Aus der aktuellen Ausgabe

Fallbericht: Tensiodekompensation nach Badmintonspiel

Nach sportlicher Betätigung kann es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks kommen. Dies ist am ehesten durch eine vermehrte Pigmentabschilferung durch die Zonulafasern vom Irispigmentblatt bei passagerem Unterdruck in der Augenhinterkammer zu erklären. Friederike Sorgenfrei und Prof. Dr. Lutz E. Pillunat (Dresden) stellen den Fall eines 38-jährigen Patienten vor, der an der Universitäts-Augenklinik vorstellig wurde und über rezidivierendes Nebelsehen vor allem nach dem Badmintonspiel berichtete.

Serie Auge und Sehen: Thermoplastisch geformte Sklerallinse

Serie zur Sammlung Roth
Erst nachdem das Glas, zerbrechlich und schwer zu bearbeiten, durch den Kunststoff Polymethylmethacrylat ersetzt werden konnte, stand der Weg für die moderne Kontaktoptik offen. Das als Plexiglas bezeichnete neue Material ließ sich, wenn erwärmt, einfach bearbeiten, jetzt konnten die Linsen sogar direkt vom Auge abgeformt werden. Und das war auch dringend nötig: Die hohe Zahl von Augenverletzungen als Folge des zweiten Weltkrieges erforderte neue therapeutische Wege. Der posttraumatische irreguläre Astigmatismus der Hornhaut konnte jetzt über eine Kontaktlinse ausgeglichen werden. Ihre heute historische Form als Sklerallinse oder -schale entschied über Schicksale.

Interview mit dem Prof. Dr. Berthold Seitz zum DOG-Kongress 2013

Unter dem Motto „Exzellent sehen – Exzellenz fördern“ lädt der diesjährige DOG-Präsident Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) zum Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft vom 19. bis 22. September nach Berlin ein. Die Kongressteilnehmer erwartet im Berliner Estrel Convention Center ein umfangreiches wissenschaftliches-Programmangebot, das in diesem Jahr um einige neue Formate und Inhalte erweitert wurde. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem amtierenden DOG-Präsidenten über die inhaltliche Ausrichtung des viertägigen Kongresses, den -Wettbewerb des Faches um medizinischen Nachwuchs, aber auch über die unterschiedlichen „wichtigen Standbeine der beruflichen Eigendefinition“.

EUNOS 2013 tagte in Oxford (Teil 1)

Zum 11th European Neuro-Ophthalmological Society Meeting hatte in diesem Jahr Professor Christopher Kennard nach Oxford eingeladen. In den historischen Hallen der zwischen 1876 und 1881 erbauten Oxford Examination Schools fanden sich vom 10. bis 13. April mehr als 300 internationale Teilnehmer zum „EUNOS Meeting 2013“ ein. Im nachfolgenden zweiteiligen Bericht zur europäischen Tagung der Neuroophthalmologen hebt Dr. Udo Hennighausen (Heide) vor allem praxisbezogene Merkpunkte („Red Flags“), aktuelle Behandlungskonzepte und sich noch in Entwicklung befindliche Ansätze hervor.

Arzneimittelverordnung: Wirtschaftlichkeit und Budgetierung

Welche Aspekte bei Arzneimittelverordnungen im Hinblick auf mögliche Regresse zu beachten sind, diese Frage stand im Mittelpunkt eines Referates von Dr. Stephan Schneider, Augenarzt in Bayreuth und BVA-Vorstandsmitglied, zur diesjährigen AAD. Die juristische Seite des Themenkomplexes erläuterte Prof. Dr. jur. Günther Schneider, Marienberg.
Dr. Christiane Schumacher fasst die für den niedergelassenen Augenarzt relevanten Besonderheiten zusammen.

Aktueller Stand der hinteren lamellären Keratoplastik

Vergleichende Bewertung von DMEK und DSAEK
In den vergangenen Jahren wurden neue Techniken der Hornhauttransplantation entwickelt, die es ermöglichen, nicht mehr die ganze Hornhaut, sondern nur die einzelnen erkrankten Teile der Hornhaut zu ersetzen. Bei der DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) wird am Empfänger kein Hornhautstroma mehr entfernt, sondern ausschließlich die Descemetmembran samt erkranktem Endothel. Bei der DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) enthält nun auch das Transplantat kein Stroma mehr, sondern besteht nur noch aus der Descemetmembran und dem Endothel des Spenders. Priv.-Doz. Dr. Philip Maier und Prof. Dr. Thomas Reinhard (Freiburg) stellen den aktuellen Stand der hinteren lamellären Keratoplastik dar und erläutern anhand eigener klinischer Daten die Vor- und Nachteile von DMEK und DSAEK im Vergleich.

Inauguration der „Oskar Fehr lecture“

Oskar Fehr war ein international renommierter Augenarzt, der unter anderem erstmals die Differentialdiagnose der makulären Hornhautdystrophie gegenüber der knötchenförmigen (granulären) und gittrigen Hornhautdystrophie beschrieb. Fehrs deutsch-jüdische Abstammung führte in den 1930er Jahren zum Berufsverbot in Deutschland und seiner Emigration. Anlässlich der 111. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin findet am 20. September das erste „gemeinsame internationale Symposium der Sektion Kornea der DOG und der amerikanischen Cornea Society“ statt. Im Rahmen des Symposiums inauguriert Prof. Dr. Walter Lisch (Hanau/Mainz) die „Oskar Fehr lecture“ unter dem Titel: „Prof. Dr. med. Oskar Fehr: The depressing fate of an extraordinary German-Jewish ophthalmologist”, dessen Bedeutung für die Augenheilkunde er im Folgenden darstellt.

Intrakorneale Ringsegmente (INTACS) bei Keratokonus

Intrakorneale Ringsegmente stellen eine zusätzliche verlässliche Methode im Spektrum der stadiengerechten Therapie des Keratokonus und anderer kornealer Ektasien dar. Inzwischen führt der Einsatz des Femtosekundenlasers zu einer weiteren Optimierung der Ergebnisse. Dr. Moatasem El-Husseiny, Dr. Themistoklis Tsintarakis und Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar) stellen aktuelle klinische Daten aus der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar dar.

26. Kongress der DOC in Nürnberg

Das gewohnt umfangreiche und vielfältige Fortbildungsprogramm des diesjährigen Kongresses der DOC wartete auch in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf: So wurde erstmals ein Symposium zu Stammzelltherapien angeboten, das über die Entwicklung therapeutischer Ansätze bei trockener Makuladegeneration informierte, zu der derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Lebhafte Diskussion und konträre Bewertung provozierten unter anderem die neuen Methoden zur refraktivchirurgischen Presbyopiekorrektur und das Augenmerk des berufspolitischen Symposiums galt dem Wettbewerb um die ambulante Versorgung sowie dem neuen dritten Versorgungsbereich – um nur einige der vielen Aspekte aus dem Programm des 26. DOC-Kongresses zu nennen, zu dem DOC-Präsident Dr. Armin Scharrer Mitte Juni wie gewohnt nach Nürnberg eingeladen hatte. Von Katica Djakovic.