Autor: Katica Djakovic

Speicheldrüsentransplantation bei Keratokonjunktivis sicca

Zur chirurgischen Therapie des Trockenen Auges
In schweren Fällen der Keratokonjunktivis sicca, in denen etablierte Behandlungsmethoden nicht zum Ziel führen, besteht alternativ die Möglichkeit, eine körpereigene Speicheldrüse (Unterkieferspeicheldrüse) in die Schläfenregion zu verpflanzen und deren Ausführungsgang mit dem Auge beziehungsweise dem Bindehautsack zu verbinden. Das Auge wird fortan durch das Sekret der Speicheldrüse befeuchtet. Diese sehr spezielle Methode wurde Anfang der 90er Jahre entwickelt und wird seither weltweit an nur wenigen Kliniken praktiziert. Die Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universität zu Lübeck, konnte seit 1994 etwa 50 Patienten auf diesem Wege behandeln und verfügt damit über die größte Erfahrung in Europa. Prof. Dr. Dr. med. Peter Sieg (Lübeck) erläutert das chirurgische Behandlungsverfahren der Keratokonjunktivis sicca durch Speicheldrüsentransplantation und stellt Langzeitergebnisse vor.

„Noch sehr viel Arbeit“

Der Augenarzt Dr. Winfried Grasbon operiert seit 20 Jahren in Tansania
Dr. Winfried Grasbon ist seit 1975 als operierender Augenarzt in Oberbayern niedergelassen und reist seit 1991 regelmäßig nach Tansania, um dort augenärztliche Operationen durchzuführen. Bei seinen Einsätzen besucht der Pfaffenhofener jeweils ein bis drei Krankenhäuser. Inzwischen hat er in Tansania seine 30ste Operationsreise und seinen mittlerweile 61sten Operationseinsatz in einem Krankenhaus des afrikanischen Landes absolviert. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) sprach mit ihm über sein langjähriges Engagement.

Fallbericht: Orbitales Trauma durch einen Bambusstab

Unter Umständen können bagatellhaft anmutende Verletzungen mit schwerwiegenden orbitalen Traumata ein-hergehen. Katrin Belger, Dr. Christian Kandzia, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Prof. Dr. Johann Roider berichten über einen Patienten, der nach einem zunächst harmlos scheinenden Sturz in eine Gartenhecke mit nur geringen Beschwerden am Folgetag in der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde. Bis auf Schmerzen beim Aufblick lagen keine weiteren subjektiven Beeinträchtigungen am Auge vor. Eine Computertomographie ergab das Vorliegen eines intraorbitalen Fremdkörpers.

Serie Auge und Sehen: Augenanatomie nach Ryff

Serie zur Sammlung Roth
Anatomische Bemerkungen über das Auge finden sich in den frühen Kulturen nicht, auch über die Untersuchungsmethoden des Auges, vor allem aber über die morphologischen Kenntnisse wird uns nichts überliefert. Erst die mittelalterlichen medizinischen Handschriften und frühen Drucke gehen auf die Morphologie des Auges ein. Nach Erfindung des Vergrößerungsglases und vor allem aber des Mikroskops im 16. Jahrhundert finden sich zunehmend Abbildungen, die dem heutigen anatomischen Wissen entsprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Augendarstellungen im Schnittbild meist Phantasiedarstellungen. Dies gilt auch für den bekannten Holzschnitt des Nürnberger Stadtarztes Walter Hermann Ryff. Das hier gezeigte Blatt, ein seltenes Original aus dem Jahr 1542‚ wurde von einem Sammler, selbst Augenarzt, für diese Serie freundlicherweise zu Verfügung gestellt.

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl zum DOG-Kongress 2012

„Eine Augenheilkunde“ lautet das Motto beim 110. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) – und klingt gleichermaßen als Forderung wie als Feststellung. Zudem wurde jüngst der bisherige Slogan der DOG abgeändert: Die „Wissenschaftliche Gesellschaft für Augenheilkunde“ nennt sich nun „Gesellschaft für Augenheilkunde“ – und will damit ein Zeichen setzen für mehr Geschlossenheit in der Fachgruppe. Wird die DOG berufspolitisch? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem diesjährigen DOG-Präsidenten Prof. Dr. Klaus-Peter Steuhl (Essen) anlässlich des Kongresses über Entsolidarisierung und notwendige Geschlossenheit.

17. Retina International World Congress in Hamburg

„Licht am Horizont“
Unter dem Leitsatz „Gateway to Vision“ hatte Retina International, ein Zusammenschluss von 33 nationalen Selbsthilfevereinigungen von Betroffenen mit hereditären Netzhautdegenerationen, zum 17. Retina International World Congress eingeladen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) berichtet über den im zweijährigen Turnus gemeinsam von Wissenschaftlern und Patienten veranstalteten internationalen Kongress, der in diesem Jahr in Hamburg tagte und insgesamt 720 Teilnehmende verzeichnen konnte.

Kommunikation in der Arztpraxis

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden
Eine gute Praxis zeichnet sich neben einem sauberen und freundlichen Erscheinungsbild vor allem durch ein serviceorientiertes und erfahrenes Team aus. Medizinische Fachangestellte sind die Visitenkarte der Praxis, denn sie stellen den ersten Kontakt dar und vermitteln einen ersten Eindruck, den der Patient von einer Praxis gewinnt. Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, müssen Mitarbeiter gefordert und gefördert werden. Gezielte Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterführung und auch unter den Arzthelferinnen wichtig, um einen optimalen Praxiserfolg zu gewährleisten. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Atraumatische Amnionmembrantransplantation

Ein Überblick über Transplantationsarten und Trägermodelle
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche. Durch Proteinase-Inhibitoren und antiinflammatorische Proteine reduziert die Amnionmembran Entzündungsmechanismen und minimiert die Ausbildung kornealer Neovaskularisationen. Priv.-Doz. Dr. Constantin E. Uhlig (Münster) gibt einen Überblick über Wirkmechanismen und Transplantations-arten und stellt derzeitige Trägermodelle internationaler Arbeitsgruppen vor.

Biomechanik der Kornea

Messmöglichkeiten mit dem Keratokonus-Match-Index
Zahlreiche Verfahren gestatten die geometrische Vermessung der Hornhaut, was als Grundlage für die Diagnostik des Keratokonus sowie die Therapieplanung für die refraktive Hornhautchirurgie dient. Aufgrund fehlender Messmöglichkeiten konnten Informationen über die korneale Biomechanik bislang aber nur aus Spenderhornhäuten in vitro erhalten werden. Dr. Zisis Gkatzioufas (Homburg/Saar) zeigt mit dem Keratokonus-Match-Index (KMI) eine moderne Software zur Früherkennung des Keratokonus auf.