Aus der aktuellen Ausgabe

Kommunikation in der Arztpraxis

Mitarbeiter müssen gefordert und gefördert werden
Eine gute Praxis zeichnet sich neben einem sauberen und freundlichen Erscheinungsbild vor allem durch ein serviceorientiertes und erfahrenes Team aus. Medizinische Fachangestellte sind die Visitenkarte der Praxis, denn sie stellen den ersten Kontakt dar und vermitteln einen ersten Eindruck, den der Patient von einer Praxis gewinnt. Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, müssen Mitarbeiter gefordert und gefördert werden. Gezielte Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Mitarbeiterführung und auch unter den Arzthelferinnen wichtig, um einen optimalen Praxiserfolg zu gewährleisten. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Atraumatische Amnionmembrantransplantation

Ein Überblick über Transplantationsarten und Trägermodelle
Die Amnionmembrantransplantation ist eine seit den 1940er Jahren entwickelte Methode zur Behandlung von Erkrankungen der Hornhautoberfläche. Durch Proteinase-Inhibitoren und antiinflammatorische Proteine reduziert die Amnionmembran Entzündungsmechanismen und minimiert die Ausbildung kornealer Neovaskularisationen. Priv.-Doz. Dr. Constantin E. Uhlig (Münster) gibt einen Überblick über Wirkmechanismen und Transplantations-arten und stellt derzeitige Trägermodelle internationaler Arbeitsgruppen vor.

Simulation und Dissimulation bei gutachtlichen Fragestellungen

Validitätsprüfungen zielen darauf ab, vorhandene Sehfunktionen genau zu bestimmen oder wenigstens Mindestwerte zu schätzen. Möglich ist die objektive Prüfung oftmals ohne aufwändige Geräte, bedarf aber eines gewissen Zeitaufwandes. Die verschiedenen Methoden dienen vor allem dazu, subjektive Fehleinschätzungen zu korrigieren und Anlass für eine subtilere Diagnostik zu geben. Prof. Dr. Michael Gräf (Gießen) beschreibt unterschiedliche Methoden, die eine Validitätskontrolle subjektiver Angaben erlauben sowie teilweise einen relativ genauen quantitativen Nachweis tatsächlicher Sehfunktionen.

Stimulationstherapie bei Amblyopie

Computergestütztes Stimulationsverfahren zur Unterstützung der Okklusionstherapie
Die Amblyopie als funktionelle Sehstörung ist charakterisiert durch ein neuronal bedingtes Übertragungsdefizit der optischen Signale vom Auge zum Sehzentrum. An der TU Dresden wurde unter Leitung des Neuropsychologen Dr. Uwe Kämpf ein im Ortsauflösungsbereich niedrigfrequentes, neurosensorisches Stimulationsverfahren entwickelt, das – ergänzend zur Okklusionsbehandlung – zur nachträglichen Schulung der Neuronen und damit zur Neubahnung des gestörten Informationskanals beitragen soll. Dr. Gernot Petzold (Kulmbach) wendet dieses Stimulationsverfahren, für das weitere Evidenzstudien noch ausstehen, seit etwa einem Jahr in seiner Praxis an und fasst seine Erfahrungen zusammen.

Serie Auge und Sehen: Probierset für Farbgläser

Serie zur Sammlung Roth
Um die gewünschte Lichtabsorption zu ermitteln, wurden vom Optiker für die Kunden entsprechende Probiergläser bereitgehalten. Das Gestell des hier gezeigten Probiersets enthält drei verschieden dunkle Plangläser, die einzeln herausklappbar sind. Der Halter ist aus Büffelhorn. Er stammt aus der Zeit um 1810 und gehörte einst zum Standardwerkzeug eines jeden Okulisten. Dieses Probierset wurde auf einem Flohmarkt in Wien entdeckt und zu einem stolzen Preis für die Sammlung erworben.

