Aus der aktuellen Ausgabe

Der richtige Zeitpunkt der Praxisabgabe

Insbesondere wenn eine Praxis aus Altersgründen abgegeben wird, ist die Wahl des Veräußerungszeitpunktes bestimmend für die Höhe der definitiven Steuerbelastung. Bei einem Praxisverkauf zum Jahreswechsel sollte geprüft werden, welche unterschiedliche Auswirkung eine Veräußerung zum 31. Dezember des Jahres oder am 1. Januar des darauffolgenden Jahres auf die Steuerbelastung hat. StB Dipl. Finanzwirt Holger Wendland (Erftstadt) erläutert die Hintergründe.

Pikosekunden-Infrarotlaser (PIRL) für die Hornhauttransplantation

In einer Machbarkeitsstudie zur Anwendung des Pikosekunden-Infrarotlasers (PIRL) für Hornhauttransplantationen wurde gezeigt, dass mithilfe des PIRL Schnitte im Hornhautgewebe bei minimaler Schädigung des umliegenden Gewebes ausgeführt werden können. Priv.-Doz. Dr. Stephan J. Linke (Hamburg) fasst den Ansatz, der neue Perspektiven für eine applanationsfreie Trepanation bietet, zusammen.

Vorpräparierte Hornhauttransplantate für die DMEK

Standardisierte und kontrollierte Herstellung in der Gewebebank
Bisher werden in Deutschland die meisten Transplantate für die DMEK (Descemet Membran Endothel Keratoplastik) unmittelbar vor Beginn des Eingriffs im Operationssaal präpariert. Dabei kann jedoch der Herstellungsprozess schlecht standardisiert oder validiert werden. Dichte, Morphologie und Vitalität der Endothelzellen können nach dem Abschluss der Präparation in der Regel ebenso wenig kontrolliert werden wie die mikrobiologische Reinheit. Eine Alternative bietet sich mit der Verwendung eines in der Gewebebank vorpräparierten Transplantates. Dr. rer. nat. Nicola Hofmann, Dr. rer. nat. Mareike Derks, Dr. rer. nat. Ingrida Majore, Dr. med. Lutz Blomberg und Martin Börgel (Hannover) erläutern ein neues Präparationsverfahren der Gewebebank der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation.

Boston-Keratoprothese

Klinische Ergebnisse und Besonderheiten in der Nachsorge
Die Keratoprothese ist oftmals die einzige chirurgische Option und rehabilitative Chance für Hochrisikoaugen mit einer unzureichenden Prognose für eine Hornhauttransplantation. Für die Boston-Keratoprothese (B-KPro) liegen die meisten klinischen Erfahrungen vor, die wiederum zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung führten. Seit 2013 wird die B-KPro auch im Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln implantiert. Dr. Friederike Schaub, Prof. Björn O. Bachmann und Prof. Claus Cursiefen (Köln) erörtern typische Indikationen, Vor- und Nachteile der Versorgung mittels Boston-Keratoprothese und diskutieren ihre Erfahrungen, klinische Ergebnisse und Komplikationen sowie Besonderheiten in der Nachsorge.

100 Jahre blista in Marburg

Die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) in Marburg feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Auftakt der Gründungsfeierlichkeiten im Jubiläumsjahr bildete die Eröffnung der barrierefreien Sonderausstellung „blick:punkte“ im Marburger Landgrafenschloss anlässlich des Internationalen Museumstages in Hessen. Dr. Hannsjürgen Trojan (Marburg) berichtet über die Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Jubiläum.

Komplexe Augenmuskelchirurgie

Die Augenmuskelchirurgie hat in den letzten Jahren einige innovative Entwicklungen erfahren, dabei standen vor allem komplexe Situationen im Fokus. Priv.-Doz. Dr. Veit Sturm, Priv.-Doz. Dr. Christina Gerth-Kahlert und Prof. Hermann Dieter Schworm stellen exemplarisch Augenmuskelchirurgie der Eso(hypo)tropie bei hoher Myopie, Augenmuskeloperationen bei Nystagmus und das Vorgehen bei Revisionseingriffen dar.

