Aus der aktuellen Ausgabe

Die Schweißbrille

Serie zur Sammlung Roth
Brillen dienen nicht nur zum optimalen Sehen in Ferne und Nähe, sie haben auch eine Schutzfunktion für das Auge. Als Arbeitsbrille gibt es sie allerdings erst seit der Zeit der industriellen Revolution, ursprünglich diente nur ein feines Draht- oder Stoffgeflecht an Stelle des zerbrechlichen Fensterglases als Schutz vor Splittern, Staub und Ruß. Man nannte sie die Steinschlägerbrille. Erst als es gelang, die Gläser durch Beimischen von Schwermetallen und Temperieren zu härten und so bruch- und splitterfest zu machen, wurde das Gitter vor den Augen durch Glas ersetzt, das Gitter selbst wanderte als Seitenschutz an den Brillenbügel. So wurde das Auge am Arbeitsplatz gleichzeitig hinterlüftet und ein Beschlagen unterlaufen. Nicht nur der Lokführer im offenen Führerstand war auf diesen Schutz angewiesen. Auch dessen Heizer schützte so sein Auge vor dem Funkenflug.

Kongress DOC 2017

Interview mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer
Der 30. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) wird traditionell wieder nach Nürnberg einladen. DER AUGENSPIEGEL sprach mit Dr. Armin Scharrer, DOC-Präsident und 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen e.V. (BDOC), anlässlich des Jubiläums über Aspekte der Gründungsgeschichte sowie damalige und heutige Visionen nach drei Jahrzehnten DOC-Präsidentschaft.

Kongress AAD 2017

Fortbildung im Zeichen des demografischen Wandels
Ein höheres Lebensalter und chronische, alterstypische Augenerkrankungen – keine andere Facharztgruppe erlebt so sichtbar den demografischen Wandel in Klinik und Praxis wie die Ophthalmologie. Anlass, in diesem Jahr die gemeinsame Fortbildungstagung vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) unter das Leitthema „Demografischer Wandel – Herausforderungen und Perspektiven für die Augenheilkunde“ zu stellen, so der BVA-Vorsitzender Prof. Bernd Bertram zum Auftakt der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD). Welche Auswirkungen diese strukturellen gesellschaftlichen Veränderungen für die Versorgung und die Augenheilkunde haben, begleitete als Fragestellung das fachwissenschaftliche Vortragsprogramm. Von Ulrike Lüdtke M.A.

Wege aus dem Ärztemangel

Das Personalmanagement entwickelt sich zur zentralen Managementherausforderung der Zukunft. Um als Unternehmen in der Augenheilkunde zukunftsfähig im Personalmanagement aufgestellt zu sein, gewinnen Handlungsfelder wie beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder längere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer an Bedeutung. Dr. Thomas Haupt (Bonn-Bad Godesberg) erörtert die Gestaltungsmöglichkeiten in den genannten Bereichen und zeigt Wege zur Bewältigung des Ärztemangels in der Augenheilkunde auf.

Refraktive Chirurgie bei Keratokonus

In Vorbereitung eines refraktiv-chirurgischen Eingriffs ist es unter anderem von Relevanz, Keratokonus-Augen in frühen Stadien zu detektieren und gegebenenfalls von der OP auszuschließen. Dabei leiden gerade Keratokonus-Patienten massiv unter den refraktiven Auswirkungen ihrer primär organischen Erkrankung, die lange Zeit als Kontraindikation für einen refraktiven Eingriff galt. Dr. Georg Gerten (Köln) zeigt anhand des „Kölner Keratokonus Schema“ die chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten des Keratokonus auf und erörtert die Zuordnung der Patienten zu sinnvollen Therapieformen.

