Autor: Katica Djakovic

Mikrorobotik für die minimalinvasive Ophthalmochirurgie

Am Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Augenkliniken (Triemli Spital Zürich, Inselspital Bern) verschiedene Robotersysteme für ophthalmochirurgische Eingriffe entwickelt. Jedes minimalinvasive Robotersystem ist zur Behandlung spezifischer Augenerkrankungen, wie zum Beispiel die Altersbedingte Makuladegeneration, den retinalen Venenverschluss und die Diabetische Retinopathie, entwickelt worden. Franziska Ullrich und Prof. Bradley J. Nelson vom Multi-Scale Robotics Lab der ETH Zürich erörtern die Möglichkeit einer robotergestützten gezielten intravitrealen Medikamentenapplikation sowie die Entwicklung von robotischen Systemen zur Unterstützung bei minimalinvasiven chirurgischen Eingriffe.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung des M. Basedow

Histopathologische Zeichen des Morbus Basedow sind lymphozytäre Infiltrationen in der Schilddrüse, in der Augenmuskulatur und im Subkutangewebe. Da verschiedene Organsysteme von der Krankheit betroffen sein können, erfordert die Therapie eine enge Abstimmung aller beteiligten Fachdisziplinen, wie Internisten, Augenärzte, Nuklearmediziner und Chirurgen. Dr. Wolfgang Mecklenbeck (Klinik für Nuklearmedizin, Suhl) erläutert die erforderlichen Schritte in der Diagnostik und die jeweils daraus folgenden therapeutischen Maßnahmen.

Fallbericht: RAM mit sekundärem ­zystoidem Makulaödem

Retinale arterielle Makroaneurysmen (RAM) sind meist unilaterale spindelförmige Aussackungen der retinalen Arteriolen. Sie treten gehäuft bei Frauen im hohen Lebensalter auf. Dr. Caroline Bormann, Dr. Ute Hammer, Dr. Anke Habermann und Priv.-Doz. Dr. Thomas Hammer (Halle/Saale) berichten über zwei Patientinnen, bei denen retinale arterielle Makroaneurysmen mit sekundärem zystoidem Makulaödem festgestellt wurden. Beide konnten erfolgreich mit einer Anti-VEGF-Therapie behandelt werden.

Blindheit im Kinderspiel

Serie zur Sammlung Roth
Die Welt zu sehen und das Gesehene zugleich mit den Händen zu ergreifen – um es so im wahrsten Sinn des Wortes zu „be“-greifen – ist ein altes menschliches Bedürfnis. Nur wer wirklich blind ist, versteht diesen Zusammenhang. Kinder aber setzen sich über solche Behinderungen hinweg. Im Kinderspiel „Blinde Kuh“ wird die Blindheit simuliert, es gilt, mit verbundenen Augen einen anderen Mitspieler zu fassen und durch Abtasten zu erkennen. Hier wird eine heile Welt vorgetäuscht. Kinder kompensieren das, sie machen sich keine Gedanken über das Schicksal, blind zu sein. Auch wenn heute das Verbinden der Augen im Kinderspiel noch immer beliebt ist, die Tragik einer Erblindung blieb erhalten

Die Julius-Hirschberg-Gesellschaft ­tagte in Heidelberg

Auf den historischen Spuren der Gründungsmitglieder der DOG (Teil 1)
Es begann in Heidelberg im damals ehrwürdigen Hotel Schrieder und in der Alten Aula der Universität Heidelberg: Hier trafen sich vor knapp 160 Jahren – vom 3. bis 5. September 1857 – erstmals einige engagierte deutschsprachige Ophthalmologen, die sich der Augenheilkunde, ihrer Fortbildung, Forschung und Weiterentwicklung verpflichtet sahen. In diesem gemeinsamen Streben hielten sie zwölf wissenschaftliche Vorträge. Zu den zwölf Gleichgesinnten gehörten unter anderem Albrecht von Graefe, Ferdinand Arlt, Adolf Weber, Friedrich Horner, Alexander Pagenstecher und Carl Wilhelm von Zehender. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das erste Treffen in Heidelberg zum Gründungsdatum der DOG bestimmt. Die Zusammenkunft der XXIX. Julius-Hirschberg-Gesellschaft (JHG) in der Alten Aula erinnerte an das denkwürdige Datum. Dr. Sibylle Scholtz (Ettlingen) stellt die Vortragsthemen dar.

