Aus der aktuellen Ausgabe

3. Baltic Sea Eye Conference tagte in Rostock

Zur dritten Baltic Sea Eye Conference hatte Prof. Thomas Fuchsluger traditionsgemäß nach Rostock und Warnemünde eingeladen. So fanden am Freitag, den 3. September, die Eye Surgery Masterclass mit Dry- und Wet-Lab in Räumen der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde in Rostock statt und am darauffolgenden Tag die International Rostock Beach Academy im Kurhaus von Warnemünde, flankiert durch ein Vortragsprogramm für ophthalmologisches Assistenzpersonal und Patienten. Ein Bericht von Dr. Udo Hennighausen (Hamburg).

Auswertung von Bilddaten mittels Künstlicher Intelligenz

Interdisziplinäre Vernetzung im Medical Imaging Center Bonn (MIB)
Auf Initiative der Augenklinik wurde am Universitätsklinikum Bonn das Medical Imaging Center Bonn (MIB) ins Leben gerufen. Das Kompetenzzentrum soll eine neue Dachstruktur für Bonner Wissenschaftler bilden, die sich mit der Anwendung von Bildgebung und Künstlicher Intelligenz, also Auswertungsalgorithmen, in der Medizin beschäftigen. Mona Senner, MSc., Prof. Frank G. Holz und Dr. rer. nat. Wolf Harmening (Bonn) stellen das MIB vor, in dem die Imaging-Aktivitäten der Medizinischen Fakultät Bonn in Klinik und Grundlagenwissenschaften sowie weiterer Forschungseinrichtungen und Netzwerke am Standort Bonn gebündelt werden sollen, um die interdisziplinäre Vernetzung innerhalb bestehender Strukturen zu verbessern.

KIM – Kommunikation im Gesundheitswesen

Der Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) soll es Praxen ermöglichen, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen. KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen soll, wird die Kommunikation besonders einfach und komfortabel sein – soweit die Theorie. Dr. Peter Heinz, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA), gibt einen Überblick und schildert die Herausforderungen im Praxisalltag.

Digitale Augenheilkunde im Fokus der DOG 2021 online

„Wissbegierig bleiben“
Unter der Präsidentschaft von Prof. Hagen Thieme, Direktor der Universitäts-Augenklinik Magdeburg, wurde mit dem 119. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) vom 30. September bis 3. Oktober auch der diesjährige Kongress virtuell ausgetragen. Das Thema Digitalisierung prägte zugleich inhaltlich und formal das Programm, das in diesem Jahr unter Ausnutzung vielfältiger digitaler Formate und Möglichkeiten gestaltet wurde. Ulrike Lüdtke M.A. berichtet über den Jahreskongress der DOG.

OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss

Durch die in den letzten Jahren zunehmende Evidenz einer verbesserten Visusprognose des retinalen Zentralarterienverschlusses nach einer frühen intravenösen Thrombolyse, nimmt eine schnelle und sichere Diagnosestellung sowie die möglichst genaue Bestimmung der Ischämiedauer an Bedeutung zu. Der Verschluss der retinalen Zentralarterie ruft spezifische Veränderungen wie beispielsweise ein ischämisches Netzhautödem der inneren Netzhautschichten hervor. Die optische Kohärenztomographie (OCT) könnte hierbei zur Darstellung und Quantifizierung ischämischer Biomarker eine Schlüsselrolle in der Diagnostik einnehmen und als Hilfsmittel in der Indikationsstellung einer intravenösen Thrombolyse dienen. Dr. Daniel A. Wenzel und Prof. Maximilian Schultheiß erörtern OCT-Biomarker für den akuten retinalen Zentralarterienverschluss.

