Autor: Katica Djakovic

Fallbericht: Orbitales Trauma durch einen Bambusstab

Unter Umständen können bagatellhaft anmutende Verletzungen mit schwerwiegenden orbitalen Traumata ein-hergehen. Katrin Belger, Dr. Christian Kandzia, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Prof. Dr. Johann Roider berichten über einen Patienten, der nach einem zunächst harmlos scheinenden Sturz in eine Gartenhecke mit nur geringen Beschwerden am Folgetag in der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde. Bis auf Schmerzen beim Aufblick lagen keine weiteren subjektiven Beeinträchtigungen am Auge vor. Eine Computertomographie ergab das Vorliegen eines intraorbitalen Fremdkörpers.

Serie Auge und Sehen: Augenanatomie nach Ryff

Serie zur Sammlung Roth
Anatomische Bemerkungen über das Auge finden sich in den frühen Kulturen nicht, auch über die Untersuchungsmethoden des Auges, vor allem aber über die morphologischen Kenntnisse wird uns nichts überliefert. Erst die mittelalterlichen medizinischen Handschriften und frühen Drucke gehen auf die Morphologie des Auges ein. Nach Erfindung des Vergrößerungsglases und vor allem aber des Mikroskops im 16. Jahrhundert finden sich zunehmend Abbildungen, die dem heutigen anatomischen Wissen entsprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Augendarstellungen im Schnittbild meist Phantasiedarstellungen. Dies gilt auch für den bekannten Holzschnitt des Nürnberger Stadtarztes Walter Hermann Ryff. Das hier gezeigte Blatt, ein seltenes Original aus dem Jahr 1542‚ wurde von einem Sammler, selbst Augenarzt, für diese Serie freundlicherweise zu Verfügung gestellt.

KBV bricht Honorarverhandlungen ab: Geplante Protestmaßnahmen der Ärzteschaft

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gestern (3. September) weitere Honorarverhandlungen für 2013 mit dem GKV-Spitzenverband für gescheitert erklärt und daraufhin abgebrochen. Die Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent (oder 0,04 Cent) durch den Schlichter sei geradezu ein Hohn und eine Diffamierung der Ärzteschaft durch die Vertreter der Krankenkassen. Es ist deshalb in den kommenden Tagen mit Protestmaßnahmen von Seiten der Ärzteschaft zu rechnen.

25. Jubiläums-Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg

„Entwicklungspotential und Quantensprünge“
Vom 14. bis 16. Juni tagte zum 25sten Mal der Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) rund 5.000 Teilnehmer im Messezentrum Nürnberg begrüßen konnte. Der Erfahrungsaustausch über die VEGF-Hemmer in der Behandlung der feuchten AMD sowie die Femto-Phako in der Kataraktchirurgie waren zwei der Schwerpunkte der Jubiläumstagung, die in diesem Jahr auf drei anstelle vier Tage ausgelegt war. Von Katica Djakovic.

Interview mit Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff zu den Zweijahresdaten der CATT-Studie

„Behandlungsstrategien bleiben bestehen“
Auf der Jahrestagung der ARVO wurden im Frühjahr die Zweijahresergebnisse der CATT-Studie vorgestellt, einer Vergleichsstudie zur Wirksamkeit von Avastin und Lucentis bei der Behandlung der feuchten AMD. Die Rückschlüsse, die von den Anwendern aus den Ergebnissen gezogen werden, fallen jedoch – so auch auf dem jüngst in Nürnberg veranstalteten Kongress der DOC zu hören – unterschiedlich aus. Sind die Daten tatsächlich interpretierbar oder doch eindeutig für die Praxis der Anti-VEGF-Therapie? DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff (Münster), Vorsitzender der Retinologischen Gesellschaft, über die Zweijahresdaten, ihre Bedeutung für die AMD-Therapie und die Leitlinienempfehlungen deutscher Fachgesellschaften.

Jahrestagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Hamburg

Okuloplastische Chirurgie im Mittelpunkt
Zur 61. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA), die in diesem Jahr am 8. und 9. Juni in Hamburg stattfand, konnte Tagungspräsident Priv.-Doz. Dr. Ulrich Schaudig (Hamburg) rund 420 Teilnehmer begrüßen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) fasst die Veranstaltung zusammen, die in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das Thema okuloplastische Chirurgie gesetzt hatte.

Quartalsabrechnung – ein Buch mit sieben Siegeln?

Eine Quartalsabrechnung ist ähnlich unbeliebt und unverständlich wie eine Steuererklärung. Meist beschränkt sich der niedergelassene Arzt darauf, einen Blick auf die zu überweisende Gesamtsumme zu werfen, die auf der ersten Seite der vier Mal im Jahr erscheinenden Abrechnung steht. Dabei enthält die Quartalsabrechnung aber viele wichtige Informationen, die es dem Arzt zumindest ein wenig ermöglichen, das eigene Leistungsangebot innerhalb seiner kassenärztlichen Tätigkeit in Bezug auf Qualität und Quantität sinnvoll zu steuern. Sie gibt unter anderem auch Auskunft darüber, ob und wie viele der von ihm erbrachten Leistungen im RLV oder nur zu einem abgestaffelten Punktwert bezahlt wurden und wie seine Kollegen abrechnen. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Neue MIOL mit trifokaler Optik

Ergebnisse aus einer multizentrischen Studie
Der Anspruch der Patienten an die postoperative Sehqualität ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen, nicht nur bei refraktivem Linsenaustausch, sondern auch in der Kataraktchirurgie. Mehrere Komponenten tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche — insbesondere der Multifokallinsen-Patienten — erfüllt werden können. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch hinsichtlich des schwachen Intermediärvisus sowie möglicher Halos und Blendungen. Seit April dieses Jahres steht nun eine neue Generation von MIOL, die Trifokallinse, zur Verfügung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde untersucht, ob die klinischen Ergebnisse die theoretischen Erwartungen eines verbesserten Intermediärvisus bestätigen und wie sich das trifokale Design auf die Streulichteffekte wie Halos und Blendung auswirkt. Dr. Ralph Neuber und Prof. Dr. Norbert Körber (Köln) stellen die Ergebnisse vor.

Ausbildung von Kataraktchirurgen mit Hilfe von Simulatoren

Nachdem viele Studien gezeigt haben, dass es zu einer signifikant höheren chirurgischen Komplikationsrate bei jungen Ärzten im Vergleich zu erfahrenen Ophthalmochirurgen kommt, wurden einige Verfahren zur Ausbildung entwickelt, die keine Gefährdung für Patienten darstellen. Hierbei hat die Bedeutung von computerbasierten Ausbildungsmöglichkeiten stetig zugenommen, denn schnellere Prozessorleistungen, größere Speicherkapazitäten und bessere Bildauflösungen ermöglichen eine zunehmend realistischere Simulation der Wirklichkeit (Virtual Reality). Florian T. A. Kretz, Maria J. Sanchez und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg) erläutern die Ausbildung junger Kataraktchirurgen mit Hilfe des Eyesi-OP-Simulators, der wie eine Operationseinheit einer Augenklinik aufgebaut ist.