werden von Patient und Operateur oft nicht mehr mit der Kataraktoperation in Verbindung gebracht. Die Erfassung dieser Zusammenhänge ist dennoch wichtig. Solche Informationen sollten in die Entscheidung zur Linsenoperation mit einbezogen werden, vor allem wenn es sich um eine refraktive Linsenoperation (clear lens extraction) handelt. Prof. Dr. Horst Helbig, Priv.-Doz. Dr. Andreea Gamulescu und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Herrmann (Regensburg) fassen Besonderheiten der Pseudophakieablatio zusammen.

Serie Auge und Sehen: Ägyptisches Auge als Grabbeigabe

Die bildliche Darstellung des Auges, sei es von Mensch oder Tier, läuft parallel zur Entwicklung unserer Kultur. Frühe steinzeitliche Abbildungen zeigen das Auge entweder als Klecks, Punkt oder Kreis, in dem später ein zentraler Punkt als Hornhaut oder Pupille auftaucht. Die Lider beziehungsweise die sichtbaren Teile des Augapfels wie Bindehaut, Hornhaut oder Regenbogenhaut werden in den Höhlenmalereien meist nur abstrahiert dargestellt, bei dem über 30.000 Jahre alten Löwenmenschen von Ulm genügte dem Schnitzer hierfür eine kreisförmige Vertiefung. Den ersten schöpferischen Menschen der Jungsteinzeit reichten ein paar Striche oder Punkte, um ihre Welt im Bild wiederzugeben. Erst die moderne Malerei nimmt diese Abstraktion wieder als Kunstform auf.

Autosomal dominante Optikusatrophie

Die autosomal dominante Optikusatrophie (Typ Kjer) ist neben der Leber’schen Optikusatrophie eine der häufigsten hereditären Störungen des Sehnervs. Die Ursache ist ein Gendefekt des OPA-1- beziehungsweise des OPA-4-Gens. Andrea Bratfisch und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld schildern den Fall eines 12-jährigen Mädchens, das am Ernst-von-Bergmann Klinikum in Potsdam stationär aufgenommen wurde.

Kombinationstherapie beim chronischen Makulaödem

Therapiekonzept vereint medikamentöse, biologische und mechanische Komponenten
Die Behandlung des therapieresistenten Makulaödems bleibt eine Herausforderung. Hierbei steht die klinische Situation des bleibenden Makulaödems trotz mehrfacher Behandlungen, wie fokaler Laserkoagulation oder intravitrealen Injektionen mit Anti-VEGF-Präparaten, immer wieder vor dem Problem der weiteren Behandlung. Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer berichtet über eine operative Behandlung des chronischen Makulaödems durch eine Kombinationstherapie.

Erweiterte Glaukombetreuung durch Videografie mit der Spaltlampe

Ein dritter Weg zwischen deskriptiver und „High-End“-Augenheilkunde
Die Betreuung von Glaukompatienten gehört zu den Kernfeldern der Tätigkeit des niedergelassenen Augenarztes. Während noch vor 30 Jahren so mancher Sehnervenkopf durch Pilocarpinbehandlung hinter einer knopflochengen Pupille kaum der Verlaufsbeurteilung zugänglich war, stehen heute hochauflösende „High-End“-Geräte für die Papillenanalyse wie HRT, OCT und GDx zur Verfügung. Dr. Marcus-Matthias Gellrich zeigt mit einer breiteren Anwendung von Videospaltlampen in der Betreuung von Glaukompatienten eine dritte Variante auf, die sich zwischen deskriptiver und High-End-Augenheilkunde bewegt.

10. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie

Am 27. November 2010 fand an der Goethe Universität Frankfurt am Main der 10. Frankfurter Fortbildungskurs für Refraktive Chirurgie (FFRC) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Kohnen statt. Zu diesem kleinen Jubiläum referierten 16 geladene Gäste am neuen Veranstaltungsort, dem Hörsaalzentrum der Universität, vor rund 250 interessierten Zuhörern. Oliver Klaproth fasst die Tagung zusammen.