Autor: Katica Djakovic

Brille und Geld

Serie zur Sammlung Roth
Abbildungen von Augen oder Brillen finden sich auch auf Geldscheinen und Münzen. Selten aber ist es, dass eine Sehhilfe nur allein, also ohne das dazugehörige Gesicht oder den Kopf gezeigt wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist der schwedische Brillenpfennig oder der Braunschweiger Brillentaler aus dem Jahr 1586. Auf beiden Münzen findet sich nur eine Nietbrille ohne den Benutzer. Sonst gehört nämlich die Brille immer zum Markenzeichen eines markanten Zeitgenossen, dessen mit der Sehhilfe gestylter Kopf auf einem Geldschein oder einer Münze bestenfalls seine Intelligenz vortäuschen, nicht aber seine Fehlsichtigkeit unterstreichen soll. Dass sich aber einmal gleich zwei Sehhilfen, eine mit und eine ohne den dazugehörigen Kopf, auf einem Geldschein finden, ist eine absolute Rarität.

30. DGII-Kongress tagte in Mannheim

„Perfektes Sehen durch Laser und Linse“
Unter dem Leitthema „Perfektes Sehen durch Laser und Linse“ tagte vom 11. bis 13. Februar der 30. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Tagungspräsident Prof. Michael C. Knorz hatte zur Jubiläumstagung in den Mannheimer Rosengarten eingeladen, der mit seinen modern renovierten Räumlichkeiten und zentraler Lage direkt am ikonischen Wasserturm einen angemessenen und schönen Rahmen bot. Die Schwerpunkte der Tagung lagen unter anderem im Bereich der intrastromalen Hornhautchirurgie (SMILE), der Laser-Linsenchirurgie (Femto-Katarakt-OP) sowie neuartiger Intraokularlinsen für die Presbyopiekorrektur. Weitere Fragestellungen galten der kornealen Presbyopiekorrektur, den verschiedenen Hornhaut-Inlays, aktuellen Verfahren zur minimal-invasiven Glaukomchirurgie sowie retinologischen Themen, die ausführlich und auch kontrovers diskutiert wurden. Bert Constantin Giers (Heidelberg) fasst die Inhalte der diesjährigen DGII-Tagung zusammen.

Einfluss von PLUNC auf Tränenfilm

Neues Surfactant-Protein am Auge nachgewiesen
Mit Hilfe umfassender molekularbiologischer und immunhistologischer Methoden konnte kürzlich das multifunktionale Surfactant-Protein PLUNC (palate lung nasal epithelial clone) auch am Auge nachgewiesen werden. Aufgrund seiner bereits bekannten Eigenschaften wird angenommen, dass es eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Tränenfilms und damit beim Trockenen Auge spielen könnte. Henrik Schröder und Dr. rer. nat. Martin Schicht (Erlangen) erörtern die Bedeutung von PLUNC auf das okuläre System beim Trockenen Auge.

Sklerallinsenversorgung bei schwerem Trockenem Auge

In der Behandlung von Trockenen Augen kommen in therapierefraktären Fällen auch spezielle therapeutische Verfahren wie autologe Serumaugentropfen und Sklerallinsen zum Einsatz. Bei der Sklerallinse handelt es sich um eine formstabile, besonders große Kontaktlinse, die aufgrund ihrer Größe und einer hohen Scheiteltiefe die Kornea überbrückt, wodurch es zu einer Auflage auf der Sklera kommt. Der zwischen der Sklerallinse und Hornhaut bestehende Abstand wird mit Flüssigkeit gefüllt (meist NaCl). Laura Sauerbier und Priv.-Doz. Dr. Philipp Steven (Köln) erörtern unterschiedliche Aspekte, die es bei der Anpassung von Sklerallinsen als Therapieoption bei einem schweren Trockenen Auge wie bei okulärer GvHD oder Sjögren-Syndrom zu beachten gilt.

Ethanolabrasio des Hornhautepithels bei rezidivierender Erosio corneae

Bei der rezidivierenden Erosio, einer schmerzhaften Erkrankung der Hornhautoberfläche, kommt es zu einem rezidivierenden Aufbrechen des Hornhautepithels. Neben der konservativen Therapie mit der Gabe von Tränenersatzmitteln hat sich die phototherapeutische Keratektomie (PTK) mit dem Excimerlaser als Standardbehandlung bewährt. Die Ethanolabrasio findet bei der LASEK Anwendung, kann aber auch bei der rezidivierenden Erosio corneae eingesetzt werden. An der Augenklinik Berlin-Marzahn wurde eine retrospektive, klinische Untersuchung durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Ethanolabrasio eine Therapiealternative zur PTK mit dem Excimerlaser ist. Nhu Oanh Huynh, Dr. Sabine Schmidt und Priv.-Doz. Dr. Christopher Wirbelauer (Berlin) stellen die Ergebnisse vor.

