Autor: Katica Djakovic

178. Jahrestagung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in Bonn

„Individualisierte Therapie durch ­bildgebende Diagnostik“
Zu seiner 178. Versammlung lud der Verein der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) Ende Januar in den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ein, ein Tagungsort, der heute von den United Nations als Teil des World Conference Center Bonn betrieben wird. Neben einem facettenreichen Programm zu allen Fachbereichen der Augenheilkunde und dem Schwerpunktthema „Bildgebende Diagnostik“ fand in diesem Jahr erstmals ein „Science Slam“ statt: Junge Ophthalmologen stellten ihre wissenschaftlichen Studienergebnisse in einer Redezeit von maximal zwei Minuten und in möglichst unterhaltsamer Form vor, wobei die jeweils besten Vortragenden prämiert wurden. Katica Djakovic´ stellt ausgewählte Programmpunkte dar.

Besteuerung der Renten

Erneute Anhebung des Grundfreibetrages zum 1. Januar 2016
Mit dem Alterseinkünftegesetz (BGBl. 2004 I S. 1427) kam die Bundesregierung der Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts nach, eine steuerliche Gleichbehandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen herzustellen. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin) erläutert nachfolgend das Grundkonzept der nachgelagerten Besteuerung.

Okuläre Manifestationen neu ­auftretender Infektionskrankheiten

Globalisierung, Migration und Klimawandel sind Themen, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen sorgten. Inwieweit sich diese Faktoren auch im medizinischen Bereich auswirken, wird erst allmählich erkennbar. In Deutschland neu auftretende Krankheitsbilder sowie das Vordringen bisher wenig bekannter Erreger sind dabei Aspekte, die auch in der Augenheilkunde an Bedeutung gewinnen. Prof. Uwe Pleyer, FEBO, (Berlin) stellt die systemischen sowie jeweils okulären Manifestationen von Infektionskrankheiten dar, die durch ihre zunehmende Prävalenz für den Augenarzt relevant werden können.

Lues-assoziierte Uveitis

Sehr häufig findet sich bei einer Lues-Infektion eine begleitende Uveitis im anterioren oder posterioren Segment, die in jedem Stadium der Lues auftreten kann. Dr. Patrick Straßburger (Chemnitz) stellt den Fall eines 65-jährigen Patienten dar, der bei der Vorstellung an der Uveitis-Ambulanz am Klinikum Chemnitz angab, seit etwa zwei Wochen am linken Auge eine zunehmende Sehverschlechterung zu bemerken. Bisher waren an beiden Augen keine Erkrankungen oder Voroperationen bekannt und der Allgemeinzustand war bis auf eine bekannte Hypertonie unauffällig. Anamnestisch wurden vom Patienten mögliche Ansteckungsquellen bezüglich Lues und Borreliose verneint.

Neue Forschung zur Uveitis-Pathogenese

Rezidivierende Uveitis des Pferdes als Modell für die Autoimmunuveitis
Viele entscheidende Erkenntnisse über die Pathogenesemechanismen der Uveitis wurden an den induzierten Modellen bei Maus und Ratte gewonnen. Für bestimmte Analysen eignen sich diese Tiermodelle jedoch nicht, zum Beispiel für die Identifikation der Zielantigene, gegen die sich die Autoimmunreaktion von Patienten richtet. Solche Fragen müssen in spontan auftretenden Modellen geklärt werden. Ein aufschlussreiches Modell für die Autoimmunuveitis ist die rezidivierende Uveitis des Pferdes, denn diese Erkrankung verläuft klinisch und immunologisch vergleichbar zur Erkrankung des Menschen. Prof. Cornelia Deeg, Experimentelle Ophthalmologie Universität Marburg, erläutert neue Strategien zum besseren Verständnis der Uveitis-Pathogenese anhand eines spontanen Modells im Pferd.

