Autor: Katica Djakovic

GNA11- und GNAQ-Mutationsanalyse bei unklaren Melanomen

Ein neuer diagnostischer Marker für Metastasen des uvealen Melanoms?
Uveale Melanome streuen im Falle einer Metastasierung typischerweise in die Leber, seltener in Lunge und Knochen. Orbitale oder subkutane Metastasen sind insbesondere als Erstmanifestation eines metastasierten uvealen Melanoms eine absolute Rarität. Dr. Michael R. R. Böhm, Dr. Athanasios Tsianakas, Priv.-Doz. Dr. Tillmann Spieker, Dr. Ralph-Laurent Merté, Dr. Ulrike H. Grenzebach und Prof. Dr. Nicole Eter stellen neue Aspekte der Mutationsanalyse von GNA11 und GNAQ hinsichtlich Diagnosefindung unklarer Malignome und deren Assoziation zu uvealen Melanomen vor.

Epimakuläre Brachytherapie mit Strontium 90

Vor- und Nachteile der neuen Therapieoption zur Behandlung der feuchten AMD
Anti-VEGF-Injektionen stellen heute die Standardtherapie bei feuchter Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) dar. Allerdings sprechen etwa 20 bis 30 Prozent der behandelten Patienten auf die Behandlung nicht an. Für diese Patienten bietet sich mit der epimakulären Brachytherapie mit Strontium 90 ein völlig anderes Therapiekonzept, das sich die antiproliferative, antiangiogenetische und antifibrotische Wirkung gering dosierter radioaktiver Strahlung zunutze macht. Die Anfang 2011 neu eingeführte Therapieform besteht in einer nur einmaligen Bestrahlung, ist andererseits aber auch mit dem möglichen Risiko einer behandlungsinduzierten Strahlenretinopathie verbunden. Dr. Birgit Böhm (Augenklinik am Neumarkt, Köln) erörtert Vor- und Nachteile der epimakulären Brachytherapie und stellt zwei Fälle aus eigenem Patientengut vor.

Jahrestagung des DKVB in Eckernförde

Am 2. und 3. März fand in Eckernförde die Jahrestagung des Deutschen Komitees zur Verhütung von Blindheit (DKVB) in Verbindung mit der Tagung der Sektion Internationale Ophthalmologie der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft statt. Die Organisation der diesjährigen Veranstaltung hatte das ortsansässige Ehepaar Ingrid und Dr. Hans-Joachim Miertsch übernommen. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) fasst die Inhalte der Tagung zusammen.

Serie Auge und Sehen: Chinesische Fadenbrille

Serie zur Sammlung Roth
Das Altern des Auges, seine optischen Fehler und die Not­wendigkeit diese mit brechenden Gläsern zu behandeln, betrifft Menschen aller Kulturen. Vor allem im fortgeschrittenen Alter wird spätestens mit Nachlassen der Akkommodation für je­den Menschen ein optischer Ausgleich im Nahbereich beziehungs­weise beim Lesen nötig. Die Frage, ob nicht – wie viele andere Errungenschaften der modernen Zivilisation auch – die Brille eine Erfidung aus dem alten China sei und durch Marco Polo im 14. Jahrhundert nach Europa gelangte, lässt sich leicht beantworten: Es gibt bis heute in Fernost weder archäologische Funde noch Ab­bildungen, die auf eine frühe Kenntnis von durchsichtigen Glas oder seinem Schliff zu Brillengläsern schließen lassen. Man darf heute davon ausgehen, dass erst die christlichen Mönche dieses Wissen den Chinesen übermittelten.

Fallbericht: Posteriore subkapsuläre Katarakt

Entwicklung und Spontanresorption nach sulkusgestützter ICL-Implantation
Bei bestimmten Patienten sind die verbreiteten Excimerlaser-Behandlungen (LASIK und PRK) beispielsweise wegen zu dünner Hornhaut kontraindiziert. Handelt es sich um junge Patienten mit intakter Akkommodation und klarer Linse, ist die Implantation einer phaken Intraokularlinse (pIOL) eine Möglichkeit zur refraktiven Korrektur. Dr. Otto Fricke, Dr. Toam Katz, Dr. Mau-Thek Eddy, Prof. Dr. Gisbert Richard und Dr. Stephan Linke berichten über den Fall eines 36-jährigen Patienten mit hoch myopen, sonst gesunden Augen, der sich mit dem Wunsch nach einem refraktiven Eingriff Ärzten der Care-Vision/Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf vorstellte und eine posteriore sub-kapsuläre Katarakt nach Implantation einer sulkusgestützten ICL (Intraokulare Collamer-Linse) entwickelte.

