Aus der aktuellen Ausgabe

Toxische Netzhautschäden durch Chloroquin

Vergleich des Risikoprofils erkrankter und gesunder Anwender
Hydroxychloroquin und Chloroquin werden als Basistherapeutika rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Anhand des Vergleichs von Patienten, die unter der Therapie mit Chloroquin einen Netzhautschaden entwickelt haben und solchen, die diesbezüglich gesund geblieben sind, lassen sich Rückschlusse auf die Relevanz einzelner Risikofaktoren eruieren. Dr. Richard Bergholz (Berlin) hat das Risikoprofil erkrankter und gesunder Anwender gemäß der aktuellen AAO-Leitlinien verglichen und erläutert den Stellenwert einzelner Faktoren.

Mikrogliaaktivierung bei ­Netzhautdystrophien

Aktuelle Daten aus Mausmodellen erblicher Netzhautdystrophien weisen darauf hin, dass eine frühe Mikro­glia­­­-reaktion und ihre chronisch latente Aktivierung retinale Apoptosemechanismen und damit eine progrediente Neuro­­degeneration auslösen kann. Intensiv verfolgte Strategien zur molekularen Charakterisierung spezifischer Akti­vie­rungsmechanismen von Mikroglia haben erste erfolgversprechende Ansatzpunkte für immunmodulierende Therapien geliefert. Prof. Dr. Thomas Langmann (Regensburg) stellt die Forschungsergebnisse seiner Arbeitsgruppe vor.

RDK-Lösungen für die ­Kontaktlinsenpflege

Vergleich von Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit (Teil 2)
Aus Gründen der Sparsamkeit und Praktikabilität werden von Kontaktlinsenträgern, vor allem seit Einführung der Silikonhydrogellinsen, mehr und mehr Reinigungs-Desinfektions-Kombinations-Lösungen (RDKL) bevorzugt.
Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) hat einige Testmethoden zur Überprüfung der Augenverträglichkeit von RDK-Lösungen einem Vergleich unterzogen und stellt seine Erkenntnisse vor. Im zweiten Teil erläutert er die Ernährung der Hornhaut unter Kontaktlinsen sowie den Schutz vor mechanischen Einwirkungen und Keimen und beleuchtet etwaige Toxizität sowie Tragekomfort von RDK-Lösungen.

109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Forschung fördern und fordern
Es sei ein Kongress, der zunehmend internationaler werde, freute sich der diesjährige DOG-Präsident Prof. Dr. Thomas Reinhard in seiner Eröffnungsrede zum 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, der gut 4.100 Teilnehmer nach Berlin lockte, darunter auch internationale Besucher aus 48 Nationen. In 148 wissenschaftlichen Sitzungen wurde informiert, aber auch rege diskutiert, denn den „Herausforderungen in der Augenheilkunde“ galt das diesjährige Schwerpunktthema. Dass diese gegenwärtig vielfältig sind, aber die politischen Rahmenbedingungen dem nicht Rechnung tragen, machte der Kongresspräsident deutlich. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.

Kontrast- und/oder Dämmerungssehen?

Zur Einführung des Kontrastsehtests in die Fahrerlaubnisverordnung
Seit dem 1. Juli muss bei allen Führerscheinen der Gruppe 2 und bei augenärztlichen Gutachten auch für die kleineren Fahrzeuge das Kontrast- oder Dämmerungssehen geprüft werden. Sowohl Augenärzte als auch die an der Begutachtung beteiligten Betriebsärzte sehen sich der Herausforderung gegenüber, den idealen Grenzwert sowie das ideale Testverfahren zu finden. Prof. Dr. Helmut Wilhelm (Tübingen) diskutiert Grenzwerte, Geräte und Messverfahren, zeigt Fallstricke und Herausforderungen für den Untersucher auf.

Entwicklung neuer Cyanfarbstoffe für die Makulachirurgie

Selektive Anfärbung intraokularer und epiretinaler Strukturen ohne toxische Nebenwirkungen
Die Lamina limitans interna (ILM) ist eine wichtige Zielstruktur im Rahmen vitreoretinaler Eingriffe zur erfolgreichen Behandlung traktiver Makulopathien wie dem Makulaforamen oder der epimakulären Membran. Um die ILM zu kontrastieren und damit einer operativen Beseitigung zugänglicher zu machen, wurden selektive Farbstoffe wie Indocyaningrün und Brilliantblau entwickelt. Ziel eines interdisziplinären Forschungsprojektes der Abteilung für Experimentelle Ophthalmologie der Universität Tübingen, der Abteilung Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Augenklinik der LMU in München war die Entwicklung und Erprobung neuer Farbstoffe, die eine gezielte und selektive Anfärbung intraokularer und epiretinaler Strukturen ermöglichen und keine toxischen Nebenwirkungen aufweisen sollen. Prof. Dr. Christos Haritoglou (München) stellt die neuen Ansätze vor.

Ultrahochgeschwindigkeits-­Weitfeld-OCT

Bei allem technischen Fortschritt schaffen es derzeit verwendete OCT-Systeme noch nicht, einen weiten Bildausschnitt des hinteren Augenabschnittes darzustellen. Nach wie vor müssen dehalb für Pathologien an unterschiedlichen Stellen jeweils unterschiedliche Scan-Protokolle verwendet werden. Dr. Lukas Reznicek, Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt, Thomas Klein, Wolfgang Wieser, Dipl. Phys. Christoph M. Eigenwillig, Benjamin Biedermann, Dr. Robert Huber, Prof. Dr. Anselm Kampik und Priv.-Doz. Dr. Aljoscha Neubauer stellen mit dem Swept Source Fourier Domain Mode Locked (FDML)-OCT eine weiterführende Entwicklung eines nichtinvasiven Ultrahochgeschwindigkeits-Weitfeld-OCTs vor.

60. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Neubrandenburg

„Augenheilkunde in der Manege“
Zur 60. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte hatte in diesem Jahr Prof. Dr. Helmut Höh, Chefarzt der Augenklinik des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums in Neubrandenburg, Ende Juni nach Neubrandenburg eingeladen. Rund 240 Teilnehmer folgten der Einladung zur Tagung, die unter dem Titel „Augenheilkunde in der Manege“ einen originellen Vortragsraum gewählt hatte: Während die Wetlabs und Kurse in der angrenzenden Stadthalle angeboten wurden, präsentierten die Referenten ihre Vorträge in einem lichtundurchlässigen Zirkuszelt. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über die Tagung.

10. Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2011

„Sehen, was geht!“
Die Woche des Sehens ist eine Aufklärungskampagne, die zur breiten Beteiligung einlädt, um öffentlichkeitswirksam einmal jährlich mit vielfältigen Aktionen bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Michael Herbst zeigt die Beteiligungsmöglichkeiten beim diesjährigen zehnten Jubiläum auf.