25. Jubiläums-Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Nürnberg

„Entwicklungspotential und Quantensprünge“
Vom 14. bis 16. Juni tagte zum 25sten Mal der Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC), zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer (Fürth) rund 5.000 Teilnehmer im Messezentrum Nürnberg begrüßen konnte. Der Erfahrungsaustausch über die VEGF-Hemmer in der Behandlung der feuchten AMD sowie die Femto-Phako in der Kataraktchirurgie waren zwei der Schwerpunkte der Jubiläumstagung, die in diesem Jahr auf drei anstelle vier Tage ausgelegt war. Von Katica Djakovic.

Interview mit Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff zu den Zweijahresdaten der CATT-Studie

„Behandlungsstrategien bleiben bestehen“
Auf der Jahrestagung der ARVO wurden im Frühjahr die Zweijahresergebnisse der CATT-Studie vorgestellt, einer Vergleichsstudie zur Wirksamkeit von Avastin und Lucentis bei der Behandlung der feuchten AMD. Die Rückschlüsse, die von den Anwendern aus den Ergebnissen gezogen werden, fallen jedoch – so auch auf dem jüngst in Nürnberg veranstalteten Kongress der DOC zu hören – unterschiedlich aus. Sind die Daten tatsächlich interpretierbar oder doch eindeutig für die Praxis der Anti-VEGF-Therapie? DER AUGENSPIEGEL sprach mit Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff (Münster), Vorsitzender der Retinologischen Gesellschaft, über die Zweijahresdaten, ihre Bedeutung für die AMD-Therapie und die Leitlinienempfehlungen deutscher Fachgesellschaften.

Jahrestagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte in Hamburg

Okuloplastische Chirurgie im Mittelpunkt
Zur 61. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte (VNDA), die in diesem Jahr am 8. und 9. Juni in Hamburg stattfand, konnte Tagungspräsident Priv.-Doz. Dr. Ulrich Schaudig (Hamburg) rund 420 Teilnehmer begrüßen. Dr. Udo Hennighausen (Heide) fasst die Veranstaltung zusammen, die in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das Thema okuloplastische Chirurgie gesetzt hatte.

Quartalsabrechnung – ein Buch mit sieben Siegeln?

Eine Quartalsabrechnung ist ähnlich unbeliebt und unverständlich wie eine Steuererklärung. Meist beschränkt sich der niedergelassene Arzt darauf, einen Blick auf die zu überweisende Gesamtsumme zu werfen, die auf der ersten Seite der vier Mal im Jahr erscheinenden Abrechnung steht. Dabei enthält die Quartalsabrechnung aber viele wichtige Informationen, die es dem Arzt zumindest ein wenig ermöglichen, das eigene Leistungsangebot innerhalb seiner kassenärztlichen Tätigkeit in Bezug auf Qualität und Quantität sinnvoll zu steuern. Sie gibt unter anderem auch Auskunft darüber, ob und wie viele der von ihm erbrachten Leistungen im RLV oder nur zu einem abgestaffelten Punktwert bezahlt wurden und wie seine Kollegen abrechnen. Von Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus).

Neue MIOL mit trifokaler Optik

Ergebnisse aus einer multizentrischen Studie
Der Anspruch der Patienten an die postoperative Sehqualität ist in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen, nicht nur bei refraktivem Linsenaustausch, sondern auch in der Kataraktchirurgie. Mehrere Komponenten tragen dazu bei, dass die hohen Ansprüche — insbesondere der Multifokallinsen-Patienten — erfüllt werden können. Verbesserungsbedarf gibt es jedoch hinsichtlich des schwachen Intermediärvisus sowie möglicher Halos und Blendungen. Seit April dieses Jahres steht nun eine neue Generation von MIOL, die Trifokallinse, zur Verfügung. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurde untersucht, ob die klinischen Ergebnisse die theoretischen Erwartungen eines verbesserten Intermediärvisus bestätigen und wie sich das trifokale Design auf die Streulichteffekte wie Halos und Blendung auswirkt. Dr. Ralph Neuber und Prof. Dr. Norbert Körber (Köln) stellen die Ergebnisse vor.