Veränderungen der Hornhautdicke und des IOD während einer aktiven Uveitis

Bei Vorliegen einer akuten anterioren Uveitis ist die Messung des Augeninnendruckes (IOD) auch während der aktiven Entzündung wichtig, um eine eventuelle okuläre Hypertension adäquat behandeln zu können. Priv.-Doz. Dr. Carsten Heinz, FEBO, Dr. Suphi Taneri, Dr. Martin Rösel, FEBO, und Prof. Dr. Arnd Heiligenhaus, FEBO, stellen die Ergebnisse einer Studie an der Augenabteilung am St. Franziskus Hospital in Münster vor, die Veränderungen der Hornhautdicke und des Augeninnendruckes während einer aktiven Uveitis untersuchte.

Okuläre Hypertension und Primär-chronisches Offenwinkelglaukom

Faktoren zur Grenzbestimmung
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Krankheitsbild des Primär-chronischen Offenwinkelglaukoms (POWG) im Bewusstsein der Augenärzte mehr und mehr aus dem Fokus der allein druckbedingten Erkrankungen herausgelöst. Die meisten der Glaukomerkrankungen werden sicher aber auch heute noch am erhöhten Augendruck und an den morphologisch als typisch beschriebenen Papillenveränderungen diagnostiziert. Dr. Christian Foja (Leipzig) erörtert anhand gültiger Leitlinien und Literaturergebnisse die Abgrenzung des POWG von einer okulären Hypertension (OHT).

Fortbildung in Neuroophthalmologie

Kurse in Tübingen und Empfehlungen für Fachpublikationen
Die Bedeutung der Neuroophthalmologie in der Praxis des niedergelassenen Augenarztes dürfte in naher Zukunft – nicht nur wegen des demografischen Wandels – weiter an Bedeutung gewinnen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) empfiehlt nicht nur die kontinuierliche Fortbildung durch entsprechende Kurse, sondern stellt auch verschiedene Publikationen zur Weiterbildung und zum Gebrauch in der Praxis vor.

Klassifikation für die Paralympics 2012

Universitäts-Augenklinik Heidelberg beteiligt sich aktiv an der Klassifikation der Judoka
Die Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften im Judo für Sehgeschädigte, die vom 23. bis 25 März in Heidelberg ausgetragen wurden, bildeten zugleich die letzte Gelegenheit der Judoka, sich für die Paralympics 2012 zu klassifizieren. Gemeinsam mit der „International Blind Sports Federation“ (IBSA) konnten hierbei 37 Athleten aus neun Ländern am 23. und 24. März in der Universitäts-Augenklinik Heidelberg klassifiziert werden. Damit fand zum ersten Mal eine solche Klassifikation an einem deutschen Universitätsklinikum statt. Untersucht wurden die Judoka von drei internationalen Augenärzten aus Bulgarien, Griechenland und Deutschland, um die Athleten in die einzelnen Behinderungsgrade einzuteilen. Nur vier der 37 Sportler konnten jedoch nicht für die Judo-Wettkämpfe der Paralympics zugelassen werden, da ihre Sehleistung zu hoch beurteilt wurde.

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie
Die endokrine Orbitopathie ist eine entzündliche fibroproliferative Erkrankung der orbitalen Bindegewebe, die meist mit dem Morbus Basedow assoziiert ist. Der klinische Phänotyp ist individuell sehr variabel und korreliert mit dem Verlauf der Schilddrüsenerkrankung. Da Orbitafibroblasten an allen pathogenetisch wichtigen Prozessen der endokrinen Orbitopathie aktiv und passiv beteiligt sind, stellen sie ein gutes Ziel für neue Therapiestrategien dar. Dr. Melissa Meyer zu Hörste, Elena Ströher, Utta Berchner-Pfannschmidt, Dr. Simone Schmitz-Spanke, Dipl.-Chem. Mario Pink, Dr. Joachim R. Göthert, Prof. Dr. Jens W. Fischer, Prof. Dr. Erich Gulbins und Prof. Dr. Anja K. Eckstein erläutern die Rolle von Clathrin, einem neu identifizierten Protein, in der Pathogenese der endokrinen Orbitopathie.