Aus der aktuellen Ausgabe

Serie Auge und Sehen: Augenspülgläser

Die Anwendung von Medikamenten am Auge lässt sich in der Geschichte der Augenheilkunde weit bis in die Hochkulturen zurückverfolgen. In früheren Jahrtausenden wurden zumeist pflanzliche oder tierische Produkte direkt auf die Augenlider aufgetragen beziehungsweise verdünnt in den Bindehautsack eingeträufelt. Sie dienten zur Linderung bei Fremdkörperreiz, wirkten entzündungshemmend bei Infektionen oder halfen beim Auswaschen von Splittern, die bei der Produktion von Steinzeitwerkzeugen auf das ungeschützte Auge trafen. Zu versorgen waren auch Augenverletzungen nach Kampfhandlungen. Das bunte Bild der Ophthalmologie und Traumatologie reicht sicher bis zum Urbeginn der Menschheit zurück. Doch erst mit dem Beginn von schriftlichen Aufzeichnungen wissen wir mehr über die frühen Behandlungsmaßnahmen am Auge.

Infektion als Ursache eines beidseitigen akuten Winkelblockglaukoms?

Das Hantavirus verursacht zwei verschiedene Krankheitstypen: das „Hantavirus pulmonale Syndrom“ (HPS) und das „hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom“ (HFRS). Eine milde Verlaufsform des HFRS, verursacht durch den Hantavirus-Subtyp Puumala, ist die so genannte Nephropathia epidemica (NE). Dr. Antje Zimmermann, Dr. Werner Schmidt und Prof. Dr. Birgit Lorenz berichten über den Fall einer 57-jährigen Patientin, die sich mit beidseitigem akuten Winkelblockglaukom, schlechtem Allgemeinzustand mit hämorrhagischem Fieber und erhöhten Kreatininwerten an der Universitäts-Augenklinik Gießen vorstellte

Akute Retinanekrose

Sowohl die akute Retinanekrose (ARN) als auch die progressive äußere Retinanekrose (PORN) sind seltene, aber sehr schwerwiegende ophthalmologische Erkrankungsbilder, die zumeist durch Alpha-Herpesviren verursacht werden und mit einem hohen Erblindungsrisiko einhergehen. Eine zügige Diagnosestellung und Sicherung, beispielweise durch eine Vorderkammerpunktion, sind wichtig, damit der Patient so schnell wie möglich der richtigen Therapie zugeführt werden kann. Dr. Sibylle Winterhalter und Prof. Dr. Nicole Stübiger (Berlin) erläutern Diagnose und Therapie.

Differenzialdiagnose der Uveitis anterior

Die Uveitis anterior ist die häufigste Form der entzündlichen Uveitiden. Ätiologisch kommen als Auslöser insbesondere Systemerkrankungen sowie infektiöse als auch idiopathische Ursachen in Betracht. Um die Genese dieser Erkrankung besser differenzieren zu können, werden im Folgenden Veränderungen speziell des vorderen Augenabschnittes aufgezeigt, die eine differenzialdiagnostische Eingrenzung erleichtern beziehungsweise ermöglichen. Ein Beitrag von Prof. Dr. Nicole Stübiger (Berlin), Prof. Dr. Manfred Zierhut (Tübingen), Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) und Dr. Sibylle Winterhalter (Berlin).

Adalimumab bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis

Ergebnisse einer retrospektiven Studie an drei Uveitiszentren
Das Medikament Adalimumab hat in den letzten Jahren in der Rheumatologie gute Wirksamkeit gezeigt und kommt gegenwärtig im Off-Label-Use auch bei der Therapie der Uveitis zum Einsatz. In einer retrospektiven gemeinsamen Studie der drei Uveitiszentren Heidelberg, Münster und Wien wurden insgesamt 60 Patienten identifiziert, die mit dem Biologikum Adalimumab in einem durchschnittlichen Zeitraum von 87,9 Wochen behandelt wurden. Dr. Bianca Dobner und Dr. Friederike Mackensen (Heidelberg) stellen die Ergebnisse vor und berichten über ihre Therapieerfahrungen.

