Aus der aktuellen Ausgabe

Objektive Tyndallometrie bei primär rissbedingter Netzhautablösung

Die auftretende Blut-Retina-Schrankenstörung im Rahmen der rissbedingten Netzhautablösung und PVR-Entstehung führt zu einer Zunahme des Proteingehalts in der Augenvorderkammer, sodass der sogenannte Tyndall-Effekt sichtbar wird. Dieses optische Phänomen lässt sich durch die objektive Tyndallometrie mittels Laser-Flare-Photometer standardisiert und nicht-invasiv untersuchen. Im Rahmen einer retrospektiven Analyse wurde der Zusammenhang von Ausmaß der Blut-Retina-Schrankenstörung und Symptomdauer bei akut primär rissbedingter Netzhautablösung untersucht. Leonie Menghesha, Prof. Nicolas Feltgen und Priv.-Doz. Dr. Friederike Schaub stellen die Ergebnisse vor.

Subretinale Gentherapie bei erblicher Netzhautdegeneration (RPE65-Mutations-assoziierte IRD)

Therapieentwicklung und Erfahrungsbericht der Universitäts-Augenklinik Bonn
Die Therapie mit Voretigen Neparvovec ist die erste und bislang einzige zugelassene Gentherapie am Auge zur Behandlung von Patienten mit einer autosomal rezessiv vererbten Netzhautdegeneration aufgrund von biallelischen Mutationen im RPE65-Gen. In der Universitäts-Augenklinik Bonn wurden bisher 18 Patienten behandelt, davon neun beidseits, entsprechend 27 Augen insgesamt. Der längste Nachbeobachtungszeitraum beträgt aktuell 22 Monate. Prof. Birgit Lorenz, Priv.-Doz. Dr. Philip Herrmann und Prof. Frank G. Holz geben einen Überblick über Therapieentwicklung und Erfahrungen am Zentrum für okuläre Gentherapie der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Netzhaut-Organoide als Modellsystem für die menschliche Retina

Eine Grundlage zur Prüfung der Sicherheit und Wirksamkeit neuer Therapieansätze in der personalisierten Medizin hat das Forschungsteam vom Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel (IOB) geschaffen. Aus Stammzellen konnten künstlich organähnliche Mikrostrukturen gezüchtet werden, anhand derer sich Mechanismen retinaler Erkrankungen untersuchen lassen. Dazu wurden Hautfibroblasten oder Blutzellen verwendet, die zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen umprogrammiert werden können. Magdalena Renner, PhD stellt das Verfahren zur Modellierung menschlicher Netzhauterkrankungen und zur Entwicklung neuer Therapien dar.

Die Blindenschrift

Serie zur Sammlung Roth (Folge 123)
Die Blindheit ist ein schweres Schicksal. Schon allein die Schwierigkeit, sich im Raum zu orientieren, macht den Betroffenen von anderen Menschen abhängig. Nur in einer Gesellschaft mit einem sozialen Engagement ist es dem Sehbehinderten überhaupt möglich, zu überleben. Die erschwerte Teilhabe am Geschehen seiner Umgebung, besonders aber der Bildung oder Kultur lässt den Erblindeten sozial abstürzen, auch sind nur speziell ausgestattete Arbeitsplätze für ihn geeignet, wenn sie fehlen, droht ein Leben in Armut. Lediglich die Nächstenliebe und die Akzeptanz anderer für sein Leid ermöglichen eine gewisse Lebensqualität.

BVA-Delegiertenversammlung tagte als Videokonferenz

„Die Freiberuflichkeit muss weiter ­gestärkt werden“
Auch in diesem Jahr hat sich der Berufsverband der Augenärzte (BVA) aufgrund der Pandemiesituation entschieden, seine Delegiertenversammlung nochmals in digitaler Form abzuhalten. Im Rahmen der Videokonferenz am 6. und 7. November wurde unter anderem über die gegenwärtigen Probleme mit der Telematikinfrastruktur und die Zukunft der augenärztlichen Versorgung diskutiert. Prof. Bernd Bertram erklärte seinen Rücktritt vom Amt des ​2. Vorsitzenden des Berufsverbandes und Dr. Martin Bresgen kandidierte nicht erneut als Vorsitzender der Delegiertenversammlung. Von Katica Djaković.

3. Baltic Sea Eye Conference tagte in Rostock

Zur dritten Baltic Sea Eye Conference hatte Prof. Thomas Fuchsluger traditionsgemäß nach Rostock und Warnemünde eingeladen. So fanden am Freitag, den 3. September, die Eye Surgery Masterclass mit Dry- und Wet-Lab in Räumen der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde in Rostock statt und am darauffolgenden Tag die International Rostock Beach Academy im Kurhaus von Warnemünde, flankiert durch ein Vortragsprogramm für ophthalmologisches Assistenzpersonal und Patienten. Ein Bericht von Dr. Udo Hennighausen (Hamburg).

Auswertung von Bilddaten mittels Künstlicher Intelligenz

Interdisziplinäre Vernetzung im Medical Imaging Center Bonn (MIB)
Auf Initiative der Augenklinik wurde am Universitätsklinikum Bonn das Medical Imaging Center Bonn (MIB) ins Leben gerufen. Das Kompetenzzentrum soll eine neue Dachstruktur für Bonner Wissenschaftler bilden, die sich mit der Anwendung von Bildgebung und Künstlicher Intelligenz, also Auswertungsalgorithmen, in der Medizin beschäftigen. Mona Senner, MSc., Prof. Frank G. Holz und Dr. rer. nat. Wolf Harmening (Bonn) stellen das MIB vor, in dem die Imaging-Aktivitäten der Medizinischen Fakultät Bonn in Klinik und Grundlagenwissenschaften sowie weiterer Forschungseinrichtungen und Netzwerke am Standort Bonn gebündelt werden sollen, um die interdisziplinäre Vernetzung innerhalb bestehender Strukturen zu verbessern.

KIM – Kommunikation im Gesundheitswesen

Der Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) soll es Praxen ermöglichen, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen. KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Da KIM sich in die Praxisverwaltungssysteme integrieren lassen soll, wird die Kommunikation besonders einfach und komfortabel sein – soweit die Theorie. Dr. Peter Heinz, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA), gibt einen Überblick und schildert die Herausforderungen im Praxisalltag.

Augenärzte im Internet: Zum Umgang mit negativen Online-Bewertungen

Ergebnisse einer randomisiert-kontrollierten Studie
Im Fokus einer Studie der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) und dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien stand die zentrale Frage: Wie sollen betroffene Ärztinnen und Ärzte am besten mit negativen Bewertungen auf Online-Plattformen umgehen? Sollen Ärztinnen und Ärzte auf negative Reviews reagieren, damit negative Wirkungen auf lesende User reduziert oder im besten Fall eliminiert werden können – und wenn ja, wie? Michaela Forrai, BA, Prof. Florian Arendt und Prof. Oliver Findl (Wien) stellen die Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten Studie dar.