Retinale Gentherapie: Neue Aspekte durch klinische Studienergebnisse

Aktuelle Ansätze zur Optimierung gentherapeutischer Effekte
Die Ergebnisse der ersten gentherapeutischen klinischen Studien an Patienten mit schwerer frühkindlicher Netzhautdegeneration aufgrund von Mutationen im RPE65-Gen liegen vor und geben Grund zur Hoffnung, dass in absehbarer Zeit effektive Therapien für eine ganze Reihe verschiedener erblicher Netzhauterkrankungen zur Verfügung stehen. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die durchaus euphorisch bewerteten Ergebnisse aus präklinischen Studien an Tiermodellen nicht eins zu eins in die Klinik transferiert werden konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Prof. Knut Stieger und Prof. Birgit Lorenz (Gießen) problematisieren die Ursachen für die mangelnde Übertragbarkeit als Basis für die Identifikation aktueller klinischer Herausforderungen sowie die Erforschung neuer Wege zur Optimierung der gentherapeutischen Effekte.

Rezension: Mosaike der Haut und ihre ­Beziehungen zur Ophthalmologie

Als ein Mosaik im biologischen Sinne bezeichnet man einen Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht, die aus einer homogenen Zygote hervorgegangen sind. Meistens liegt der Entstehung eines Mosaiks eine postzygotische Mutation zugrunde. Ein Mosaik manifestiert sich in der Dermatologie meistens als Naevus oder als (maligner) Tumor der Haut. Mosaik­syndrome der Haut können sowohl auf die Haut beschränkt, aber auch mit Veränderungen in anderen Organen assoziiert sein. Hier kommt der Ophthalmologie eine besondere Bedeutung zu, insbesondere aufgrund der gemeinsamen Herkunft des vorderen Augenabschnittes und der Haut aus dem Ektoderm, aber auch aufgrund der guten, nichtinvasiven Untersuchbarkeit des Auges. Im Gegensatz zum Mosaik besteht eine Chimäre aus genetisch verschiedenen Zellpopulationen, als Beispiele seien der Zustand nach Bluttransfusion und, für die Ophthalmologie, der Zustand nach erfolgter Keratoplastik angeführt.

Fallbericht: Zentralarterienverschluss bei einem 26-jährigen Patienten

Gefäßverschlüsse beim jungen Erwachsenen (

<40 Jahre) stellen für den behandelnden Augenarzt eine diagnostische Herausforderung dar, da das Ursachenspektrum meist vielseitig ist und sich von dem älterer Patienten deutlich unterscheidet. Die Diagnostik erfordert eine enge interdisziplinäre Mitarbeit um wichtige, unter Umständen auch lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig auszuschließen.

Mathias Schulze und Prof. Marcus Blum (Erfurt) berichten über einen 26-jährigen Patienten, der konsiliarisch als Notfall aus einem externen Haus in der Augenklinik vorgestellt wurde. Er klagte über einen akuten Sehverlust auf dem rechten Auge, den er nach dem Aufwachen am Morgen erstmalig bemerkt habe.

Kongress DGII 2016

Interview mit Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz
Zu ihrer Jubiläumstagung lädt die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII) vom 11. bis 13. Februar nach Mannheim in das Kultur- und Konferenzzentrum Rosengarten ein. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Michael C. Knorz, der als diesjähriger Tagungspräsident unter dem Motto „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ durch den 30. DGII-Kongress führt.

Augenverletzungen durch Pfefferspray

Der Absatz von Pfefferspray und Reizgas habe bereits im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 deutlich zugenommen und sich zu Beginn des Jahres nochmals erhöht. Das berichten zahlreiche Medien mit Verweis auf Angaben des Branchenverbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB). Obwohl Pfefferspray in Deutschland nur als „Tierabwehrspray“ zugelassen ist, findet er immer häufiger Anwendung am Menschen. Der Einsatz ist riskant – für alle Beteiligten. Schwere Entzündungen mit Sehverlust sind möglich. Dr. Hans-Walter Roth und David Gulkin (Ulm) problematisieren den Einsatz und stellen das therapeutische Vorgehen dar.