Fallbericht: Sarkoidose als PION

Arteriitische Erkrankungen des Sehnervenkopfes können sich als anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION) und posteriore ischämische Optikusneuropathie (PION) präsentieren. Die arteriitische AION lässt sich nach Erhebung von Visus und Gesichtsfeld relativ leicht diagnostizieren, die arteriitische PION ist schwieriger zu definieren, da der charakteristische Aspekt der Sehnervenkopfschwellung fehlt. Dr. Thomas M. Dette, Dr. Mau-Thek Eddy, Dr. Detlef Rose und Prof. Ina Kötter (Hamburg) berichten über den Fall einer 79-jährigen Patientin, bei der sich eine Sarkoidose lediglich am N. opticus als PION mit charakteristischen Gesichtsfeldausfällen zeigte.

Der Augenarzt in den Medien

Serie zur Sammlung Roth
Der Arzt genießt in der Öffentlichkeit hohes Ansehen, seinem Beruf zollt man besonderen Respekt – das belegen die Darstellungen in den Medien: Berühmte Mediziner finden dort ihr Curriculum, die Regenbogen-presse übernimmt unkritisch ihr Privatleben. Ärzte wie Albert Schweitzer werden zum Symbol der Menschlichkeit, Herzchirurgen wachen über Leben und Tod. In der Schwarzwaldklinik brilliert der Chefarzt mit fachlicher Sympathie und menschlicher Schwäche. So galt schon immer das öffentliche Interesse dem Arzt und dabei ganz besonders dem Augenarzt. Allein er operiert mit geschickter Hand den grauen Star, er ist der Einzige, der einen Blinden heilen kann.

MIOL-Implantation nach dem „Düsseldorfer Schema“

Individualisierte Patientenversorgung für Brillenunabhängigkeit
Multifokallinsen bieten die Möglichkeit, nach einer Implantation Brillenunabhängigkeit zu erzielen, weisen aber zugleich häufig unerwünschte Nebeneffekte wie störende Lichtphänomene und eingeschränktes Kontrastsehen auf. Eine Alternative bietet das Konzept des Überblendvisus nach dem Düsseldorfer Schema, der ähnliche Vorteile bei weniger Halo und Glare verspricht. Bisher wurde der Überblendbereich mit einheitlichen Sehbereichen von 0,0 und –1,5 dpt und durch Einsatz eines Lasers erreicht. Dr. Detlev R. H. Breyer (Düsseldorf) erläutert den Überblendvisus nach einer von ihm entwickelten Methode: Bei presbyopen Patienten werden segmentale Multifokallinsen beziehungsweise Mehrstärkenlinsen, die scharfes Sehen in unterschiedlichen Distanzen ermöglichen, nach diesem Prinzip und unter Berücksichtigung der individuellen Sehanforderungen der Patienten miteinander kombiniert.

Interdisziplinäre Tagung zu Erblindung und Blindheit

Zu einer von der Dr. Gabriele Lederle-Stiftung geförderten Tagung mit dem Thema „Geschichte, Gegenwart und Zukunft von blinden und erblindeten Menschen aus interdisziplinärer Perspektive“ hatten Prof. Alexa Klettner, Universitäts-Augenklinik Kiel, und Prof. Gabriele Lingelbach, Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität Kiel, gemeinsam eingeladen. So kamen vom 17. bis 19. März dieses Jahres Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis in der Universitätsstadt an der Förde zusammen, um das Thema Blindheit nicht nur aus der Sicht der Medizin und der Naturwissenschaften, sondern auch unter Aspekten der Geschichts-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften im gemeinschaftlichen Dialog zu behandeln. Von Dr. Udo Hennighausen (Hamburg).