Autor: Katica Djakovic

Neue MIOL mit trifokaler Optik

Ergebnisse aus einer multizentrischen Studie
Der Anspruch der Patienten an die postoperative Sehqualität ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen, nicht nur bei refraktivem Linsenaustausch, sondern auch in der Kataraktchirurgie. Mehrere Komponenten tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche — insbesondere der Multifokallinsen-Patienten — erfüllt werden können. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch hinsichtlich des schwachen Intermediärvisus sowie möglicher Halos und Blendungen. Seit April dieses Jahres steht nun eine neue Generation von MIOL, die Trifokallinse, zur Verfügung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde untersucht, ob die klinischen Ergebnisse die theoretischen Erwartungen eines verbesserten Intermediärvisus bestätigen und wie sich das trifokale Design auf die Streulichteffekte wie Halos und Blendung auswirkt. Dr. Ralph Neuber und Prof. Dr. Norbert Körber (Köln) stellen die Ergebnisse vor.

Ausbildung von Kataraktchirurgen mit Hilfe von Simulatoren

Nachdem viele Studien gezeigt haben, dass es zu einer signifikant höheren chirurgischen Komplikationsrate bei jungen Ärzten im Vergleich zu erfahrenen Ophthalmochirurgen kommt, wurden einige Verfahren zur Ausbildung entwickelt, die keine Gefährdung für Patienten darstellen. Hierbei hat die Bedeutung von computerbasierten Ausbildungsmöglichkeiten stetig zugenommen, denn schnellere Prozessorleistungen, größere Speicherkapazitäten und bessere Bildauflösungen ermöglichen eine zunehmend realistischere Simulation der Wirklichkeit (Virtual Reality). Florian T. A. Kretz, Maria J. Sanchez und Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg) erläutern die Ausbildung junger Kataraktchirurgen mit Hilfe des Eyesi-OP-Simulators, der wie eine Operationseinheit einer Augenklinik aufgebaut ist.

Simulation und Dissimulation bei gutachtlichen Fragestellungen

Validitätsprüfungen zielen darauf ab, vorhandene Sehfunktionen genau zu bestimmen oder wenigstens Mindestwerte zu schätzen. Möglich ist die objektive Prüfung oftmals ohne aufwändige Geräte, bedarf aber eines gewissen Zeitaufwandes. Die verschiedenen Methoden dienen vor allem dazu, subjektive Fehleinschätzungen zu korrigieren und Anlass für eine subtilere Diagnostik zu geben. Prof. Dr. Michael Gräf (Gießen) beschreibt unterschiedliche Methoden, die eine Validitätskontrolle subjektiver Angaben erlauben sowie teilweise einen relativ genauen quantitativen Nachweis tatsächlicher Sehfunktionen.

Stimulationstherapie bei Amblyopie

Computergestütztes Stimulationsverfahren zur Unterstützung der Okklusionstherapie
Die Amblyopie als funktionelle Sehstörung ist charakterisiert durch ein neuronal bedingtes Übertragungsdefizit der optischen Signale vom Auge zum Sehzentrum. An der TU Dresden wurde unter Leitung des Neuropsychologen Dr. Uwe Kämpf ein im Ortsauflösungsbereich niedrigfrequentes, neurosensorisches Stimulationsverfahren entwickelt, das – ergänzend zur Okklusionsbehandlung – zur nachträglichen Schulung der Neuronen und damit zur Neubahnung des gestörten Informationskanals beitragen soll. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) wendet dieses Stimulationsverfahren, für das weitere Evidenzstudien noch ausstehen, seit etwa einem Jahr in seiner Praxis an und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Hilfsmittel-Richtlinien: Sehhilfen-Verordnung

DER AUGENSPIEGEL berichtete in der Ausgabe 04/2012 von Schwachpunkten in den aktuellen Hilfsmittel-Richtlinien beziehungsweise in der Sozialgesetzgebung. Der Fall einer Patientin mit Myopia magna wurde dabei ausführlich diskutiert, ihr wurde die Kostenübernahme für Kontaktlinsen von der gesetzlichen Krankenkasse verweigert. Dr. Hans-Walter Roth, Augenarzt und Ulmer Stadtrat für Soziales, richtete seinen kritischen Kommentar auch an politisch Verantwortliche.

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2012

Vom 14. bis 16. Juni tagt in Nürnberg der 25. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC). Dr. Armin Scharrer (Fürth), DOC-Kongresspräsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Oph-thalmochirurgen e.V. (BDOC), erläutert Entwicklungen des Faches, denen das Programm Rechnung trägt, und bezieht Stellung zu einigen berufspolitisch aktuellen Fragen.

Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung liegt immer dann vor, wenn der Inhaber einer Augenarzt-Praxis außerhalb des Ortes der Praxis seinen Familienhausstand unterhält und am Ort der Praxis eine Zweitwohnung hat. Die daraus resultierenden teils beträchtlichen Mehraufwendungen können steuerlich abgesetzt werden, wenn die doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst ist. Und das ist neuerdings eigentlich immer der Fall. Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (Sankt Augustin) erläutert anhand von Beispielen die Voraussetzungen für eine finanzamtliche Anerkennung.

Modifizierung der intrastromalen Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser

Studie zu kornealen Veränderungen bei verschiedenen Behandlungsmustern
Die intrastromale Presbyopiekorrektur mittels Femtosekundenlaser, auch INTRACOR-Verfahren genannt, ist seit 2009 für die Behandlung presbyoper Patienten mit geringer Hyperopie zugelassen. Um die Behandlung auch emmetropen oder leicht myopen Patienten zugänglich zu machen, wurde ein modifiziertes Muster entwickelt, das bisher nur im Rahmen einer Studie angewendet wurde. Ziel einer aktuellen Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg war die Evaluierung kornealer Veränderungen (korneale Aufsteilung beziehungsweise Abflachung, Pachymetrie, Endothelzellzahl) nach INTRACOR mit dem regulären sowie dem modifizierten Behandlungsmuster. Dr. Bettina C. Thomas, Dipl.-Ing. (FH) Anna Fitting, Prof. Dr. Gerd U. Auffarth, FEBO, und Prof. Dr. Mike P. Holzer, FEBO, stellen die Ergebnisse vor.

Femto-Laser in der Katarakt- und IOL-Chirurgie

Welchen Vorteil und welche Optionen bietet die fs-lasergestützte Behandlung?
Die Ethikkommission der Ärztekammer Nordrhein hat einen Antrag auf Durchführung einer klinischen Studie (lfd. Nummer 2011339) über die Anwendung der Femtosekunden(fs)-lasergestützten Kataraktoperation mit folgender Begründung abgelehnt: „Das Studienvorhaben vermittelt keine ausreichende Begründung für die Vorteilsnahme zugunsten der geplanten lasergestützten Kataraktbehandlung gegenüber einer mit etwa 98-prozentigen Erfolgsaussicht ausgewiesenen Standardbehandlung“. Gibt es tatsächlich keinen Spielraum für Verbesserungen? Dr. Omid Kermani (Augenklinik am Neumarkt Köln) zeigt den aktuellen Stand in der Kataraktchirurgie auf und erläutert die potentiellen Vorteile einer fs-lasergestützten Behandlung in der Katarakt- und IOL-Chirurgie gegenüber der konventionellen Ultraschallphakoemulsifikation und plädiert für einen breiteren Einsatz des Verfahrens.