Steuerliche Abzugsfähigkeit ­außergewöhnlicher Belastungen

So genannte außergewöhnliche Belastungen sind Aufwendungen, die dem Privatbereich des Augenarztes zuzurechnen sind. Ihre steuerliche Berücksichtigung erfolgt aus sozialen Gründen und wird nur auf Antrag gewährt. Sie sind grundsätzlich nicht in voller Höhe abzugsfähig. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert die Voraussetzungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von außergewöhnlichen Belastungen.

Femtolaser in der Kataraktchirurgie: ­Erstattungsanspruch für Beamte

Vor den Verwaltungsgerichten bemühen sich aktuell die versorgungsberechtigten Pensionäre der öffentlich-rechtlichen Beihilfestellen des Bundes, der Länder und der Kommunen um die Kostenbewilligung für den Einsatz des Femtosekundenlasers im Rahmen ihrer Kataraktoperation. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigte nun die medizinische Notwendigkeit der femtolaserassisierten Kataraktchirurgie. RA Michael Zach (Mönchengladbach) stellt den Beschluss dar.

113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

Vom Labor in die Klinik
„Augenheilkunde – grundlagenbasiert und interdisziplinär“, so hatte der DOG-Kongresspräsident Prof. Karl Ulrich Bartz-Schmidt das Motto zum diesjährigen Jahreskongress der Gesellschaft gewählt und einen entsprechenden Schwerpunkt in der Ausrichtung des wissenschaftlichen Programms gesetzt: In internationalen und interdisziplinären Symposien wurden die aktuellen Möglichkeiten der Gen- und Stammzelltherapie in der Augenheilkunde, gegenwärtige Ansätze aus der präklinischen Forschung zur Genom-Editierung sowie die jüngst erfolgte Zulassung für erste Gentherapiestudien in Deutschland dargestellt und diskutiert. Wenngleich diese zukunftsweisenden Ansätze auch nur einen kleinen Umfang am Gesamtanteil von gut 1.000 wissenschaftlichen Beiträgen sowie Keynote Lectures und rund 150 Symposien, Updates und Kursen zum breiten Themenspektrum einnahmen, so bildeten sie dennoch einen roter Faden im Programm und gaben einen beeindruckenden Ausblick auf berechtigte Therapieoptionen für bislang unheilbare Netzhauterkrankungen. Über den Kongress berichtet Ulrike Lüdtke.

Molekulargenetische Diagnostik ­erblicher Retinopathien

Neues Analyseverfahren zur DNA-Sequenzierung (NGS)
Bei Patienten mit einer erblich bedingten Netzhauterkrankung ist der jeweilige Gendefekt heute in den meisten Fällen feststellbar. Die genetische Diagnose erlaubt eine präzise Einschätzung des Erkrankungsrisikos von Verwandten. Zudem besteht die Hoffnung, dass diese Informationen in naher Zukunft auch therapeutische Optionen eröffnen. Modernste Analysetechniken wie das Next-Generation Sequencing (NGS) erfassen alle Gene, die mit der entsprechenden Symptomatik in Verbindung gebracht werden. Der Humangenetiker Prof. Hanno J. Bolz (Ingelheim) erläutert das NGS-Verfahren in der Diagnostik genetisch heterogener Augenerkrankungen.

Acoustic Vessel Shadow Intensity (AVSI)

Neue Methode zur Beurteilung retinaler Gefäße mittels OCT
Das Messen der Acoustic Vessel Shadow Intensity (AVSI) stellt eine neue Methode zur Strukturauswertung retinaler Gefäße dar. Hierbei werden im ersten Schritt in der cSLO-Fundusaufnahme die Gefäße erkannt und auf das SD-OCT übertragen. Ziel einer Studie war es zu prüfen, ob das Vorgehen zur Beurteilung der Gefäßmorphologie einsetzbar ist. Dafür wurden die AVSI mit dem Alter der Patienten und dem Schlaganfallrisiko verglichen. Dr. Robert Kromer (Hamburg) erläutert die neue Methode und die Ergebnisse der Studie.