Aus der aktuellen Ausgabe

Intravitreale Wirkstoffe bei chronischer, nichtinfektiöser Uveitis

Die Behandlung der nichtinfektiösen, posterioren Uveitis stellt sich oft als problematisch dar. Der überwiegend chronische Verlauf und der rezidivierende Charakter der Erkrankung erfordern eine langfristige Behandlung mit entzündungshemmenden beziehungsweise immunsuppressiven Wirkstoffen. Diese wurden bisher weitgehend systemisch verabreicht. Seit einiger Zeit steht zusätzlich die intravitreale Applikation zur Verfügung. Prof. Dr. Uwe Pleyer (Berlin) und Dr. Dicle Hazirolan (Ankara) fassen die bisherigen Erfahrungen mit intravitrealen Medikamentenapplikationen bei posteriorer Uveitis zusammen und weisen auf aktuelle Studien hin.

Fallbericht: Orbitales Rhabdomyosarkom

Das Rhabdomyosarkom ist der häufigste bei Kindern und Jugendlichen unter dem 21. Lebensjahr auftretende Weichteiltumor. Dr. Steffi Knappe und Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff (Rostock) stellen den Fall eines fünfjährigen Mädchens vor, dessen Erstvorstellung an der Universitäts-Augenklinik Rostock notfallmäßig erfolgte, nachdem den Eltern eine seit drei Tagen progrediente Protrusio bulbi und Verlagerung des rechten Auges nach unten aufgefallen war. Die histologische Untersuchung ergab den Befund eines embryonalen Rhabdomyosarkoms.

Serie Auge und Sehen: Römischer Bronzespiegel

Serie zur Sammlung Roth
Das älteste optische Instrument in der Hand des Menschen ist zweifellos der Spiegel. Mit ihm gelang es das Licht der Sonnenstrahlen beliebig zu lenken und, nachdem man die Fertigkeit erlangt hatte, ihn zu sphärisch zu formen, Strahlen damit zu bündeln. Heute geht man davon aus, dass er in der Bronzezeit erfunden wurde, damals, als es zum ersten Mal gelang, Metall zu schmelzen und in Formen zu gießen. Waren diese an ihrer Oberfläche glatt, spiegelten sie das Licht. Frühe Kulturen wie Babylonier oder Ägypter kannten den Spiegel. Griechen und Römer verbesserten seine optischen Eigenschaften. Die Abbildung zeigt einen römischen Hohlspiegel aus Bronze, er stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Er wurde in einer Fachhandlung für Antiken in Ulm für die Sammlung erstanden.

„Die Kontaktlinse im Blickpunkt“

12. Kontaktlinsen-Kongress des BVA in Wiesbaden
Unter dem Motto „Die Kontaktlinse im Blickpunkt“ fand am 2. und 3. Juni im Kurhaus Wiesbaden der 12. Kontaktlinsen-Kongress des Berufsverbands der Augenärzte Deutschland (BVA) statt. Die von den BVA-Ressorts „Trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen“ und „Kontaktlinsen“ organisierte Tagung bot den rund 400 Teilnehmern in 30 Vorträgen und 21 Kontaktlinsenkursen den aktuellen Stand zu Neuentwicklungen von Kontaktlinsen, ihren Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeiten sowie neueste Forschungsergebnisse und Therapieansätze des Trockenen Auges, das in der Kontaktologie eine große Rolle spielt. Ein Bericht von Dr. Riad Khaireddin (Bochum).

„Keine Lösung der Probleme“

Zur Einführung der Strukturpauschale in der Augenheilkunde
Zum 1. Januar dieses Jahres ist die Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte im Einheitlichen Bewertungs-maßstab (EBM) in Kraft getreten. Mittlerweile wurden zwei Quartale abgerechnet. Dr. Christiane Schumacher (Heiligenhaus) erläutert im Folgenden, welche Auswirkung die Strukturpauschale bislang auf das Regelleistungsvolumen (RLV) und somit auf die Honorarsituation in der Augenheilkunde hat.

