Aus der aktuellen Ausgabe

Burnout bei Ärzten

Den Begriff „Burnout“ führte in den 70er Jahren der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger ein. Er verstand darunter gesundheitlich beeinträchtigende Folgen einer beruflichen Überlastung, ohne dass bereits eine Krankheit vorliegt. Auch die amerikanische Sozialpsychologin Prof. Dr. Christina Maslach, Universität Berkley, definierte Burnout als einen dauerhaften arbeitsbedingten negativen Seelenzustand und entwickelte 1981 das so genannte Maslach Burnout Inventory (MBI), ein bis heute gängiges Messinstrument zur Erfassung des Burnout-Syndroms mit den Aspekten: Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit. Nehmen arbeitsbedingte Belastungssymptome zu? Und inwieweit sind Ärzte betroffen? Ein Beitrag von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Keratokonjunktivitis epidemica – ein ungelöstes Problem

Die Behandlung von Patienten mit Keratokonjunktivitis epidemica (KCE) stellt weiterhin ein nicht gelöstes Problem dar – wie auch die jüngst aufgetretenen Fälle Anfang Januar erneut gezeigt haben. Augenärzte sind sowohl mit dem schwierigen Handling dieser hochinfektiösen Patienten als auch mit den fehlenden Therapieoptionen konfrontiert. Dr. Birthe Stemplewitz und Dr. Caroline Gesser-Wendt (Hamburg) erläutern die Problematik.

Toxoplasmose Retinochoroiditis

Neue Aspekte einer alten Erkrankung
Die okuläre Toxoplasmose ist weiterhin die häufigste Ursache einer posterioren Uveitis und ein bedeutendes Problem weltweiter Erblindung. Der Erreger T. gondii zählt zu den Eukaryoten, die viele weitere problematische Erreger, wie beispielsweise Plasmodien, die Erreger der Malaria, umfassen. Aktuelle Fragen zur okulären Toxoplasmose fokussieren auf einer besseren Prophylaxe der kongenitalen Infektion, der Bedeutung erreger- und patientenspezifischer Faktoren sowie effektiverer Therapiemöglichkeiten. Ein Beitrag von Prof. Dr. Uwe Pleyer und Dr. Florian Heußen (Uveitiszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin).

Okulare Sarkoidose

Die Sarkoidose ist eine Multisystemerkrankung unklarer Genese, die sich histopathologisch durch das Vorliegen nicht verkäsender Granulomen auszeichnet. In Deutschland liegt die Prävalenz der Sarkoidose bei ungefähr 40 Fällen auf 100.000 Einwohner, damit ist sie, obwohl sie zu den seltenen Erkrankungen gerechnet wird, die häufigste Erkrankung des Lungengerüsts unklarer Genese. Es kann zu einer Vielfalt an Symptomen kommen, so auch zur Augenbeteiligung, die bis zu 80 Prozent aller Sarkoidose-Patienten aufweisen. Die Sarkoidose kann ein sehr variables Bild der Entzündung in allen Abschnitten des Auges verursachen, was die Diagnose erschwert. Dr. Enken Gundlach und Prof. Dr. Uwe Pleyer (Uveitiszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin) stellen die wesentlichen Aspekte der okularen Sarkoidose dar.

Digitalradio mit Sprachausgabe

Technische Bewertung und Tauglichkeit für Sehbehinderte
Bei dem neuen Konzept des Noxon dRadio 110 wird die neuartige Digitalradiotechnik (DAB+) mit einer sinnvollen und innovativen Bedienungshilfe für Blinde und Sehbehinderte verbunden: Das Radio verfügt über eine Sprachausgabe, die sowohl Sender als auch die Bedienschritte und Menüpositionen mit einer natürlichen Stimme ansagt. Dr. Georg Niepel und Klaus Spielvogel stellen das Gerät vor und bewerten den möglichen Nutzen für Sehbehinderte.

Posttraumatische Aniridie und Aphakie

Neue Behandlungsstrategie mittels IOL-Haptikfixierung an Irisprothese
Die Behandlung der posttraumatischen Aniridie bei Aphakie stellt oftmals eine Herausforderung dar. Die Patienten kla­gen neben einem Verlust an Sehschärfe über Blendung und Photophobie, wobei vor allem die beiden letzteren Symp­tome häufig als besonders störend empfunden werden. Prof. Dr. Martin S. Spitzer und Prof. Dr. Karl U. Bartz-Schmidt (Tübingen) stellen im Folgenden eine neue Behandlungsstrategie vor, bei der die Haptik einer faltbaren IOL an eine maßangefertigte und faltbare Irisprothese (Artificial Iris) fixiert wird.

RAP-Läsionen und polypoidale ­Veränderungen bei AMD

Frühzeitige Diagnostik und abweichende Behandlungsempfehlung zur Anti-VEGF-Therapie (Teil 1)
Trotz überwiegend positiver Behandlungsergebnisse nach intravitrealer Therapie der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) mit Anti-VEGF-Präparaten, kann in der Praxis ein teilweise sehr unterschiedliches Ansprechen der Patienten auf die Therapie hinsichtlich der wesentlichen Erfolgskriterien wie Visuserhalt, Injektionsfrequenz und der Eindämmung des Erkrankungsprozesses beobachtet werden. In der Gruppe mit eher enttäuschenden Ergebnissen finden sich dabei immer wieder Patienten mit besonderen Unterformen der Erkrankung. Prof. Dr. Heinrich Heimann (Royal Liverpool University Hospital) fasst die wesentlichen Merkmale dieser beiden Patientengruppen und aktuelle Behandlungsempfehlungen zusammen.

Fallbericht: Atopische Keratokonjunktivitis

Weltweit leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung an allgemeinen allergischen Symptomen. Zwischen 40 und 80 Prozent der Allergiker zeigen gleichzeitig okuläre allergische Erkrankungen, zu denen unter anderem die atopische Keratokonjunktivitis zählt. Dr. Melanie Bödemann und Dr. Burkhard von Jagow (Frankfurt/Main) stellen den Fall eines 49-jährigen Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis vor, der seit etwa drei Jahren linksseitig betont an konjunktivalen Injektionen mit Riesenpapillen, mukopurulenter Sekretion und einer Keratopathie mit rezidivierenden Erosiones bis hin zu stromalen Defekten der Hornhaut leidet.

Abschied nach 30 Jahren in Lahan

Dr. Albrecht Hennig beendet seine augenärztliche Tätigkeit in Nepal
Vor 30 Jahren verließ Dr. Albrecht Hennig Deutschland, um als Augenarzt vorübergehend für die Christoffel-Blindenmission (CBM) zunächst in Pakistan, dann in Nepal zu arbeiten. Aus dem geplanten Kurzzeitaufenthalt wurde ein erfolgreiches Lebenswerk: Hennig blieb und gründete das Sagarmatha Choudary Augenhospital in Lahan, heute die zweitgrößte Augenklinik der Welt, sowie 2006 eine weitere Augenklinik in Biradnagha. Nach drei Jahrzehnten produktiven Schaffens unter schwierigen Umständen hat er nun seine Aufgaben und die Klinikleitung an einen nepalesischen Nachfolger übergeben. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) fasst die außergewöhnlichen Leistungen des deutschen Augenarztes in Nepal zusammen.