Aus der aktuellen Ausgabe

Interview mit Dr. Armin Scharrer zum DOC-Kongress 2010

Der traditionell im Frühsommer in Nürnberg stattfindende Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) tagt in diesem Jahr vom 21. bis 24. Oktober in Hamburg. Der ungewohnte Herbsttermin war ein Zugeständnis an den im Juni durchgeführten World Ophthalmology Congress (WOC 2010), um eine zeitliche Überschneidung beider Kongresse zu vermeiden. DER AUGENSPIEGEL sprach mit DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer über die diesjährige Tagung.

Steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen

Zur Neuregelung durch das Bürgerentlastungsgesetz
Der Augenarzt hat wie jedermann ein elementares Interesse daran, sich gegen die Hauptrisiken des Lebens wie Krankheit, Alter und Invalidität zu versichern. Das ist für ihn jedoch mit hohen Kosten verbunden, weil er im Gegensatz zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, dessen Beitragsleistungen zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen werden, die Versicherungsbeiträge voll aus seinem verfügbaren Einkommen aufzubringen hat. Diese Aufwendungen gehören einkommensteuerrechtlich zu den so genannten Vorsorgeaufwendungen, die in bestimmten Grenzen steuerlich abzugsfähig sind. Mit dem Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen („Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung“) vom 16. Juli 2009 (BGBl. I S. 1959) hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2010 die steuerliche Berücksichtigung von Beiträgen insbesondere zur Kranken- und Pflegeversicherung deutlich verbessert. Dipl. Volkswirt Dr. Hans L. Dornbusch erläutert die Änderungen.

Immunbasierte Therapien in der Augenheilkunde

Zum 16. Berliner Immunologie Seminar (BIS) 2010
Das Berliner Immunologie Seminar (BIS) wird jährlich von der Universitäts-Augenklinik Charité unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Pleyer ausgerichtet und widmet sich aktuellen Aspekten entzündlicher Augenerkrankungen. Die diesjährige Tagung im Kaiserin Friedrich-Haus fand unter dem Schwerpunktthema „Immunbasierte Therapien in der Augenheilkunde“ statt, in der neue Aspekte und aktuelle Therapieansätze interdisziplinär diskutiert wurden. Ein Bericht von Prof. Dr. Uwe Pleyer.

Augen im Blickpunkt

Zur 9. Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2010
Aufklärung tut Not – einmal im Jahr haben alle Augenärzte die Gelegenheit, aktiv auf die Bedeutung der Augenheilkunde hinzuweisen und ihre Patienten auf vielfältige Weise anzusprechen. Man muss nur mitmachen – denn davon lebt die Woche des Sehens: von zahlreichen bundesweiten Aktionen in Fußgängerzonen, Veranstaltungsräumen und Arztpraxen. Unterstützung erhält jeder Augenarzt von den Organisatoren. Michael Herbst fasst die Maßnahmen zusammen.

Femtolaserassistierte Astigmatismuskorrektur

Mittels arcuaten kornealen Inzisionen
Erfahrungen keratorefraktiver Ophthalmochirurgen zeigen, dass verbleibende Astigmatismen Symptome wie Doppel¬konturen, Verschwommensehen und Halos verursachen. Zur Astigmatismuskorrektur können verschiedene Verfahren herangezogen werden. Derzeit wird an der Universitäts-Augenklinik Bochum eine Studie durchgeführt, die femtosekundenlaserassistierte arcuate korneale Inzisionen in Kombination mit einer Standardkataraktoperation evaluiert. Dr. Astrid Willert, Prof. Dr. H. Burkhard Dick und A. Lentzsch berichten auszugsweise über ihre vorläufigen Ergebnisse.

Diffraktive Add-On-MIOL im Vergleich

Eine neue Möglichkeit, Multifokallinsen reversibel zu implantieren, bietet das Prinzip der Add-On-IOL oder auch Piggyback-Linse, die bei bereits bestehender Pseudophakie als zusätzliche IOL in den Sulkus implantiert wird. Die Add-On-Linsen werden vor allem bei Anisometropien oder hohen Astigmatismen mit gutem Erfolg eingesetzt. Eine aktuelle Studie vergleicht das neue Konzept der sulkusfixierten Add-On-Multifokallinse mit Ergebnissen nach Multifokallinsenimplantation in den Kapselsack. Ein Beitrag von Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld, Leonie Friederici und Frank Heinemann.

Lichtadjustierbare Linse (LAL) bei extremen Fehlsichtigkeiten

Ergebnisse einer prospektiven, nichtrandomisierten Studie
Mit der lichtadjustierbaren Linse (LAL) steht ein Verfahren zur Verfügung, das auch im Hochbrechwertbereich bei extremen Fehlsichtigkeiten eine postoperative nichtinvasive Änderung der verbliebenen Refraktionsfehler erlaubt. Dr. Fritz H. Hengerer, Dr. Ina Conrad-Hengerer und Prof. Dr. H. Burkhard Dick stellen Ergebnisse einer prospektiven, nichtrandomisierten Studie aus der Augenklinik an der Ruhr-Universität Bochum vor.

Tamoxifenassoziierte Okulopathien

Ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern
Tamoxifen ist ein selektiver Östrogenrezeptormodulator, der seit mehr als 30 Jahren in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms verwendet wird und zu Schädigungen okulärer Strukturen, insbesondere kristallinen Retinopathien, führen kann. Obwohl intraretinale kristalloide Einlagerungen histologisch nachgewiesen werden konnten, fehlt bis heute eine Vorstellung der biochemischen Prozesse, die zu ihrer Entstehung führen.
Dr. Tobias Hager fasst das Spektrum tamoxifenassoziierter Okulopathien zusammen.

Minimally Invasive Strabismus Surgery (MISS)

Chirurgische Techniken zur Korrektur des Schielens (Teil 1)
Der Begriff MISS, Minimally Invasive Strabismus Surgery, bezeichnet chirurgische Techniken zur Korrektur des Schielens, die das Gewebstrauma, postoperative Beschwerden, Komplikationen, Hospitalisationsdauer und Arbeitsunfähigkeit auf ein Minimum reduzieren. Die minimalinvasiven Verfahren in der Augenmuskelchirurgie wurden erst in den letzten Jahren insbesondere von Prof. Dr. Daniel S. Mojon, St. Gallen, entwickelt, der die Vorgehensweisen und Prinzipien im Folgenden erläutert.