Kontaktlinsenanpassung bei Kindern

Ergebnisse des BVA-Junior-Projekts
Durch viele Negativerfahrungen mit Komplikationen bei Kontaktlinsen, insbesondere bei den Austauschsystemen, waren Augenärzte lange Zeit zurückhaltend mit der Indikationsstellung für Kontaktlinsen im Kindesalter. Um den Ophthalmologen einen sicheren Weg für die Anpassung von Kinderlinsen zu bieten, wurde 2005 das „BVA-Junior-Projekt“ initiiert. Dr. Dorothea Kuhn (Riedlingen) und Dr. Dieter Schnell (Ruppichteroth) fassen die aus dem Projekt gewonnenen Erfahrungen zusammen.

Kontaktoptische Aspekte des Keratokonus

Die Versorgung des Keratokonus mit Kontaktlinsen zählt nach wie vor zu den therapeutisch schwierigsten Aufgaben in der Kontaktoptik. Zahlreiche Begleiterkrankungen wie Tränenmangel, chronische Konjunktivitis oder allergische Dispositionen erschweren die Kontaktlinsenanpassung. Der hochgradige irreguläre Astigmatismus erlaubt nicht immer einen befriedigenden Linsensitz. Selbst nach erfolgreicher Keratoplastik bleiben Anpass- und Trageprobleme. Dr. Hans-Walter Roth, Dr. Gregor Nietgen, Dr. Alice Nietgen und Karin Späth (Ulm) erläutern ätiologische wie diagnostische Faktoren und stellen moderne topografische Verfahren zur Optimierung der Kontaktlinsenversorgung bei Keratokonus vor.

Medikamentöse Therapie des Trockenen Auges bei KL-Trägern

Patienten mit milden Formen des Trockenen Auges sind unter guten Bedingungen erfolgreich mit Kontaktlinsen zu versorgen. Dies gilt für die Anpassung formstabiler Linsen und von Tauschsystemen in gleicher Weise. Entscheidend sind hierbei drei Faktoren: die Auswahl des Kontaktlinsenmaterials, die Bestimmung der Tragezeit sowie die medikamentöse Therapie der Augenoberfläche. Dr. Thomas Kaercher (Heidelberg) gibt einen Überblick über medikamentöse Therapiemöglichkeiten des Trockenen Auges bei Kontaktlinsenträgern.

Fallbericht: Orbitales Trauma durch einen Bambusstab

Unter Umständen können bagatellhaft anmutende Verletzungen mit schwerwiegenden orbitalen Traumata ein-hergehen. Katrin Belger, Dr. Christian Kandzia, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Prof. Dr. Johann Roider berichten über einen Patienten, der nach einem zunächst harmlos scheinenden Sturz in eine Gartenhecke mit nur geringen Beschwerden am Folgetag in der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde. Bis auf Schmerzen beim Aufblick lagen keine weiteren subjektiven Beeinträchtigungen am Auge vor. Eine Computertomographie ergab das Vorliegen eines intraorbitalen Fremdkörpers.

Serie Auge und Sehen: Augenanatomie nach Ryff

Serie zur Sammlung Roth
Anatomische Bemerkungen über das Auge finden sich in den frühen Kulturen nicht, auch über die Untersuchungsmethoden des Auges, vor allem aber über die morphologischen Kenntnisse wird uns nichts überliefert. Erst die mittelalterlichen medizinischen Handschriften und frühen Drucke gehen auf die Morphologie des Auges ein. Nach Erfindung des Vergrößerungsglases und vor allem aber des Mikroskops im 16. Jahrhundert finden sich zunehmend Abbildungen, die dem heutigen anatomischen Wissen entsprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Augendarstellungen im Schnittbild meist Phantasiedarstellungen. Dies gilt auch für den bekannten Holzschnitt des Nürnberger Stadtarztes Walter Hermann Ryff. Das hier gezeigte Blatt, ein seltenes Original aus dem Jahr 1542‚ wurde von einem Sammler, selbst Augenarzt, für diese Serie freundlicherweise zu Verfügung gestellt.