Stiftungsprofessur für Netzhautforschung

Seit Dezember 2010 unterhält die Pro Retina-Stiftung zur Verhütung von Blindheit am Institut für Humangenetik der Universität Regensburg eine Stiftungsprofessur, deren Inhaber Prof. Dr. Thomas Langmann ist. Damit wurde erstmals eine Stiftungsprofessur im Bereich der Netzhautforschung durch eine Patientenselbsthilfe errichtet. Eine zweite Professur an der Universität Bonn ist in Vorbereitung. Über den Status quo der Regensburger Professur informiert Werner Lechtenfeld (Aachen) in einem Gespräch mit Professor Langmann.

Häufigkeit von iatrogenen Stichverletzungen bei IVOM

Studie zu rhegmatogenen Netzhautablösungen und Linsenverletzungen
Iatrogene Stichverletzungen sind bei intravitrealen Medikamenteneingaben (IVOM) extrem selten, können aber bei steigenden Injektionszahlen vereinzelt beobachtet werden. Zur Frage möglicher rhegmatogener Netzhautablösungen und Linsenverletzungen wurde in einer Pubmed-Medline-Studie die Anzahl an Injektionen erhoben sowie über drei Jahren hinweg die intravitrealen Injektionen an sechs Zentren erfasst und kürzlich erfolgte eine weitere Studie. Dr. Nina Kosanetzky (Bonn), Prof. Dr. Carsten H. Meyer (Bonn), Hans-Martin Helb (Bonn), Priv.-Doz. Dr. Stefan Mennel (Marburg), Stephan Michels (Zürich) und Prof. Dr. Jörg C. Schmidt (Duisburg) stellen die Studienergebnisse vor.

Besonderheiten der Pseudophakieablatio

Zur Netzhautablösung als Spätkomplikation nach Kataraktoperation
Kataraktoperationen sind in den letzten Jahrzehnten immer sicherer geworden, entsprechend werden sie immer häufiger und früher durchgeführt. Die Operationen führen meist zu exzellenten und für den Patienten höchst befriedigenden funktionellen Ergebnissen. Komplikationen wie zum Beispiel Netzhautablösungen Jahre nach der Kataraktoperation werden von Patient und Operateur oft nicht mehr mit der Kataraktoperation in Verbindung gebracht. Die Erfassung dieser Zusammenhänge ist dennoch wichtig. Solche Informationen sollten in die Entscheidung zur Linsenoperation mit einbezogen werden, vor allem wenn es sich um eine refraktive Linsenoperation (clear lens extraction) handelt. Prof. Dr. Horst Helbig, Priv.-Doz. Dr. Andreea Gamulescu und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Herrmann (Regensburg) fassen Besonderheiten der Pseudophakieablatio zusammen.

Serie Auge und Sehen: Ägyptisches Auge als Grabbeigabe

Die bildliche Darstellung des Auges, sei es von Mensch oder Tier, läuft parallel zur Entwicklung unserer Kultur. Frühe steinzeitliche Abbildungen zeigen das Auge entweder als Klecks, Punkt oder Kreis, in dem später ein zentraler Punkt als Hornhaut oder Pupille auftaucht. Die Lider beziehungsweise die sichtbaren Teile des Augapfels wie Bindehaut, Hornhaut oder Regenbogenhaut werden in den Höhlenmalereien meist nur abstrahiert dargestellt, bei dem über 30.000 Jahre alten Löwenmenschen von Ulm genügte dem Schnitzer hierfür eine kreisförmige Vertiefung. Den ersten schöpferischen Menschen der Jungsteinzeit reichten ein paar Striche oder Punkte, um ihre Welt im Bild wiederzugeben. Erst die moderne Malerei nimmt diese Abstraktion wieder als Kunstform auf.

Autosomal dominante Optikusatrophie

Die autosomal dominante Optikusatrophie (Typ Kjer) ist neben der Leber’schen Optikusatrophie eine der häufigsten hereditären Störungen des Sehnervs. Die Ursache ist ein Gendefekt des OPA-1- beziehungsweise des OPA-4-Gens. Andrea Bratfisch und Priv.-Doz. Dr. Anja Liekfeld schildern den Fall eines 12-jährigen Mädchens, das am Ernst-von-Bergmann Klinikum in Potsdam stationär aufgenommen wurde.