Autor: Katica Djakovic

Prozessoptimierung in der ophthalmologischen Bildgebung

Implementierung eines Picture Archiving and Communication Systems (PACS)
Neue, hochauflösende ophthalmologische Bildgebungsverfahren ermöglichen eine immer differenziertere, präzise Diagnostik und haben in den letzten Jahren einen zunehmenden Stellenwert erhalten – sowohl an den Kliniken wie auch in den Praxen niedergelassener Ärzte. Die digitale Befundung birgt bei allen Vorteilen allerdings auch den Nachteil, dass der Verwaltungsaufwand für die wachsende Datenmenge zunimmt. So genannte PACS sind zentrale Server und fungieren als eine Art Drehscheibe zwischen den Diagnostikgeräten und den Betrachtungs-PCs der Ärzte. Sie stellen das Kernstück moderner Bilddatenverwaltung dar. Dr. Karsten Kortüm, Dr. Wolfgang J. Mayer und Priv.-Doz. Dr. Marcus Kernt (München) erläutern ein Modellprojekt an der Augenklinik der LMU München, das sich seit einigen Jahren intensiv mit der Einführung eines spezifisch an die Bedürfnisse der Ophthalmologie angepassten PACS in die klinischen Abläufe einer deutschen Universitätsklinik befasst.

In-vivo-Imaging von VEGF innerhalb der Netzhaut

Verbundprojekt zur molekularen Diagnostik bei AMD
Im Rahmen eines Verbundprojektes zur molekularen Diagnostik bei Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) wird die Möglichkeit der Bindung von VEGF-Hemmern mit fluoreszierenden Markersubstanzen bei gleichzeitig erhaltener Bindungskinetik untersucht. Ziel unter Verwendung dieser Biomarker-Substanzen ist die Darstellung von VEGF-Pharmakodynamik im Auge. Damit könnte ein frühzeitiges Erkennen von neovaskulären Netzhauterkrankungen und auch ein früherer Beginn der Therapie möglich werden. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg, Dr. Alexander Cunea, Dipl.-Biol. Johanna Meyer und Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn).

Turnover der Mikroaneurysmata als prädiktiver Faktor für DMÖ

Automatisierte Fundusanalyse zur Früherkennung diabetischer Fundusveränderungen
In der Vergangenheit wurden Veränderungen des diabetischen Fundusbildes wie Mikroaneurysmata ausgezählt, um den Grad der Retinopathie zu ermitteln. Nicht berücksichtigt wurde dabei die Dynamik dieser Veränderungen. Heute erlauben automatisierte Fundusanalysen den so genannten Turnover diabetischer Fundusveränderungen zu ermitteln und damit einen Eindruck über die tatsächliche Aktivität der diabetischen Retinopathie zu erhalten. Prof. Dr. Christos Haritoglou (München) erläutert eine neue Software, die es ermöglicht, das Risiko für die Entstehung visusbedrohender Komplikationen wie das diabetische Makulaödem einzuschätzen.

„Der Kompromiss löst keine Probleme“

Interview mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz zur aktuellen Honorardebatte
Nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Anfang September die weiteren Honorarverhandlun-gen für 2013 mit den Krankenkassen aus Protest für gescheitert erklärt und abgebrochen hatte, führte anschließend die durch den Schlichter angebotene Erhöhung des Orientierungspunktwertes um 0,9 Prozent zu einer Welle der Empörung und der Ankündigung von Streikmaßnahmen. Eine unerwartete Einigung im Honorarstreik beendete den lauten Protest. Sind die Gemüter besänftigt? DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vizevorsitzenden Dr. Peter Heinz.

Glaskörpereinblutung vor vitreoretinaler Chirurgie

Internistische Begleiterkrankungen und Risikoeinschätzung
Patienten mit vasoproliferativen Retinopathien und Glaskörpereinblutungen haben aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen ein erhöhtes Operationsrisiko. In einer klinischen Untersuchung wurden die Daten von 46 Patienten mit Glaskörperhämorrhagien bei vasoproliferativen Retinopathien analysiert, bei denen ein vitreoretinaler Eingriff in Intubationsnarkose vorgenommen wurde. Untersucht wurde der Einfluss von ASA-Kriterien und Begleiterkrankungen auf den prä-, intra- und postoperativen Verlauf. Dr. Antje Just, Priv.-Doz. Dr. Edmund Hartung und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer stellen die Ergebnisse vor.