SMILE – aktuelle Entwicklungen und wissenschaftliche Ausblicke

Zum SMILE-Verfahren (Small Incision Lenticule Extraction) wurden 2011 erste Ergebnisse veröffentlicht und mittlerweile liegen Fünfjahresergebnisse der ersten Kohorte vor. Die potentiellen Vorteile einer ohne Flap durchgeführten refraktiven Korrektur führten in den vergangenen Jahren zu einer rasch anwachsenden Anzahl von Studiendaten. Mittlerweile liegen sowohl längerfristige Ergebnisse als auch vergleichende Studien und Daten vor und erlauben eine Diskussion von Vor- und Nachteilen des neuen Verfahrens. Prof. Marcus Blum (Erfurt) und Prof. Walter Sekundo (Marburg) erörtern aktuelle Entwicklungen der SMILE und geben wissenschaftliche Ausblicke für das Verfahren.

179. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

„From Bench to Bed – Illusion oder reale Option?“
Zur diesjährigen Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) hatte Tagungspräsident Prof. Norbert Bornfeld Anfang Februar nach Essen in eine traditionsreiche Stätte der ophthalmologischen Fortbildung eingeladen: Über viele Jahrzehnte fand im Haus der Technik die Essener Fortbildung für Augenärzte (EFA) statt, die dann als Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) in Düsseldorf fortgeführt wurde. Die 179. RWA-Tagung stand unter dem Hauptthema „From Bench to Bed – Illusion oder reale Option?“ und ging der Frage nach, inwieweit grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse einen Weg in die klinische Routine finden können. Von Katica Djakovic.

Vermögensbildung zugunsten der Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Betrieb identifizieren, leisten in der Regel mehr als unmotivierte Mitarbeiter. Eine höhere betriebliche Identifikation erreicht der Arbeitgeber durch vermögenswirksame Maßnahmen zugunsten seiner Arbeitnehmer – und die wird auch noch staatlich gefördert. Dabei muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht einmal direkt am Praxisgewinn beteiligen. Es genügt die indirekte Beteiligung durch Kauf von Beteiligungsrechten an anderen Unternehmen zum Beispiel in Form von Aktien oder Aktienfondsanteilen. Von Dipl.-Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch (St. Augustin).

Beeinflussung von Harnstofftransporten zur Therapie des Trockenen Auges

In der Vergangenheit konnte nachgewiesen werden, dass Enzyme der Harnstoffsynthese in den Geweben der Augenoberfläche und der Tränendrüse des Menschen exprimiert werden. Eine direkte Abhängigkeit des Wassergehaltes der Tränenflüssigkeit von der lakrimalen Harnstoffkonzentration scheint daher wahrscheinlich. Im Umkehrschluss könnten Störungen der Expression von harnstoffproduzierenden und -transportierenden Proteinen in den Geweben der Augenoberfläche und der Tränendrüse zu einem reduzierten Wassergehalt des Tränenfilms und somit zu einer Beteiligung am hypovolämischen Trockenen Auge führen sowie zur Entstehung der evaporativen Form beitragen. Franziska Scheler (Erlangen) erörtert, inwieweit die Untersuchung und gezielte Manipulation der Harnstofftransporter gewichtige Hinweise auf die Pathogenese dieser Erkrankung bieten könnten.

Effekte von Taurin auf proteomische Komponenten der Augenoberfläche

Das multifaktorielle Krankheitsbild des Trockenen Auges erfordert eine permanente Suche nach neuen, potentiell therapeutischen Wirkstoffen. Hinsichtlich der Hyperosmolarität der Augenoberfläche bei dieser komplexen Erkrankung repräsentieren Osmolyten eine funktionell heterogene und vielversprechende Wirkstoffgruppe. Besonderer Fokus liegt hierbei auf Taurin, einer zwitterionischen Aminoethansulfonsäure, die natürlicherweise in vielen okulären Geweben sowie auf der Augenoberfläche vorkommt. Dr. rer. nat. Sebastian Funke (Mainz) erörtert die durch Taurin induzierten Effekte auf proteomische Komponenten der Augenoberfläche.