Praktische Tränenfilmdiagnostik

MMP-9 und Osmolarität im Vergleich zu klassischen Tests
Für die Diagnostik des Trockenen Auges gibt es neben den klassischen Testverfahren mittlerweile neue Untersuchungsoptionen, die den Weg vom Labor in den klinischen Alltag gefunden haben. Hierzu zählt die Bestimmung der Tränenfilmosmolaritat (TFO) wie auch der Matrix-Metalloproteasen (MMP-9) in der Tränenflüssigkeit. In einem Forschungsprojekt sollte überprüft werden, wie sich die beiden neuen Untersuchungsmethoden im Vergleich zu den klassischen Untersuchungsparametern bei älteren Patienten verhalten, die potentiell ein mildes bis mittelgradiges Trockenes Auge aufweisen könnten, aber nicht an einer fortgeschrittenen Form des Trockenen Auges leiden. Dr. Marc Schargus, MHBA, erörtert Verfahren und Ergebnisse.

Kontaktoptische Versorgung des aphaken Kindes (Teil 1)

Die Behandlung einer angeborenen oder erworbenen Katarakt beim Kind stellt auch heute noch eine besondere Herausforderung an den Ophthalmologen dar. Nur der maximale kombinierte Einsatz von Chirurgie, Kontaktoptik, Orthoptik und Pleoptik bringt brauchbare Ergebnisse. Sowohl die einseitige wie auch die beidseitige Katarakt ist vor allem im frühen Lebensalter schwierig zu therapieren, trotz moderner Operationstechniken und optimaler Versorgung mit einer Sehhilfe erreichen noch immer nur wenige der betroffenen Kinder später einmal eine befriedigende Sehfunktion. Auch der Aufbau des räumlichen Sehens gelingt nur in Ausnahmefällen, die Gründe hierfür sind vielfältig. Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Gregor Nietgen (Ulm) stellen das bisherige therapeutische Vorgehen bei der kontaktoptischen Versorgung von Kindern mit kongenitaler und traumatischer Katarakt dar.

Kochsalzaufnahme und mögliche Implikationen für die AMD-Pathogenese

In einer Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Leipzig wurde getestet, ob eine hohe Kochsalzkonzentration auch direkte Wirkungen auf das retinale Pigmentepithel (RPE) besitzt und zur Entwicklung einer feuchten AMD beitragen könnte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kochsalzgabe genauso stark wie eine Hypoxie die Expression von VEGF stimulierte. Dr. Margrit Hollborn, Prof. Peter Wiedemann, Prof. Leon Kohen und Prof. Andreas Bringmann (Leipzig) stellen ihre Untersuchung zur Kochsalzaufnahme sowie die möglichen Implikationen für eine Pathogenese der AMD dar.

Kongress AAD 2016

Interview mit BVA-Vorsitzendem Prof. Bernd Bertram
„Augenheilkunde im Spannungsfeld zwischen Studien und ‚real life‘“ lautet das Hauptthema der diesjährigen Augenärztlichen Akademie Deutschlands (AAD), die als gemeinsame Fort- und Weiterbildungsveranstaltung von BVA und DOG vom 8. bis 12. März wieder nach Düsseldorf ins CCD einlädt. Neben den wissenschaftlichen und praxisrelevanten Fachthemen, die in Kursen und Vorträgen dargestellt werden, gibt es auch einige Neuerung in diesem Jahr: So werden sich erstmals Keynote Lectures und Paneldiskussionen an die Einzelvorträge in den Vorlesungen anschließen. Die berufspolitische Diskussion aktueller Fragen bildet einen besonderen Schwerpunkt im Programm. DER AUGENSPIEGEL sprach mit dem BVA-Vorsitzenden Prof. Bernd Bertram (Aachen) über die aktuelle Diskussion um die Novellierung der GOÄ und weitere Aspekte zur Honorierung und Versorgung in der Augenheilkunde.

178. Jahrestagung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte (RWA) in Bonn

„Individualisierte Therapie durch ­bildgebende Diagnostik“
Zu seiner 178. Versammlung lud der Verein der Rheinisch-Westfälischen Augenärzte (RWA) Ende Januar in den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn ein, ein Tagungsort, der heute von den United Nations als Teil des World Conference Center Bonn betrieben wird. Neben einem facettenreichen Programm zu allen Fachbereichen der Augenheilkunde und dem Schwerpunktthema „Bildgebende Diagnostik“ fand in diesem Jahr erstmals ein „Science Slam“ statt: Junge Ophthalmologen stellten ihre wissenschaftlichen Studienergebnisse in einer Redezeit von maximal zwei Minuten und in möglichst unterhaltsamer Form vor, wobei die jeweils besten Vortragenden prämiert wurden. Katica Djakovic´ stellt ausgewählte Programmpunkte dar.