Glaukom-Frühoperation: Pro und Contra

Kammerwinkelchirurgische Eingriffe in Kombination mit der Kataraktchirurgie
Trabekelchirurgische Verfahren, wie Trabekelaspiration, Trabektom, i-Stent, weisen als kombiniertes Verfahren mit der Kleinschnittkataraktchirurgie jeweils bessere Ergebnisse auf als der alleinige Eingriff ohne gleichzeitige Kataraktchirurgie. Sämtliche kammerwinkelchirurgischen Verfahren erreichen aber nicht die tiefnormalen Augendruckwerte, sodass die Indikation unter Berücksichtigung des Zieldrucks und der weiteren Operationsstrategie individuell abgewogen werden sollte. Prof. Dr. Thomas Dietlein (Köln) erörtert Vor- und Nachteile eines kammerwinkelchirurgischen Eingriffs insbesondere in Kombination mit der Kataraktchirurgie.

Serie Auge und Sehen: Früher Augenspiegel

Serie zur Sammlung Roth
Mit der Erfindung des Augenspiegels durch Hermann von Helmholtz im Jahr 1850 gelang es zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, in ein lebendes Organ zu blicken, ohne es zuvor mit chirurgischer Hilfe öffnen zu müssen. Damit erschloss sich quasi über Nacht ein neues Fachgebiet. Unzählige neue Krankheitsbilder der Netz- und Aderhaut sowie des Sehnerven wurden jetzt entdeckt und konnten nun differenziert, ätiologisch aufgearbeitet und letztendlich therapiert werden. Die Augenheilkunde grenzte sich von anderen Fachgebieten als eigenes Ressort ab – sie hatte ihr wichtigstes Untersuchungsinstrument bekommen. Diese frühen Augenspiegel sind heute sehr selten und inzwischen bei Sammlern hoch gesucht.

Fallbericht: Orbitales Rhabdomyosarkom

Das Rhabdomyosarkom ist der häufigste bei Kindern und Jugendlichen unter dem 21. Lebensjahr auftretende Weichteiltumor. Dr. Steffi Knappe und Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff (Rostock) stellen den Fall eines fünfjährigen Mädchens vor, dessen Erstvorstellung an der Universitäts-Augenklinik Rostock notfallmäßig erfolgte, nachdem den Eltern eine seit drei Tagen progrediente Protrusio bulbi und Verlagerung des rechten Auges nach unten aufgefallen war. Die histologische Untersuchung ergab den Befund eines embryonalen Rhabdomyosarkoms.

Serie Auge und Sehen: Römischer Bronzespiegel

Serie zur Sammlung Roth
Das älteste optische Instrument in der Hand des Menschen ist zweifellos der Spiegel. Mit ihm gelang es das Licht der Sonnenstrahlen beliebig zu lenken und, nachdem man die Fertigkeit erlangt hatte, ihn zu sphärisch zu formen, Strahlen damit zu bündeln. Heute geht man davon aus, dass er in der Bronzezeit erfunden wurde, damals, als es zum ersten Mal gelang, Metall zu schmelzen und in Formen zu gießen. Waren diese an ihrer Oberfläche glatt, spiegelten sie das Licht. Frühe Kulturen wie Babylonier oder Ägypter kannten den Spiegel. Griechen und Römer verbesserten seine optischen Eigenschaften. Die Abbildung zeigt einen römischen Hohlspiegel aus Bronze, er stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Er wurde in einer Fachhandlung für Antiken in Ulm für die Sammlung erstanden.

„Die Kontaktlinse im Blickpunkt“

12. Kontaktlinsen-Kongress des BVA in Wiesbaden
Unter dem Motto „Die Kontaktlinse im Blickpunkt“ fand am 2. und 3. Juni im Kurhaus Wiesbaden der 12. Kontaktlinsen-Kongress des Berufsverbands der Augenärzte Deutschland (BVA) statt. Die von den BVA-Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ und „Kontaktlinsen“ organisierte Tagung bot den rund 400 Teilnehmern in 30 Vorträgen und 21 Kontaktlinsenkursen den aktuellen Stand zu Neuentwicklungen von Kontaktlinsen, ihren Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeiten sowie neueste Forschungsergebnisse und Therapieansätze des Trockenen Auges, das in der Kontaktologie eine große Rolle spielt. Ein Bericht von Dr. Riad Khaireddin (Bochum).