Aus der aktuellen Ausgabe

Veränderungen der kristallinen Linse bei Akkommodation

Simultane Messung von Wellenfront und Form
Eine erfolgreiche Behandlung der Presbyopie stellt nach wie vor eine der großen Herausforderungen der Augenheilkunde dar. Neue Intraokularlinsentechnologien für den refraktiven Linsenaustausch durch akkommodative Linsen nach Optik-Shift-Prinzipien oder durch Formänderungen erfordern jedoch neben subjektiven Tests der Lesefähigkeit beim Patienten auch objektive Messmethoden, die den Funktionsmechanismus bestätigen. Dr. Uwe Oberheide (Köln) stellt eine Gerätekombination aus Vorderabschnitts-OCT und Aberrometer vor, die eine simultane Messung der Wellenfront und Form der kristallinen Linse während der Akkommodation ermöglicht.

25. Jahrestagung der DGII in Frankfurt

Rückschau und Ausblicke der Ophthalmochirurgie
Vom 10. bis 12. Februar fand im Congress Center Frankfurt am Main die 25. Jahrestagung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Refraktive und Interventionelle Chirurgie (DGII) statt. Zum Jubiläumskongress konnten Tagungspräsident Prof. Dr. Michael Amon (Wien) und DGII-Präsident Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt) rund 700 Teilnehmer willkommen heißen. Oliver K. Klaproth (Frankfurt) gibt einen Überblick über das wissenschaftliche Programm und die diesjährigen Preisträger.

Sub-Tenon-Injektion von Triamcinolon

Zur Behandlung des postoperativen zystoiden Makulaödems (CME)
Das zystoide Makulaödem (Irvine-Gass-Syndrom; cystoid macular edema, CME) ist eine Komplikation nach intraokularer Chirurgie. Obwohl diese Komplikation nicht selten und bereits sehr lange bekannt ist, existiert kein Goldstandard in der Therapie. Daniel M. Handzel, FEBO, (Augenklinik Dardenne, Bonn) und Dr. Sebastian Briesen, FEBO,  (Belenus Augenzentrum, Siegen) untersuchten in einer Fallserie von 21 Patienten die Sicherheit und Effektivität einer Sub-Tenon-Injektion von Triamcinolon.

Myfortic-Studie

Patienten mit intermediärer Uveitis gesucht
Myfortic ist ein Derivat der Mycophenolsäure, die sich international in zahlreichen retrospektiven Fallserien als bei Uveitis gut wirksames und zudem verträgliches Immunsuppressivum erwiesen hat und gegenwärtig im Off-Label-Use bei intermediärer Uveitis eingesetzt wird. Um die Datenlage und auch die Verordnungsfähigkeit zu erleichtern, soll die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Myfortic in einer forschungsinitiierten, klinischen Studie untersucht werden. Dr. Christoph Deuter (Tübingen) erläutert unter anderem die Einschlusskriterien der Studie, für die Patienten gesucht werden

Patientenveranstaltungen zur AAD

AMD und Glaukom
Im Rahmen der AAD fanden zwei Patientenveranstaltungen statt, die vom BVA in Zusammenarbeit mit dem Initiativ-kreis zur Glaukomfrüherkennung sowie der Pro Retina Deutschland durchgeführt wurden. Dr. Ronald D. Gerste und Sandra Moqaddem, Vertreter der beiden Patientenorganisationen, fassen die Eindrücke der Veranstaltungen zusammen.

173. RWA-Versammlung in Münster

„Geheimnis des Sehens“
Zur 173. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA), die in diesem Jahr unter dem Hauptthema „Geheimnis des Sehens” stand, hatten die Augenärzte des St. Franziskus-Hospitals und der Universitäts-Augenklinik am 4. und 5. Februar nach Münster eingeladen. In neuer und mutiger Programmgestaltung wurden die Vorträge zum Hauptthema nicht nur aus ophthalmologischer Perspektive gehalten, sondern auch um philosophische und theologische Sichtweisen erweitert: unter großer Aufmerksamkeit und in einem fast völlig besetzten Hauptsaal spiegelten die dargebotenen Aspekte die Vielschichtigkeit des Sehens als Dilemma zwischen objektiver Funktion und subjektiver Wahrnehmung. Von Katica Djakovic.

„Für ein paar Silbertaler…“

Die Rhön-Klinikum AG, eine private börsennotierte Kapitalgesellschaft, trat in den letzten Monaten verstärkt an niedergelassene Augenärzte im Raum Wuppertal und Solingen mit dem Angebot der Praxisübernahme heran. Dem Vernehmen nach sollen aus den übernommenen Sitzen augenärztliche MVZ entstehen. Damit tritt erstmals ein sehr finanzstarker und nichtärztlicher Träger in den ambulanten Wettbewerbsmarkt ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Bezirksvorsitzenden für Leverkusen/Remscheid/Solingen Dr. Marc Podder (Solingen) über die Unruhe in der Region.

Pharmakologische Beeinflussung von antigenpräsentierenden Zellen

Neue Strategie zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen der Augenoberfläche
Sanglifehrin A ist ein Makrolid, das aus dem Actinomyceten-Stamm Streptomyces A92-308110 isoliert werden kann. Im Hornhaut-Grundlagenlabor der Universitäts-Augenklinik Freiburg wird untersucht, ob und in welcher Weise Sanglifehrin A den Phänotyp von antigenpräsentierenden Zellen im Bereich der Bindehaut und Hornhaut verändert und zur unterstützenden Behandlung einer Entzündung der Augenoberfläche im Rahmen des Trockenen Auges in Frage kommt. Ein Beitrag von Dr. Johannes Schwartzkopff (Freiburg).

Relevanz von Harnstoff im Tränenfilm

Veränderte Harnstoffkonzentration und Trockenes Auge
Eine Veränderung in der Harnstoffkonzentration an okulären Geweben führt möglicherweise zu pathologischen Veränderungen im Aufbau des Tränenfilms und Schädigungen der Augenoberfläche. Die Schwere der Störung wie auch die damit verbundene Ausprägung der Symptome variiert dabei in Abhängigkeit von der Harnstoffkonzentration. Ist die Tränenproduktion zusätzlich bereits gestört oder liegt im gesamten Kompartment eine Hyperurämie vor, würde sich die Harnstoffkonzentration weiter erhöhen. Matthias Dunse und Dr. rer. nat. Kristin Jäger vom Institut für Anatomie und Zellbiologie (Halle/Saale) erläutern die mögliche Rolle von Harnstoff als Modulator bei der Entstehung der Dry Spots.

XXIV. Zusammenkunft der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Teil 2)

Ophthalmohistoriker tagten in Köln
Im zweiten Teil des Nachberichtes zum 24. Jahreskongress der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in Köln fasst Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) unter anderem die Referate über den Tropenmediziner Albert Schweitzer, erste Ansätze zur Prävention und Pflege von Augenkrankheiten sowie den ersten internationalen Ophthalmologenkongress in Deutschland 1888 in Heidelberg zusammen.