Diagnostik der autosomal-dominanten Optikusatrophie

OCT-Veränderungen bei Patienten mit Mutationen im OPA1-Gen
Die autosomal-dominante Optikusatrophie 1 (Typ Kjer, MIM#165500) ist eine der häufigsten Formen der hereditären optischen Neuropathien, welche in der Literatur in einigen Fällen zunächst als Normaldruckglaukom fehldiagnostiziert wurde, da sich beide Erkrankungsentitäten klinisch stark ähneln. Besonders bei Patienten mit Visusminderung in jungen Jahren, unklarer Optikusatrophie und diffus verminderter Ganglienzellschichtdicke im OCT sollte man an eine gendiagnostische Untersuchung auf hereditäre Optikusatrophien denken. Dr. Anica Winges (Halle/Saale) berichtet über eine retrospektive Untersuchung, deren Ziel es war, die Erkrankung durch die morphologische Analyse der einzelnen Netzhautschichten mittels OCT frühzeitiger zu erkennen.

Stellenwert der OCT-Diagnostik bei Glaukomen

Zur Papillenbeurteilung bei Glaukom stehen zahlreiche bildgebende Verfahren zur Verfügung. Anatomisch auffällige, große oder kleine Papillen können Schwierigkeiten bei der Diagnostik bereiten. Mittlerweile erfährt die optische Kohärenztomographie (OCT) in der Glaukomsprechstunde neben der Netzhautsprechstunde ihren häufigsten Einsatz. Spectral-Domain-Geräte ergeben durch landmarkengestützte Bewegungskorrektur höchste Auflösung in kurzer Zeit. Einen anderen Ansatz zur OCT-gestützten Glaukomdiagnostik stellt die Öffnung der Bruch’schen Membran zur Bemessung der Nervenfaserschicht im Bereich des Papillenrandes in den Fokus. Dr. Christian Karl Brinkmann, FEBO (Neubrandenburg) stellt die Untersuchungsverfahren gegenüber und erläutert den Stellenwert der OCT-gestützten Glaukomdiagnostik.

22. Tagung der Bielschowsky-Gesellschaft – 150. Geburtstag Alfred Bielschowsky

Strabologie und Neuroophthalmologie
Zum 150. Geburtstag von Alfred Bielschowsky fand die für Wroclaw (Breslau, einer der ehemaligen Studien- und Arbeitsorte Bielschowskys) geplante 22. Jahrestagung der Bielschowsky-Gesellschaft aufgrund der pandemiebedingten Situation am 10. September als Webinar, unter der Leitung von Prof. Michael Schittkowski, Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, statt. Die Themenblöcke umfassten die operative Strabologie I und II, strabologische und neuroophthalmologische Notfälle, die Neuroophthalmologie sowie Amblyopie und Myopieprävention. Ein Bericht von Dr. Simon Trick (Ulm).

Fallbericht: IgG4-assoziierte Orbitopathie

Orbitale Raumforderungen stellen große differentialdiagnostische und therapeutische Herausforderungen dar. Etwa 60 Prozent der orbitalen Pathologien entspringen einer entzündlichen Genese. Fehlen die typischen Zeichen einer Lidretraktion oder Motilitätseinschränkung und lassen sich keine entsprechenden Autoantikörper serologisch nachweisen, muss an eine idiopathische inflammatorische Orbitopathie gedacht werden. Priv.-Doz. Dr. Jens Heiche, Dr. Linda Dießel, Marlene Stein und Prof. Arne Viestenz1 berichten über einen 34-jährigen Patienten, der sich mit einer seit sechs Jahren bestehenden Schwellung im Bereich beider Orbitae und progredienter Visusminderung rechts vorstellte. Anamnestisch ergaben sich keine weiteren ophthalmologischen Auffälligkeiten.

Die Kataraktoperation

Serie zur Sammlung Roth (Folge 121)
Der Graue Star als Ursache einer Erblindung war bereits in der Antike bekannt, allerdings war lange unklar, ob es eine Eintrübung der Augenlinse selbst oder nur ein Häutchen war, das als undurchsichtige Scheibe hinter der Pupille alles grau in grau erscheinen ließ. Die Katarakt, so nannte man das, was da im Auge trüb herabfließt. Die Erkenntnis, dass die Eintrübung der Augenlinse die Ursache des starren Blicks, also der Erblindung war, führte dazu, dass man schon früh die ersten Operationen am Auge wagte. Mit Hilfe einer Nadel wurde die ergraute Linse aus ihrer Halterung gelöst und nach hinten in den Glaskörper gestoßen. Der Blick ins Augeninnere war jetzt wieder frei.