Autor: Katica Djakovic

Therapie des Trockenen Auges mit topischem Ciclosporin A

Das Konzept der antiinflammatorischen, immunmodulatorischen Therapie der Keratokonjunktivitis sicca steht nach wie vor im Zentrum der kausalen Therapieansätze. Bisher standen hauptsächlich topische und systemische Steroide zur Verfügung, die jedoch das Risiko von schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen beinhalten. Die Suche nach Substanzen mit geringeren Nebenwirkungen und kausalen Wirkmechanismen führte zur Lokaltherapie mit Ciclosporin A. Dr. Christina Jacobi und Prof. Dr. Friedrich E. Kruse (Erlangen) stellen unter anderem eigene Studienergebnisse vor, die Rückschlüsse auf eine Reduktion inflammatorischer Prozesse auf der Augenoberfläche zulassen.

Trockenes Auge und Feinstaub

Die Ursachen für das Trockene Auge sind mannigfaltig. Als mitverantwortlich für die Zunahme des Sicca-Syndroms in den letzten Jahren werden auch belastende Umweltfaktoren gesehen. In Studien der Universitäts-Augenklinik Graz (Österreich) wurde untersucht, ob der als gesundheitsschädigend bewertete Feinstaub ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der menschlichen Tränenflüssigkeit und auf die Aktivität der Bindehautzellen hat und somit für die Entstehung des umweltinduzierten Trockenen Auges mitverantwortlich sein kann. Dr. Dieter F. Rabensteiner, Priv.-Doz. Dr. Jutta Horwath-Winter und Prof. Dr. Otto Schmut erörtern die Studienergebnisse.

Lipidmediatoren angiogener Retinaerkrankungen

Sowohl für die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) als auch die Frühgeborenenretinopathie und diabetische Retinopathie wurde eine Assoziation mit Dysregulationen im Lipidstoffwechsel nachgewiesen. Dennoch ist über die genaue Rolle von Lipidmediatoren bei der Entstehung und vor allem die der potentiellen Behandlung angiogener Retinaerkrankungen derzeit noch wenig bekannt. Dr. Andreas Stahl (Freiburg) erläutert vorliegende grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse sowie Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten zu Lipidmediatoren.

Das Susac-Syndrom aus ophthalmologischer Sicht

Das Susac-Syndrom manifestiert sich symptomatisch im Zentralnervensystem (ZNS), im Innenohr und an der Retina. Charakteristisch ist die Trias aus Enzephalopathie, Innenohrschwerhörigkeit und Sehstörungen. Diese Symptome treten selten gemeinsam auf, teilweise sind Jahre zwischen den einzelnen Manifestationsformen. In der Universitäts-Augenklinik Münster stellte sich ein Großteil der in Deutschland bekannten Fälle vor. Dr. Julia Promesberger, Dr. Ilka Kleffner, Dr. Jan Dörr und Prof. Dr. Nicole Eter erläutert das Susac-Syndrom aus ophthalmologischer Sicht.

Retinopathia praematurorum – Inzidenz, Verlauf und Therapie

Eine prospektive Untersuchung zum Auftreten der ROP im Helios Klinikum Berlin-Buch (Teil 2)
Die Retinopathia praematurorum ist eine multifaktorielle Gefäßerkrankung der Netzhaut, bei der infolge Frühgeburtlichkeit die normale Entwicklung und Ausbildung der Netzhautgefäße gestört ist. Die postnatale Entwicklung der Netzhautgefäße kann regelrecht voranschreiten oder aber über Blutungen, Proliferationen und Ablatio retinae bis zum Verlust der Sehkraft führen. Nach Vorstellung eigener Daten einer prospektiven Untersuchung im Helios Klinikum Berlin-Buch diskutieren Dr. Helge Breuß und Priv.-Doz. Dr. Jörn Kuchenbecker in diesem zweiten Teil die Ergebnisse vor dem Hintergrund der aktuellen ROP-Leitlinie.

Serie Auge und Sehen: Die Brille in der Fotografie

Serie zur Sammlung Roth
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde es große Mode, sich fotografisch ablichten zu lassen. Eine Flut von Porträtaufnahmen ist uns aus diesen Jahren erhalten. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis endlich auch die ersten Brillen auf den Bildern auftauchen. Will man etwas über das Aussehen und die Funktionsweise historischer Brillen erfahren, bleiben hierfür nur ihre wenigen Abbildungen. Noch seltener sind uns Originale der Zeit erhalten. Die ersten Darstellungen von Sehhilfen finden sich in Fresken, man sieht sie in Kirchenfenstern oder als Frühdrucke im Holzschnitt. Doch auch diese Abbildungen sind seltene Raritäten, es war früher nicht üblich, seinen Sehfehler im Bild zu dokumentieren.

Primäres intraokuläres Lymphom: Status Quo und Perspektiven

Zur Diagnostik und Therapie des PIOL
Das primäre intraokuläre Lymphom (PIOL) ist ein Non-Hodgkin-Lymphom, das entweder isoliert okulär oder in Assoziation mit einem primären ZNS-Lymphom (PCNSL) auftritt. Es manifestiert sich in der Regel in der fünften und sechsten Lebensdekade als unspezifische, chronische und rezidivierende Uveitis und Vitritis, die eine rasche Resistenz gegenüber Behandlungsversuchen mit Kortikosteroiden entwickelt. Um die klinische Basisevaluation, die Ansprechkriterien unter Therapie und das klinische Management bei PIOL- und PCNSL-Patienten zu standardisieren, wurden durch die International Primary Central Nervous System Lymphoma Collaborative Group (IPCG) internationale Richtlinien publiziert. Priv.-Doz. Dr. Kristoph Jahnke und Prof. Dr. Uwe Pleyer, FEBO (Berlin),  erläutern Diagnostik und Therapieempfehlungen anhand aktueller Daten.

174. RWA-Versammlung in Essen

Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Rund 730 Teilnehmer kamen zur 174. Versammlung des Vereins der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) am 27. und 28. Januar zusammen, zu der Dr. Andreas Scheider nach Essen eingeladen hatte. Neben Vorträgen und Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen des Faches galt das diesjährige Hauptthema den „ophthalmologischen Erkrankungen aus der Sicht kooperierender Fachdisziplinen“. Ein Bericht von Katica Djakovic.

Zeitmanagement und Arbeitsorganisation

Zeit ist ein knappes Gut – so heißt es im Volksmund und insbesondere der Arbeitsalltag scheint oft durch zu wenig Zeit und zu viel Arbeit geprägt zu sein. Allerdings kommen manche Menschen gut zurecht, andere leiden permanent unter Zeitnot. Ist dies ein objektives Problem oder eine Folge der Prioritätensetzung? Dr. phil. Walter Pfeifer (Ahaus) verfügt über langjährige Erfahrung zu Fragen des Managements im Gesundheitswesen und erläutert einige Aspekte zu typischen Zeitfressern und organisatorischen Hilfsmitteln, die die persönliche Arbeitssituation verbessern können.